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Grundlagen

Grundlagen

Dieser Artikel soll in das neue System einführen. Er behandelt in aller Kürze einige wichtige Eigenschaften von Ubuntu, nennt wesentliche Unterschiede zu anderen Systemen und gibt Tips zur ersten Orientierung und einfachen Bedienung.

Ubuntu, Kubuntu, Xubuntu

Von Ubuntu gibt es verschiedene Varianten. Sie alle haben die gleiche Basis, unterscheiden sich aber in der vorinstallierten Software.

  • Ubuntu ist die historisch erste Variante, die mit hohem Komfort und einer auf einfache Bedienung ausgelegten Arbeitsumgebung daher kommt: GNOME.

  • Kubuntu setzt auf die zweite große Arbeitsumgebung KDE. Diese legt besonderen Wert auf höchste Konfigurierbarkeit.

  • Xubuntu liefert die schlanke und schnelle Umgebung Xfce.

Teilweise unterscheiden sich diese Umgebungen in der Bedienung. Manche Anleitungen enthalten daher spezielle Abschnitte für Nutzer von GNOME und KDE.

Die Oberflächen können übrigens auch parallel in einem System installiert werden - wie gesagt, die Basis ist ohnehin immer die Gleiche.

Benutzer, Rechte, Sicherheit

Bei Linux können mehrere Benutzer gleichzeitig und unabhängig an einem einzigen System arbeiten: Linux ist ein "Mehrbenutzersystem". Diese Benutzer können sich nicht gegenseitig in die Quere kommen und sind auch vom System selbst abgeschottet: sie dürfen nicht einfach das ganze System, sondern nur ihre eigenen Dateien und Einstellungen verändern. Das ist auch für gewöhnliche PCs mit nur einem Bildschirm und einer Tastatur bedeutsam: die Abschottung der Benutzer voneinander und vom System führt dazu, dass das System sicherer wird, weil niemand versehentlich oder böswillig in Bereichen herumpfuschen kann, in denen er nichts zu suchen hat. So könnte ein Programm wie der Webbrowser Firefox, von einem gewöhnlichen Benutzer ausgeführt, niemals einfach irgendwelche Software im System verankern.

Auch Windows kennt verschiedene Benutzerkennungen und eingeschränkte Rechte. Allerdings ist es dort eher üblich, mit vollen Administratorrechten zu arbeiten. Dies ist bei Linux weder üblich noch zu empfehlen. Der bei der Installation angelegte Benutzer hat die Möglichkeit, sich alle nötigen Rechte durch Eingabe seines eigenen Passworts vorübergehend zu verschaffen - aber ansonsten arbeitet er wie alle anderen Benutzer auch mit eingeschränkten Rechten. Bevor man also beispielsweise ein neues Programm installieren kann, muss man sich mit seinem Passwort ausweisen:

gksudo.png

Experten-Info:

Unter Ubuntu hat der Benutzer root kein Passwort, eine Anmeldung als root ist daher nicht möglich. Ubuntu verwendet statt dessen sudo. Die Vergabe eines Root-Passworts wird gelegentlich empfohlen, ist jedoch nur in den seltensten Fällen sinnvoll und erfordert im Gegenteil zusätzlichen Konfigurationsaufwand.

Hintergrund: Benutzer, Gruppen und Zugriffsrechte

Dieser Abschnitt ist zum weiteren Verständnis nicht zwingend notwendig.

Jeder Benutzer hat eine eindeutige Kennung (den Benutzernamen) und ist Mitglied in einer oder mehreren Gruppen.

Jede Datei hat genau einen Eigentümer und ist genau einer Gruppe zugeordnet.

Berechtigungen werden nun auf drei Ebenen festgelegt:

  • Die Berechtigungen für den Eigentümer betreffen nur den Eigentümer der Datei selbst, also genau einen Benutzer.

  • Die Berechtigungen für die Gruppe gelten für alle Benutzer, die Mitglied dieser Gruppe sind.

  • Die Berechtigungen für "Andere" gelten für... genau, alle anderen, die weder Eigentümer der Datei noch Mitglied der Gruppe sind.

Praktische Beispiele, wie man die Rechte an Dateien ändern und Benutzer verschiedenen Gruppen zuordnen kann, erfährt man in den Artikeln Benutzer und Gruppen und Rechte.

Achtung!

Windows-Umsteiger: Unter Linux ist es üblich, dass die Daten einzelner Benutzer von anderen zwar nicht verändert, aber gelesen werden dürfen. Wer dies nicht möchte, findet im erwähnten Artikel Rechte Hinweise zur Änderung der Voreinstellungen für neue Benutzer und zum nachträglichen Ändern der Rechte an bestehenden Dateien.

Datenverwaltung

Linux-Systeme wie Ubuntu sind von vorne herein auf Mehrbenutzer-Betrieb in einem Netzwerk ausgelegt. Daher ist die Verwaltung von Daten (also die geordnete Ablage und der Zugriff auf Dateien und Verzeichnisse) unter Ubuntu recht komplex und stellt für viele Einsteiger oder Umsteiger von anderen Betriebssystemen am Anfang eine gewisse Hürde dar. Diese lässt sich aber leicht überwinden, indem man sich die Regeln und Prinzipien der Datenverwaltung unter Linux/Ubuntu etwas genauer anschaut und ein tieferes Verständnis für den Zusammenhang von "Geräten", "Datenträgern" und "Dateisystemen" entwickelt.

Der Artikel Datenverwaltung bietet dazu eine Einführung und erklärt grundlegende Zusammenhänge, deren Verständnis bei der Lösung vieler Einsteigerprobleme hilfreich sein kann.

Systempflege

Ein einmal laufendes Ubuntu ist kaum kaputt zu kriegen. Ein wenig Pflege muss dennoch sein: gelegentlich gibt es Sicherheitslücken, die durch Sicherheitsupdates behoben werden. Wie man auf diese Updates hingewiesen wird und wie sie installiert werden (es ist ganz einfach), steht in der Anleitung Automatische Updates.

Was man auf anderen Systemen sonst noch gewohnt ist, ergibt unter Linux dagegen häufig keinen Sinn: es gibt keine Registry, die aufzuräumen wäre, eine Defragmentierung des Dateisystems ist überflüssig und selbst unzählige installierte Programme können das System nicht bremsen. Virenscanner lohnen nur wenn viele Daten an Windowssysteme weitergereicht werden sollen, Personal Firewalls sind überflüssig.

Sicherheit

Ubuntu ist technisch gesehen ein sehr sicheres System, wenn man die oben erwähnten Sicherheitsupdates regelmäßig installiert. Die größte potentielle Schwachstelle ist der Benutzer. Die wichtigsten Grundregeln sicherheitsbewussten Verhaltens stehen im Sicherheits-Einmaleins.

Wo man umlernen muss

Laufwerke

Buchstaben? Wozu Buchstaben?

Unter Linux gibt es keine Laufwerksbuchstaben. Statt dessen können Laufwerke (Partitionen) auf Speichermedien wie Festplatten oder CD-ROMs, aber auch Netzlaufwerke an beliebiger Stelle in den großen Verzeichnisbaum eingebunden werden. Wechseldatenträger bindet Ubuntu automatisch unterhalb des Verzeichnisses /media ein. Sie erscheinen dann automatisch als Symbol auf der Arbeitsfläche.

Der Vorteil dieses Verzichts auf Laufwerkbuchstaben liegt in der Trennung zwischen logischer und physischer Datenstruktur. Dazu ein Beispiel zur Veranschaulichung: Angenommen man startet Ubuntu mit einer Festplatte. Dann wird diese zu klein und man baut eine Zweite ein, möchte aber das System auf der alten Platte belassen und nur die eigenen Daten (unter Linux liegen diese unter /home) auf der neuen Platte speichern. Man sagt dann dem System einfach (in der Datei /etc/fstab), dass /home nun auf der zweiten statt der ersten Platte liegt, kopiert die Daten dorthin und fertig. Die Anwendungen merken in diesem Fall von dem Umstieg nichts, weil sich kein einziger Pfad ändert: Die Festplatten haben ja keine Buchstaben. (Man sollte aber schon etwas vertrauter mit dem System sein, um so einen Umzug zu machen, denn bei falscher Vorgehensweise können Daten zerstört werden. Nähere Informationen zum "sauberen" Umzug findet man im Artikel Home umziehen.)

Mehr zum Thema steht im Artikel Datenverwaltung.

Wer auf seinem Rechner noch eine Windows-Installation hat und auf deren Daten zugreifen möchte, sollte den Artikel Windows-Partitionen einbinden lesen.

Datenträger entfernen

Es ist ziemlich unpraktisch, wenn eine CD herausgenommen wird, solange noch ein Programm darauf zugreift. Daher verriegelt Linux die Schublade eingebundener CD-ROMs. Der Nachteil: ältere Laufwerke signalisieren dem System ihren Status nicht (offen/geschlossen) wenn man den Auswurfknopf betätigt. Linux erfährt also nicht davon, und die Lade bleibt zu. Diese Laufwerke kann man nur öffnen, indem man mit der rechten Maustaste auf das Laufwerkssymbol auf der Arbeitsfläche klickt und "Auswerfen" wählt.

Speichersticks sollte man niemals einfach abziehen. Es könnte sein, dass ein Schreibvorgang noch nicht abgeschlossen ist. Wie alle CD-ROMs sollte man diese Wechselmedien immer über das Kontextmenü entfernen. Ein Fenster mit einem Fortschrittsbalken öffnet sich und zeigt an, wann der Datenträger sicher entfernt werden kann.

Homeverzeichnis

Das Homeverzeichnis ist der Ort, an dem Benutzer ihre Daten ablegen können und den Programmen ihre benutzerspezifischen Einstellungen hinterlegen. Hier hat der einzelne Benutzer volle Schreib- und Leserechte. Nur hier sollten Benutzer ihre Daten ablegen. Weitere Informationen hierzu findet man im Wiki unter Homeverzeichnis.

Programme starten

Ähnliche wie in anderen Betriebssystemen startet man Programme normalerweise über das Menü, was sich irgendwo im Panel befindet (meist links oben oder unten). In einigen Fällen, wofür es keinen Menüeintrag gibt, kann man die Software auch direkt starten. Wie das geht, kann man im Artikel Programme starten nachlesen.

Programme installieren

Die Softwareverwaltung ist einer der Bereiche, der unter Ubuntu unendlich viel einfacher ist als unter den meisten anderen Systemen (ganz zu schweigen von Windows). Wie man zahlreiche Anwendungen installieren kann, erklärt Anwendungen hinzufügen. Um systemnahe Software und Werkzeuge ohne graphische Oberfläche zu installieren, empfiehlt sich der Artikel Pakete installieren.

Speicherbedarf

Manche aufmerksamen Umsteiger wundern sich über die Tatsache, dass der Arbeitsspeicher unter Linux immer nach kurzer Zeit randvoll ist. Das ist kein Problem, im Gegenteil - wozu ist Speicher gut, wenn man ihn nicht benutzt? Linux verwendet ihn, um Inhalte der Festplatte zwischenzuspeichern und so Zugriffe wesentlich zu beschleunigen. Wird der Speicher anderweitig benötigt, ist er blitzschnell wieder freigegeben.

Terminal

Nun sind wir bei dem Thema angelangt, das Umsteiger oft am meisten schreckt: das Terminal bzw. die Konsole. Letztere sieht ähnlich aus wie das alte DOS und weckt womöglich unangenehme Erinnerungen. Ersteres ist das selbe unter einer graphischen Oberfläche.

Wer sich nicht ausdrücklich dafür interessiert, kann das Terminal im Alltag vollkommen ignorieren.

Es gibt aber Fälle, in denen man das Terminal benutzen muss: Wenn widerspenstige Hardware eingerichtet werden soll, oder falls gar etwas repariert werden muss. In diesen Fällen wird man die genau einzugebenden Befehle in den Anleitungen oder im Forum finden.

Gerade im Forum bekommt man oft auch einen Terminalbefehl, da so deutlich effektiver geholfen werden kann. Anstatt zu beschreiben, was man sieht oder zu erklären wohin man klicken soll, kann man über Befehle und Textausgaben schnell und präzise helfen. Wer die Befehle erst einmal kennt, hat schneller eine Zeile getippt, als fünf Mausklicks auszuführen oder gar zu beschreiben.

Wie man das Terminal öffnet und sich in den meisten Fällen auch noch die fehlerträchtige Arbeit des Abtippens ersparen kann, liest man in Terminal.

Übrigens: mit DOS hat die Konsole außer dem Aussehen nichts zu tun. Auch auf der Konsole können zahllose Nutzer und Programme parallel arbeiten, man kann CDs brennen, Musik hören und wissenschaftliche Texte gestalten.

Weitere Grundlagen

Nun trennt sich der Weg: die folgenden Abschnitte beziehen sich direkt auf die graphischen Arbeitsumgebungen GNOME und KDE. Weiter geht es je nach vorhandenem System.


Diese Revision wurde am 12. Juni 2010 um 08:35 Uhr von Thorsten Reinbold erstellt.
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