Mit Google Earth
(GE) kann man Bildmaterial der Erde sowie sonstige geografische Informationen am Bildschirm betrachten. Mit der Software kann man zudem Satelliten- und Luftbilder unterschiedlicher Auflösung mit Geodaten überlagern und auf einem digitalen Höhenmodell der Erde darstellen. Jeder Teil der Erde lässt sich stufenlos zoomen und selbst schwach besiedelte Regionen liegen in hoher Auflösung vor. Google Earth ist in der Basisversion unentgeltlich nutzbar.
Die Mindestanforderungen sind der Homepage zu entnehmen. Die 3D-Beschleunigung muss aktiviert sein.[5] Wichtiger als CPU und Arbeitsspeicher ist eine schnelle Internetverbindung: Eine Verbindung ab DSL 1000 sollte problemlos laufen.
Unter Ubuntu 10.04 lässt sich das ältere Google Earth 5.1 aus der Fremdquelle Medibuntu [2] über das folgende Paket installieren [1]:
googleearth (Medibuntu)
Für die aktuelle Version von Google Earth werden auf der offiziellen Downloadseite
Pakete [6] für verbreitete Linux-Distributionen angeboten. Zuvor ist allerdings die Installation des Paketes lsb-core nötig, das Google-Paket lässt sich sonst nicht installieren. Zum Installieren der 64-Bit-Variante von GoogleEarth muss außerdem das Paket ia32-libs installiert sein.
lsb-core
ia32-libs (nur 64-Bit-Version)
Fremdpakete können das System gefährden.
Die manuelle Installation früherer Versionen ohne DEB-Paket wird im nachfolgenden Abschnitt behandelt.
Ab Ubuntu 10.10 ist Google Earth nicht mehr in den Medibuntu-Quellen enthalten. Kann oder soll das von Google bereitgestellte DEB-Paket nicht genutzt werden (z.B. für die Verwendung einer älteren GoogleEarth-Version), müssen folgende Pakete manuell installiert werden [1]:
googleearth-package (multiverse)
lsb-core
Für die 64-bit-Version von Ubuntu ist zudem folgendes Paket notwendig:
ia32-libs
Nun kann ein .bin-Paket aus einer von der Google-Earth-Homepage heruntergeladenen Datei generiert werden. Da Google Earth nicht nur proprietär ist, sondern auch die Verbreitung lizenzrechtlich eingeschränkt wird, ist dies die einzige Möglichkeit der Installation. Das .deb-Paket wird mit folgendem Befehl [3] erzeugt:
cd && make-googleearth-package --force
Das neu erzeugte Paket kann anschließend wie gewohnt installiert [6] werden.
Bei Ubuntu 12.04
kann man sich das herunterladen des .bin-Pakets von der Google-Earth-Seite sparen, wenn man die neuste Version installieren will. Nach Installation der Pakete lbs-core und googleearth-package wird nur der oben genannte Befehl zur Paketerstellung ausgeführt. Dabei kommt die Meldung, dass das .bin-Paket nicht gefunden wurde, danach wird automatisch eine Internetverbindung zur Google-Earth-Seite eingerichtet, das neuste .bin-Paket heruntergeladen und das .deb-Paket erstellt und installiert. Nach der Installation kommt möglicherweise eine Fehlermeldung über nicht gelöste Abhängigkeiten, die jedoch mit dem Befehl
sudo apt-get -f install
beseitigt werden kann.
Falls es mit der neuesten Version Probleme beim Starten gibt (Meldung im Terminal, dass /usr/lib/googleearth/googleearth-bin nicht gefunden werden könne, obwohl es am angegebenen Ort vorhanden ist) hilft ggf. die Verwendung der vorletzten "stabilen" Version, die auf der Downloadseite ebenfalls noch angeboten wird. Über "Passen Sie Ihre Installation mit dem erweiterten Setup an" und
auf das Pluszeichen wird die vorletzte Version angeboten.
Alternativ kann man auch noch einen Lösungsversuch starten, in dem man das Paket lsb-core installiert (getestet auf Ubuntu 10.10 64Bit).
Es kann beim Starten von Google Earth zum Absturz kommen. Wurde das Programm über das Startmenü geöffnet, erscheint keine Fehlermeldung. Nach Starten durch eine Eingabeaufforderung im Terminal kommt es zu einer solchen Fehlermeldung
Google Earth has caught signal 11.
We apologize for the inconvenience, but Google Earth has crashed.
This is a bug in the program, and should never happen under normal
circumstances. A bug report and debugging data have been written
to this text file:
/home/user/.googleearth/crashlogs/crashlog-xxxxxxxx.txt
Please include this file if you submit a bug report to Google.mit etwa diesem Inhalt
Major Version 6 Minor Version 2 Build Number 0001 Build Date Feb 3 2012 Build Time 15:28:07 OS Type 3 OS Major Version 2 OS Minor Version 6 OS Build Version 32 OS Patch Version 0 Crash Signal 11 Crash Time 1329207176 Up Time 2,51323 Stacktrace from glibc: ./libgoogleearth_free.so(+0xc1583)[0xc40583] ./libgoogleearth_free.so(+0xc1703)[0xc40703] [0x422400] ./libbase.so(_ZN5earth15GfxCardInfoUnixC1Ev+0x4a)[0x1c0b61a] ./libbase.so(_ZN5earth11GfxCardInfo12GetSingletonEv+0x44)[0x1c0b664] ./libgoogleearth_free.so(_ZN5earth6client11Application3runEv+0x2e)[0xc4e05e] ./libgoogleearth_free.so(+0xc005b)[0xc3f05b] ./libgoogleearth_free.so(earthmain+0x249)[0xc401b9] ./googleearth-bin[0x804878b] /lib/tls/i686/cmov/libc.so.6(__libc_start_main+0xe6)[0x1a08bd6] ./googleearth-bin[0x80486d1]
In diesem Fall fehlt das Modul libGL.so.1. Folgende Befehle schaffen Abhilfe:
wget http://librarian.launchpad.net/7037027/libGL.so.1 -O libGL.so.1 sudo cp libGL.so.1 /opt/google/earth/free
Kommt es beim Starten von Google Earth zu Grafikfehlern und gibt das Programm im Terminal die Meldung
*********************************WARN_ONCE********************************* File r300_render.c function r300Fallback line 471 Software fallback:ctx->Line.SmoothFlag **************************************************************************
aus, kann das Programm driconf helfen. Nach der Installation startet man driconf' und klickt unter Anwendungseinstellungen auf "Hinzufügen". Als Name der Anwendung kann man einen beliebigen Namen verwenden, bei "Name der Ausführbaren Datei" muss "googleearth-bin" eingetragen werden. Dann klickt man noch auf "Einstellung hinzufügen, Leistung" und setzt "disable low-impact fallback" auf "Ja". Danach sollte Google Earth laufen. Quelle: ubuntuforums.org 
Das Deaktivieren der Compiz-Effekte hilft auf manchen Systemen.
Baut sich der Bildschirm nur äußerst langsam auf, kann laut Berichten aus dem Forum das Deaktivieren der Ansicht "Atmosphäre" Abhilfe schaffen.
Startet man Google Earth und klickt auf ein Objekt, das in einem Browser geöffnet werden soll, so erscheint die Fehlermeldung "Es konnte kein Webbrowser gestartet werden. Stellen Sie sicher, dass die Umgebungsvariable $BROWSER auf den Dateinamen des Webbrowsers gesetzt ist, der gestartet werden soll." Offensichtlich erkennt Google Earth nicht, welchen Browser die jeweilige Desktopumgebung nutzen möchte.
Google Earth liest die Umgebungsvariable "$BROWSER" aus, die man jedoch erst von Hand setzen muss. Dazu öffnet man die Datei ~/.bashrc in einem Editor [4] und fügt am Ende die Zeilen
BROWSER=firefox export $BROWSER
ein. Das firefox muss gegen den bevorzugten Browser ausgetauscht werden. Danach können mittels eines
source ~/.bashrc
die Umgebungsvariablen neu eingelesen werden, so dass die Änderung sofort aktiv ist und man sich nicht neu einloggen muss. Nun sollte Google Earth Links direkt im Browser öffnen können.
Falls das viereckige Fadenkreuz nicht auf dem angegebenen Standort liegt und/oder die Kamerasymbole für StreetView fehlen, muss man das Startskript von Google Earth editieren. Das Skript öffnet man in einem Editor[4] mit Root-Rechten und fügt der Datei unter der folgenden Zeile
export LD_LIBRARY_PATH
noch die Zeile
export LC_ALL=en_GB.UTF-8
hinzu.
Die hier beschriebenen Änderungen werden jeweils erst beim nächsten Start von Google Earth aktiv.
Nach dem ersten Start von Google Earth befindet sich im Homeverzeichnis ein versteckter Ordner .googleearth. In diesem Ordner speichert das Programm alle Daten und Einstellungen. Innerhalb dieses Profils werden auch die Schriftarten und Schriftgrößen definiert, die das Programm benutzt. Beide Einstellungen werden im Ordner
~/.googleearth/Registry/google/googleearthplus/User/render/
vorgenommen. Um die Schriftart zu definieren, erstellt man mit einem Editor [4] die Datei guifontfamily im oben genannten Verzeichnis - mit der zu nutzenden Schriftart als Inhalt. Beispiel:
Bitstream Vera Sans
Hierbei ist auf die exakte Schreibweise (Groß-/Kleinschreibung) der Schriftart zu achten. Die Schriftgröße wird in der Datei guifontsize definiert. Beispiel:
10
Die Einstellungen zu Schriftart und -größe sind nun über die Datei
~/.config/Google/GoogleEarthPlus.conf
vorzunehmen. Beispiel:
[Render] ... GuiFontFamily=DejaVu Sans GuiFontSize=12 ... GuiFontWeight=70
Wenn die Buchstaben nicht vernünftig dargestellt werden, kann es helfen, das Paket
msttcorefonts (multiverse)
zu installieren. Danach muss der Cache geleert werden, z.B. im Terminal mit
sudo fc-cache -fv
(siehe dazu auch im Forum).
Google Earth benutzt wie die KDE Desktop-Umgebung das Qt Toolkit zum Zeichnen des Programmes. Dennoch fügt sich Google Earth selbst in KDE sehr schlecht ein. Dies liegt daran, dass GE nicht die im System installierten Bibliotheken benutzt, sondern fest in das Programm eingebaute Bibliotheken verwendet. Im Fachjargon spricht man davon, dass diese Bibliotheken statisch verlinkt sind. Seit Google Earth 3.4 kann man das Aussehen von Google Earth leicht verbessern. Dazu startet man Google Earth aus einem Terminal und fügt eine Option hinzu.
googleearth -style GTK # Für GE im Stil von GNOME bzw. Xfce googleearth -style plastique # Für GE im Stil von KDE
Damit man Google Earth mit dieser Einstellung auch aus den Menüs heraus starten kann, sollte man den Eintrag von Google Earth im Startmenü der Desktopumgebung ändern. Sollte man die Änderung für alle Benutzer setzen wollen, so kann man alternativ auch die Datei /usr/share/applications/googleearth.desktop, durch die dieser Menüeintrag erzeugt wird, ändern. Hier kann man die gewünschte Option zur Variable "Exec" hinzufügen
[Desktop Entry] Name=Google Earth GenericName=3D planet viewer Comment=Explore, search and discover the planet Exec=googleearth -style cleanlooks %f Terminal=false ...
So müssen die Anwender des Systems ihr Menü nicht selbst ändern. Beim nächsten Start von Google Earth erscheint es im halbwegs angepassten Aussehen der eigenen Desktop-Umgebung.
| Normal | Cleanlooks | Plastique |
Ab Version 4.2 gibt es einen eingebauten Flugsimulator. Dieser lässt sich mit der Tastenkombination Strg + Alt + A starten. Zur Auswahl steht entweder der Düsenjäger F16 oder das Propellerflugzeug Cirrus SR22.
Für eine kleine Flugrunde genügen die folgenden Tasten:
| Taste | Funktion |
| Bild ↑ | mehr Schub |
| Bild ↓ | weniger Schub |
| ← → ↑ ↓ | Kursänderung |
| Strg + Pfeiltasten | Kamera schwenken |
Die komplette Tastenbelegung findet man unter Flight Simulator Keyboard Controls
.
Google Earth - Wikipedia-Eintrag
Die ganze Welt im Überblick
- Artikel aus LinuxUser 08/2006
Marble - ähnliches Programm ohne 3D-Hardwarebeschleunigung (ab KDE 4)
Diese Revision wurde am 2. Mai 2012 15:01 von bowman erstellt.
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