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Abiword

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Ausbaufähige Anleitung

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Anmerkung: Plugins sollten noch erwähnt werden. Der Abschnitt zur Installation aus dem Quellcode ist veraltet.

./abiword_logo.png

AbiWord {en} ist Teil der GNOME Office-Suite und als solches Programm in den GNOME-Desktop integriert. Als wenig arbeitsspeicherhungrige GTK-Anwendung integriert sich das Programm auch in ein schlankes Xfce-System. Es lässt sich aber auch grundsätzlich unter allen gängigen Ubuntu-Derivaten und deren Desktops einsetzen.

Die Funktionen von diesem Programm entsprechen im Wesentlichen den Erwartungen an ein einfaches Textverarbeitungsprogramm, inklusive Formatvorlagen, Tabellen, Fußnoten und automatisch generiertes Inhaltsverzeichnis. Das genügt, um gelegentlich Texte zu verfassen oder Briefe zu schreiben. Die Bedienung von AbiWord ist intuitiv und weitgehend identisch mit anderen Textverarbeitungsprogrammen.

AbiWord ist eine Textverabeitung mit vielen Import/Export-Filtern. AbiWord behauptet, die meisten Dateiformate lesen zu können (siehe bei der Wikipedia [3]). In der Praxis bewahrheitet sich dies leider nicht. Beim Öffnen und Bearbeiten von OpenDocument-Dateien verschwinden z.B. ganze Tabellen oder Grafiken, es kommen unschöne Layoutveränderungen vor, es ist mit einer intensiven Nachbearbeitung zu rechnen.

AbiWord verfügt desweiteren über interessante Funktionen. Darunter fallen zum Beispiel die Handhabung von AbiWord aus dem Terminal heraus sowie ein neues, noch experimentelles Plugin zum kollaborativen Arbeiten am selben Dokument (wie zum Beispiel mit dem Editor Gobby).

AbiWord und OpenDocument

Seit der Version 2.2.8 beinhaltet AbiWord einen Import-Filter für die OpenDocument-Formate, der mit 2.4.0 fertiggestellt wurde. Exportfilter sind seit der Version 2.4.2 vorhanden. Das OpenDocument-Format wurde als ISO-Standard {de} veröffentlicht. Die Notwendigkeit für OpenDocument wird darin gesehen, ein einheitliches, kompatibles Dokumentenformat einzuführen, dessen Zukunft nicht von einzelnen Anbietern abhängt und auf lange Zeit gesichert ist, um auch in Zukunft noch uneingeschränkt auf die Daten zugreifen zu können. Außerdem soll durch den offenen Standard mehr Wettbewerb ermöglicht werden.

Hinweise, wie AbiWord mit den Datenformaten von Microsoft Word umgeht, findet man unter Datenmigration/Word.

./Abiword2.png

AbiWord vs. OpenOffice.org/LibreOffice

Obwohl Ubuntu OpenOffice.org bzw. ab Ubuntu 11.04 LibreOffice als Textverabeitung mitliefert, gibt es Situationen, wo AbiWord hilfreich sein kann:

Auf Grund der Tatsache, dass AbiWord eine einfache Textverarbeitung ist, schont deren Benutzung die Systemressourcen, gerade auf langsameren Computern. Aus diesem Grund ist bei Xubuntu AbiWord die Standard-Textverarbeitung. Zudem benötigt nicht jeder den Funktionsumfang eines OpenOffice.org Writer, AbiWord ist klein, schnell und für viele Einsatzzwecke völlig ausreichend. Im Gegensatz zu Writer werden Open-Type-Ligaturen unterstützt. Sollte man GNOME benutzen, so werden AbiWord-Fenster beim Beenden einer Sitzung gespeichert und beim neuen Anmelden wiederhergestellt. Dieses Feature existiert unter anderen Desktops wie etwa KDE nicht.

Installation

Aus den Paketquellen

  • abiword

  • abiword-common

  • abiword-plugin-grammar

  • abiword-plugin-mathview

  • libabiword-2.8

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install abiword abiword-common abiword-plugin-grammar abiword-plugin-mathview libabiword-2.8 

sudo aptitude install abiword abiword-common abiword-plugin-grammar abiword-plugin-mathview libabiword-2.8 

Manuell aus dem Quellcode

Diese Variante sollte man nur wählen, wenn man gezielt neue Funktionen bzw. Plugins verwenden möchte, da man viele Bibliotheken zur erfolgreichen Kompilierung benötigt. Falls AbiWord aus den Ubuntu-Paketquellen installiert wurde, muss es deinstalliert werden.

Quellcode herunterladen ...

Zuerst lädt man sich den Quellcode von der Downloadseite {en} herunter. Es stehen insgesamt vier Archive zur Verfügung:

  • abiword-<version>.tar.gz - das Programm

  • abiword-docs-<version>.tar.gz - Dokumentation in englischer, französischer und polnischer Sprache, auch online {en} verfügbar (optional)

  • abiword-extras-<version>.tar.gz - Vorlagen, Cliparts, Wörterbücher und Icons (optional)

  • abiword-plugins-<version>.tar.gz - funktionelle Erweiterungen (optional)

Abhängigkeiten

Nur für das Programm AbiWord sind folgende Pakete notwendig [1]:

  • libgoffice-0-6-dev

  • libgnomeprintui2.2-dev

  • libenchant-dev

  • libfribidi-dev

  • libwv-dev

  • libpopt-dev

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install libgoffice-0-6-dev libgnomeprintui2.2-dev libenchant-dev libfribidi-dev libwv-dev libpopt-dev 

sudo aptitude install libgoffice-0-6-dev libgnomeprintui2.2-dev libenchant-dev libfribidi-dev libwv-dev libpopt-dev 

Nun wechselt man in das Verzeichnis, in das der Quellcode der Plugins entpackt wurde. Welche Plugins mit dem derzeitigen Status funktionieren, sieht man an der Übersicht, die configure am Ende ausgibt.

Um alle Plugins installieren zu können, müssen gegebenenfalls folgende Pakete installiert werden [1]:

  • libboost1.35-dev

  • libloudmouth1-dev

  • libasio-dev

  • libgoffice-0-dev

  • libgtkmathview-dev

  • liblink-grammar4-dev

  • libgnomescan-dev (universe [2])

  • libaiksaurus-1.2-dev

  • libgnomedb3-dev (universe)

  • librsvg2-dev

  • libots-dev

  • libwpg-dev

  • libwps-dev

  • libpsiconv-dev (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install libboost1.35-dev libloudmouth1-dev libasio-dev libgoffice-0-dev libgtkmathview-dev liblink-grammar4-dev libgnomescan-dev libaiksaurusgtk-1.2-dev libgnomedb3-dev librsvg2-dev libots-dev libwpg-dev libwps-dev libpsiconv-dev 

sudo aptitude install libboost1.35-dev libloudmouth1-dev libasio-dev libgoffice-0-dev libgtkmathview-dev liblink-grammar4-dev libgnomescan-dev libaiksaurusgtk-1.2-dev libgnomedb3-dev librsvg2-dev libots-dev libwpg-dev libwps-dev libpsiconv-dev 

... und installieren

Anschließend entpackt man das/die Archiv/e [5] und wechselt in das Verzeichnis des Programmcodes. Dann kompiliert und installiert den Quellcode mit [6]

./configure
make
sudo checkinstall 

Genauso verhält es sich mit den anderen Archiven. Wenn man die Plugins installiert, muss das Verzeichnis mit dem AbiWord-Quellcode abiword heißen (also umbenannt werden) oder direkt mit der Option --with-abiword=<verzeichnis> angegeben werden.

Das Programm lässt sich aus dem GNOME- und Xfce-Menü unter

  • "Büro -> Textverarbeitung",

alternativ mit dem Befehl

abiword 

starten [7].

Tipps zur Benutzung

Vorlagen

Speicherort

Das Programm verfügt über ein eigenes Vorlagenformat .awt. Um Vorlagen auch mit "Datei -> Neu aus Vorlage" nutzen zu können, müssen diese im richtigen Verzeichnis gespeichert werden. Die nutzereigenen Vorlagen liegen in ~/AbiSuite/templates. Bei der Installation werden bereits einige Vorlagen mitinstalliert. Diese liegen global für alle Nutzer in /usr/share/AbiSuite-2.4/templates. Will man hier nicht benötigte Vorlagen löschen, so kann man diese nur mit Root-Rechten entfernen.

Standardvorlage

Im Ordner /usr/share/AbiSuite-2.4/templates befinden sich nach der Installation mehrere Dateien beginnend mit "normal.awt" und einer Lokalisationsangabe, die abhängig von den Länder- und Spracheinstellungen verwendet wird. Bei einem auf "German (Germany)" eingestellten System wird die normal.awt-de_DE verwendet und beim Starten von AbiWord geladen.

Befindet sich im Homeverzeichnis in ~/AbiSuite/templates ebenfalls eine normal.awt-*, so wird diese gestartet. So kann jeder Benutzer eine individuelle Standardvorlage einrichten.

Möchte man Formatierungen verändern, also das Layout oder die Schriftart und -attribute verändern, muss man die Vorlage in einem Editor bearbeiten [3]. Am einfachsten kopiert man die Vorlage aus dem globalen Vorlagenverzeichnis in das eigene.

cp /usr/share/AbiSuite-2.4/templates/normal.awt-de_DE ~/.AbiSuite/templates/ 

Man kann selbstverständlich auch die Originalvorlage editieren und die Vorlage für alle Nutzer anpassen, dafür benötigt man dann allerdings Root-Rechte. In diesem Fall empfiehlt es sich, vor dem Eingriff eine Sicherheitskopie der Datei anzulegen. Die Vorlage wie auch die AbiWord-Dokumente besitzen eine XML-Struktur, in der man die Änderungen vornehmen kann.

Einstellungen ändern

Vorlagenunabhängige Einstellungen, wie etwa das standardmäßig ausgewählte Dateiformat, können nur global verändert werden. Alle verfügbaren Einstellungen und ihre aktuellen Werte kann man der Datei ~/.AbiSuite/AbiWord.Profile entnehmen. Nun öffnet man die Datei /usr/share/abiword-2.8/system.profile ("2.8" evtl. durch Versionsnummer ersetzen) in einem Editor mit Root-Rechten und fügt die Einstellungen innerhalb des <SystemDefaults />-Tags ein. Standardmäßig gibt es hier noch keine Einträge.

Am Beispiel des Dateiformates könnte dies so aussehen:

<SystemDefaults
        DefaultSaveFormat=".rtf"
/>

Beim nächsten Start von AbiWord ist statt des eigenen abw-Formates im "Speichern unter ..."-Dialog das Rich Text Format standardmäßig angewählt.

Serienbriefe

Ein wenig umständlich ist die für eine Textverarbeitung unkonventionelle Serienbrieferstellung. Nach der Erstellung des Dokumentes wird der Druck durch das Kommandozeileninterface von AbiWord ausgelöst. Dies hat hingegen auch den unschlagbaren Vorteil, wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren. Als Datenquelle dienen Komma- oder Tab-getrennte Werte in einer Textdatei (csv/tsv) oder eine XML-Datei. Die erstgenannten Dateitypen lassen sich zum Beispiel mit allen gängigen Tabellenkalkulationsprogrammen importieren und exportieren.

Ein Feld wird mit "Einfügen -> Feld für Serienbrief" erstellt. In diesem Dialog kann man dann entweder den neuen Feldnamen eingeben oder nach dem Auswählen einer Datenquelle mit "Datei öffnen" aus den verfügbaren Feldern auswählen.

Für den Druck wird AbiWord nun mit folgenden Optionen aufgerufen [4]:

abiword -m <datenquelle> -p "<Drucker>" <dokument.abw> 

Der Parameter -m übergibt die Datenquelle, als Drucker wird der Name des zu beauftragenden Druckers angegeben. Dies funktioniert natürlich auch mit dem Druck in eine Datei mittels PDF-Drucker.

Man kann auch für jeden Datensatz eine separate Datei ausgeben:

abiword -m <datenquelle> --to=pdf --to=ausgabe.pdf <dokument.abw> 

Die Dateinamen werden mit "-0", "-1" usw. durchnummeriert. Weitere Ausgabeformate kann man der Hilfe (Option --help) oder der Manpage entnehmen.

Zeit-/Datumsfeld anpassen

Beim Einfügen von Datums-/Zeitangaben kann man unter "Einfügen -> Feld -> Datum und Uhrzeit" aus verschiedenen Formaten wählen. Findet man kein passendes Format, kann man unter der Option "Datum/Zeit anpassbar" mit dem darunter befindlichen Feld "Zusätzliche Parameter" eigene Formate definieren.

Das Feld akzeptiert dieselben Parameter wie die Unix strftime()-Funktion {en} , die Optionen kann man sich auch einfach mit

date --help 

oder der Manpage von date anzeigen lassen.

Aus

%A, der %d. %B %Y

wird zum Beipiel der Text "Samstag, der 22. Dezember 2007".

Diese Revision wurde am 25. September 2011 um 13:36 Uhr von wukijm erstellt.
Dieser Seite wurden folgende Begriffe zugeordnet: GNOME, Büro, Xfce, LXDE

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