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xsel

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Wiki/Icons/terminal.png xsel 🇬🇧 dient der Verwaltung der Zwischenablage(n), sprich des X11-Clipboards von der Kommandozeile aus. Das Programm bietet Möglichkeiten, die Zwischenablage effektiv als Schnittstelle zwischen Konsole und grafischen Anwendungen zu nutzen. Das Programm verhält sich ähnlich wie xclip.

Installation

Das Programm kann über die Paketverwaltung installiert werden [1]:

  • xsel (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install xsel 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://xsel

Bedienung

Der allgemeine Aufruf lautet [2]:

xsel OPTION 

Mit dem folgenden Befehl liest man beispielsweise die Datei /etc/lsb-release in den primären Bereich der Zwischenablage ein:

xsel < /etc/lsb-release 

Nun kann man den Inhalt der Datei (die Informationen zum Ubuntu-Release) an beliebiger Stelle einfügen - für gewöhnlich mit der mittleren Maustaste mittlere Maustaste.

Da xsel im vorhergehenden Beispiel ohne Optionen aufgerufen wurde, wurden die Standard-Einstellungen verwendet. Dies entspricht folgendem Befehl mit ausgeschriebenen Optionen:

xsel -ip < /etc/lsb-release 

Bereiche

Die Zwischenablage (das X11-Clipboard) hat drei Bereiche:

  • primary - die primäre Auswahl (Kopie der letzten Markierung)

  • secondary - anwendungsspezifische Auswahl

  • clipboard - die eigentliche Zwischenablage

Ohne eine spezielle Angabe nutzt xsel den primary-Bereich. In diesem Bereich wird zwischengespeichert, was im grafischen System in der Regel mit der Maus:

  • linke Maustaste markiert wurde und mit

  • mittlere Maustaste wieder eingefügt werden kann.

Der clipboard-Bereich wird auf der grafischen Seite gewöhnlich über Einträge in einem Kontextmenü oder Tastenkürzel verwaltet. Hierbei dient in der Regel:

  • Strg + C zum Kopieren,

  • Strg + X zum Ausschneiden und

  • Strg + V zum Einfügen.

Der secondary-Bereich wird nur von wenigen Anwendungen genutzt und bietet die Möglichkeit, einen Inhalt gegen einen anderen auszutauschen.

Optionen

xsel bietet einige Optionen, von denen hier nur eine Auswahl beschrieben ist. Weitere Optionen werden in der Manpage erläutert.

Optionen von xsel
Option Beschreibung
-p, --primary Arbeitet auf dem primary-Bereich (Standard)
-s, --secondary Arbeitet auf dem secondary-Bereich
-b, --clipboard Arbeitet auf dem clipboard-Bereich
-i, --input Liest von der Standardeingabe. Ohne Angabe einer weiteren Option -s oder -b wird der primary-Bereich eingelesen.
-o, --output Schreibt auf die Standardausgabe. Ohne Angabe einer weiteren Option -s oder -b wird der primary-Bereich ausgegeben.
-c, --clear Löscht den gewählten Bereich. Ohne Angabe einer weiteren Option -s oder -b ist das der primary-Bereich

Bei Verwendung der Operatoren < und | kann die Option -i weggelassen werden. xsel liest dann von der Standardeingabe. Wird xsel ohne Umleitungsoperatoren aufgerufen, schreibt es auf die Standardausgabe, die Option -o kann weggelassen werden.

Beispiele

Befehlsausgabe in die Zwischenablage umleiten

Mittels einer Umleitung kann auch die Ausgabe eines Befehls in die Zwischenablage geschrieben werden:

date | xsel 

Einen String einlesen/ausgeben

echo "Hallo Welt" | xsel -bi 

Der String "Hallo Welt" liegt nun im clipboard-Bereich. Er kann entweder durch die Tastenkombination Strg + V ausgegeben werden oder wiederum mit xsel:

xsel -bo 

Hallo Welt

Zwischenablage leeren

Primary-Bereich

xsel -c 

oder

xsel -cp 

Clipboard-Bereich

xsel -cb 

Diese Revision wurde am 2. Februar 2020 20:22 von Heinrich_Schwietering erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Shell, Desktop