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Xephyr

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Artikel für fortgeschrittene Anwender

Dieser Artikel erfordert mehr Erfahrung im Umgang mit Linux und ist daher nur für fortgeschrittene Benutzer gedacht.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Xephyr 🇬🇧 ist ein "nested X-Server", ein Programm, das gleichzeitig X-Server und X-Client ist. Es ist also ein X-Server, der innerhalb eines anderen X-Servers läuft. Sein Einsatzgebiet liegt in der Software-Entwicklung; beispielsweise um eine neue Desktopumgebung in verschiedenen Auflösungen zu testen, ohne den eigenen Desktop zu verändern. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ist ein Multiterminal mit Xephyr 🇬🇧, also ein einzelner Computer, an dem zur gleichen Zeit mehrere Benutzer (mit verschiedenen Desktops) arbeiten können. Solche Rechner werden auch als Terminalserver bezeichnet.

Xephyraction.png
Xephyr mit Openbox unter Xfce

Anders als Xnest basiert Xephyr auf dem kdrive-X-Server und unterstützt daher auch moderne Desktop-Erweiterungen wie Rendering und Compositing-Effekte.

Installation

Folgendes Paket muss installiert werden [1]:

  • xserver-xephyr (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install xserver-xephyr 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://xserver-xephyr

Bedienung

Xephyr wird im Terminal gestartet [2]. Der allgemeine Aufruf lautet:

Xephyr DISPLAY OPTIONEN 

Um beispielsweise einen virtuellen Bildschirm mit 1024x768 Pixeln, erlaubtem X-Forwarding (ac = disable access control restrictions) und schwarzem Hintergrund zu starten, dient folgender Aufruf:

Xephyr :1 -ac -br -screen 1024x768 -reset -terminate & 

Die Optionen -reset und -terminate sollen dafür sorgen, dass Xephyr nach dem Schließen des Fensters automatisch sauber beendet wird, was nicht immer funktioniert.

Damit weitere Befehlsaufrufe die Programme nicht auf dem Standard-Bildschirm, sondern auf dem virtuellen Xephyr-Bildschirm aufrufen, muss nun die DISPLAY-Umgebungsvariable für das geöffnete Terminal gesetzt werden.

DISPLAY=:1 

Nun können aus diesem Terminal heraus Programme auf dem Xephyr-Bildschirm gestartet werden. Weitere Startoptionen erfährt man mit

Xephyr -help 

Frontends/Wrapper

Gtk-Xephyr

Gtk-Xephyr ist ein (leicht erweiterbares) Skript mit Zenity-Oberfläche, das den Start von Xephyr vereinfacht. Es bietet Auswahlmenüs für einige Auflösungen und die Display-Nummer, worauf noch ein erster Befehl, beispielsweise ein Session-Manager, übergeben werden kann.

Installation

Folgendes Paket muss installiert werden [1]:

  • zenity (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install zenity 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://zenity

Hier kann das Skript eingesehen, kopiert und installiert werden. Die Originalversion stammt aus einem Thread 🇬🇧 bei ubuntuforums.org.

Diese Revision wurde am 27. April 2019 16:59 von ubot erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: XServer, Programmierung, Desktop