XeTeX

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Ein Terminal öffnen

Inhaltsverzeichnis
  1. Installation
  2. Einrichtung
  3. Verwendung von Schriftarten
  4. Benutzung
  5. Bekannte Probleme
  6. Links

./xetex_logo.jpg XeTeX 🇬🇧 ist eine moderne, alternative TeX-Engine, welche konsequent mit Unicode arbeitet und eine Vielzahl moderner Fonts (unter anderem OpenType- und Graphite-Schriftarten) direkt unterstützt. Daher eignet sich XeTeX insbesondere zur Erzeugung von TeX-, LaTeX- und ConTeXt-Dokumenten in Sprachen, welche nicht auf dem lateinischen Alphabet basieren, sowie für Dokumente, in denen zwischen unterschiedlichen Sprachen umgeschaltet werden muss. Um aus LaTeX-Dokumenten PDF-Ausgabe zu erzeugen, kommt der Befehl xelatex (als Alternative zu pdflatex) zum Einsatz.

Installation

XeTeX ist als Teil der TeX-Distribution TeX Live in den Paketquellen enthalten. Folgendes Paket muss installiert [1] werden:

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install texlive-xetex 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://texlive-xetex

Um sinnvoll arbeiten zu können, werden in der Regel noch folgende Pakete benötigt:

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install texlive texlive-latex-extra texlive-generic-extra 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://texlive,texlive-latex-extra,texlive-generic-extra

Gegebenenfalls benötigt man auch Sprachpakete (texlive-lang-sprache) oder spezielle Fonts.

Einrichtung

Ein für die älteren TeX-Engines TeX (TeX3) oder pdfTeX erstelltes LaTeX-(Quell-)Dokument kann auch mit XeTeX kompiliert werden, außer dass nun die Angabe der Kodierung entfällt, da XeTeX automatisch die Kodierung des Quellcodes verwendet. Weiterhin werden die LaTeX-Pakete ifxetex, xunicode und fontspec empfohlen, dafür sollte

1
\usepackage{ifxetex,fontspec}

genügen. Zur Erklärung:

Der Autor von fontspec hat auch das Paket xltxtra entwickelt, das u. a. ifxetex und xunicode automatisch lädt und weitere „Korrekturen“ vornimmt. Demnach kann man statt obiger Zeile auch folgende verwenden (was vielleicht Geschmackssache ist):

1
\usepackage{xltxtra}

Verwendung von Schriftarten

Ein Vorteil von XeTeX ist, dass jede im Betriebssystem installierte Schriftart verwendet werden kann. In dem Artikel Schriften steht, wie man weitere Schriftarten installieren kann. Vorhandene Schriftarten kann man sich zum Beispiel mit einem Fontmanager anzeigen lassen.

Die Schriftart wird dann im Text über eines der folgenden drei Makros definiert:

1
2
3
\setmainfont[Mapping=tex-text]{Serife Schriftart}
\setsansfont[Mapping=tex-text]{Seriflose Schriftart}
\setmonofont[Mapping=tex-text]{Monospace Schriftart}

Dabei sollte in den {} eine existierende und entsprechende Schriftart stehen. Dabei ist zu beachten, dass nicht jede Schriftart alle Zeichen darstellt, in dem Fall muss die Schriftart gewechselt werden. Möchte man die Standardschriftart von LaTeX weiterverwenden, bietet sich die Installation von Computer Modern Unicode (Paket fonts-cmu) an.

Benutzung

Nun kann man sein XeTeX-Dokument genau so kompilieren, wie man es von pdflatex gewohnt ist[2]:

xelatex datei.tex 

Benutzt man einen LaTeX-Editor mit eingebauter Kompilierfunktion, sollte man diesen gegebenenfalls so einstellen, dass zum Kompilieren xelatex statt latex bzw. pdflatex verwendet wird.

Im Gegensatz zu xelatex übersetzt der Befehl xetex nur plain TeX, kein LaTeX, und dürfte daher nur von wenigen Nutzern direkt aufgerufen werden.

Bekannte Probleme