Musik verwalten

Artikel für fortgeschrittene Anwender

Dieser Artikel erfordert mehr Erfahrung im Umgang mit Linux und ist daher nur für fortgeschrittene Benutzer gedacht.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Einen Editor öffnen

  3. Rechte für Dateien und Ordner ändern

  4. Ein Terminal öffnen

Inhaltsverzeichnis
  1. Musikserver
  2. Links

Wiki/Icons/sound.png Als Computer- und Musikliebhaber sammelt man seine Musik natürlich auf dem Computer. Jede neue Audio-CD wird sofort als OGG oder MP3 gerippt und in die eigene Sammlung aufgenommen. Oder man schneidet Internetradio (Abschnitt „Mitschnitt“)-Sendungen mit. So haben sich schnell hunderte oder tausende von Songs angesammelt und die Übersicht fällt schwer.

Also muss eine vernünftige Software her, die hilft, den Überblick zu bewahren. Der einfachste Weg für einen einzelnen Rechner ist ein Audio-Player mit integrierter Musikverwaltung (auf Wunsch mit Datenbank). Hier geht es um einige weniger bekannte Spezialisten, die den Aufbau eines Musikservers mit Streaming im lokalen Netzwerk ermöglichen. Prinzipiell kann man einen Musikserver auch auf dem eigenen Rechner einrichten – der Rechner ist dann gleichzeitig Server und Client. Zum Abspielen kann dann fast jeder beliebige Audio-Player genutzt werden, sofern

  1. die passenden Codecs installiert sind und

  2. das Abspielprogramm mit Wiedergabelisten umgehen kann

Aber selbst das beste Programm scheitert, wenn man bei den Metadaten schlampt. Korrekte Tags sind das A und O jeder Musiksammlung!

Musikserver

Wiki/Icons/service.png Auch wenn sich die nachfolgend beschriebenen Programme auf dem eigenen Rechner installieren lassen, liegt ihr Schwerpunkt im Aufbau eigenständiger (dezidierter) Musikserver. Basis ist meist ein LAMP-Server (Linux – ApacheMySQLPHP), der dann die Musikstücke an Clients im lokalen Netzwerk (LAN) oder im Internet als Stream verteilt. Hauptaufgabe der hier beschriebenen Musikserver ist das Ausliefern von Playlisten (via HTTP oder DAAP). Verwaltet werden diese in der Regel über eine Web-Oberfläche, die sich mit einem beliebigen Browser ansteuern lässt.

Wer mehr braucht, schaut im Artikel Internetradio nach. Eine weitere Alternative sind spezielle DLNA-Server, die ebenfalls ein Streaming von Audiodateien ermöglichen. Diese eignen sich aber aufgrund der verwendeten Technologie eher als Server für Hardware-Player (Smartphones, Internetradios, netzwerkfähige Fernseher). Auch manche Multimedia-Center können über ein Netzwerk genutzt werden.

Insbesondere die Möglichkeit, Streams über das Internet zu verteilen, setzt eine intensive Beschäftigung mit der Copyright-Problematik voraus und erfordert unter Umständen eine integrierte Benutzerverwaltung. Zum Betreiben eines öffentlich verfügbaren Internetradios – dazu zählt auch ein frei zugänglicher Musikserver – braucht man in Deutschland im Gegensatz zu einem Rundfunksender bei weniger als 500 Nutzern keine Sendelizenz. Allerdings fallen Gebühren an, wenn man "abgabepflichtige" Musik sendet (zu den Details siehe Live Streaming). Besonders unangenehm ist, dass diese Gebühren auch nachträglich fällig werden können. Umgehen kann man dies nur, indem man ausschließlich Beiträge oder Titel mit einer Lizenz, die ausdrücklich die weitere Verbreitung gestattet (z.B. Creative Commons), sendet.

Unterschiede zwischen den hier genannten Lösungen bestehen in der Unterstützung verschiedener Audio-Formate, einer integrierten Benutzerverwaltung, der Möglichkeit, zwischen verschiedenen Formaten/Bitraten zu konvertieren oder in der nicht unwichtigen Möglichkeit, die Web-Oberfläche (mittels Skins) anzupassen. Nachfolgend eine alphabetische Liste.

Hinweis:

Auch Sockso und Subsonic sind empfehlenswert, beide benötigen aber Java.

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Ampache

Ampache zählt zu den ältesten Streaming-Servern und wird immer noch aktiv entwickelt. Ampache basiert auf PHP und MySQL. Zu den unzähligen Funktionen zählen eine integrierte Benutzerverwaltung und ein Flash-Audioplayer. Weiterer Vorteil: das Programm ist bequem aus den offiziellen Paketquellen zu installieren.

Ample

Auch Ample 🇬🇧 zählt zum Urgestein, allerdings wird es nicht mehr weiterentwickelt und ist auf MP3s beschränkt. Das Programm lässt sich aber immer noch bequem aus den offiziellen Paketquellen installieren, erfordert keine komplexe Konfiguration und keinen besonders leistungsfähigen Rechner.

DLNA-Server

DLNA-Server können neben Musik auch weitere Multimedia-Inhalte (Videos, Bilder) zur Verfügung stellen. Eine (unvollständige) Auswahl (siehe auch Streaming media 🇬🇧):

Obwohl zur Wiedergabe DLNA-fähige Hardware bzw. Endgeräte benötigt werden, beherrschen auch manche Audio- oder Videoplayer den Zugriff auf die so zur Verfügung gestellten Inhalte (je nach Programm unter Umständen aber erst nach Installation einer entsprechenden Erweiterung). Eine Benutzerverwaltung ist nicht vorhanden.

Als Clients können z.B. Rhythmbox, Banshee oder Amarok (ab Version 1.4.2) genutzt werden. Auch Kodi enthält einen DAAP-Client.

forked-daapd

forked-daapd 🇬🇧 ist eine Abspaltung (Fork) des inzwischen eingestellten Firefly Media Servers, die noch aktiv weiterentwickelt wird und ab Ubuntu 16.04 Bestandteil der offiziellen Paketquellen ist. DAAP steht für Digital Audio Access Protocol. Ursprünglich für iTunes entwickelt werden Audioplayer mit DAAP-Support (Banshee, Rhythmbox, Amarok), MPD-Clients, Chromecast, Spotify, LastFM und Internetradio unterstützt.

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MPD

Der Music Player Daemon (MPD) stellt einen Datenbank-Server und Audio-Player mit optionalem Streaming-Server plus Webfrontend bereit. Darüber hinaus gibt es viele verschiedene Client-Programme, die auf den MPD zugreifen können. Interessant insbesondere für den Fall, dass Musik direkt auf dem Server abgespielt werden soll und Clients quasi nur als Fernsteuerung dienen.

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netjukebox

netjukebox 🇬🇧 reiht sich in die Liste der LAMP-Systeme ein. Eine erwähnenswerte Funktion stellt die Möglichkeit dar, Cover für CD-Hüllen direkt als PDF-Datei auszugeben. Screenshots 🇬🇧 und Online-Demo 🇬🇧 verfügbar.

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Plex Media Server

Plex Media Server (PMS) ist ein kommerzieller Allround-Medienserver, der für verschiedene Betriebssysteme verfügbar ist. Enthalten ist ein Webplayer, der Video- und Audio-Dateien sowie Bilder über den Browser wiedergeben kann, und ein integrierter DLNA-Server.

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Sockso

Sockso 🇬🇧 fällt im Vergleich mit den anderen hier aufgeführten Musikservern völlig aus dem Rahmen. Zum Betrieb wird weder ein Webserver noch eine Datenbank benötigt, einzige Voraussetzung ist ein installiertes Java. Damit ist das Programm ideal, um ohne große Vorbereitungen Musik ins (lokale) Netzwerk zu streamen. Weitere Informationen 🇩🇪 und ein How-To 🇬🇧 für Ubuntu erleichtern den Einstieg.

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Squeezebox

Logitech Media Server 🇬🇧 (ursprünglich Squeezebox Server oder Slim Server) ist nicht nur die Softwarekomponente spezieller (Logitech-)Hardware, sondern kann auch separat eingesetzt werden. Mit VortexBox 🇬🇧 gibt es eine eigene Distribution zur Installation des Musikservers, die ab Version 1.4 auch DLNA-fähig ist.

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Subsonic

Subsonic 🇬🇧 basiert ebenfalls auf Java und ist damit eine Alternative zu Sockso. Neben einer universell einsetzbaren Archivdatei (.tar.gz) steht auch ein Fremdpaket (.deb) für die Installation zur Verfügung. Online-Demo 🇬🇧 verfügbar.

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Tangerine

Tangerine 🇬🇧 ist ein eigenständiger DLNA-Server, der schnell und einfach aus den offiziellen Paketquellen installiert werden kann. Das Programm benötigt keinen vorinstallierten Webserver, aber die Laufzeitumgebung Mono. Musiktitel werden über das Prokoll DAAP verteilt (siehe Einleitung).

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Tin Can Jukebox

Tin Can Jukebox 🇬🇧 basiert wie üblich auf PHP und MySQL. Nette Ajax-Effekte der Web-Oberfläche und eine integrierte Benutzerverwaltung machen dieses Projekt interessant.

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VLC

enthält neben dem Video Lan Client eine Serverkomponente und kann trotz des Namens auch Audiodateien streamen. Siehe VLC.