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Linux Wireless

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.

Artikel für fortgeschrittene Anwender

Dieser Artikel erfordert mehr Erfahrung im Umgang mit Linux und ist daher nur für fortgeschrittene Benutzer gedacht.

Wiki/Icons/Oxygen/network-wireless.png Das Treiberprojekt Linux Wireless 🇬🇧 fasst aktuelle bzw. aktualisierte Treiber für verschiedene WLAN-Chipsätze zusammen. Diese Zusammenfassungen werden regelmäßig aktualisiert - somit sind die enthaltenen WLAN-Treiber u.U. neuer als die in der jeweils aktuellen Ubuntu-Version (oder einer anderen Linux-Distribution) enthaltenen Kernelmodule.

Eine Übersicht der enthaltenen Treiber, der unterstützten Chipsatzvarianten und der möglichen Betriebsmodi sind in dieser Liste 🇬🇧 aufgeführt. Durch die Installation werden z.B. Fehler älterer Treiber behoben oder die Hardwareunterstützung verbessert. Insbesondere bei Treiberproblemen oder unzureichender Hardwareunterstützung bietet sich die Installation an.

Vorbereitung

Da die Treiber nicht speziell auf Ubuntu zugeschnitten sind, müssen einige Vorarbeiten erledigt werden. Um die Treiber kompilieren zu können, werden zuerst das Metapaket build-essential und die passenden "Kernel-Header" benötigt [1]:

  • build-essential

  • linux-headers-... (... passend zur eigenen Kernelversion [4])

Installation über Terminal [3]:

sudo apt-get install --reinstall linux-headers-$(uname -r) linux-headers-generic build-essential 

Treiber herunterladen

Die aktuellen Treiber können als Archivdatei von der FTP Backports-Seite ⮷ (stable) heruntergeladen werden.

Das Archiv befindet sich nun üblicherweise unter ~/Downloads. In das Verzeichnis wechseln und anschließend mit einem Archivmanager [5] oder über ein Terminal [3] entpacken:

cd ~/Downloads
tar jxvf backports-*.tar.bz2
cd backports-* 

Auswahl eines Treibers

Vor dem Erstellen und Installieren des Treibermoduls muss das entpackte Backports-Paket für den gewünschten Treiber vorkonfiguriert werden. Im Paket befinden sich entsprechende Skripte, die man mit dem Befehl make in Verbindung mit dem gewünschten Modul aufruft.

Genereller Aufruf:

make defconfig-<driver-name> 

Ohne Option meldet make einen Fehler und zeigt die mögliche Auswahl an. Ausgabe in diesem Fall:

| Your backport package isn't configured, please configure it
| using one of the following options:
| To configure manually:
|     make oldconfig
|     make menuconfig
|
| To get defaults for certain drivers:
|     make defconfig-alx
|     make defconfig-ar5523
|     make defconfig-ath10k
|     make defconfig-ath5k
|     make defconfig-ath6kl
|     make defconfig-ath9k
|     make defconfig-b43
|     make defconfig-b43legacy
|     make defconfig-brcmfmac
|     make defconfig-brcmsmac
|     make defconfig-carl9170
|     make defconfig-drm
|     make defconfig-ieee802154
|     make defconfig-iwlwifi
|     make defconfig-media
|     make defconfig-nfc
|     make defconfig-regulator
|     make defconfig-rtlwifi
|     make defconfig-wifi
|     make defconfig-wil6210

Beispiele

make defconfig-b43       # benötigte Treiber für Broadcom WLAN-Karten werden selektiert (Einzelauswahl)
make defconfig-rtlwifi   # benötigte Treiber für Realtek WLAN-Karten werden selektiert (Gruppenauswahl) 

Installation

Nun kann der konkrete Treiber gebaut und installiert werden [1].

make
sudo make install 

Hat man mehrere Versionen des Treiberarchivs heruntergeladen und entpackt, muss natürlich der komplette Verzeichnisname mit dem entsprechenden Datum angegeben werden!

Eventuell auftretende Warnungen (warning) beim Kompilieren können ignoriert werden, nur Fehler (error) dürfen nicht auftreten! Die Installation dauert einen Moment, da verschiedene aktualisierte WLAN-Treiber und Kernelmodule für das ieee80211-Subsystem 🇬🇧 enthalten sind. Der Rechner sollte abschließend neu gestartet werden, um die älteren Treibermodule vollständig zu entladen und die neuen Treiber zu aktivieren.

Funktionstest

Anschließend kann das Kernelmodul getestet werden, in dem man es über den Befehl modprobe lädt, zum Beispiel:

modprobe rtl8192cu   # nur ein Beispiel für ein Kernelmodul! 

Mit dem Befehl lsmod kann man sich dann die aktiven Kernelmodule auflisten lassen, in der das neue Modul erscheinen sollte.

Anschließend kann mit den wireless-tools [7] geprüft werden, ob der Treiber funktioniert und eine Schnittstelle initialisiert wurde.

Beim Systemstart laden

Um das neue Kernelmodul bei jedem Systemstart automatisiert zu starten (Normalfall), muss der Treiber, z. B. rtl8192cu, einfach als weitere Zeile in der Systemdatei /etc/modules mir Rootrechten hinzugefügt werden[8].

Hinweis:

  • Nach einem Kernelupdate muss das Treiberpaket für den aktuellen Kernel erneut kompiliert werden!

  • Einige Treiber müssen nach der Installation über die Verwaltung eingeschränkter Treiber wieder aktiviert werden! Dazu muss im Auswahlfenster für den entsprechenden Treiber das Häkchen bei "Aktiviert" gesetzt werden.

  • Wer auch VirtualBox installiert hat, muss unbedingt dessen Module neu kompilieren und installieren (/etc/init.d/vboxdrv setup).

Diese Revision wurde am 12. September 2018 16:27 von DJKUhpisse erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: WLAN, Internet, Netzwerk