Kdenlive

Dieser Artikel wurde fĂŒr die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

./kdenlive-logo.png Kdenlive 🇬🇧 ist ein nichtlinearer Videoeditor fĂŒr KDE. Mit Hilfe von Kdenlive ist es möglich, einfache bis komplizierte Videoschnitte durchzufĂŒhren. Es steht vom Funktionsumfang zwischen Anwendungen wie Kino auf der einen und professionellen Tools wie Jashaka bzw Cinelerra auf der anderen Seite. Es lĂ€sst sich sehr leicht bedienen und bietet dennoch Funktionen aus dem Profilager. Dieser Artikel erlĂ€utert nur einige grundlegende Bedienungsmöglichkeiten und soll nicht einen vollstĂ€ndigen Workflow abbilden, da dies den Rahmen sprengen wĂŒrde.

Das Programm ist auch zur Erstellung von Stop-Motion-Filmen geeignet.

./kdenlive.png

Kdenlive unterstĂŒtzt alle Formate, die mittels FFmpeg gelesen bzw. geschrieben werden können. Daneben gibt es viele weitere Funktionen, unter anderem:

Installation¶

Zuerst muss man folgendes Paket installieren [1]:

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install kdenlive 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://kdenlive

Es werden noch zusĂ€tzliche Pakete installiert, wie zum Beispiel FFmpeg und die KDE-Bibliotheken. Letztere ermöglichen, dass Kdenlive nicht nur auf dem KDE Desktop, sondern auch unter anderen graphischen OberflĂ€chen wie etwa GNOME oder Xfce ausgefĂŒhrt werden kann.

Nach der Installation kann man kdenlive starten[3]

Weitere Programme¶

In den Ubuntu-Quellen sind zusÀtzliche Pakete zur Mitinstallation vorhanden:

DV-Import¶

Um Videos von einer DV-Kamera zu importieren bzw. exportieren, benötigt man folgende Pakete:

  • dvgrab (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install dvgrab 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://dvgrab

Zum Herausrechnen der Videos benötigt man:

  • libavformat-dev (universe)

  • libavcodec-dev (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install libavformat-dev libavcodec-dev 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://libavformat-dev,libavcodec-dev

ZusÀtzliche Exportiermöglichkeiten¶

Um Videos in weiteren Formaten exportieren zu können, werden folgende Pakete benötigt:

  • libmp3lame-dev (multiverse)

  • libfaac-dev (multiverse)

  • libfaad-dev (multiverse)

  • libxvidcore4 (multiverse)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install libmp3lame-dev libfaac-dev libfaad-dev libxvidcore4 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://libmp3lame-dev,libfaac-dev,libfaad-dev,libxvidcore4

Toneffekte¶

Um diverse Toneffekte nutzen zu können, werden die LADSPA-Plugins benötigt, die ĂŒber folgendes Paket installiert werden:

  • swh-plugins (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install swh-plugins 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://swh-plugins

DVD erstellen¶

Zum Erstellen einer DVD benötigt man:

  • dvdauthor (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install dvdauthor 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://dvdauthor

Bedienung¶

Beim ersten Programmstart zeigte der Konfigurationsassistent an, welche Module installiert sind, welche Formate unterstĂŒtzt werden und welche Pakete eventuell noch nachinstalliert werden sollten.

Durch die flexible OberflĂ€che von Kdenlive kann es vorkommen, dass nicht alle Fenster zu sehen sind. Über den MenĂŒpunkt "Ansicht" können die entsprechenden Dockfenster angezeigt werden. Diese können dann entweder als eigenstĂ€ndige Fenster agieren, oder aber im Programmfenster per Drag'n'Drop an anderen Dockfenstern angedockt werden.

Importieren von Dateien¶

./Projektinhalt.png Um Video, Musik und Bilder in Kdenlive zu importieren gibt es mehrere Möglichkeiten. Über den MenĂŒpunkt "Projekt" kann der gewĂŒnschte Inhalt gewĂ€hlt werden. Eine weitere Möglichkeit ist es, die Daten mit Hilfe von Drag'n'Drop in den Projektinhalt zu ziehen. Alternativ kann der Inhalt ĂŒber das Symbol "Datei hinzufĂŒgen" ausgewĂ€hlt werden.

Bearbeitung von Clips¶

Wenn sich nun die Dateien im Projektinhalt befinden, klickt man auf den gewĂŒnschten Clip und kann sich diesen dann im Clipmonitor anschauen. Mit Hilfe der Tasten I und O kann man den In- und Outpoint setzen, welche den Anfang und das Ende des Clips bestimmen. Danach zieht man den Clip vom Clip-Fenster in die Zeitleiste, welche sich im Standardlayout unten befindet. Man kann nachtrĂ€glich noch den Anfang und Ende des Clips bestimmen. Außerdem ist es möglich, Clips zu teilen, indem man entweder das Teile-Clip-Werkzeug verwendet, oder den Clip markiert und dann via "Rechtsklick → Schneide Clip" die Bearbeitung vornimmt.

ÜbergĂ€nge¶

./Übergang.png Um einen Übergang zwischen zwei Videos zu erzeugen, lĂ€sst man diese in der Zeitleiste ĂŒberlappen. Nun wĂ€hlt man das gewĂŒnschte Video aus, auf das der Übergang angewendet werden soll. Durch einen Rechtsklick (rechte Maustaste) erscheint das KontextmenĂŒ. Dort kann ĂŒber "Übergang hinzufĂŒgen" der gewĂŒnschte Effekte gewĂ€hlt werden. Möchte man im nach hinein diesen Effekt oder seine Parameter Ă€ndern, so ist dies ĂŒber das Fenster "Übergang" möglich.

Effekte hinzufĂŒgen¶

Möchte man Effekte auf die Clips legen, so markiert man den gewĂŒnschten Clip und nach einem Rechtsklick "Video-Effekt hinzufĂŒgen". ./Effektliste.png Alternativ kann darĂŒber auch ein Audio-Effekt hinzugefĂŒgt werden, wenn man zum Beispiel den Ton langsam ausblenden möchte. Man kann nachtrĂ€glich Effekt auch noch Ă€ndern oder entfernen. Zum Entfernen klickt man rechts auf den gewĂŒnschten Clip und wĂ€hlt "Effekt löschen → gewĂŒnschter Effekt".

Eine weitere Möglichkeit ist es, den entsprechenden Clip auszuwĂ€hlen und dann ĂŒber das Fenster "Effektliste" den Effekt hinzuzufĂŒgen. Alle verwendeten Effekte sind im "Effektmagazin" zu sehen und können darĂŒber auch verĂ€ndert werden.

Video exportieren¶

./render.png Ist man mit seinem Werk zufrieden, kann das Video exportiert werden. Über das MenĂŒ "Projekt → Rendern" kann das entsprechende MenĂŒ aufgerufen werden. Nun kann der gewĂŒnschte Codec - sofern installiert - gewĂ€hlt werden, in dem das Video exportiert werden soll. Außerdem können dort weitere Parameter wie BildgrĂ¶ĂŸe etc. festgelegt werden. Unter "Ziel" ist standardmĂ€ĂŸig "Dateirenderung" angegeben. Dies kann dazu genutzt werden, um eine normale Datei zu erzeugen. Weitere Vorlagen wie z.B. die Exportmöglichkeiten fĂŒr Webseiten sind ebenfalls hier hinterlegt. Unter dem Punkt "Ausgabedatei" muss nun noch ein passender Dateiname vergeben werden. Durch einen Klick auf "Starte Rendering" startet man den Vorgang. Falls man nur einen Bereich des Videos nur exportieren will, so setzt man entsprechend Inpoint und Outpoint in der Zeitleiste und wĂ€hlt im Renderfenster den Punkt "Nur markiertes TeilstĂŒck" aus.

Hinweis:

In diesem MenĂŒpunkt ist es auch möglich, eigene Videoformate zu erstellen. DafĂŒr ist es aber nötig, die genauen Optionen von FFmpeg zu kennen.

Wiki/Icons/Oxygen/preferences-desktop-keyboard.png

TastenkĂŒrzel¶

TastenkĂŒrzel Funktion
Strg + ⏎ Projekt rendern
⇧ + R Clip schneiden
         Wiedergabe
Strg +          Bereich abspielen
Alt +          Bereich wiederholen (Schleife)
J schneller RĂŒcklauf
← ein Bild zurĂŒck
⇧ + ← 1 Sekunde zurĂŒck
⇧ + → 1 Sekunde vorwĂ€rts
→ ein Bild vorwĂ€rts
L schneller Vorlauf
I setze Eingangspunkt
O setze Ausgangspunkt

OberflÀche¶

KDEnlive ist ein auf Qt4 basierendes Programm. Dadurch ist es möglich, die einzelnen Unteranwendungen frei im Programm zu platzieren. Jedes von ihnen hat eine Art Fensterdekoration. Durch Ziehen und Verschieben können diese an eine andere Stelle innerhalb der Anwendung abgelegt werden. Werden mehrere Objekte am selben Ort abgelegt, so werden Reiter hinzugefĂŒgt.

Problembehebung¶

Kontrastloses Erscheinungsbild, fehlende SprachunterstĂŒtzung etc.¶

Wird das Programm unter einer anderen OberflĂ€che als KDE nachinstalliert, fehlen vermutlich die Themes und die Sprachpakete. Diese kann man aber nachinstallieren. Anschließend kann man in KDEnlive unter "Einstellungen → Design" das gewĂŒnschte Erscheinungsbild auswĂ€hlen.

Fehlender Eintrag im StartmenĂŒÂ¶

Es ist möglich, dass Kdenlive unter GNOME nach der Installation nicht im StartmenĂŒ erscheint. Das liegt meistens daran, dass die entsprechende .desktop-Datei, die fĂŒr den MenĂŒeintrag zustĂ€ndig ist, nicht im richtigen Verzeichnis angelegt wurde. Um dies zu Ă€ndern, öffnet man ein Terminalfenster [2] und gibt die folgende Zeile ein:

sudo ln -s /usr/share/applnk/Multimedia/kdenlive.desktop /usr/share/applications/kdenlive.desktop 

Kdenlive hÀngt bei der Wiedergabe¶

Bleibt Kdenlive bei der Videowiedergabe nach ein paar Sekunden hÀngen, sollte man das Paket libsdl1.2debian-pulseaudio installieren (sofern das System PulseAudio zur Wiedergabe benutzt).

DVD Assistent bricht ab mit Fehler "no video format specified for VMGM"¶

Seit der EinfĂŒhrung von dvdauthor-0.7 kann es vorkommen, dass der DVD-Assistent von Kdenlive im vorletzten Schritt "Erstelle DVD-Struktur" mit dem nachfolgenden Fehler abbricht:

STAT: fixed 7782 VOBUs
INFO: dvdauthor creating table of contents
INFO: Scanning /tmp/DVD/VIDEO_TS/VTS_01_0.IFO
ERR: no video format specified for VMGM 

Abhilfe ist durch AusfĂŒhren des nachfolgenden Befehls möglich:

echo PAL > ~/.config/video_format 

Dieser Befehl legt PAL als Standardformat fest. Alternativ kann je nach Region auch NTSC festgelegt werden. Ein Neustart von kdenlive ist nicht erforderlich, das AusfĂŒhren des Befehls reicht aus und der DVD-Assistent sollte erfolgreich ausgefĂŒhrt werden.