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gconf

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Wiki/Icons/terminal.png gconf 🇬🇧 diente zu Zeiten von GNOME 2 der Konfiguration und Änderung der GNOME-Einstellungen über den Dämon GConfd. Beim Wechsel von GNOME 2 auf GNOME 3, wurde auch gconf durch dconf ersetzt. Da es aber noch einige Programme gibt, die noch auf gconf setzten, ist es immer noch Bestandteil von Ubuntu.

Hinweis:

Oft kann es vorkommen, dass zwar ein Schlüssel existieren, die Funktion aber schon von einem dconf Schlüssel übernommen wurde. Eine Änderung dieses Schlüssel betrifft dann nur Anwendungen, die noch auf gconf zurückgreifen, sie greifen aber nicht mehr Systemweit!

Dieser Artikel soll zeigen, wie man mit Hilfe des gconf-editors und des Terminalprogramms gconftool Einstellungen ändern kann.

Grundlagen zum GNOME-Konfigurationssystem GConf

GTK2/GNOME-Programme, die noch gconf verwenden, speichern ihre Konfigurationsdateien in Form einer XML-Datei unterhalb von ~/.gconf ab. Verwaltet werden diese XML-Dateien durch den im Hintergrund laufenden GConfd. Dieser regelt die Zugriffe und Änderungen auf diese Dateien.

Die XML-Dateien sind in einer Baumstruktur (Verzeichnisstruktur) organisiert. Diese unterteilt sich in:

Verzeichnisstruktur
Pfad Anwendungsbereich
apps Anwendungen
desktop der Arbeitsbereich (Desktop, Panel)
schemas systemweite Schlüsseldefinitionen für Anwendungen
system systemweite Systemeinstellungen zu GNOME

Die XML-Dateien können natürlich auch von Hand bearbeitet werden. Dies sollte man jedoch nur im Notfall tun, da hierbei der GConfd übergangen wird.

Einstellungen im Konfigurations-Editor

Mithilfe des grafische Konfigurationseditor gconf-editor hat man die Möglichkeit, Einstellungen von GNOME und GNOME-Programmen zu bearbeiten, die über die normalen Konfigurationsdialoge nicht zu erreichen sind. Es handelt sich meist um Optionen, die allein für fortgeschrittene Benutzer von Bedeutung sind.

Installation

Das Programm ist nicht vorinstalliert, kann aber einfach nachinstalliert[1] werden:

  • gconf-editor

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gconf-editor 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://gconf-editor

Konfigurationseditor starten

Das Programm kann unter Unity durch:

  • "System → Konfigurationseditor"

gestartet werden. Alternativ lässt sich der Konfigurationseditor über die Tastenkombination Alt + F2 und Eingabe von gconf-editor starten. Da die Einstellungen benutzerspezifisch sind, sollte man den gconf-editor nicht mittels sudo - also Root-Rechten - starten, man würde die falschen Einstellungen bearbeiten. Konfigurationseditor.png

Konfigurationseditor verwenden

Die Einstellungen sind in einer Baumstruktur organisiert. Relevant ist normalerweise der Zweig "apps". Hinweise zu einzelnen Optionen finden sich in den entsprechenden Artikeln. Durch einen Doppelklicklinke Maustaste auf den Wert, wird dieser beschreibbar und kann verändert werden. Klickt man danach außerhalb des Textfeldes, dann wird die Änderung gespeichert und sofort umgesetzt.

Experten-Info:

Die Einstellungen werden in xml-Dateien unter ~/.gconf gespeichert und können dort im Problemfall auch von Hand bearbeitet oder selektiv gelöscht bzw. umbenannt werden.

Einstellungen im Terminal

Wer das Terminal[2] bevorzugt, kann mit den Befehl gconftool-2 nutzen, der nachfolgend näher erklärt wird.

Installation

Das Programm ist im Paket

  • gconf2

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gconf2 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://gconf2

enthalten. Es ist normalerweise auf jedem System mit Ubuntu vorinstalliert.

Syntax

Die allgemeine Syntax lautet:

gconftool-2 [OPTION] 

Optionen

gconftool-2 kennt verschiedene Optionen, von denen im Folgenden einige aufgelistet werden:

Optionen von gconftool-2
Option Beschreibung
Client-Optionen
-s Einem Schlüssel einen Wert zuweisen und synchronisieren. In Verbindung mit --type verwenden.
-g Den Wert eines Schlüssels auf der Standardausgabe ausgeben.
-u Die Schlüssel auf der Befehlszeile zurücksetzen.
--toggle Schaltet einen booleschen Schlüssel um.
-a Alle Schlüssel-Wert-Paare aus einem Verzeichnis ausgeben.
--all-dirs Alle Unterverzeichnisse in einem Verzeichnis ausgeben.
-R Alle Unterverzeichnisse und Einträge unterhalb eines Verzeichnisses rekursiv ausgeben.
-S Rekursiv nach einem Schlüssel suchen.
--short-docs Die kurze Dokumentationszeichenkette für einen Schlüssel anfordern.
--long-docs Die ausführliche Dokumentationszeichenkette für einen Schlüssel anfordern
Schlüsseltyp-Optionen
--type= Den Typ des zuzuweisenden Wertes angeben. Folgende Werte sind möglich: int|bool|float|string|list|pair
-T Den Datentyp eines Schlüssels auf der Standardausgabe ausgeben.
Laden/Speichern-Optionen
--dump Eine XML-Beschreibung aller Einträge unterhalb eines Verzeichnisses rekursiv auf der Standardausgabe ausgeben.
--load Eine XML-Wertbeschreibung aus der angegebenen Datei laden und diese Werte relativ zu einem Verzeichnis setzen.
--unload Ein bestimmte Menge an Werten entladen, die in einer XML-Datei beschrieben werden.

Eine detaillierte Beschreibung erhält man in den man-Pages oder info-Seiten zu gconftool-2.

Beispiele

Als Beispiel dient hier die Einstellung des Vorgabe-Browsers.

Hinweis:

Dieses Beispiel soll den Umgang mit gconftool-2 zeigen. Die Änderung des Vorgabe-Browsers mit Hilfe von gconf hat unter Ubuntu keine Wirkung mehr!

Schlüssel finden

Den Eintrag zum Bildschirmschoner suchen:

gconftool-2 --all-dirs /desktop 

Als Ausgabe erhält man den XML-Baum unterhalb von /desktop:

/desktop/gnome
...

Nun führt man den gleichen Befehl nochmal für /desktop/gnome aus und wiederholt dies, bis man /desktop/gnome/applications/browser gefunden hat.

Um nun den Inhalt von /desktop/gnome/applications/browser anzuzeigen, nutzt man den folgenden Befehl.

gconftool-2 -a /desktop/gnome/applications/browser 

Als Ausgabe erhält man die Schüssel zum "browser".

 exec = firefox
 nremote = true
 needs_term = false

Dokumentation der Schlüssel

Die vollständige Dokumentation zu einem Eintrag erhält man mit:

gconftool-2 --short-docs --long-docs /desktop/gnome/applications/browser/exec 

Vorgabe-Browser
Für alle URLs voreingestellter Browser.

Änderungen vornehmen

Um nun den Wert für exec zu ändern, muss man den Datentyp des Schlüssels kennen.

gconftool-2 -T /desktop/gnome/applications/browser/exec 

Da die Ausgabe ergibt, dass der Schlüssel vom Typ string ist, kann man nun den Wert ändern.

gconftool-2 -s /desktop/gnome/applications/browser/exec --type=string chromium-browser 

Bei boolschen Werten nutzt man besser die Option --toggle. Diese schaltet den Wert direkt um. Hierbei entfällt dann auch die Option --type.

Um Änderung zu überprüfen, nutzt man die Option -g.

gconftool-2 -g /desktop/gnome/applications/browser/exec 

Diese Revision wurde am 26. April 2019 08:52 von ubot erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Shell, GNOME