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DeaDBeeF

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

./deadbeef.png DeaDBeeF 🇬🇧 ist ein leichtgewichtiger und zugleich funktionsreicher Audioplayer für Linux und Android. Das ressourcenschonende Arbeiten wird durch eigene Plugins bzw. Codec-Bibliotheken (anstelle der Nutzung eines externen Multimedia-Frameworks) als auch durch den Verzicht auf eine Datenbankfunktion erreicht. Die abzuspielenden Dateien werden aus Playlisten oder mit einem Dateimanager geladen, bei Bedarf per "Drag&Drop".

./deadbeef_screenshot.png Funktionen:

Unterstützte Audioformate sind neben MP3 (neben MPEG-1 auch MPEG-2), Vorbis, FLAC, RIFF WAVE, Advanced Audio Coding, WavPack, Shorten, Musepack, SID (c64 etc.), MIDI (per AdLib oder TiMidity), DTS auch die Audioformate verschiedener älterer Spielkonsolen (Playstation, Sega Saturn, Dreamcast, SNES etc.) und verschiedene Tracker-Audioformate.

Während andere Audioplayer unter Linux oftmals überhaupt keinen- oder nur einen sehr schlichten Equalizer besitzen, bietet DeaDBeeF einen umfangreichen 18-Band-Equalizer. Erweiterungen ergänzen den Player um eine Menge zusätzlicher Möglichkeiten. Die Programmoberfläche verwendet GTK+ und fügt sich gut in die Desktop-Umgebungen GNOME, LXDE und Xfce ein.

Installation

DeaDBeeF befindet sich nicht in den offiziellen Paketquellen. Es gibt drei Alternativen:

PPA

Es steht ein "Personal Package Archiv" (PPA) [1] zur Verfügung.

Adresszeile zum Hinzufügen des PPAs:

  • ppa:starws-box/deadbeef-player

Hinweis!

Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.


Ein PPA unterstützt nicht zwangsläufig alle Ubuntu-Versionen. Weitere Informationen sind der Wiki/Vorlagen/PPA/ppa.png PPA-Beschreibung des Eigentümers/Teams starws-box zu entnehmen.

Damit Pakete aus dem PPA genutzt werden können, müssen die Paketquellen neu eingelesen werden.

Nach dem Aktualisieren der Paketquellen kann das folgende Paket installiert [2] werden:

  • deadbeef (ppa)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install deadbeef 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://deadbeef

Fremdpaket

Alternativ zum oben genannten PPA kann man auch ein Fremdpaket ⮷ herunterladen und manuell installieren [3]. Siehe auch Problembehebung.

Hinweis!

Fremdpakete können das System gefährden.

Portable Version

Seit einiger Zeit bietet der Programmierer auch eine portable Variante an. Diese ist besonders interessant, wenn man eine ältere Ubuntu-Version nutzt, bei der man mit veralteten bzw. fehlenden Abhängigkeiten zu kämpfen hat. Das Programm bringt hier seine benötigten Bibliotheken selbst mit und greift bis auf wenige Ausnahmen nicht auf die des Systems zurück.

Hinweis!

Fremdsoftware kann das System gefährden.

Das sogenannte "static portable build" findet sich für die 32- und 64-Bit-Architekturen im Downloadbereich 🇬🇧 ⮷ der Webseite. Das Paket kann in einen beliebigen Ordner entpackt [4] und die enthaltene Datei deadbeef ausführbar gemacht werden [5]. Anschließend sollte sich das Programm über die Datei starten lassen [6].

Optional kann man sich einen Programmstarter ~/.local/share/applications/deadbeef.desktop erstellen (Pfad bitte noch anpassen):

[Desktop Entry]
Name=DeaDBeeF
Type=Application
GenericName=Audio Player
Comment=Listen to music
Comment[de]=Lausche Deiner Musik
Exec=/PFAD/ZU/deadbeef %F
Icon=/PFAD/ZU/deadbeef.png
MimeType=application/ogg;audio/x-vorbis+ogg;application/x-ogg;audio/mp3;audio/prs.sid;audio/x-flac;audio/mpeg;audio/x-mpeg;audio/x-mod;audio/x-it;audio/x-s3m;audio/x-xm;audio/x-mpegurl;audio/x-scpls;
Categories=AudioVideo;Player;GTK;
Terminal=false
X-PulseAudio-Properties=media.role=music
Keywords=Sound;Music;Audio;Player;Musicplayer;MP3

X-Ayatana-Desktop-Shortcuts=Play;Pause;Stop;Next;Prev

[Play Shortcut Group]
Name=Play
Name[de]=Wiedergabe
Exec=deadbeef --play
TargetEnvironment=Unity

[Pause Shortcut Group]
Name=Pause
Name[de]=Pause
Exec=deadbeef --pause
TargetEnvironment=Unity

[Stop Shortcut Group]
Name=Stop
Name[de]=Stopp
Exec=deadbeef --stop
TargetEnvironment=Unity

[Next Shortcut Group]
Name=Next
Name[de]=Weiter
Exec=deadbeef --next
TargetEnvironment=Unity

[Prev Shortcut Group]
Name=Prev
Name[de]=Zurück
Exec=deadbeef --prev
TargetEnvironment=Unity

Verwendung

Nach erfolgreicher Installation ist das Programm bei Ubuntu-Varianten mit einem Anwendungsmenü über "Multimedia → DeaDBeeF" aufrufbar. DeaDBeef lässt sich intuitiv bedienen. Praktisch ist im Vergleich mit anderen Playern die Möglichkeit, Wiedergabelisten (Playlisten) über mehrere Tabs zu organisieren. Die Tabs lassen sich einzeln speichern bzw. öffnen.

Wiedergabelisten

Wiedergabelisten für Internetradio-Streams in den Formaten M3U und PLS werden über "Datei → Dateien öffnen" bzw. "Datei → Dateien hinzufügen" eingelesen – und nicht über den Menüpunkt "Wiedergabeliste laden". Dieser öffnet nur Listen im eigenen Format .dbpl.

Wiedergabelisten in den beiden genannten Formaten (M3U und PLS) mit lokalen Pfadangaben funktionieren bisher nicht.

Album Art

./deadbeef_albumart.png Um die "Album Art"-Anzeige zu aktivieren, klickt man mit der rechten Maustaste rechte Maustaste auf die Leiste mit den Spaltenköpfen ("Wiedergabe", "Künstler" usw.).

Im Kontextmenü wählt man: "Spalte hinzufügen", anschließend wird unter Typ "Album Art" ausgewählt. Das Auswahlfeld "Titel" kann nach Belieben beschriftet oder freigelassen werden. Die neue Spalte kann man nun innerhalb der vorhandenen Spalten per "Drag & Drop" positionieren. Damit die Coveranzeige funktioniert, nun wiederum per Rechtsklick rechte Maustaste auf die neue Spalte "Gruppieren nach → Künstler/Datum/Album" aktivieren.

Die Auswahl, woher die "Album Art"-Anzeige ihre Informationen bezieht, bestimmt man in "Bearbeiten → Einstellungen → Erweiterungen → Album Artwork → Einstellungen".

Equalizer

./deadbeef_equalizer.png Der Equalizer lässt sich im Hauptmenü unter "Ansicht" anzeigen und aktivieren. DeaDBeeF ist in der Lage, Equalizer-Presets des Audio-Players foobar2000 🇬🇧 zu verarbeiten.

Damit stehen eine Fülle ausgereifter Klangvoreinstellungen zur Verfügung. Mit der Schaltfläche "Importiere Foobar2000 Voreinstellung" (siehe Abbildung) können entsprechende .feq-Presets importiert werden. Presets findet man über den unten angegebenen Link oder eine Suchmaschine.

Designmodus

Neuere Programmversionen bieten über "Ansicht → Designmodus" die Möglichkeit, die Standardoberfläche mit der Wiedergabeliste um zusätzliche Elemente wie eine Coveranzeige oder ein Oszilloskop zu erweitern (Beispiele). Die konkrete Vorgehensweise erklärt ein Blogbeitrag 🇬🇧. Um eigene Anpassungen wieder zurückzusetzen, beendet man das Programm und entfernt aus der Datei ~/.config/deadbeef/config die Zeile, die mit

gtkui.layout.

beginnt. Nach dem Abspeichern der Datei sollte die Optik beim nächsten Programmstart wieder dem ursprünglichen Zustand entsprechen.

Status-Symbol

Status-Symbol
Maustaste Funktion
rechte Maustaste Bedienmenü
linke Maustaste Programmfenster wird ein/ausgeblendet
mittlere Maustaste scroll Lautstärke des Players regeln
mittlere Maustaste klick Ton an/aus

Konfiguration

Unter "Bearbeiten → Einstellungen" befindet sich der Einstellungsdialog.

Einstellungen

Auswählbare Einstellungen
Tab Zweck
Sound Auswahl des Ausgabe-Plugins und -Geräts
Playback Einstellung von "Replaygain" & "Samplerate"
GUI Verschiedene Einstellungen zur Programmoberfläche
Colors Zuordnung der Farben in der Darstellung
Netzwerk Einstellung eines Proxy-Servers
Tag writer Metadaten-Einstellungen
Erweiterungen Auflistung & Konfiguration der Plugins (die einstellbaren sind unten aufgelistet)
Globale Tastenkürzel Belegung der "Hotkey"-Einstellungen

Konfigurierbare Erweiterungen

Erweiterungen
Titel Zweck
ALSA output plugin ALSA Einstellungen
Album Artwork Einstellung zu Coverbildern
Audio CD player Aktivierung & Einstellung des CDDB/freeDB Datenbankzugriffs
FFMPEG audio player FFmpeg zur Audio-Dekodierung nutzen
Game_Music_EMU decoder Einstellung der Songlänge
Standard GTK2 user interface Aktivierung des Bestätigungsdialogs beim Löschen von Dateien von der Festplatte; Debug Modus
Last.fm scrobbler Aktivierung & Eingabe der Benutzerdaten des Last.fm Scrobbelns
OSD Notify Aktivierung & Formatierung von Benachrichtigungen auf dem Desktop
OSS output plugin Unterstützung des veralteten OSS-Soundsystems
PulseAudio output plugin Einstellungen zu PulseAudio
SID player Aktivierung & Einstellungen von "HVSC"
Standard GTK2 user interface DeaDBeeF GUI
VTX player AY8910/12 Chip Emulator
WAV/PCM player Abspielen von AIFF-Dateien
WildMidi Player Pfadeinstellungen der TiMidity-Konfiguration

Problembehebung

Fremdpaket

Wird das Fremdpaket installiert, befindet sich die Programmdatei anschließend im Ordner /opt/deadbeef/bin/. Möchte man DeaDBeeF systemweit über den Befehl deadbeef ausführen, ist noch eine symbolische Verknüpfung anzulegen:

sudo ln -s /opt/deadbeef/bin/deadbeef /usr/local/bin/deadbeef 

Netzwerkfreigaben

DeaDBeef kann Musik von Netzwerkfreigaben, die via GVFS eingebunden sind, nicht direkt abspielen. Interessanterweise klappt es aber mit bereits eingebundenen Freigaben. Dazu öffnet man die Freigabe zuerst mit einem Dateimanager, der GVFS unterstützt ("Orte → Netzwerk" oder "Gehezu → Netzwerk"). Die eingebundenen Freigaben finden sich im Ordner /run/user/BENUTZERNAME/gvfs/ unter der Bezeichnung FREIGABE_AUF_SERVER wieder. Um den Zugriff innerhalb von DeaDBeef zu erleichtern, kann man sich eine symbolische Verknüpfung anlegen:

ln -s /run/user/BENUTZERNAME/gvfs/ ~/Netzwerkumgebung 

Nun kann man die Funktionen "Datei → Dateien Öffnen", "Datei → Dateien hinzufügen" und "Datei → Verzeichnisse hinzufügen" von DeaDBeeF wie gewohnt nutzen, in dem man ~/Netzwerkumgebung auswählt.

Cuesheet öffnen

Das Laden einer Cuesheet-Datei verläuft unter DeaDBeef etwas seltsam: Es darf nicht die .cue-Datei selbst geöffnet werden, sondern stattdessen müssen die zugehörigen Audiodateien gewählt werden. DeaDBeef sucht daraufhin automatisch nach einem Cuesheet und bevorzugt es. Dieses untypische Verhalten sollte in Versionen neuer als 0.5.5 nicht mehr enthalten sein.

Diese Revision wurde am 15. Januar 2020 11:00 von DJKUhpisse erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Android, LXDE, Xfce, Audioplayer