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xcompmgr

Archivierte Anleitung

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Anmerkung: Mit Compton, einem Fork von xcompmrg, ist eine getestete Alternative vorhanden.

Wiki/Icons/terminal.png xcompmgr ist ein Composite-Manager, mit dem man echte Transparenz, Schatten, etc. erzeugen kann, ohne auf AIGLX oder Xgl zurückgreifen zu müssen. Die Composite-Erweiterung erlaubt es, alle Zeichnungen zuerst in einem Zwischenspeicher zu erstellen. Dies hat den Vorteil, dass Zeichnungen flimmerfrei dargestellt werden können. Um jedoch komplette Fenster transparent darzustellen, benötigt man unter Umständen zusätzlich das Programm transset bzw. transset-df.

Das KDE- und das Xfce-Projekt haben jeweils eine eigene überarbeitete Version von xcompmgr eingebaut:

Ubuntu setzt dagegen bei Unity auf Compiz, GNOME 3 auf die GNOME Shell.

Eine Alternative zu xcompmgr ist die Abspaltung (Fork) Compton. Des Weiteren gibt es noch das Programm Unagi 🇬🇧, das in den offiziellen Paketquellen enthalten ist.

Voraussetzung

Um xcompmgr zu nutzen, benötigt man zwingend eine Karte mit Composite-Fähigkeit. Welche Hardware- bzw. Grafikkartenanforderungen xcompmgr hat, kann auf der Übersichtsseite nachgelesen werden. Faustregel: alle Nvidia- und Intel-Grafikkarten funktionieren, bei AMD/ATI-Karten funktioniert es ab dem FGLRX-Treiber 8.42.3.

Ein Test kann mit folgendem Befehl in einem Terminal [1] durchgeführt werden:

glxinfo | grep 'direct rendering' 

Erhält man als Ausgabe:

direct rendering: Yes

dann wird xcompmgr sehr wahrscheinlich funktionieren.

Mit xcompmgr allein kann man aber nur Schatten darstellen. Für Transparenz benötigt man das Programm transset bzw. transset-df.

Installation

Folgendes Paket muss aus den offiziellen Paketquellen installiert [2] werden:

  • xcompmgr (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install xcompmgr 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://xcompmgr

xcompmgr starten

Man öffnet ein Terminal und gibt folgenden Befehl ein:

xcompmgr -n 

Dadurch wird der Composite-Manager ohne irgendwelche Optionen gestartet. Eine schöne Einstellung für einen dezenten Schatten ist z.B. folgende:

xcompmgr -l 0.5 -t 0.5 -o 0.5 -r 2 -c 

Weitere Informationen und Startoptionen, um z.B. die Größe der Schatten einzustellen, findet man in der Manpage. Damit der Manager auch bei jedem Anmelden gestartet wird, sollte man ihn dem Autostart [3] hinzufügen.

Transparenz

transset-df

Eine erweiterte Version von transset ist transset-df 🇬🇧. Damit kann man unter anderem die Transparenz mit dem Mausrad verändern. Das Paket muss aus den Paketquellen von Ubuntu 10.04 als transset-df ⮷ heruntergeladen und manuell installiert werden. Das Programm wird durch den Befehl:

transset-df OPTIONEN 

im Terminal ausgeführt. Alle Optionen von transset-df erhält man über den Aufruf:

transset-df --help 

Transparenz mit Mausrad-Drehung einstellen

Um die Transparenz des ausgewählten Fenster durch die Drehung des Mausrads (Scrollrad) zu verändern, braucht man noch das Programm xbindkeys, welches mit dem folgenden Paket installiert wird:

  • xbindkeys (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install xbindkeys 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://xbindkeys

Als nächstes legt man die Datei .xbindkeysrc im Homeverzeichnis an [4] und füllt sie mit folgenden Inhalt:

"transset-df --min 0.1 -p --dec 0.2"
 control + b:4

"transset-df -p --inc 0.1"
 control + b:5

Erklärung:

  • in den Anführungszeichen steht der Befehl, der ausgeführt wird

  • darunter steht dann, welche Tastenkombination den Befehl aufruft:

    • control steht für Strg

    • b:4 steht für das Mausrad nach vorne drehen

    • b:5 steht für das Mausrad nach hinten drehen

Zuletzt muss nur noch xbindkeys durch den Befehl:

xbindkeys 

ausgeführt werden. Verläuft der Versuch erfolgreich, kann der Aufruf in den Autostart eingetragen werden.

Programm transparent starten

Man kann ein Programm über seine Fenster-ID transparent starten. In folgendem Beispiel wird der Terminal-Emulator xterm mit einer Dreiviertel-Sichtbarkeit gestartet. Dazu erstellt man eine Datei mit folgendem Inhalt und macht diese ausführbar [5]:

#!/bin/sh
xterm & sleep 1
id=`xprop -root | grep "_NET_ACTIVE_WINDOW(WINDOW)" | awk '{print $5}' | sed -e 's#,##g'`
transset-df --id $id 0.75

Dieses Skript öffnet xterm, welches nach einer Sekunde transparent wird. Dies geschieht durch die zweite Zeile, welche die ID des Fensters mit aktuellen Fokus ermittelt. Diese ID wird dann von transset-df verwendet.

Die allgemeine Version des Skripts sieht wie folgt aus:

#!/bin/sh
PROGRAMM & sleep 1
id=`xprop -root | grep "_NET_ACTIVE_WINDOW(WINDOW)" | awk '{print $5}' | sed -e 's#,##g'`
transset-df --id $id TRANSPARENZ

Es muss nur PROGRAMM und TRANSPARENZ angepasst werden.

Hinweis:

Bei Programmen, welche länger zum Starten brauchen, wird nur das Programm transparent, welches das Skript ausgeführt hat.

Problembehebung

Keine Transparenz verfügbar

Hat man eine ältere Version von Ubuntu (< 10.10 Maverick Meerkat) oder trotz aktueller Ubuntu-Version keine Transparenz zur Verfügung, kann es unter Umständen daran liegen, dass der Grafikkarte nicht mitgeteilt worden ist, dass sie Composite-Eigenschaften zur Verfügung stellen soll. Dieses muss dem XServer dann händisch mitgeteilt werden, so dass er die Composite-Erweiterung beim Start automatisch lädt. Dazu muss man die Datei /etc/X11/xorg.conf in einem Editor mit Root-Rechten öffnen bzw. erstellen und bearbeiten [4].

Zuerst muss der Abschnitt Section "Extension" angepasst bzw. hinzugefügt werden:

Section "Extensions" 
     Option "Composite" "Enable" 
EndSection

Danach sollte der Abschnitt Section "Device" erweitert werden. Man fügt folgende Option hinzu:

  • Für Nvidia-Karten:

    Option "RenderAccel" "true"
  • Für AMD/ATI und Nvidia-Karten:

    Option "backingstore" "true"

3D-Programme laufen nicht

Die Composite-Erweiterung verträgt sich nicht mit dem ATI fglrx-Treiber, daher wird die DRI-Unterstützung immer deaktiviert. Man kann hier nur auswählen, ob man Schatten und Transparenz nutzen möchte oder lieber 3D-Beschleunigung.

Bei Nvidia-Grafikkarten kann die folgende Option in der Section "Device" in der /etc/X11/xorg.conf helfen, wenn 3D-Programme nicht mehr laufen [4]:

Option "AllowGLXWithComposite" "true"

Diese Revision wurde am 7. Februar 2020 08:43 von Heinrich_Schwietering erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: LXDE, Desktop