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Upgrade auf Gutsy

Archivierte Anleitung

Dieser Artikel wurde archiviert. Das bedeutet, dass er nicht mehr auf Richtigkeit überprüft oder anderweitig gepflegt wird. Der Inhalt wurde für keine aktuell unterstützte Ubuntu-Version getestet. Wenn du Gründe für eine Wiederherstellung siehst, melde dich bitte in der Diskussion zum Artikel. Bis dahin bleibt die Seite für weitere Änderungen gesperrt.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Dieser Artikel beschreibt, wie man sein Ubuntu-System auf die Version 7.10 Gutsy Gibbon aktualisiert. Diese Version bietet im Vergleich zur Vorgänger Version 7.04 Feisty Fawn einen neuen Kernel, bessere Unterstützung für die Nutzung von WLAN, Out of the Box lesen und schreiben auf NTFS-Partitionen sowie natürlich jede Menge Aktualisierungen. Eine Zusammenfassung der Neuerungen kann man hier finden.

Grundsätzliches

Ein Upgrade ist nur von einer Version auf die nächste möglich. Es ist nicht möglich, eine oder mehrere Versionen zu überspringen, indem man beispielsweise von Ubuntu 6.06 LTS unter Auslassung von 6.10 oder 7.04 direkt auf 7.10 aktualisiert.

Es gibt zwei Möglichkeiten das Upgrade vorzunehmen:

  • Auf "normalen" Desktopsystemen kann das Upgrade über das gewohnte Programm zur Systemaktualisierung gestartet werden.

  • Auf Systemen ohne grafische Oberfläche lässt sich ein Upgrade in wenigen Schritten auf der Konsole vornehmen.

Wenn ein System sehr stark von der Standardinstallation abweicht, sind Probleme beim Upgrade möglich. Hinweise dazu finden sich unter Upgrade. Besonders Anwender von NVidia- und ATI-Grafiktreibern sollten sich anhand dieser Seite vergewissern, dass ihre Treiber korrekt installiert sind.

Vorbereitung

Auf Regressionen prüfen

Manche Dinge könnten in der neuen Version nicht mehr oder zumindest schlechter funktionieren als in Feisty. Eine Liste der bekannten Probleme findet sich unter Release Notes 🇬🇧

Backup

Vor einem Upgrade muss unbedingt eine Datensicherung vorgenommen werden. Dazu eignet sich

  • ein Partitionsimage mit partimage, eine Wiederherstellung des exakten Zustandes von vor dem Upgrade ist damit besonders einfach

  • laufende Sicherungen der Daten und Konfigurationen mit Archiv/sbackup, wenn dies ohnehin verwendet wird. Im Problemfall hat man dann folgende Möglichkeiten:

    1. Wiederherstellung des alten Systems durch Neuinstallation von Feisty, Rückspielen der Daten und Konfigurationen aus dem Backup und Installation der zusätzlichen Software mittels der gespeicherten Paketliste

    2. Neuinstallation eines Gutsy-Systems, Rückspielen der Daten aus dem Backup. Konfigurationen sollten selektiv zurückgespielt werden, da mit dem neuen Release wesentliche Änderungen in den Konfigurationsdateien möglich sind. Programme sollten nicht aus der Paketliste eingespielt werden, da diese auch in Gutsy obsolete Software enthält.

Software überprüfen

Das Upgradeprogramm kümmert sich selbständig um die Entfernung von Software, die aus inoffiziellen Quellen stammt und die beim Upgrade Probleme bereiten könnte. Es weiß aber nichts von Software, die ganz ohne die Paketverwaltung installiert wurde.

Wer Programme ohne die Paketverwaltung oder Checkinstall installiert hat, sollte diese jetzt entfernen. Wer nicht weiß, worum es gerade geht, ist nicht betroffen.

Wer Treiber nachinstalliert hat, sollte sich bewusst sein, dass diese in bestimmten Fällen nach dem Upgrade nicht mehr funktionieren. Das betrifft insbesondere auch fehlerhaft installierte Grafiktreiber. Mehr dazu auf der allgemeinen Seite zu Upgrade.

Optional: Gutsy-CD oder -DVD einbinden

Wer die neuen Pakete nicht herunterladen will, kann eine Gutsy-Alternate-CD oder die DVD verwenden. Nach Einlegen der CD erfolgt eine Abfrage, ob die CD eingebunden und der Paketmanager gestartet werden soll. Man wählt hier den Start des Paketmanagers, schließt diesen aber sogleich wieder. Dann ist man bereit für das folgende Upgrade.

Falls nach dem Einlegen der CD nichts geschieht, kann man sie auch manuell zu den Paketquellen hinzufügen [2] oder im Terminal [3] den folgenden Befehl ausführen:

sudo sh /cdrom/cdromupgrade 

Upgrade mit Ubuntu (GNOME)

Ein Upgrade auf Gutsy Gibbon lässt sich wie folgt durchführen:

Man startet den Update-Manager aus einem Terminal [3] mit dem Befehl

sudo update-manager -d 

Hinweis:

Nach einem erneuten Aufrufen des Update-Manager ohne die Option -d wird diese Maske / Eingabe nicht mehr angezeigt.

Ein Klick auf "Aktualisieren" startet das Upgrade.

Zunächst werden die Release-Notes angezeigt, die Hinweise auf wichtige Änderungen enthalten. Weiter geht es mit "Upgrade".

Das System wird nun untersucht. Manche Pakete sind mit der neuen Ubuntu-Version nicht mehr kompatibel (das betrifft Pakete, die aus fremden Quellen installiert wurden und Pakete, die durch andere ersetzt wurden oder inzwischen überflüssig sind). Diese Änderungen kann man sich detailliert auflisten lassen. Wessen System aber nur offizielle Feisty-Pakete enthält, der muss diese Liste nicht studieren.

Nach Schließen aller geöffneten Anwendungen geht es weiter mit "Start Upgrade".

Nun folgt das eigentliche Upgrade. Dieser Vorgang darf nicht mehr unterbrochen werden.

Manche Programme werden von Gutsy nicht mehr benötigt. Sie sind in Ubuntu noch vorhanden, werden aber nicht mehr offiziell unterstützt. Diese Pakete befinden sich künftig in der Universe-Sektion. Wenn diese Sektion nicht aktiv ist, werden die Pakete jetzt zum Entfernen vorgeschlagen. Da Gutsy ohne diese Pakete voll funktionsfähig ist, kann man unbesorgt auf "Weiter" und dann auf "Remove" klicken.

Nach Beendigung dieses Schrittes muss das System noch neu gestartet werden. Das eigentliche Upgrade ist damit abgeschlossen.

Falls nun einige Programme fehlen, die unter der alten Ubuntu-Version beispielsweise mit Automatix installiert wurden, müssen diese neu installiert werden. Dabei sollte man immer schauen, ob die Pakete inzwischen auch in das offizielle Ubuntu eingeflossen sind.

Upgrade mit Kubuntu (KDE)

Der gesamte Upgrade-Vorgang wird im Programm Adept durchgeführt. Dieses kann über "K-Menu → System → Adept (Package Manager)" geöffnet werden. Nach einer Passworteingabe lädt die Oberfläche.

Zur Vorbereitung sollte sichergestellt werden, dass ein vollständiges Kubuntu-System installiert ist. Dazu installiert man die Pakete

  • kubuntu-desktop

  • ubuntu-minimal

Zuerst müssen die Paketquellen auf Gutsy umgestellt werden. Dazu öffnet man den Paketquellen-Editor im Menü über "Adept → Paketquellen verwalten (Manage Repositories)". Nun geht man alle Einträge durch und ersetzt feisty durch gutsy. Dazu muss man einfach doppelklicken und nach der Eingabe mit bestätigen. Fremdquellen deaktiviert man am besten mit "Rechtsklick → Disable" oder ersetzt sie durch äquivalente Quellen für Ubuntu 7.10. (Alternativ kann man diese Veränderungen direkt in der sources.list vornehmen (siehe unten wie bei Aktualisierung über die Konsole. Adept darf währenddessen nicht laufen!)

Als nächstes speichert man die Änderungen über "Anwenden (Apply)" und beendet den Paketquellen-Editor mit "Schließen (Close)".

Man aktualisiert nun die Paketlisten über "Aktualisierungen holen (Fetch Updates)", bereitet das Upgrade vor mit "Vollständige Aktualisierung (Full Upgrade)" und startet es mit "Änderungen anwenden (Commit)". Die letzten beiden Schritte müssen mindestens einmal wiederholt werden. Manche Systeme brauchen sogar drei Durchläufe.

Nachdem alle Pakete heruntergeladen und installiert worden sind, startet man den Computer neu.

Aktualisierung über die Konsole

Will man über die Konsole die Distribution upgraden hat man grundsätzlich zwei Methoden. Einmal mit dem update-manager und einmal mit dist-upgrade. Dabei ist die erste Methode zu bevorzugen, da es bei der zweiten in der Vergangenheit vereinzelt zu Problemen gekommen ist, die bei der ersten Methode nicht auftraten (z.B. durch upstart in Edgy Eft).

Per Update-Manager

Vor dem Upgrade auf eine neue Version muss man sicherstellen, dass das System auf dem neusten Stand ist:

sudo apt-get update                        # aktualisiert die Paketquellen
sudo apt-get upgrade                       # aktualisieren der Pakete 

Danach installiert [1] man das Programm:

  • update-manager-core

und startet es mit:

sudo do-release-upgrade 

Ab jetzt muss man nur noch den Anweisungen auf dem Bildschirm folgen. Vorsicht ist angesagt, wenn Meldungen kommen, die die Konfigurationen der einzelnen Systeme ändern. Man sollte jede Konfiguration prüfen und entweder die neue Version akzeptieren oder die eigene Version der Konfigurationsdatei behalten. Man informiert sich am besten vorher, welche Änderungen an den Serverpaketen bei dem Distributions-Ugrade durchgeführt wurden.

Per dist-upgrade

Stichpunktartig muss man diese Liste abarbeiten:

  • Fremdpakete entfernen, Treiberinstallationen überprüfen (siehe Upgrade)

  • Metapakete ubuntu-minimal sowie evtl, je nach Ubuntu-Variante, ubuntu-desktop bzw. kubuntu-desktop / xubuntu-desktop / edubuntu-desktop installieren

  • Quellenliste anpassen (Eine Vorlage findet man im Artikel sources.list, an sich muss nur überall feisty gegen gutsy ausgetauscht werden)

  • Upgrade [3]:

sudo apt-get clean                         # entfernt alte Paketreste aus dem lokalen Repository
sudo apt-get update                        # aktualisiert die Paketquellen
sudo apt-get dist-upgrade                  # das eigentliche Upgrade auf die neue Distribution, durch Installation von neuen und Ersetzen von alten Paketen
sudo apt-get -f install                    # optional (siehe Hinweis-Box direkt unterhalb dieser Befehle)
sudo dpkg --configure -a                   # konfiguriert alle installierte Pakete die noch nicht konfiguriert sind 

Hinweis:

Ganz selten sind zwei Durchgänge von "apt-get dist-upgrade" nötig, da manche Pakete eventuell erst im zweiten Durchlauf aktualisiert werden. "sudo apt-get -f install" ist nur notwendig, wenn "apt-get dist-upgrade" einen Fehler bei der regulären Installation meldete.

  • Neuinstallation der anfangs entfernten Software

  • optional: Entfernen verwaister Pakete

  • Neustart

  • Neuinstallation fehlender Treiber Upgrade

Problembehebung

Allgemein

Unter Upgrade gibt es allgemeine Hinweise zur Problembehebung.

Grafischer Login geht nicht (1)

Bei Leuten, die das Strom sparen Tutorial hier aus dem Wiki eingerichtet haben/hatten, kann es passieren, dass sie sich nach dem Upgrade auf Gutsy nicht mehr grafisch einloggen können, sondern nur noch auf der Konsole über Strg + Alt + F1 . Abhilfe schafft, die Datei /etc/X11/gdm/PostLogin/Default auf der Konsole [3] zu löschen.

sudo rm /etc/X11/gdm/PostLogin/Default 

Das dort aufgerufene Skript greift auf ein Programm des fglrx-Treibers zu, der in diesem Falle beim Upgrade deinstalliert wurde.

Grafischer Login geht nicht (2)

Bei dem Update wird evtl. ein Kernel-Update vorgenommen. Es kann vorkommen, dass der installierte Original-Treiber nvidia dann nicht mehr funktioniert, beim Booten bleibt der PC bei dem kubuntu-Bootscreen stehen. Ob das Problem am Treiber liegt, kann man leicht am X-Server-Log unter /var/log/Xorg.0.log erkennen; der X-Server meldet Probleme mit dem Treiber. Abhilfe schafft zunächst einen anderen Treiber auszuwählen und dann später den Treiber wieder zu installieren.

  • Wechseln zur Text-Konsole mit Strg + Alt + F1 und einloggen

  • Datei /etc/X11/xorg.conf mit einem Editor [4] öffnen

  • "Device"-Section suchen und in der Zeile

          Driver      "nvidia"

den Treiber z.B. durch nv oder vga zu ersetzen.

  • Die Datei speichern und den XServer starten mit

    startx 

Sollte dies funktionieren, ausloggen bzw. den XServer beenden und mit der Textkonsole den Anmeldungsmanager (gdm, kdm, etc.) neu starten:

/etc/init.d/kdm restart
exit 

Mit dem ersten Befehl wird kdm neugestartet, mit dem zweiten die Textkonsole geschlossen.

Nach dem Neustart

Startet man Gutsy zu ersten Mal, so kann es sein, dass das System nach dem Einloggen meldet, dass eingeschränkte ("restricted") Module verwendet werden und bietet an, diese auf Wunsch zu deaktivieren. Weitere Information hierzu erhält man im Wiki Artikel restricted-manager.

Diese Revision wurde am 14. Februar 2020 06:55 von Heinrich_Schwietering erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Installation