Archiv/GNOME3 Fallback-Modus

Archivierte Anleitung

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Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Ein Terminal öffnen

  3. GNOME Konfiguration

  4. Root-Rechte

Inhaltsverzeichnis
  1. Vorbereitung
  2. Erstanmeldung
  3. Anpassen des Designs
  4. Design-Vorschlag
  5. Panel Applets
  6. Desktop statt Arbeitsfläche
  7. Problembehebung
  8. Links

Wiki/Icons/gnome.png Falls man als Ubuntu-Benutzer von der LTS-Version 10.04 auf die LTS Ubuntu 12.04 aktualisiert oder diese neu installiert und sich weder mit Unity noch mit der GNOME Shell, Cinnamon oder MATE näher befassen möchte, hat man mit dem "GNOME3-Fallback-Modus" eine einfach zu konfigurierende und insbesondere auch ohne 3D-Effekte nutzbare Alternative als reiner 2D-Desktop.

Vorsicht beim Namen: der GNOME3-Fallback-Modus wurde auch als "GNOME Classic" bezeichnet. Da ab GNOME 3.8 der gleiche Name für etwas anderes steht, firmiert dieser Modus inzwischen unter der Bezeichnung "Flashback" (siehe auch Gnome Classic – die Gnome-Shell macht auf alt 🇩🇪, Blogbeitrag 02/2014).

Hinweis:

Falls man Ubuntu 14.04 verwendet und diesen Modus nutzen will, dann findet man diesen unter dem Namen "GNOME Flashback". Die neue Version wird in einem eigenen Artikel GNOME Flashback behandelt.

Vorbereitung

Man installiert [1] die Pakete gnome-session-fallback für die GNOME3-Fallback-Sitzungsauswahl und indicator-applet-complete für verschiedene GNOME-Panel-Applets. Letzteres installiert weitere Abhängigkeiten z.B. die Pakete indicator-applet (für eine gekürzte Benachrichtigungsanzeige) und indicator-sound (für einen eigenständigen Lautstärkeregler).

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gnome-session-fallback indicator-applet-complete 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://gnome-session-fallback,indicator-applet-complete

Die "traditionellen" Rollbalken am Fensterrand kann man wiederherstellen, indem man die Pakete overlay-scrollbar und liboverlay-scrollbar-* entfernt und auch gleich in den Benutzereinstellungen deaktiviert [2]:

sudo apt-get remove --purge overlay-scrollbar liboverlay-scrollbar-*
gsettings set org.gnome.desktop.interface ubuntu-overlay-scrollbars false 

Das Unity-spezifische "Globalmenu" wird zwar in der GNOME3-Fallback-Sitzung nicht genutzt, doch sicherheitshalber kann man auch die folgenden Pakete deinstallieren:

sudo apt-get remove --purge appmenu-gtk appmenu-gtk3 appmenu-qt firefox-globalmenu thunderbird-globalmenu lo-menubar 

Hinweis:

Unity selbst sollte man nicht voreilig entfernen, da es sonst zu Problemen mit dem Anmeldemanager LightDM kommen könnte, sofern dieser noch den voreingestellten unity-greeter benutzt!

Erstanmeldung

Nach einem Neustart (wegen der Rollbalken, ansonsten hätte auch ein bloßes Ab- und wieder Neuanmelden ausgereicht) wählt man als Sitzung "GNOME Classic (no effects)" aus. Diese Sitzung verwendet dann den althergebrachten Fenstermanager archiv/Metacity. In der Datei ~/.dmrc im Homeverzeichnis findet sich dann u.a. der Eintrag Session=gnome-fallback.

Der alternativ angebotene Sitzungstyp "GNOME Classic" hingegen verwendet Compiz als Fenstermanager (nur falls dieses installiert ist, sonst ebenfalls Metacity). Hier funktioniert dann die Panel-Anpassung wie im folgenden Abschnitt beschrieben mit Alt + Windows +rechte Maustaste.

In Virtualbox funktioniert die Alt -Taste nicht. Das Panel-Thema wird bei Verwendung von Compiz nicht richtig dargestellt, andererseits funktioniert dort z.B. aber die automatische Fensteranordnung nebeneinander.

In der Datei ~/.dmrc im Homeverzeichnis findet sich dann u.a. der Eintrag Session=gnome-classic. Bei der nächsten Anmeldung sollte dann für diesen Benutzer automatisch die zuletzt benutzte GNOME3-Fallback-Sitzung vorgeschlagen werden.

Anpassen des Designs

Um GNOME auch bis ins Detail (z.B. Schriftarten, Pfadangabe im Nautilus, Reihenfolge der Fensterknöpfe...) anpassen zu können [3], benötigt man die folgenden Pakete:

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gnome-tweak-tool gconf-editor dconf-tools 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://gnome-tweak-tool,gconf-editor,dconf-tools

Das Paket gnome-tweak-tool bringt als Abhängigkeit das Paket gnome-shell mit.

Die Schriftarten lassen sich einfach unter "Systemwerkzeuge -> Einstellungen -> Erweiterte Einstellungen" (oder " Alt + F2 -> gnome-tweak-tool -> Schriften" einstellen. Sehr gut lesbar bei geringem Platzverbrauch ist z.B. "Liberation Sans 10":

gconftool-2 --type string --set /desktop/gnome/interface/font_name "Liberation Sans 10"
gconftool-2 --type string --set /desktop/gnome/interface/document_font_name "Liberation Sans 10" 

Die Anzeige der vollständigen Pfadadresse im Nautilus lässt sich im dconf-editor ("Systemwerkzeuge -> dconf Editor") im Schlüssel /org/gnome/nautilus/preferences/always-user-location-entry mit dem Wert true einstellen:

gsettings set org.gnome.nautilus.preferences always-use-location-entry true
gsettings set org.gnome.nautilus.desktop volumes-visible true 

Die Reihenfolge und Position (rechts statt links) der Knöpfe "Minimieren/Wiederherstellen/Schließen" im Anwendungsfenster kann dagegen mit dem gconf-editor ("Systemwerkzeuge -> Konfigurationseditor") im Schlüssel /apps/metacity/general/button_layout festgelegt werden (z.B. für die traditionelle Reihenfolge auf den Wert :minimize,maximize,close):

gconftool-2 --type string --set /apps/metacity/general/button_layout ":minimize,maximize,close" 

Um das Arbeitsflächen-Panel anzupassen, kann man einfach mit gedrückter Alt -Taste auf dem Panel einen Rechtsklick rechte Maustaste durchführen und anschließend die bisher genutzten Applets und Programmstarter hinzufügen und frei platzieren.

Design-Vorschlag

Mit GIMP wird eine neue Bilddatei mit der Breite von 1920px und einer Höhe von 1280px angelegt. Diese wird mit der Flächenfüllfarbe 300a24 (ein dunkles Violett), das gut zum Ambiance-Thema passt, gefüllt. Diese Datei wird mit Root-Rechten [3] als /usr/share/backgrounds/warty-final-ubuntu.png gespeichert. Die Originaldatei kann vorher gesichert werden. Der Vorteil dieser Methode im Vergleich zur Auswahl dieser Farbe als einfache Hintergrundfarbe besteht darin, dass auch im Anmeldemanger automatisch ohne weitere Anpassung der Konfigurationsdateien unter /etc/lightdm/ dieser minimalistische Hintergrund gewählt wird.

Zentrale Voreinstellungen für Administratoren

Für alle traditionellen Gconf Einstellungen ist die Ablage der festzulegenden Benutzereinstellungen in /etc/gconf/gconf.xml.defaults/ für vom Benutzer veränderbare Voreinstellungen oder in /etc/gconf/gconf.xml/mandatory/ für nicht veränderbare Festlegungen möglich. Am Beispiel der oben beschriebenen Fensterbutton-Anordnung:

Der Benutzer kann diese dann nicht verändern:

sudo gconftool-2 --type string --set --direct --config-source xml:readwrite:/etc/gconf/gconf.xml.mandatory --type string --set /apps/metacity/general/button_layout ":minimize,maximize,close"  

Der Benutzer kann von dieser Voreinstellung abweichende Einstellungen vornehmen, die dann im persönlichen Verzeichnis unter ~/.gconf/ abgelegt und bevorzugt berücksichtigt werden:

sudo gconftool-2 --type string --set --direct --config-source xml:readwrite:/etc/gconf/gconf.xml.defaults --type string --set /apps/metacity/general/button_layout ":minimize,maximize,close" 

Für die neueren Dconf Einstellungen gibt es entsprechend die folgenden Möglichkeiten:

## Für System weite vom Benutzer änderbare Schlüssel-Wert-Zuordnungen für dconf bzw. gsettings
## Diese Datei speichern als einfache Konfigurationsdatei nach 
## /etc/dconf/db/local.d/
## als meine_zentralen_anpassungen
## (Quelle: http://live.gnome.org/dconf/SystemAdministrators) 
## ODER für eigene Installationspakete nach 
## /usr/share/glib-2.0/schemas/ 
## (Quelle: http://www.burtonini.com/blog/computers/gsettings-override-2011-07-04-15-45)
## als meine_zentralen_anpassungen.gschema.override

[org.gnome.nautilus.preferences]
always-use-location-entry=true

[org.gnome.nautilus.desktop]
volumes-visible=true
## Für systemweite, vom Benutzer unabänderbare Schlüssel, in dconf bzw. gsettings
## Diese Datei speichern als einfache Konfigurationsdatei nach 
## /etc/dconf/db/local.d/locks
## (Quelle: http://live.gnome.org/dconf/SystemAdministrators) 

# Pfad zum Hintergrundbild nicht veränderbar
/org/gnome/desktop/background/picture-uri

Panel Applets

Statt einem einfachen Rechtsklick rechte Maustaste wird nun Super + Alt + rechte Maustaste benötigt, um Applets, Starter etc. zum Panel hinzuzufügen oder zu entfernen.

Desktop statt Arbeitsfläche

Falls man bisher das Verzeichnis ~/Desktop als sichtbare "Schreibtisch-Unterlage" genutzt hat, so ist bei einer Neuinstallation (nicht nach einem Upgrade von Ubuntu 10.04 auf 12.04) der neue Pfad ~/Arbeitsfläche voreingestellt. Um dies zu ändern, muss man in der Datei ~/.config/user-dirs.dirs die Zeile

XDG_DESKTOP_DIR="$HOME/Arbeitsfläche"

in

XDG_DESKTOP_DIR="$HOME/Desktop"

ändern. Zur Aktivierung ab- und wieder neu anmelden.

Falls das Verzeichnis ~/Desktop bei der Anmeldung nicht existiert, so wird der Eintrag in obiger Datei automatisch auf XDG_DESKTOP_DIR="$HOME/" geändert. In diesem Falle müsste man diesen Eintrag wieder auf XDG_DESKTOP_DIR="$HOME/Desktop" zurücksetzen, das Verzeichnis nachträglich anlegen und sich neu anmelden.

Der Inhalt des eventuell noch vorhandenen Verzeichnisses ~/Arbeitsfläche kann nun in das neue Verzeichnis kopiert werden. Gerade für Skripte ist eine Pfadangabe ohne Umlaute oder andere Sonderzeichen nützlich, da man sich so viele Probleme erspart. Der überflüssige Ordner kann dann gelöscht werden.

Problembehebung

Panels zurücksetzen

Sind die Panels verschwunden oder „verkonfiguriert“, kann man sie auf zwei Methoden zurücksetzen. Die Befehle führt man nacheinander im GNOME-Befehlseingabefenster nach Drücken von Alt + F2 oder im Termianl[2] aus.

Die einfachste Methode ist, den Prozess gnome-panel zu beenden, welcher sich automatisch neu startet:

killall gnome-panel 

Alternativ kann man "gconftool-2 --shutdown" statt "gconftool --recursive-unset /apps/panel" probieren.