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zRam

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Wiki/Icons/Oxygen/media-flash.png Gerade auf Systemen mit wenig Arbeitsspeicher kommt es hin und wieder vor, dass dieser knapp wird und das System beginnt, den Swap-Speicher zu nutzen. Da sich dieser auf der Festplatte befindet, ist er im Vergleich zum RAM relativ langsam. Der Nutzer merkt das in Form von langsamen Programmen, springenden Mauszeigern oder einem komplett ausgelasteten System.

Abhilfe schafft eine im Linux-Kernel integrierte Technik: zRam {en} (Virtual Swap Compressed in RAM, auch zSwap; früher als "compcache" bekannt). Nutzt man diese Technik, so wird ein komprimierendes Blockgerät direkt im Arbeitsspeicher des Computers erstellt. zRam wird aber erst benutzt, wenn der Arbeitsspeicher ausgelastet ist: der Kernel belegt zuerst den vorhandenen RAM voll, dann versucht er, Teile davon ins zRam zu komprimieren. Auf diese Art können mehr Daten im Arbeitsspeicher gehalten werden. Praktisch führt dies dazu, dass das System nicht so schnell auf eine langsame Festplatte schreiben muss – der Preis ist eine etwas höhere Prozessorauslastung.

Unter Lubuntu war zRam ab 13.10 bis 14.04 vorinstalliert und aktiv.

Für wen ist zRam geeignet?

Grundsätzlich für jeden. Einzige Voraussetzungen sind ein Kernel ab 2.6.37 oder neuer und mehr als 512 MiB Arbeitsspeicher. Wer sich unsicher ist, welche Kernel-Version vorhanden ist, benutzt den Befehl [1]:

uname -r 

Dabei gibt es zwei unterschiedliche Anwendungsszenarios:

  • wenig Speicher: Systeme mit bis zu 2 GiB Arbeitsspeicher. Hier kann zRam eine spürbare Auswirkung haben.

  • ausreichend Speicher: Der Computer besitzt ausreichend Arbeitsspeicher (mehr als 2 GiB) und muss deshalb sehr selten oder gar nicht in den Swap schreiben. Wenn bei der Installation daher auf Swap (in Form einer Partition oder Datei) verzichtet wurde, kann man zRam stattdessen als stille Reserve verwenden.

Wie der Swap-Speicher aktuell genutzt wird, kann man vorher mittels Swap überwachen herausbekommen.

Installation

Man installiert [2] das folgende Paket:

  • zram-config (unter Ubuntu 12.04 in universe)

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install zram-config 

sudo aptitude install zram-config 

Die Konfiguration erfolgt vollautomatisch.

Experten-Info:

Wer manuell in die automatische Konfiguration eingreifen möchte, schaut sich die Datei /etc/init/zram-config.conf an.

Kontrolle

Folgender Befehl zeigt, ob zRam aktiv ist:

swapon -s 

Beispielausgabe:

Filename				Type		Size	Used	Priority
/dev/sda5                               partition	1574136	0	-1
/dev/zram0                              partition	382740	0	5

Neben einer Swap-Partition auf /dev/sda5 werden hier 384 MiB für zRam genutzt (eingebaut sind 768 MiB).

Problembehebung

Grafikfehler

Falls es in Kombination mit manchen Grafikkarten (bzw. deren Treibern) zu Darstellungsproblemen bei der eingesetzten Desktop-Umgebung kommt, ist das oben genannte Installationspaket wieder zu entfernen und den Rechner neu zu starten. Das Gleiche gilt, wenn der Rechner im laufenden Betrieb einfriert (freeze) und nur noch mechanisches Ausschalten weiterhilft.

Doppelt so viel Swapspeicher nach Installation

Das ist ganz normal, da zRam sich als Swap hinzufügt. Den "alten" Swap sollte man jedoch nicht entfernen, da er z.B. für den Ruhezustand genutzt wird.

Diese Revision wurde am 9. Dezember 2014 23:14 von redfoxx13 erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Tuning, System