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restricted-manager

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Hinweis:

Ab Ubuntu 13.04 ist der restricted-manager nicht mehr in Ubuntu enthalten. Die Installation und Konfiguration von eingeschränkten Treibern erfolgt unter Ubuntu über "Systemeinstellungen -> Software-Paketquellen -> Zusätzliche Treiber".

./jockey_unity.png Mit Hilfe der Verwaltung eingeschränkter Treiber (in neueren Ubuntu-Version auch als zusätzliche Treiber oder jockey bezeichnet) ist es schon seit Ubuntu 7.04 möglich, Kernelmodule (=Treiber), deren Quelltext nicht veröffentlicht wird bzw. deren Lizenz nicht frei ist, einzeln zu installieren bzw. beim bewussten Verzicht auf solche proprietären Treiber auch zu deaktivieren. Ab Ubuntu 7.10 gibt es den restricted-manager auch für Kubuntu.

Der restricted-manager erkennt im System vorhandene Hardware, die eingeschränkte Treiber benötigt und bietet über einen Dialog an, diese bei Bedarf zu installieren. Seit Ubuntu 7.10 lassen sich über den restricted-manager auch sehr einfach Treiber für sogenannte "Win-Modems" installieren. Der restricted-manager wurde in "jockey" umbenannt, die Funktionalität ist jedoch identisch.

Hinweis:

Gerade Ein- und Umsteiger neigen dazu, den Hinweis des restricted-manager zu proprietären Treibern direkt nach der Ubuntu-Installation zu wichtig zu nehmen. Es handelt sich lediglich um einen Vorschlag, der nur in Anspruch genommen werden muss, falls Hardwarekomponenten definitiv nicht funktionieren oder Programme diese unbedingt voraussetzen.

Hintergrund

Ubuntu verwendet aktiv Kernelmodule, welche aus Closed-Source-Quellen stammen, d. h. der Quellcode liegt nicht offen und die Module werden in der Regel von Firmen "hinter verschlossener Tür" entwickelt und nicht von der Gemeinschaft. Ubuntu verwendet diese Module, um für die Benutzer die bestmögliche Hardwarekompatibilität zu gewährleisten. Diese Module befinden sich im Paket linux-restricted-modules-KERNELVERSION. Dieses Paket ist in der Regel in jeder Standardinstallation enthalten.

Möchte man aus bestimmten Gründen ausschließlich Open-Source-Software und Module auf seinem Computer nutzen, so können mit Hilfe der Verwaltung eingeschränkter Treiber die Closed-Source-Module der Standardinstallation deaktiviert werden.

Hinweis:

Wenn im Folgenden von "eingeschränkten Modulen" bzw. "eingeschränkten Treibern" die Rede ist, so bezieht sich dies nicht auf den Funktionsumfang oder die Leistungsfähigkeit des Treibers, sondern darauf, dass diese Treiber bzw. Module eben aus "eingeschränkten" = Closed-Source-Quellen stammen.

Installation

Ubuntu

Die Verwaltung eingeschränkter Treiber ist Teil der Standardinstallation. Die Paketnamen lauten [1]:

  • ubuntu-drivers-common (ab 12.10)

  • jockey-gtk (bis einschließlich 12.04, auch Lubuntu und Xubuntu)

Kubuntu

Benutzung

Hinweis:

Aktiviert bzw. deaktiviert man einen Grafikkarten-Treiber über die Verwaltung eingeschränkter Treiber, kann es eventuell zu einer falschen Konfiguration der Grafikkarte kommen. Dann kann man die Bildschirmauflösung von Hand neu einstellen.

Grafische Benutzeroberfläche

./jockey_nvidia.png

Je nach Ubuntu-Variante befindet sich die Verwaltung eingeschränkter Treiber unter:

  • Ubuntu:

  • Xubuntu:

    • "System -> Verwaltung eingeschränkter Treiber"

  • Lubuntu:

    • "Einstellungen -> Software & Aktualisierungen -> Zusätzliche Treiber" (ab 12.10)

    • "Einstellungen -> Zusätzliche Treiber"

  • Kubuntu:

    • "Anwendungen -> System -> Zusätzliche Treiber" (ab Kubuntu 12.04)

Nach der Erstinstallation sieht man unter Ubuntu auch dieses Symbol ./jockey_unity.png. Unter KDE sieht es so ./jockey_kde.png aus.

Ruft man die Verwaltung ohne weitere Optionen auf, erscheint eine einfache grafische Benutzeroberfläche, in der man alle aktuell verwendeten eingeschränkten Module bzw. Treiber deaktivieren kann bzw. wo man Treiber für Hardware, deren Lizenz bestimmt, dass die Treiber nicht frei verteilt werden dürfen, aktivieren kann.

Dazu entfernt bzw. setzt man einfach per Mausklick den Haken bei "Aktiviert". Anschließend wird man gefragt, ob man den Treiber wirklich deaktivieren will. Ein Klick auf "Ok" macht dies dann endgültig.

Im Terminal

Hinweis:

Die Nutzung im Terminal ist "nur" eine Ergänzung zur graphischen Oberfläche. Es müssen trotzdem alle GTK-/Qt-Abhängigkeiten mit installiert werden, es gibt keine "reine" Textversion.

Jockey kann auch im Terminal genutzt werden. Die allgemeine Syntax lautet [2]:

sudo jockey-gtk OPTION 

bzw. für Kubuntu:

sudo jockey-kde OPTION 

Dabei kennt Jockey folgende Optionen:

restricted-manager - Optionen
OptionBeschreibung
-uAktualisiert die Liste der verfügbaren eingeschränkten Module.
-cPrüft, ob vom System weitere, in Jockey noch nicht registrierte Module, verwendet werden.
-lZeigt alle aktuell auf dem System genutzten eingeschränkten Module an.
-C oder --check-compositeÜberprüft, ob ein eingeschränkter Grafiktreiber verfügbar ist, welcher besser für die Composite-Erweiterungen (z. B. Compiz) geeignet ist.
-e Modul-Name oder -enable=Modul-NameLädt und aktiviert das eingeschränkte Modul "Modul-Name".
-d Modul-Name oder -disable=Modul-NameDeaktiviert das eingeschränkte Modul "Modul-Name". Das Modul wird dabei jedoch nicht auf der Festplatte gelöscht, sondern kann jederzeit wieder mit -e Modul-Name aktiviert werden.
-hZeigt eine kurze Hilfe zu den Optionen von Jockey an.

Diese Revision wurde am 7. Juli 2014 21:57 von stfischr erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: System, Hardware