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Midnight Commander

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

./mc_icon.png Der Midnight Commander {en} bzw. MC ist ein komfortabler Dateimanager für die Kommandozeile und ein Klon des von DOS bekannten Norton Commanders. Er bietet sehr umfangreiche Funktionen, u.a. Menüs in verschiedenen Sprachen, Netzwerk-Unterstützung und Maus-Navigation. MC ist ein ein überaus flotter Dateimanager.

Installation

Die Installation erfolgt über das Paket [1]:

  • mc (universe)

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install mc 

sudo aptitude install mc 

Danach kann man den MC von der Konsole mit gleichnamigem Befehl starten, oder in der Unity-Dash mc eintippen und Midnight-Commander starten [2].

Wer nicht im reinen Textmodus arbeitet, kann zusätzlich

  • gpm

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gpm 

sudo aptitude install gpm 

installieren, um auch mit der Maus arbeiten zu können.

Konfiguration

Programmmenü

Das Programmmenü ruft man durch F9 oder Alt + 9 auf. Im Punkt "Optionen" gibt es die Unterpunkte "Konfiguration..." und "Layout...", über die sich bereits einiges einstellen lässt. Anschließend speichert man die Einstellungen über "Optionen -> Einstellungen speichern" ab. Für Anfänger ist es sinnvoll, die Menüzeile und Tastenzeile, welche Gedankenstützen zu den Funktionstasten anbietet, einzublenden, bis man diese auswendig kennt. Als geübter Benutzer wird man diese eher ausschalten, um mehr Informationen sehen zu können.

ini-Datei

Es gibt für jeden Benutzer eine ~/.config/mc/ini-Datei, in der sich weitere Eigenschaften einstellen lassen, etwa:

[Midnight-Commander]
...
editor_visible_tabs=0  # zeigt Pfeile statt Tabulatoren an
editor_visible_spaces=1 # 
...
auto_save_setup=1      # um im Konfigurationsmenü vorgenommene Änderungen dauerhaft zu übernehmen
...
confirm_delete=1       # einen Bestätigungsdialog nach der Löschen-Funktion aufrufen
confirm_overwrite=1    # einen Bestätigungsdialog nach der Überschreiben-Funktion aufrufen
...
navigate_with_arrows=1 # um mit den Pfeiltasten navigieren zu können
...

Funktionstasten

  • F1 Hilfe

  • F2 Konfigurierbares Spezialmenü

  • F3 Anzeigeprogramm für Textdateien, HTML, Archive, Sourcecode, ...

  • F4 Editor inkl. Hexeditormodus

  • F5 kopieren

  • F6 verschieben/umbenennen

  • F7 Verzeichnis erstellen

  • F8 löschen

  • F9 Menüzeile aktivieren

  • F10 beenden

Viele Funktionen sind mannigfach zu erreichen. So kann man mit der Funktionstaste F5 eine Kopie anstoßen, oder indem man mit der Maus die eingeblendete Funktionstastenleiste an der Stelle F5 klickt, oder man geht über das Menü zu "Datei", und wählt dort "kopieren" - auch dies ist wahlweise mit Tastatur oder Maus möglich.

  • "Left" / "Right" ("Links" / "Rechts")

    • Einstellung, wie detailliert die Dateiliste angezeigt werden soll

    • Schnellansicht der Datei des gegenüberliegenden Fensters

    • Ausführliche Information zur Datei des gegenüberliegenden Fensters

    • Baumansicht des Verzeichnisses

  • "File" ("Datei")

    • Dateien kopieren/umbenennen/löschen/ansehen/bearbeiten

    • (symbolische) Links anlegen/ändern/löschen

    • chown/chmod

    • Gruppenauswahl nach Namensmustern

    • Auswahl umkehren (etwa: alle *.html-Dateien auswählen, dann umkehren, um alle Nicht-HTML-Dateien auszuwählen).

  • "Command" ("Befehl")

    • Verzeichnisse vergleichen

    • Panel ein/ausschalten

    • Dateisuche

  • "Options" ("Optionen")

    • Hotkeys (Tastenkürzel)

    • Konfiguration

    • Layout (Ansicht)

    • Bestätigungen festlegen (Nachfragen bei Löschen usw.)

Tipps und Tricks

Kommandozeile

Am unteren Bildschirmrand ist in der Voreinstellung eine Kommandozeile eingeblendet - zusätzliche Ausgabezeilen kann man sich dazukonfigurieren (Layout). Alternativ kann man sich längere Ausgaben, die außerhalb des sichtbaren Bereichs sind, mit Strg + O erschließen, in dem man den MC ausblendet (während er aber weiterläuft). Erneutes Drücken von Strg + O macht ihn wieder sichtbar.

Mit Esc + kann man die Datei unter dem aktiven Cursor in die Kommandozeile kopieren, ohne den Befehl bereits abzuschicken. Man kann etwa

jar -tf  

tippen, dann Esc + während der Cursor auf scala-library.jar steht, wodurch der Dateiname übernommen wird, und dann weitermachen

jar -tf scala-library.jar | grep Set  

Insbesondere bei langen, fingerbrechenden Namen eine praktische Sache.

Netzwerk-Verbindung

Im LAN befindliche Dateisysteme können über den Menüpunkt "Links/Rechts -> Shell link" aufgerufen werden. In der sich öffnenden Eingabemaske wird z.B. der ssh-Host in der Form

user@host

eingetragen.

Problembehebung

Lubuntu

In Lubuntu funktioniert der Menüeintrag nicht. Abhilfe schafft das Editieren der Datei /usr/share/applications/mc.desktop mit Root-Rechten. Zum einen ändert man die Exec=-Zeile in

Exec=lxterminal -e mc

und zum anderen korrigiert man die Zeile Terminal=true in

Terminal=false

Diese Revision wurde am 27. April 2014 11:58 von frustschieber erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Editor, Shell, Dateimanager, System, Server