Midnight Commander

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Starten von Programmen

  3. Ein Terminal öffnen

  4. Root-Rechte

Inhaltsverzeichnis
  1. Installation
  2. Konfiguration
  3. Funktionstasten
  4. Menü, populärste Befehle
  5. Shortcuts
  6. Tipps und Tricks
  7. FTP- und SSH-Zugangsdaten
  8. Problembehebung
  9. Links

./mc_icon.png Der Midnight Commander 🇬🇧 bzw. MC ist ein komfortabler Dateimanager für die Kommandozeile und ein Klon des von DOS bekannten Norton Commanders. Er bietet sehr umfangreiche Funktionen, u.a. Menüs in verschiedenen Sprachen, Netzwerk-Unterstützung und Maus-Navigation. MC ist ein überaus flotter Dateimanager.

Installation

Die Installation erfolgt über das Paket [1]:

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install mc 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://mc

Danach kann man den MC von der Konsole mit gleichnamigem Befehl starten, oder in der Unity-Dash mc eintippen und Midnight-Commander starten [2].

Wer im reinen Textmodus arbeitet, kann zusätzlich

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gpm 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://gpm

installieren, um auch mit der Maus arbeiten zu können.

Konfiguration

Programmmenü

Das Programmmenü ruft man durch F9 oder Alt + 9 auf. Im Punkt "Optionen" gibt es die Unterpunkte "Konfiguration..." und "Layout...", über die sich bereits einiges einstellen lässt. Anschließend speichert man die Einstellungen über "Optionen → Einstellungen speichern" ab. Für Anfänger ist es sinnvoll, die Menüzeile und Tastenzeile, welche Gedankenstützen zu den Funktionstasten anbietet, einzublenden, bis man diese auswendig kennt. Als geübter Benutzer wird man diese eher ausschalten, um mehr Informationen sehen zu können.

ini-Datei

Es gibt für jeden Benutzer eine ~/.config/mc/ini-Datei, in der sich weitere Eigenschaften einstellen lassen, etwa:

[Midnight-Commander]
...
editor_visible_tabs=0  # zeigt Pfeile statt Tabulatoren an
editor_visible_spaces=1 # 
...
auto_save_setup=1      # um im Konfigurationsmenü vorgenommene Änderungen dauerhaft zu übernehmen
...
confirm_delete=1       # einen Bestätigungsdialog nach der Löschen-Funktion aufrufen
confirm_overwrite=1    # einen Bestätigungsdialog nach der Überschreiben-Funktion aufrufen
...
navigate_with_arrows=1 # um mit den Pfeiltasten navigieren zu können
...

Funktionstasten

Viele Funktionen sind mannigfach zu erreichen. So kann man mit der Funktionstaste F5 eine Kopie anstoßen, oder indem man mit der Maus die eingeblendete Funktionstastenleiste an der Stelle F5 klickt, oder man geht über das Menü zu "Datei", und wählt dort "kopieren" - auch dies ist wahlweise mit Tastatur oder Maus möglich.

Shortcuts

Shortcuts
Befehl Beschreibung
Strg + S erlaubt das schnelle Springen zu bestimmtem Verzeichnis oder Datei
Alt + . zeigt versteckte Dateien / Verzeichnisse an
Alt + Y springt zum vorherigem Verzeichnis
Alt + I spiegelt den Verzeichnisbaum
Alt + O zeigt den Inhalt des vorherigen Verzeichnisses an

Tipps und Tricks

Kommandozeile

Am unteren Bildschirmrand ist in der Voreinstellung eine Kommandozeile eingeblendet - zusätzliche Ausgabezeilen kann man sich dazukonfigurieren (Layout). Alternativ kann man sich längere Ausgaben, die außerhalb des sichtbaren Bereichs sind, mit Strg + O erschließen, in dem man den MC ausblendet (während er aber weiterläuft). Erneutes Drücken von Strg + O macht ihn wieder sichtbar.

Mit Esc + kann man die Datei unter dem aktiven Cursor in die Kommandozeile kopieren, ohne den Befehl bereits abzuschicken. Man kann etwa

jar -tf  

tippen, dann Esc + während der Cursor auf scala-library.jar steht, wodurch der Dateiname übernommen wird, und dann weitermachen

jar -tf scala-library.jar | grep Set  

Insbesondere bei langen, fingerbrechenden Namen eine praktische Sache.

Netzwerk-Verbindung

Im LAN befindliche Dateisysteme können über den Menüpunkt "Links/Rechts → Shell link" aufgerufen werden. In der sich öffnenden Eingabemaske wird z.B. der ssh-Host in der Form

user@host

eingetragen.

FTP- und SSH-Zugangsdaten

In der Datei:

.config/mc/hotlist

kann man die Zugangsdaten für die FTP und für SSH eintragen. Welche immer vorhanden sind. Die Einträge in der Datei sehen wie folgt aus:

ENTRY "ftp.example.de" URL "/ftp://benutzername:meinpasswort@urlurl.kasserver.com"
ENTRY "ssh.example.com" URL "/sh://benutzername:passwort@example.com/var/www/"

Jede weitere Zeile erweitert den Eintrag um einen weiteren Zugang.

Um den Zugriff auf die Hotlist aus dem Midnight Commander zu erlangen, drückt man:

Strg + Alt Gr + \

Problembehebung

Lubuntu

In Lubuntu funktioniert der Menüeintrag nicht. Abhilfe schafft das Editieren der Datei /usr/share/applications/mc.desktop mit Root-Rechten. Zum einen ändert man die Exec=-Zeile in

Exec=lxterminal -e mc

und zum anderen korrigiert man die Zeile Terminal=true in

Terminal=false