Um nicht in der Konsole mit mysql und ähnlichen Befehlen arbeiten zu müssen, gibt es zahlreiche Programme, die den Umgang mit einem MySQL-Server durch eine grafische Oberfläche erleichtern.
Von Programmen, um den Server zu administrieren, bis hin zu Programmen, um einfacher Tabellen und Datenbanken bearbeiten zu können, ist alles in den Paketquellen von Ubuntu enthalten.
MySQL Administrator
ist das offizielle Programm von MySQL, um den Server mit einer GUI zu verwalten. So können viele Informationen über den Server und seine Auslastung eingesehen, Datenbanken und Benutzer verwaltet werden, Backups erzeugt und zurückgespielt werden und vieles mehr. Leider sind manche Funktionen des Programms instabil, so dass das Programm des Öfteren abstürzt.
Der 'MySQL Administrator' kann aus den Paketquellen von Ubuntu installiert werden. Dazu muss man nur das Paket
mysql-admin (universe)
hinzufügen [1]. Danach findet man das Programm in GNOME und Xfce unter
"Anwendungen -> Programmierung -> MySQL Administrator"
MySQL Query Browser
ist das offizielle Programm von MySQL, um SQL Abfragen von Hand abzusetzen. Dadurch kann man sehr leicht mit Tabellen und Datenbanken umgehen. Das Programm kann aus den Paketquellen von Ubuntu installiert werden. Dazu muss man nur das Paket
mysql-query-browser (universe)
hinzufügen [1]. Danach findet man den MySQL Query Browser in GNOME und Xfce unter
"Anwendungen -> Programmierung -> MySQL Query Browser"
Beim Aufruf der MySQL-Textkonsole über das Menü "Tools" wird in der Titelleiste der komplette Befehl zum Aufruf der Konsole einschließlich des Passwortes angezeigt.
MySQL Workbench ist das offizielle Modellierungswerkzeug von MySQL für Datenbanken und hilft bei deren Planung und Wartung. Das Tool gilt als Nachfolger des DBDesigners4 und so können alte Modelle in MySQL Workbench importiert werden. Weitere Informationen sind im Artikel MySQL Workbench zu finden.
phpMyAdmin
ist eine freie PHP-Applikation zur Administration von MySQL-Datenbanken. Die Administration erfolgt über das HTTP-Protokoll in einem Browser und kann daher auch via Internet angesprochen werden, ohne auf nur Programmierern bekannte SQL-Befehle zurückgreifen zu müssen. phpMyAdmin kann aus den Paketquellen von Ubuntu installiert werden. Dazu muss nur das Paket
phpmyadmin (universe)
installiert [1] werden. Voraussetzung für die Verwendung von phpMyAdmin ist natürlich, dass ein Webserver mit PHP auf demselben System installiert und aktiv ist. Das Installationsskript kümmert sich automatisch um die Einbindung in den Webserver, man muss nur den entsprechenden auswählen (im Normalfall apache2, evtl. auch apache).
Andernfalls muss die Datei /etc/phpmyadmin/apache.conf in das Verzeichnis /etc/apache2/conf.d/ verlinkt und die Konfiguration neu eingelesen werden[2]:
sudo ln -s /etc/phpmyadmin/apache.conf /etc/apache2/conf.d sudo apache2ctl restart
Nach einem der beiden Schritte kann phpMyAdmin mit einem beliebigen Internetbrowser unter
http://localhost/phpmyadmin
erreicht werden, Benutzername und Passwort sind die des MySQL-Servers. (Also z.B. root und das entsprechende Passwort)
Wird unter Ubuntu der für Multi-CPU Umgebungen optimierte Webserver Apache-MPM-Worker mit der CGI-Version von PHP (zum beispiel php5-fastcgi) verwendet, so muss in der Konfigurationsdatei /etc/phpmyadmin/apache.conf in der Zeile 'Options' +ExecCGI ergänzt werden.
In Ubuntu ab Version 7.10 kann es beim Zugriff auf phpMyAdmin zu folgendem Fehler kommen:
Ab sofort muss ein geheimes Passwort zur Verschlüsselung in der Konfigurationsdatei gesetzt werden (blowfish_secret).
Um diesen Fehler zu beheben, öffnet man die Datei /etc/phpmyadmin/config.inc.php in einem Editor [3] mit Root-Rechten [4] und fügt am Ende der Datei Folgendes ein:
$cfg['blowfish_secret'] = '********';
Wobei die Sternchen durch beliebige Zeichen ersetzt werden können. Sobald die Änderung gesichert ist, sollte man wieder problemlos mit phpMyAdmin arbeiten können.
Sollte es dazu kommen, das man sich nicht einloggen kann, kann dies unter anderm daran liegen, dass die php.ini (/etc/php5/apache2/php.ini) falsch konfiguriert ist. Der Wert post_max_size muss dazu angepasst werden. Dieser sollte häufig unter 2G sein (php5 Standardwert: 8M).
Alternativ kann man auch das Login-Skript (/etc/phpmyadmin/config.inc.php) angepasst werden. Dazu in der Zeile
$cfg['Servers'][$i]['auth_type'] = 'cookie';
Das 'cookie' durch 'http' austauschen. Allerdings werden bei diesem Fall die Login-Daten in plain-text übertragen somit sollte man mindestens SSL anschalten (Nach zu lesen unter Apache bzw. httpd).
KMySQLAdmin
ist ein Programm zur Manipulation von SQL-Datenbanken. 'KMySQLAdmin' kann Datenbanken anlegen, Benutzerrechte ändern, Tabellen bearbeiten und anzeigen, sowie die Daten exportieren.
Das Programm ist in den Paketquellen von Ubuntu enthalten und kann über das Paket
kmysqladmin (universe )
installiert [1] werden. Danach findet man es im Menü von KDE unter
"K-Menü -> Database -> Kmysqladmin"
Diese Anwendung wurde für den Einsatz unter KDE 3.x entworfen. Sie repräsentiert den Entwicklungsstand von 2006, und wird vom Entwickler nicht mehr unterstützt. Eine Rewrite ist geplant.
emma
ist ein Programm zur Manipulation von SQL-Datenbanken für GNOME. Wie bei KMySQLAdmin kann man Datenbanken anlegen, Benutzerrechte ändern, Tabellen bearbeiten und anzeigen sowie die Daten exportieren.
Das Programm ist in den Paketquellen von Ubuntu enthalten und kann über das Paket
emma (universe )
installiert [1] werden. Danach findet man es im GNOME-Menü unter
"Menü -> Entwicklerwerkzeuge -> Emma"
Grundsätzlich ist es auch möglich, mit "OpenOffice-Base" MySQL-Datenbanken zu bearbeiten.
Mehr Informationen findet man im Artikel ODBC-Datenquellen einrichten.
SQL Buddy
ist ein leichtgewichtiges Verwaltungswerkzeug, das alternativ zu phpMyAdmin eingesetzt werden kann.
Diese Revision wurde am 20. September 2011 um 13:39 Uhr
von aasche erstellt.
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