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Werkzeuge

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

./mysql.png

Um nicht in der Konsole mit mysql und ähnlichen Befehlen arbeiten zu müssen, gibt es zahlreiche Programme, die den Umgang mit einem MySQL-Server durch eine grafische Oberfläche erleichtern.

Von Programmen, um den Server zu administrieren, bis hin zu Programmen, um einfacher Tabellen und Datenbanken bearbeiten zu können, ist alles in den Paketquellen von Ubuntu enthalten.

MySQL Administrator

./mysql-admin-1.png

MySQL Administrator {en} war das offizielle Programm von MySQL, um den Server mit einer GUI zu verwalten. So können viele Informationen über den Server und seine Auslastung eingesehen, Datenbanken und Benutzer verwaltet werden, Backups erzeugt und zurückgespielt werden und vieles mehr. Leider sind manche Funktionen des Programms instabil, so dass das Programm des Öfteren abstürzt.

Der 'MySQL Administrator' kann bis Ubuntu 11.10 aus den Paketquellen von Ubuntu installiert [1] werden:

  • mysql-admin (universe)

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install mysql-admin 

sudo aptitude install mysql-admin 

Danach findet man das Programm in GNOME und Xfce unter

  • "Anwendungen -> Programmierung -> MySQL Administrator"

MySQL Query Browser

./mysql-query-browser-1.png MySQL Query Browser {en} war das offizielle Programm von MySQL, um SQL Abfragen von Hand abzusetzen. Dadurch kann man sehr leicht mit Tabellen und Datenbanken umgehen. Das Programm kann bis Ubuntu 11.10 aus den Paketquellen von Ubuntu installiert werden:

  • mysql-query-browser (universe)

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install mysql-query-browser 

sudo aptitude install mysql-query-browser 

Danach findet man den MySQL Query Browser in GNOME und Xfce unter

  • "Anwendungen -> Programmierung -> MySQL Query Browser"

Achtung!

Beim Aufruf der MySQL-Textkonsole über das Menü "Tools" wird in der Titelleiste der komplette Befehl zum Aufruf der Konsole einschließlich des Passwortes angezeigt.

MySQL Workbench

MySQL Workbench ist das offizielle Modellierungswerkzeug von MySQL für Datenbanken und hilft bei deren Planung und Wartung. Das Tool gilt als Nachfolger des DBDesigners4 und so können alte Modelle in MySQL Workbench importiert werden. Weitere Informationen sind im Artikel MySQL Workbench zu finden.

phpMyAdmin

./phpmyadmin.png ./phpmyadmin-1.png

phpMyAdmin {en} (PMA) ist eine freie PHP-Applikation zur Administration von MySQL-Datenbanken. Die Administration erfolgt über das HTTP-Protokoll in einem Browser und kann daher auch via Internet angesprochen werden, ohne auf nur Programmierern bekannte SQL-Befehle zurückgreifen zu müssen.

Für phpMyAdmin muss das folgende Paket installiert [1] werden:

  • phpmyadmin (universe)

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install phpmyadmin 

sudo aptitude install phpmyadmin 

Voraussetzung für die Verwendung von phpMyAdmin ist natürlich, dass ein Webserver mit PHP auf demselben System installiert und aktiv ist. Das Installationsskript kümmert sich automatisch um die Einbindung in den Webserver, man muss nur den entsprechenden auswählen (im Normalfall apache).

Später wird man gefragt, ob man die Einrichtung der MySQL-Datenbank mit dbconfig-common durchführen möchte. Hier "ja" wählen. Jetzt wird man nach dem MySQL-Passwort gefragt, dass bei der Installation von MySQL eingegeben wurde. Falls bei der Installation von MySQL kein Passwort eingegeben wurde, muss dieses Feld leer bleiben. Danach gibt man das Anmeldepasswort für phpMyAdmin ein.

Nach diesen Schritten kann phpMyAdmin mit einem beliebigen Internetbrowser unter

  • http://localhost/phpmyadmin

erreicht werden, Benutzername und Passwort sind die des MySQL-Servers. (Also z.B. root und das entsprechende Passwort)

Andernfalls muss bis Ubuntu 13.04 die Datei /etc/phpmyadmin/apache.conf in das Verzeichnis /etc/apache2/conf.d/ verlinkt und die Konfiguration neu eingelesen werden [2]:

sudo ln -s /etc/phpmyadmin/apache.conf /etc/apache2/conf.d
sudo service apache2 restart 

Ab Ubuntu 13.10 bzw. ab Apache 2.4, ändert sich der Aufbau der Konfigurationsverzeichnisse des Webservers und die Datei /etc/phpmyadmin/apache.conf muss als Datei phpmyadmin.conf in das Verzeichnis /etc/apache2/conf-available verlinkt, explizit geladen und die Konfiguration des Apache neu eingelesen werden [2]:

sudo ln -s /etc/phpmyadmin/apache.conf /etc/apache2/conf-available/phpmyadmin.conf
sudo a2enconf phpmyadmin
sudo service apache2 restart 

Hinweis:

Wird unter Ubuntu der für Multi-CPU Umgebungen optimierte Webserver Apache-MPM-Worker mit der CGI-Version von PHP (z.B. php5-fastcgi) verwendet, so muss in der Konfigurationsdatei /etc/phpmyadmin/apache.conf in der Zeile "Options" +ExecCGI ergänzt werden.

Beim Zugriff auf phpMyAdmin kann es zu unterschiedlichen Fehlern kommen. Eine Variante ist die Meldung:

"Ab sofort muss ein geheimes Passwort zur Verschlüsselung in der Konfigurationsdatei gesetzt werden (blowfish_secret)."

Um diesen Fehler zu beheben, öffnet man die Datei /etc/phpmyadmin/config.inc.php in einem Editor [3] mit Root-Rechten [4] und fügt am Ende der Datei Folgendes ein:

$cfg['blowfish_secret'] = '********';

Die Sternchen sollten durch beliebige Zeichen ersetzt werden. Sobald die Änderung gesichert ist, sollte man wieder problemlos mit phpMyAdmin arbeiten können.

Eine andere Fehler-Variante führt ebenfalls dazu, dass man sich nicht anmelden kann. Dies kann unter anderem daran liegen, dass die Datei /etc/php5/apache2/php.ini falsche Werte enthält. Dann muss der Wert post_max_size angepasst werden. Dieser sollte über 8M, aber unter 2G liegen (Standardwert: 8M = 8 MiB). Alternativ kann man auch das Login-Skript /etc/phpmyadmin/config.inc.php angepasst werden. Dazu in der Zeile

$cfg['Servers'][$i]['auth_type'] = 'cookie';

cookie durch http ersetzen. Allerdings werden nun Anmelde-Daten im Klartext übertragen. Somit sollte man diesen Schritt nur in vertrauenswürdigen Netzwerken durchführen oder die SSL-Verschlüsselung des Webservers aktivieren (siehe Apache/SSL).

./adminer_logo.png

Adminer

Eine Alternative zu phpMyAdmin ist Adminer {en}, das ab Ubuntu 12.10 in den offiziellen Paketquellen enthalten ist. Besonders interessant sind verschiedene Erweiterungen (Plugins), die spezielle Aufgaben erleichtern können. Weitere Informationen liefert der Artikel Datenbankverwaltung mit Adminer {de} (heise Open Source, 07/2012).

./chive_logo.png

Chive

Eine weitere Alternative zu phpMyAdmin ist Chive {en}. Siehe dazu auch den Blogbeitrag Chive – moderne phpMyAdmin Alternative {de} und den Funktionsvergleich {en} mit phpMyAdmin und SQL Buddy. Nicht in den offiziellen Paketquellen enthalten, aber leicht installierbar.

emma

./emma_logo.png ./emma-1.png emma {en} ist ein Programm zur Manipulation von SQL-Datenbanken für GNOME. Man kann Datenbanken anlegen, Benutzerrechte ändern, Tabellen bearbeiten und anzeigen sowie die Daten exportieren. Leider scheint es nicht mehr weiterentwickelt zu werden.

Das Programm ist in den Paketquellen von Ubuntu enthalten und kann über das Paket

  • emma (universe )

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install emma 

sudo aptitude install emma 

installiert [1] werden. Danach findet man es im GNOME-Menü unter

  • "Menü -> Entwicklerwerkzeuge -> Emma"

./OOo3_base_icon_.png

OpenOffice Base

Grundsätzlich ist es auch möglich, mit "OpenOffice-Base" MySQL-Datenbanken zu bearbeiten. Mehr Informationen findet man im Artikel ODBC-Datenquellen einrichten.

SQL Buddy

Wie Adminer und Chive ist SQL Buddy {en} ein leichtgewichtiges Verwaltungswerkzeug (bitte nicht mit SqlBuddy {en} verwechseln), das alternativ zu phpMyAdmin eingesetzt werden kann. Nicht in den offiziellen Paketquellen enthalten, aber leicht installierbar. Die Entwicklung ruht derzeit, die letzte Version stammt aus dem Jahr 2011.

Diese Revision wurde am 22. Juni 2014 17:22 von aasche erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Netzwerk, Server, Datenbank, Internet, KDE