TeX (sprich: "tech") ist ein Drucksatzsystem, mit dem sich Texte formatieren lassen. Im Unterschied zu gängigen Textverarbeitungsprogrammen werden dabei die Formatierungsbefehle direkt in den Text aufgenommen und ermöglichen so eine sehr weitgehende Freiheit bei der Gestaltung. Es ist jederzeit möglich neue Befehle zu definieren, bestehende zu verändern und Formatierungen im gesamten (Quell-)Text auszutauschen. Diese Transparenz ist notwendig, da es ein erklärtes Ziel ist, dass man Texte auch in 100 Jahren unverändert darstellen kann, und zwar unabhängig vom verwendeten Betriebssystem und unabhängig von der kommenden Computer-Technologie.
Ein zweiter Schwerpunkt ist die Notwendigkeit, komplexe Strukturen wie mathematische Formeln, Grafiken usw. darstellen zu können und zwar in einer Qualität, die der eines gelernten Setzers in nichts nachsteht. Früher wurden Manuskripte oft noch handschriftlich beim Verlag abgeliefert. Der Setzer hatte dann die Aufgabe, eine druckgerechte Aufbereitung vorzunehmen. In Zeiten moderner Textverarbeitung werden derartige Arbeiten oft vom Autor selbst übernommen, indem er mit einem Textverarbeitungsprogramm (z.B. Microsoft Word, OpenOffice.org oder KOffice) bereits formatierte Texte abliefert. Doch die Möglichkeit derartiger Programme und das typografische Wissen vieler Autoren sind beschränkt und die Dokumente entsprechen oft nicht dem, was von einem professionellen Druck erwartet wird.
In vielerlei Hinsicht ist TeX mit der Hyper Text Markup Language (HTML) vergleichbar, allerdings ist es wesentlich leistungsfähiger. Anstelle der Tags werden Makros (Befehle, Variablen und bei LaTeX auch Umgebungen) für die Formatierungen eingesetzt. Zur Darstellung wird allerdings kein Browser verwendet, sondern das TeX-Dokument wird durch einen Compiler (Übersetzungsprogramm) übersetzt, dessen Ausgabeformat geräte- und betriebssystemunabhängig ist. Das traditionelle Ausgabeformat heißt DVI (Device Independent). DVI-Dateien lassen sich anzeigen, ausdrucken, (ggf. umgewandelt in PDF-Dateien) im Netzwerk verteilen usw. Der für die Übersetzung verwendete Compiler heißt logischerweise TeX. In zunehmendem Maße wird jedoch auf DVI zugunsten von PDF verzichtet. Durch einen Compiler namens pdfTeX wird direkt eine PDF-Datei erzeugt, ohne dass das DVI-Format an der Übersetzung beteiligt wäre.
Neben dem Compiler spielen die so genannten Makros eine herausragende Rolle bei der Formatierung mit TeX. Aus ihnen wurden die "Anwenderbefehle" konstruiert, die später in TeX- und LaTeX-Dokumenten vom Autor zur Formatierung verwendet werden.
Einen Schritt weiter geht LaTeX (sprich: "latech"). Diese Software wurde auf Basis von TeX Anfang der 80er Jahre entwickelt. Zu ca. 99% wurden Features von TeX verwendet, zu etwa einem Prozent setzt LaTeX ebenfalls frei verfügbare Zusatzprogramme ein, mit denen beispielsweise Stichwörter für den Index sortiert werden können. Es handelt sich bei LaTeX um eine Sammlung von Makros, die neben einer reinen Formatierung auch noch die logische Struktur von Texten berücksichtigen. Dies ist der Grund, warum heute Aufsätze, Briefe, Diplomarbeiten, Memos usw. bis hin zu Büchern und Sammelbänden (mehrerer Autoren) mit LaTeX aufgesetzt werden. Alle für diese Dokumente erforderlichen Befehle wurden bereits entwickelt oder lassen sich leicht aus den vorhandenen ableiten. Außerdem vereinfacht LaTeX die Formatierungen durch die Einführung der Umgebungen. Das grundlegende Layout eines Dokumentes wird bei LaTeX durch die "Dokumentenklasse" festgelegt, mit zusätzlichen Makropaketen können noch nicht verfügbare Befehle hinzugeladen werden. Die wesentliche Aufgabe eines Autors beschränkt sich dann darauf, den Text zu erstellen.
Es tauchen immer wieder Fragen – besonders zur Installation und zum Editor – in den Foren auf, die nicht immer einfach zu lösen sind. Diese Wiki-Seite gibt eine Anleitung zur Installation einer LaTeX-Arbeitsumgebung an die Hand und erklärt die grundlegende Syntax.
LaTeX setzt folgende Dinge voraus:
Distribution
Editor
Zuerst benötigt man eine funktionierende LaTeX-Distribution. Diese stellt alle benötigten Komponenten (Pakete, Compiler, Hilfen und vieles mehr) zur Verfügung.
Alternativen zu TeX Live
, der üblichen Distribution unter Linux, findet man auf der Dante-Homepage
.
Die Tex-Live-Distribution enthält alle wichtigen Tex-Anwendungen, Makro-Pakete und Schriften. Die Latex-Distributionen pdfTex und XeTeX sind ebenfalls integriert worden. TeX Live wird mit den folgenden Paketen installiert [1]:
texlive (Beinhaltet ein vollständiges TeX-System mit zusätzlichen Schriften und häufig benutzten LaTeX-Paketen.)
texlive-doc-de (optional - Enthält die deutsche Dokumentation zu TeX Live. Darin sind auch eine FAQ-Liste, der LaTeX-Katalog und sonstige Informationen enthalten. )
texlive-latex-extra (optional - Installiert viele zusätzliche LaTeX-Pakete )
texlive-lang-german (optional - Enthält die deutsche Sprachunterstützung)
Paketliste zum Kopieren:
sudo apt-get install texlive texlive-doc-de texlive-latex-extra texlive-lang-german
sudo aptitude install texlive texlive-doc-de texlive-latex-extra texlive-lang-german
Will man lieber eine minimale Installation vornehmen und die restlichen Pakete bei Bedarf installieren, so wählt man das Paket:
texlive-base
Für eine komplette Installation von TeX Live wählt man einfach das Paket:
texlive-full (universe)
Achtung, bei der Installation von texlive-full werden mehrere hundert Megabyte heruntergeladen, weil alle Sprachdateien installiert werden.
Da die durch Ubuntu/Debian-Pakete zur Verfügung gestellten Pakete den Latex-Paketen auf dem CTAN-Server meist doch einige Zeit hinterherhinken, empfiehlt es sich für erfahrene Benutzer, die nicht davor zurückschrecken lange Anleitungen zu lesen, TeX Live quasi von Hand zu installieren. Dazu hier einige Links mit denen es klappen sollte:
http://www.tug.org/texlive/ Das ist die Hauptseite des TeX Live Projektes bei der man etwas tiefer
http://www.tug.org/texlive/doc/texlive-de/texlive-de.html#x1-140003 die Installationsanleitung findet. Da das Ubuntu/Debian Paketemanagement nicht weiß, dass man TeX Live installiert hat gibt es auf
http://texblog.net/latex-archive/linux/kile-texlive-2008-equivs/ eine Anleitung wie man Dummy-Pakete anfertigt. Somit kann man auf TeX Live basierende Pakete komfortabler installieren. Eine mögliche Proviedes-List, welche so hoffe ich keine Probleme macht jedoch sicher nicht vollständig ist, stellt folgende dar:
Provides: dvipdfmx, lacheck, latex-beamer, latex-xcolor, lmodern, pgf, prosper, ps2eps, tex-common, texlive-base, texlive-base-bin, texlive-base-bin-doc, texlive-common, texlive-doc-base, texlive-extra-utils, texlive-generic-recommended, texlive-latex-base, texlive-latex-base-doc, texlive-latex-recommended, texlive-latex-recommended-doc, texlive-pstricks, texlive-pstricks-doc, dvipng, dvi2tty, dvidvi
Bei der Liste sollte man Vorsicht walten lassen, denn sonst könnte es zu eigenartigen Fehlern kommen. Stellt man nun fest, dass beim Installieren eines Paketes, Abhängigkeiten auftauchen, welche durch die manuelle Installation abgedeckt sind, so sollte man sich versichern ob dies wirklich der Fall ist und die Liste entsprechend erweitern.
TeX und LaTeX erzeugen ein DVI-Dokument. Das später entwickelte pdfTeX dagegen gibt ein PDF-Dokument aus. Diese Distribution ist in Tex Live als Paket integriert.
Neben typografische Feinheiten wie automatische Ligaturen können in XeTeX asiatische Zeichen direkt in den Text eingegeben werden. Auch diese Distribution ist in Tex Live als Paket integriert worden. Mehr Informationen finden sich hier.
Falls sich ein bestimmtes LaTeX-Paket, das man braucht, nicht in den Ubuntu-Quellen befindet, muss man sich dieses von Hand herunterladen und installieren. Um diesen Prozess einfacher zu gestalten, kann man den MiKTeX Package Manager benutzen.
Um MiKTeX nur zum Installieren fehlender Pakete in TeX Live zu verwenden, muss in jedem Befehl [3] das livetex-Verzeichnis angegeben werden:
mpm --update-db --install-root=/usr/share/texmf-texlive/
Eine Übersicht über die weiteren Optionen gibt es hier MiKTeX Package Manager.
Sie ist als Nachfolger von TeX geplant und soll 2009 vorgestellt werden.
Man lädt sich das gewünschte LaTeX-Paket runter z.B. vom Comprehensive TeX Archive Network
, danach entpackt [4] und kopiert man es mit Root-Rechten in dem Ordner /usr/share/texmf/tex/latex und führt zum Schluss folgenden Befehl [3] aus um die Latex Bibliothek zu aktualisieren:
sudo texhash
oder
sudo mktexlsr
Jeder Benutzer kann eigene Pakete (z.B. mypackage.sty) in ~/texmf/tex/latex ablegen (keine Rootrechte nötig), wobei auch hier die Unterverzeichnisse wichtig sind, damit die Dateien beim Kompilieren gefunden werden (TeX-Verzeichnisbaum).
Aktualisierungen von LaTeX-Paketen werden auf CTAN
häufiger bereitgestellt als sie in den Ubuntu-Paketen berücksichtigt werden können. Neben der oben beschriebenen aufwendigen manuellen Installation kann man sich manchmal auch .deb-Pakete aktueller Ubuntu-Versionen installieren. Dabei sollte man aber die Paketabhängigkeiten kontrollieren.
Beispiel: Das Paket pgf steht für Intrepid (8.10) in einer wesentlich aktuelleren Version bereit. Unter http://packages.ubuntu.com/intrepid/tex/ das .deb-Paket manuell herunterladen und unter Hardy (8.04) installieren spart viel Zeit und berücksichtigt die Ubuntu-Paketverwaltung.
LaTeX-Pakete sind nicht mit den Paketen aus der Paketverwaltung zu verwechseln. Pakete der Paketverwaltung beinhalten jedoch LaTeX-Pakete. Um nun herauszufinden, welches Installationspaket das gesuchte LaTeX-Paket enthält, kann man auf der Seite Ubuntu packages
den Inhalt der Ubuntu-Pakete durchsuchen
. Noch einfacher geht es mit den Kommandozeilen-Werkzeugen apt-cache und apt-file wie es unter apt-get beschrieben ist.
LaTeX Beamer ist ein Klasse, welche speziell zur Erstellung von Präsentationen entwickelt wurde. Mehr Informationen findet man im Artikel LaTeX Beamer.
Hilfsprogramm zur Auswahl der unter LaTeX zur Verfügung stehenden Sonderzeichen: LaTeX Symbols Selector.
Eine kurze Einführung inklusive einiger Beispiele findet man in in diesem Wiki-Artikel sowie auf den unter Links aufgeführten Seiten.
LaTeX Kurzanleitung (pdf, Dante e.V.)
"LaTeX - eine Einführung und ein bisschen mehr..." und "LaTeX - Fortgeschrittene Anwendungen" (pdf, Fernuni Hagen)
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