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GIMP

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

./gimp-logo.png GIMP {en} (GNU Image Manipulation Program) ist das am weitesten verbreitete Open Source Bildbearbeitungsprogramm und Teil von GNOME Office. GIMP ist für eine Reihe von Betriebssystemen, darunter auch Linux, verfügbar. Hier geht es in erster Linie um Installation und Konfiguration. Anleitungen zur konkreten Bedienung des Programms sind im Abschnitt Links am Ende des Artikels aufgeführt. Wem das Programm zu kompliziert erscheint, kann sich Fotoxx oder diese Liste mit alternativen Programmen anschauen.

Grundsätzliches

Auch wenn die Benutzeroberfläche von GIMP auf den allerersten Blick etwas spartanisch aussieht, sollte man sich davon nicht täuschen lassen. Insbesondere die Filter haben es wirklich in sich und bieten teilweise eine Vielzahl von Parametereinstellungen, die nicht einmal professionelle Programme wie Photoshop besitzen. So wurde mit GIMP 2.4 SIOX zum halbautomatischen Freistellen von Vordergründen implementiert, ein Werkzeug zum perspektivenkorrigierten Klonen sowie viele andere Erweiterungen (Rote-Augen-Entfernen, Linsenkorrektur, Heilen-Pinsel...) eingeführt.

./Gimp28.jpg
GIMP 2.8 im Einzelfenstermodus unter Unity

Natürlich erfordert das Arbeiten mit GIMP für Leute, die bisher Photoshop oder ähnliche Programme gewohnt waren, eine gewisse Eingewöhnungszeit, die sich nach einer Weile aber auszahlt, besonders da GIMP für alle wichtigen Betriebssysteme (Linux, Mac OS X, Windows) erhältlich ist. Weitere Kritikpunkte bei GIMP sind die fehlende Unterstützung von 16-bit pro Kanal und der fehlende CMYK-Modus. 16-bit-Unterstützung und CMYK-Unterstützung wird im Zuge der Umstellung auf GEGL {en} kommen.

Als Ergänzung zu GIMP, das ein wirklich hochprofessionelles Arbeiten ermöglicht, empfiehlt sich das Programm CinePaint {en} , das - obwohl an sich für 35mm-Filme konzipiert - auch Einzelbilder in bis zu 32-bit pro Kanal bearbeiten kann. Sowohl GIMP als auch CinePaint benutzen ein eigenes Format mit der Endung .xcf, die beiden Formate sind aber nicht kompatibel. Als Dateiaustauschformate empfehlen sich beispielsweise TIFF oder PNG, die - im Gegensatz z. B. zu JPEG - auch 16-bit pro Kanal sowie Alpha-Kanäle (Transparenz) speichern können.

Installation

Hinweis:

Für Ubuntu 12.04 erhalten die offiziellen Paketquellen die Version 2.6, während bei nachfolgenden Ubuntu-Versionen die Version 2.8 oder jünger installiert wird. Erst ab Version 2.8 ist der häufig gewünschte Einzelfenstermodus enthalten, weshalb man bei GIMP 2.6 bei Bedarf auf alternative Lösungen ausweichen muss.

Als Grundlage muss nur das folgende Paket installiert werden [1]:

  • gimp

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gimp 

sudo aptitude install gimp 

Daneben empfiehlt sich für Einsteiger auch die Installation der Programmhilfe und die deutsche Übersetzung (unter GNOME automatisch installiert):

  • gimp-help-de (die eigentliche Dokumentation auf Deutsch)

  • language-pack-gnome-de (enthält die deutsche Übersetzung)

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gimp-help-de language-pack-gnome-de 

sudo aptitude install gimp-help-de language-pack-gnome-de 

Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe weiterer Pakete, die aber nur für besondere Aufgaben erforderlich sind, wie z.B.

  • gimp-dcraw (universe, optional, zum Importieren von RAW-Dateien aus digitalen Kameras)

  • gimp-ufraw (universe, optional, zum Bearbeiten von RAW-Dateien aus digitalen Kameras mit UFRaw)

  • gimp-gap (universe, optional, zum Erstellen von Animationen)

  • gimp-gutenprint (universe, optional, alternative Druckfunktion und Treiber)

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gimp-dcraw gimp-ufraw gimp-gap gimp-gutenprint 

sudo aptitude install gimp-dcraw gimp-ufraw gimp-gap gimp-gutenprint 

PPA

Die jeweils aktuelle Version ist über ein "Personal Package Archiv" (PPA) [2] erhältlich.

Adresszeile zum Hinzufügen des PPAs:

  • ppa:otto-kesselgulasch/gimp

Hinweis!

Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.


Ein PPA unterstützt nicht zwangsläufig alle Ubuntu-Versionen. Weitere Informationen sind der Wiki/Vorlagen/PPA/ppa.png PPA-Beschreibung des Eigentümers/Teams otto-kesselgulasch zu entnehmen.

Damit Pakete aus dem PPA genutzt werden können, müssen die Paketquellen neu eingelesen werden.

Nach dem Aktualisieren der Paketquellen erfolgt die Installation wie oben angegeben. Allerdings sollte man beachten, dass es zu Problemen mit anderen GIMP-Paketen (z.B. Erweiterungen) aus den offiziellen Paketquellen kommen kann.

./gimp-mehrfenstermodus.png
GIMP im Mehrfenstermodus unter KDE Plasma

Hilfe für Photoshop-Umsteiger

Benutzern, die bisher das weit verbreitete Photoshop eingesetzt haben, fällt oftmals die Umgewöhnung auf GIMP sehr schwer, da sich das Bedienkonzept deutlich unterscheidet. GIMP arbeitet im Gegensatz zu Photoshop standardmäßig mit mehreren einzelnen Fenstern und einer anderen Menüstruktur. Jedoch kann man sich – bei Bedarf – die Oberfläche von GIMP etwas an Photoshop anpassen.

Alle Fenster in einem Rahmen

Ab der Version 2.8 kann man unter dem Menüpunkt "Fenster" den Einzelfenstermodus einschalten. Für Version 2.6 und älter gibt es mehrere Möglichkeiten, alle Einzelfenster in einen gemeinsamen Rahmen zu packen: GIMP/Einzelfenstermodus.

Tastenkürzel wie bei Photoshop

Um die Tastenkürzel (keyboard shotcuts) an die Belegung bei Photoshop anzupassen, kann man die Datei ~/gimp-2.8/menurc erstellen bzw. bearbeiten. Details sind dem Blogbeitrag Gimp mit gleichen Tastatur-Shortcuts wie Photoshop {de} (06/2011) zu entnehmen.

Awesome/awesome-gimp.png
GIMP unter Awesome

Tiling-Fenstermanager

Fortgeschrittenen Benutzern, die mit der Bedienoberfläche von GIMP unzufrieden sind, sei die Benutzung eines Tiling-fähigen Fenstermanagers nahegelegt. Im Artikel Awesome ist die Konfiguration für das Zusammenspiel mit GIMP ausführlich beschrieben.

Erweiterungen

Über Erweiterungen (Plugins) kann GIMP mit zusätzlichen Funktionen ausgestattet werden. Eine große Anzahl von Plugins findet man in der offiziellen GIMP Plugin Registry {en} . Viele Erweiterungen lassen sich direkt über die Paketverwaltung von Ubuntu installieren [1]. Dazu genügt der Suchbegriff gimp. Bei den Suchergebnissen ist in der Paketbeschreibung auch vermerkt, dass es sich um ein Plugin für GIMP handelt.

Die interessantesten Plugins sind im folgenden Paket zusammengefasst und einfach über den Paketmanager installierbar. Enthalten ist u.a. die Stapelverarbeitung mit Hilfe des Plugins "David's Patch Processor".

  • gimp-plugin-registry (universe)

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gimp-plugin-registry 

sudo aptitude install gimp-plugin-registry 

Wer Erweiterungen (für den aktuellen Benutzer) selbst installieren möchte, lädt die jeweilige Erweiterung manuell herunter, entpackt sie und kopiert die enthaltenen Dateien und Ordner nach ~/.gimp-2.6/plug-ins/ bzw. ~/.gimp-2.8/plug-ins/.

Erwähnenswert sind folgende Erweiterungen:

  • Das Resynthesizer-Plugin {en}. Es kann fehlende Bildteile synthetisch erzeugen, kann aber auch sogenannte near-linear textures erzeugen. Das sind kachelbare Texturen, die aber viel natürlicher wirken, da sie nicht so regelmäßig sind. Das Plugin kann über die Ubuntu-Paketverwaltung installiert [1] werden. Der Name des Pakets lautet

    • gimp-resynthesizer (universe)

    Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

    Paketliste zum Kopieren:

    sudo apt-get install gimp-resynthesizer 

    sudo aptitude install gimp-resynthesizer 

    Nach der Installation lässt sich das Plugin über das Untermenü "Filter" aufrufen.

  • Im Set G'MIC (GREY's Magic Image Converter) ist das bisher als eigenständig bekannte GREYCstoration-Rauschentfernungs-Plugin integriert. Hiermit kann - wie bei den bekannten Photoshop-Plugins Noise-Ninja oder Neat Image - Bildrauschen entfernt werden. Die erzielbare Qualität ist ausgezeichnet und braucht keinen Vergleich mit seinen kommerziellen Pendants zu scheuen. G'MIC bietet eine ganze Sammlung von Bildbearbeitungsoptionen und Filtern (inkl. verschiedener Werkzeuge zur Rauschentfernung), es ist auch als Kommandozeilen-Programm verfügbar.

  • Das Bildgrößenanpassungs-Plugin {en} erlaubt - einzigartig - Bildgrößenänderungen bei Erhalt der Proportionen; hierzu werden "überflüssige" Bildteile aus dem Bild herausgerechnet. Auf Wunsch kann der Benutzer auch angeben, welche Bildteile unbedingt erhalten und welche 'überflüssig' sind. Eignet sich auch hervorragend dazu, unerwünschte Objekte aus einem Bild zu entfernen. Weitere Details enthält der Artikel Seam Carving.

  • Draw Arrow {en} - wer die Möglichkeit vermisst, Pfeile zu zeichnen, installiert diese Erweiterung. Da es sich um ein Skript (.scm) handelt, lautet der entsprechende Zielordner ~/.gimp-2.6/scripts/ bzw. ~/.gimp-2.8/scripts/.

  • MathMap-Plugin {en} ist eine programmierbare Filtersammlung mit eigener, einfach zu erlernender Programmiersprache.

Interessant ist auch die Möglichkeit, mithilfe des Paketes gtkam-gimp direkt aus GIMP heraus eine Digitalkamera ansteuern zu können.

Problembehebung

Docks auf die Fensterleiste minimieren

./gimp_einstellungen_quantal_small.png Die Fenster der Docks "Werkzeugkasten" sowie "Ebenen, Kanäle,..." lassen sich in den Standardeinstellungen nicht minimieren. Dieses Verhalten kann man recht einfach ändern, indem man unter

  • "Bearbeiten -> Einstellungen -> Fensterverwaltung"

  • "Fenster-Manager-Hinweise":

    • "Hinweis für Docks und den Werkzeugkasten"

auf "Normales Fenster" umstellt.

Siehe auch: GIMP-Docs, Fenster-Management {en} und Fehlerbericht 283115.

Alternativ sorgt die Taste Tab ⇆ im Bildfenster dafür, dass Werkzeugkasten und Ebenendock (oder eventuell weitere Docks) ausgeblendet werden. Ein erneutes Drücken von Tab ⇆ blendet sie wieder ein (siehe GIMP-Docs, gimp-concept-docks {de} bei 2.3.3 "Tipp").

Diese Revision wurde am 30. Oktober 2014 16:14 von Bumble57 erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Grafik, Bildbearbeitung, Grafiktablett, Screenshot