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Cinelerra

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

./cinelerra-logo.png

Cinelerra {en} ist ein freies, nichtlineares Videobearbeitungsprogramm für das Betriebssystem GNU/Linux. Es wird entwickelt von Heroine Virtual Ltd. {en} und steht unter der GNU General Public License.

Die Hauptfunktionen der Software sind

  • Capturing - Aufnehmen bzw Aufzeichnen von Videos

  • Compositing - Zusammenfügen von Videos mit Übergängen und Effekten

  • Editieren von Audio- und Videodaten.

Das Programm unterstützt u.a. HD-Videos und 64-Bit-Audio, kann auch Rohdaten aus dvgrab direkt einladen.

Cinelerra ist enorm leistungsfähig und wegen der Komplexität für den Gelegenheitsnutzer eher nicht zu empfehlen, weil neben Hintergrundwissen eine solide Einarbeitung notwendig ist. Wer ein Programm mit einfacher Bedienung sucht, wird sicher unter Videobearbeitung fündig.

Die aktuelle (August 2011) Version des klassischen "Cinelerra" ist 4.3.

Auf diesem Code von Cinelerra aufbauend sind weitere freie Programme entstanden, das bekannteste davon ist Cinelerra-CV {en} als mehr auf den Heimanwender ausgerichtete Version. "CV" steht für "Community Version". Cinelerra-CV enthält in der aktuellen (November 2011) Version 2.2 die o.g. Version von Cinelerra.

Für alle, die das Programm einmal ausprobieren möchten, gibt es ein Live-DVD-System {en}. Für Ubuntu bietet sich davon ArtistX {en} an, das aktuell auf Natty beruht.

Ursprünglich als Überarbeitung gedacht, dann als eigenständiges Projekt gestartet ist Lumiera {en} zu nennen, das aber noch nicht den Alpha-Status errreicht hat.

Hinweis:

Die nachfolgende Installationsanleitung bezieht sich auf Cinelerra-CV.

Installation

Cinelerra kann aus einem PPA bezogen werden

  • ppa:cinelerra-ppa/ppa

Hinweis!

Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.


Weitere Informationen bietet die Wiki/Vorlagen/PPA/ppa.png PPA-Beschreibung vom Benutzer/Team cinelerra-ppa.

Danach wird das Paket

  • cinelerra (ppa)

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png

installiert.

Installation aus dem Quellcode

Wer es vorzieht, Cinelerra aus dem Quellcode zu installieren, findet eine Anleitung dazu hier {en}{it}.

Sprachunterstützung

Um Cinelerra in deutsch starten zu lassen, muss mit

sudo locale-gen de_DE 

die passende Sprachdatei erzeugt werden. Im Anschluss startet Cinelerra (grossteils) in deutsch.

Bedienung

Programmaufruf

Unter Ubuntu 10.04 Lucid wird unter "Anwendungen -> Unterhaltungsmedien" der Eintrag "Cinelerra" im Startmenü ergänzt.

Unter Ubuntu 10.10 Maverick Meerkat ist es unter "Anwendungen -> Multimedia" zu finden.

Es empfiehlt sich, Cinelerra in einem Terminal

cinelerra  

zu starten. Auf diese Weise lassen sich in Problemfällen oft wichtige Fehlermeldungen entnehmen. Programmstart.png

Cinelerra startet mit vier separaten Fenstern:

  • Hauptfenster - dort werden eingelesene Audio- und Videospuren angezeigt und bearbeitet

  • Resources Fenster - Anzeige eingeladener Quelldateien

  • Viewer Fenster - Abspielen von Quelldateien und Anzeige der Vorschau

  • Compositor Fenster

Unter dem Menüpunkt "Fenster" kann man auswählen, welche dieser Fenster man angezeigt haben möchte. Es gibt noch "Overlays" und "Level", ausserdem die Funktion, alle Fenster wieder an den Standardplatz zurückzuschieben "Standard-Positionen".

Hauptfenster

Das Herzstück des Programmes enthält standardmässig

  • die Menüleiste - zum Durchklicken, um sich einen Überblick zu verschaffen

  • eine Symbolleiste - zum Sichbewegen innerhalb der Zeitliste mit Setzen von Markierungen, Schnitt usw.

  • eine Videospur - für Bild und Videodateien

  • eine Audiospur - für Tondateien

  • eine Zeitleiste - für die Anordnung der Medien nacheinander

./Men_Sym.png Die Sympbolleiste besteht aus mehreren durch "|" getrennten Abschnitten:

  • Symbole zum Sich-Bewegen innerhalb eines Videos

  • Symoble zum Mauszeigen: Umschalten zwischen "Drag-and-Drop" und "Einfügen und Entfernen"

  • Symbole für Keyframes setzen bzw Sperren

  • Symbole zum Bearbeiten eines Videos: Schnittpunkte setzen, Ausschneiden usw.

Es können weitere Audio- und/oder Videospuren hinzugefügt werden.

Dateien aus "Media" im Resourcen-Fenster können mit der Maus nach Belieben auf die passende Ton- oder Videospur im Programmfenster gezogen werden, ebenso gewünschte Effekte per Drag'n'Drop.

Projekte werden mit "Datei -> Speichern" oder "Datei -> Sichern" gespeichert, wobei ein Projekt lediglich eine Arbeitsliste darstellt, Mediendateien selbst werden nicht touchiert.

Erst durch "Rendern" wird eine neue, die Ausgabedatei erzeugt. Dieser Vorgang ist rechenintensiv. Standardausgabeformat von Cinelerra ist das Quicktime-Format {de}.

Resourcen-Fenster

Hier werden alle für das aktuelle Projekt eingeladenen Audio- und Videodateien angezeigt.

Im Hauptfenster wählt man unter "Datei -> Dateien laden" die gewünschten Dateien aus (mehrere mit Strg gedrückt gehalten) und klickt auf das Häkchen (atypischerweise immer links, während das Kreuz für "Verwerfen" immer rechts zu finden ist).

Wichtig: "Erzeuge neue Ressourcen" auswählen! Standard ist "Ersetze aktuelles Projekt", was alle bereits eingeladenen Dateien wieder entfernen würde.

Die eingeladenen Dateien finden sich dann im Resourcen-Fenster. Dieses enthält links folgende Liste:

  • Audio effects - Liste verfügbarer Toneffekte

  • Video effects- Liste verfügbarer Videoeffekte

  • Audio transitions - Liste verfügbarer Tonübergänge

  • Video transitions - Liste verfügbarer Videoübergänge

  • Labels - eingeladene Beschriftungen

  • Clips - eingeladene Clips

  • Media - alle eingeladenen Dateien aus Schritt 1

Viewer-Fenster

Dieses Fenster erlaubt es, eingeladene Dateien anzuschauen, ohne dass sie in das Projekt im Hauptfenster eingeladen sein müssen.

Compositor-Fenster

In diesem Fenster kann man die Wirkung eingestellter Effekte oder Übergange sich anzeigen lassen und Änderungen/Anpassungen vornehmen. Ganz links unten findet sich ein Schlüsselsymbol, mit welchem "Keyframes" gesetzt werden können. Je mehr, desto genauer wird kodiert.

Rendern

Mit Rendern wird gemeint, das projektierte Video tatsächlich zu erzeugen und als Datei zu speichern. Zuerst sollte man unter "Einstellungen -> Format" überprüfen, ob die Voreinstellungen für die Ausgabe passend sind. Eingestellt sind

  • 48 k Audio

  • 2 Kanal Audio

  • 25 Bilder / sek

  • 720 x 576 Bildgrösse

  • YUVA-8 Bit Farbtiefe

  • Seitenverhältnis 4:3

hier kann man ein Häkchen bei "Automatisch" setzen, um sich dem Quellformat anzupassen.

Dann geht man auf "Datei -> Rendern", gibt den gewünschten Dateinamen ein, wählt unter "Ausgabeformat" "OGG Theora / Vorbis" und setzt Häkchen sowohl bei "Video" als auch bei "Audio". Schliesslich noch "Nichts einsetzen" auswählen.

Anleitungen

Ausführliche Anleitungen zu Cinelerra-CV und verschiedene Tutorials gibt es auf cinelerra.org {en}. Video-Anleitungen, Tutorials und Einsteiger-Videos auf tutorials.com {de}.

Problembehandlung

Zu wenig Speicher

Die häufig beim ersten Startvorgang zumindest unter Lucid vorkommende Fehlermeldung (auf einem frischen Oneiric nicht mehr aufgetreten)

void MWindow::init_shm0: WARNING:/proc/sys/kernel/shmmax is 0x2000000, which is too low.
Before running Cinelerra do the following as root:
echo "0x7ffffff">/proc/sys/kernel/shmmax

lässt sich durch folgenden Befehl beheben:

sudo sysctl -w kernel.shmmax=0x7fffffff 

Umgang mit Codecs

Empfehlenswerte Einstellungen für Ausgabekontainer und Codecs sind:

  • ogg Kontainer

    • Theora Videocodec und Vorbis Audiocodec

  • mov Kontainer

    • h.264 Videocodec und mp3 oder mpeg4 Audiocodec

    • mpeg-4 Videocodec und mp3 oder mpeg4 Audiocodec

    • jpeg Videocodec und mpeg4 Audiocodec

    • motion-jpeg Videocodec und mpeg4 Audiocodec

Details finden sich im Cinelerra-Wiki {en}.

Falls man andere Formate benötigt, wird es vermutlich besser sein, diese nachträglich umzuwandeln.

Fehlermeldung über fehlende Codecs im Terminal lauten z.B.:

new_vcodec: couldn't find codec for "H264"
new_vcodec: couldn't find codec for "xvid"
new_vcodec: couldn't find codec for "FMP4"

Ein allgemeiner Workaround zur Ergänzung dieser vielverwendeten Codecs in Cinelerra fehlt noch - daher kann momentan leider (nur) das Kovertieren mittels hdffxvrt-Skript empfohlen werden. Ein Bug an das Cinelerra-Development wird zeitnah eingereicht (Stand: 07.2011).

Ton und Bild asynchron

Falls beim Abspielen im Viewer Bild und Ton asynchron sind, hilft es, unter "Einstellungen -> Einstellungen -> Abspielen" dort das Häkchen bei "Jeden Frame abspielen" zu entfernen. Alternativ kann dort ein "Audio-Versatz" angegeben werden. http://forum.ubuntuusers.de/topic/cinelerra-ton-und-bild-asyncron/?highlight=cinelerra#post-2871665

Anscheinend ist das "mpeg" Format nicht sehr stabil im Synchronisieren Quelle {es}, daher empfielt sich ein anderer Codec, oder unkomprimiert zu rendern und nachträglich zu komprimieren.

Diese Revision wurde am 17. Dezember 2011 um 17:39 Uhr von frustschieber erstellt.
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