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fastboot

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

adb/android-logo.jpg fastboot (aus dem Android-SDK 🇬🇧) ist eine Software-Schnittstelle, um vom Computer aus Android-Geräte zu "flashen", also z.B. Partitionen zu überschreiben, neu zu erstellen oder Updates einzuspielen. Die Verbindung zum Gerät erfolgt über einen USB-Port. Das Programm ist unter Windows, iOS und Linux nutzbar. fastboot ist ein äußerst mächtiges Programm mit sehr dezidierten Möglichkeiten, das man nicht unbedacht einsetzen sollte; Fehlverwendungen können unübersehbare Folgen haben.

Installation

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Programm zu installieren[1]. Aus den offiziellen Quellen kann folgendes Paket installiert werden

  • android-tools-fastboot

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install android-tools-fastboot 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://android-tools-fastboot

Alternative kann es aus der Android-SDK-Suite bezogen werden; die beiden Installationsarten schließen sich aber gegenseitig aus:

  • fastboot

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install fastboot 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://fastboot

Aktuelle Version

Zur Installation der aktuellsten Version siehe im adb-Artikel, das Vorgehen ist identisch.

Hinweis!

Fremdsoftware kann das System gefährden.

Vorbereitung

Auch die Hinweise zu udev-Regeln und USB-Debugging sind für fastboot identisch mit denen für adb.

Achtung!

Die Verwendung des Programms geschieht aus eigene Gefahr!

Vor Verwendung wird die Erstellung eines kompletten System- und Daten-Backups des Gerätss dringend empfohlen!

Der Eingriff in das Betriebssystem des Geräts stellt immer ein erhebliches potentielles Risiko dar. Daher vorher sehr genau prüfen, ob z.B. das gewählte ROM oder die update.zip-Dateien für das eigene Gerät geeignet sind; bei Fehlverwendung drohen ggf. schwerwiegende Schäden. Mit dem Einsatz erlöschen ggf. die Garantieansprüche an den Geräte-Hersteller, offizielle Software-Updates sind dann nicht mehr bzw. nur nach Herstellung des Ursprungszustand möglich. Bei Schäden wird jegliche Verantwortung und Haftung abgelehnt!

Verwendung

Um fastboot einsetzen zu können, muss das Gerät in den fastboot-Modus gesetzt werden, z.B. mit dem adb-Befehl adb reboot fastboot. Ggf. gibt es auch Tastenkombinationen für das Gerät, die man im Internet recherchieren kann, einige Hinweise liefert der Artikel Wie komme ich in den fastboot-Modus? 🇩🇪 auf Android-Users.de. Der Akku des Geräts muss gut aufgeladen sein, ebenso auf eine sichere Verbindung zwischen Gerät und Computer achten (keine defekten Kabel oder USB-Ports verwenden, kontinuierliche Stromversorgung des PCs sicherstellen, kein versehentliches Abziehen des USB-Kabels)! Samsung verwendet einen eigenen sogenannten Odin-Modus (siehe Heimdall).

Nicht alle Geräte lassen sich ohne Weiteres in den fastboot-Modus versetzen; bei einigen muss zunächst der Bootloader entsperrt werden. Oft funktioniert der undokumentierte Befehl fastboot oem unlock, Informationen zum eigenen Gerät aber bitte vor Verwendung im Internet recherchieren. Ggf. wird dabei ein komplettes Reset auf die Werkseinstellungen durchgeführt, ein Grund mehr für ein Backup. Andere Geräte (z.B. ein getestetes Huawei Mediapad x1) lassen sich durch den einfachen Aufruf von adb reboot bootloader entsperren, es erscheint im fastboot-Modus eine Meldung Meldung Device unlocked auf dem Gerätebildschirm.

Das Programm selbst arbeitet von der Kommandozeile[3] aus, die allgemeine Syntax ist

fastboot [OPTION] BEFEHL 

Zunächst die Verbindung mit dem Befehl

fastboot devices 

überprüfen.

Die Ausgabe sieht etwa so aus:

????????????	fastboot

Ggf. wird auch dieselbe Gerätekennung wie unter adb ausgegeben.

Befehle und Optionen

Die Angaben beziehen sich auf adb in Version 1.0.39; ältere Versionen bieten ggf. nicht alle Optionen; diese Auflistung ist zudem nicht vollständig!

Titel der Tabelle
Befehl/Option Funktion
Befehle:
update DATEINAME Flash das Gerät mit dem update.zip neu; setzt den geflashten Slot aktiv; verwendet werden können nur .zip-Archive.
flashall Flasht boot, system, vendor, und - wenn vorhanden - recovery. Wenn das Gerät Slots unterstützt, wird der Slot, auf den geflasht wurde, auf aktiv gesetzt, "Secondary" Images können auf einen inaktiven Slot geflasht werden.
flash PARTITION [DATEINAME] Schreibt ein Image auf eine Flash-Partition.
erase PARTITION Löscht die angegebene Flash-Partition.
format[:[fs TYP][:[GRÖSSE]] PARTITION Formatiert eine Flash-Partition. Dabei kann der Datei-System-Typ und/oder die Größe gegenüber denen der Bootloader-Ausgabe geändert werden.
getvar VARIABEL Zeigt eine Bootloader-Variabel, all listet alle verfügbaren auf (siehe Beispiel).
devices [-l] Listet alle verbundenen Geräte auf, mit -l auch den Geräte-Pfad.
continue Fährt mit dem Autoboot fort.
reboot [bootloader|emergency] Rebootet das Gerät, ggf. in den Bootloader, oder in einen Notfall-Modus.
reboot-bootloader Rebootet das Gerät in den Bootloader.
help Zeigt die Hilfe an
Optionen:
-w Löscht die Benutzerdaten und den Cache (und formatiert neu, wenn der Partitions-Typ das zulässt).
-u Verhindert das Löschen der Partition bevor sie neu partitioniert wird.
-s BESTIMMTES GERÄT Angabe eines bestimmten Gerätes. Bei einer USB-Verbindung muss entweder einen Seriennummer (die serialno, siehe Beispiel) oder der Pfad zum USB-Geräte-Port angegeben werden. Bei Ethernet-Verbindungen muss eine Adresse in der Form PROTOKOLL:HOSTNAME:[PORT] angegeben werden, als Protokoll kann tcp oder udp verwendet werden; auf vielen Geräten (noch) nicht nutzbar.
-p PRODUKT Angabe eines Produktnamens.
-i HERSTELLER-ID Angabe einer eigenen USB-Hersteller-ID.
--skip-reboot Verhindert ein Reboot des Geräts bei Befehlen, die normalerweise einen Reboot auslösen.
--version Versionsnummer
-h, --help Hilfe

Der Befehl fastboot -h zeigt alle verwendbaren Befehle und Optionen der installierten Version.

Beispiel

Ausgabe von

fastboot getvar all 

für ein Asus Nexus 7 (2012), gerootet, mit twrp-Recovery.

(bootloader) version-bootloader: 4.23
(bootloader) version-baseband: N/A
(bootloader) version-hardware: ER3
(bootloader) version-cdma: N/A
(bootloader) variant: grouper
(bootloader) serialno: 015d4b33e4242613
(bootloader) product: grouper
(bootloader) secure: no
(bootloader) unlocked: yes
(bootloader) uart-on: no
(bootloader) partition-size:bootloader: 0x0000000000600000
(bootloader) partition-type:bootloader: emmc
(bootloader) partition-size:recovery: 0x0000000000c00000
(bootloader) partition-type:recovery: emmc
(bootloader) partition-size:boot: 0x0000000000800000
(bootloader) partition-type:boot: emmc
(bootloader) partition-size:system: 0x0000000028a00000
(bootloader) partition-type:system: ext4
(bootloader) partition-size:cache: 0x000000001bb00000
(bootloader) partition-type:cache: ext4
(bootloader) partition-size:userdata: 0x0000000700f00000
(bootloader) partition-type:userdata: ext4
all: 
finished. total time: 0.248s

Extrahieren von .img-Dateien

Um aus update.app-Dateien, wie sie z.B. für Huawei-Roms verwendet werden, die .img-Dateien für bestimmte Partitionen zu extrahieren, kann das Programm splitupdate 🇬🇧 verwendet werden. Das Perl-Skript in das Verzeichnis der update-Datei kopieren, und dort im Terminal

./splitupdate UPDATE.APP 

ausführen. Die .img-Dateien werden in den neu erstellten Ordner /output/ extrahiert.

Alternativen

  • adb, das Schwesterprogramm aus der Android SDK

  • Für Samsung-Geräte liefert Heimdall ähnliche Funktionen

  • QtADB kann einige fastboot-Befehle verwenden

Diese Revision wurde am 11. Mai 2019 16:42 von Heinrich_Schwietering erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Kommunikation, Netzwerk, Hardware, Android