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NdisWrapper

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Bei NdisWrapper handelt es sich um ein Werkzeug, welches die Windowstreiber für ältere WLAN-Karten und WLAN USB-Sticks nutzt, um diese unter Linux zum Laufen zu bringen.

Ndiswrapper benötigt sowohl eine Treiberdatei mit der Endung .inf als auch alle dazugehörigen Dateien (z.B. mit der Endung .sys) in demselben Verzeichnis. Es funktionieren nur ältere Treiberversionen für Windows 95/98/2000 und Windows XP, die für die verwendete Systemarchitektur in der passenden 32-bit- oder 64-bit-Variante vorliegen müssen.

Installation

Zunächst müssen folgende Pakete installiert [1] werden:

  • dkms

  • ndiswrapper-utils-1.9

  • ndiswrapper-common

  • ndisgtk (universe)

  • ndiswrapper-dkms (universe)

  • gksu (universe bis 16.04)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install dkms ndiswrapper-utils-1.9 ndiswrapper-common ndisgtk ndiswrapper-dkms gksu 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://dkms,ndiswrapper-utils-1.9,ndiswrapper-common,ndisgtk,ndiswrapper-dkms,gksu

Ist am betroffenen PC keine Internetverbindung zum Herunterladen der ndiswrapper-Pakete vorhanden, können die Pakete von der Ubuntu-Installations-CD verwendet werden. Die .deb-Installationspakete[1] befinden sich im Verzeichnis /pool/main/n und müssen nur nacheinander doppelt angeklickt werden.

Das Paket ndiswrapper-dkms ist leider nicht auf CD enthalten, kann aber so wie alle anderen Pakete auch direkt vom Server ⮷ heruntergeladen werden. Auf zusätzlich benötigte abhängige Pakete mit dem roten Punkt ist dabei zu achten.

Achtung!

Das Paket ndiswrapper-dkms ist nur für den jeweiligen zur Ubuntu-Version zugehörigen Kernel aufbereitet. Bei Ubuntu 16.04-LTS also für den 4.4-Standardkernel. Bei höheren Kernelversionen wird das Modul dann nicht mehr über DKMS für den verwendeten Kernel, also z.B. 4.8.x oder höher, gebaut und installiert. Entweder bleibt man beim jeweiligen Standardkernel, oder ist gezwungen die Installationspakete aus den Quellen der entsprechenden Ubuntu-Version manuell zu installieren, sollte man aus anderen Gründen eine aktuellere Kernelversion benötigen.

Installation des Windows-Treibers

Achtung!

Für 32-bit-Systeme muss natürlich ein 32-bit-Treiber, für 64-bit-Systeme ein entsprechender 64-bit-Windows-Treiber verwendet werden

Wenn das Treiberpaket als .exe-Datei vorliegen, muss diese zunächst über ein Windowssystem, mit Hilfe eines der Programme [1] ...

  • cabextract (universe)

  • unshield (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install cabextract unshield 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://cabextract,unshield

oder mit Hilfe von Wine extrahiert werden (Pseudoinstallation). Einige Pakete können ggf. auch direkt mit einem Archivmanager entpackt werden.

Wurde das Windows-Archiv mit wine entpackt, sind die Dateien in dem verborgenen Ordner $HOME/.wine/drive_c/Programme/NAME_DES_TREIBERS zu finden.

Nach der Installation der Pakete klickt man unter "System → Systemverwaltung → Windows WLAN Treiber" auf "Neuen Treiber installieren". Nach der Auswahl der entsprechenden .inf-Datei des Windowstreibers sollte der Treiber in der Liste auftauchen und darunter auch "Hardware verfügbar: Ja" stehen.

Alternativ startet man das Programm im Terminal mit

gksu ndisgtk 

Alternativ kann man die Installation im Terminal [2] durchführen, wie weiter unten beschrieben.

Treiber wird nicht gefunden

Sollte die .inf-Datei nicht gefunden werden, hilft es, den Treiber auf ein externes Medium zu entpacken, z.B. einen USB-Stick. Dann erneut "System → Systemverwaltung → Windows WLAN Treiber" aufrufen und bei Laufwerk "USB-Stick" wählen, hier die entsprechende .inf-Datei wählen.

Hinweis:

ndisgtk findet den Windows-Treiber nicht, wenn sich im Pfad Ordnernamen mit Leerzeichen befinden.

Installation des Treibers (im Terminal)

Manchmal funktioniert der Weg über ndisgtk nicht. Man kann aber ohne Weiteres auf das Terminal ausweichen:

sudo ndiswrapper -i /PFAD/WINDOWSTREIBER/DATEINAME.inf 

Man sollte jetzt einen Blick in /etc/ndiswrapper/ werfen. Dort sollte nun ein neuer Ordner erscheinen, der den Namen der bei der Installation verwendeten *.inf Datei trägt und die Treiber- und Firmwaredateien sowie die durch Ndiswrapper angelegten Konfigurationsdateien enthält.

ls -rl /etc/ndiswrapper/*/* 

Mit folgendem Befehl lässt man sich den Status des Treibers anzeigen.

ndiswrapper -l 

Die Ausgabe sollte etwa so aussehen:

TREIBERNAME driver present, hardware present

Damit das Modul beim Systemstart oder beim Hinzufügen der Hardware automatisch geladen wird, muss noch eine entsprechende Aliastabelle für die verwendeten Geräte-ID anlegt werden.

sudo ndiswrapper -ma 

Jetzt kann man das Modul ndiswrapper laden [5].

sudo modprobe -v ndiswrapper 

Die Karte sollte jetzt funktionieren und kann benutzt werden.

Fehlersuche

Zur Kontrolle und Fehlersuche bei Problemen.

Versuch, den Ndiswrapper manuell zu laden:

sudo modprobe -v ndiswrapper 

Dabei werden ggf. Fehler angezeigt. Erfolgt keine Rückmeldung, wurde das Modul in den Kernel eingebunden.

Möglicherweise wird das Modul aber nicht gefunden. Die Ausgabe sieht dann etwa so aus:

FATAL Module Ndiswrapper not found.

Es wurden nicht alle erforderlichen Programmpakete installiert, wahrscheinlich fehlen die Pakete dkms und ndiswrapper-dkms. Das passiert vor allem nach einem Systemupgrade von einer früheren Ubuntuversion. Ndiswrapper und alle benötigten Pakete dann manuell und nach Möglichkeit über Kabelverbindung nachinstallieren wie im ersten Abschnitt beschrieben. Den Versuch anschließend wiederholen.

Anschließend kann überprüft werden, ob eine Schnittstelle initialisiert wurde:

iwconfig 

Wenn nicht, das Kernel-Log auf Fehlereinträge hin auslesen:

dmesg | egrep 'ndis|wlan' 

Typische Fehler

Falsche Treiberversion

Es wurde unter einem 64-bit-Systemkern ein 32-bit-Windows-Treiber installiert, oder umgekehrt. Den Treiber deinstallieren und einen zur Systemarchitektur passenden Treiber verwenden.

ndiswrapper version 1.57 loaded (smp=yes, preempt=no)
usbcore: registered new interface driver ndiswrapper
ndiswrapper (check_nt_hdr:150): kernel is 64-bit, but Windows driver is not 64-bit;bad magic: 010B

(hier wurde ein 32-bit-Treiber unter einem 64-bit-Systemkern verwendet.

Ungeeigneter Treiber

Diverse Meldungen „unknown symbol“. Die verwendete Treiberversion ist nicht für Ndiswrapper geeignet. Ndiswrapper kann einige Eigenschaften des Windows-Treibers nicht implementieren. Die Geräteinitialisierung scheitert oder es funktioniert einfach nicht. Dieses Problem tritt meistens bei der Verwendung neuerer Windows7- oder Vista-Treibern auf.

Beispiel:

ndiswrapper (import:233): unknown symbol: NDIS.SYS:'NdisAllocateNetBufferAndNetBufferList'
ndiswrapper (import:233): unknown symbol: NDIS.SYS:'NdisMIndicateReceiveNetBufferLists'
usw.
...

Den Treiber deinstallieren und nach Möglichkeit eine ältere Version für Windows-XP/2000/98 verwenden.

Ndiswrapper wird nicht geladen

Ndiswrapper startet u.U. nicht automatisch beim Systemstart. Seit Ubuntu 11.10 wird die benötigte Konfigurationsdatei nicht mehr im entsprechenden Ordner angelegt, kann aber einfach manuell kopiert werden. Dann wird die WLAN-Karte oder der WLAN-Stick auch bei Systemstart direkt erkannt.

Alias-Tabelle prüfen:

cat /etc/modprobe.d/ndiswrapper 

Hier werden die vom Ndiswrapper benötigten Geräte-IDs abgelegt welche in der *.inf-Datei der installierten Windows-Treiber enthalten sind.

Konfigurationsdatei kopieren, sollte diese fehlen:

sudo cp /etc/modules.conf /etc/modprobe.d/ndiswrapper.conf  

Ndiswrapper notfalls in die Liste der bei Systemstart zu ladenden Module eintragen:

echo ndiswrapper | sudo tee -a /etc/modules 

Deinstallation eines Treibers

Installiert man über Ndiswrapper einen neuen Treiber, ist es eventuell vonnöten, den alten zu deinstallieren. Zuerst fragt man den Namen des, bzw. der installierten Treiber ab:

sudo ndiswrapper -l 

Den Namen des Treiber verwendet man anschließend zu Deinstallation:

sudo ndiswrapper -r NAME_DES_TREIBERS 

Fehlerhafte Treiber, unvollständige Installationen oder leere Installationsverzeichnisse unter /etc/ndiswrapper und /etc/modprobe.d/ndiswrapper müssen ggf. noch manuell gelöscht werden.

Konfiguration der Karte

Wenn der Treiber erfolgreich geladen wurde, kann an dieser Stelle auf der Übersichtsseite mit der Konfiguration fortgefahren werden.

Ndiswrapper aus den Quellen kompilieren

Vorbereitung

Damit das Unterfangen gelingt, benötigt man das folgende Paket [1]:

  • build-essential

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install build-essential 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://build-essential

Außerdem wird das Paket linux-headers passend zur eigenen Kernel-Version und -Architektur (-generic, -386, -generic-pae usw.) benötigt. Dieses Paket lässt sich über den folgenden Befehl installieren:

sudo apt-get install linux-headers-$(uname -r) 

Im Terminal:

sudo apt-get install --reinstall linux-headers-$(uname -r) linux-headers-generic build-essential 

Vorhandene Ndiswrapper-Version deinstallieren, dabei auch ndiswrapper-dkms deinstallieren, falls dies verwendet wurde:

sudo apt-get remove --purge ndiswrapper-common ndiswrapper-utils-1.9 ndiswrapper-dkms
sudo rm /lib/modules/$(uname -r)/kernel/ubuntu/ndiswrapper/ndiswrapper.ko 

Diese Revision wurde am 9. Oktober 2019 08:01 von ubot erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: WLAN, Netzwerk, Hardware