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Router

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Hinweis:

Der Begriff „Router“ hat mehrere Bedeutungen:

1. Ein Router ist eine netzwerktechnische Funktion (Routing-Funktion) , welche Netzwerkpakete auf Ebene 3 (L3) im Netzwerkschichtenmodell zwischen Netzwerken vermittelt. Diese Funktion kann als Hardware-Gerät, aber auch per Software mit z.B. einem Linux-Rechner realisiert werden.

Weitere Informationen zum Routing bei Linux findet man im Artikel Router/Routing-Funktion.

2. Als Router werden auch kompakte Multifunktionsgeräte bezeichnet, die zusätzlich zur Routing-Funktion auch noch weitere im Netzwerk benötigte oder nützliche Dienste realisieren.

Dazu sind verschiedene Hardware-Komponenten, wie das DSL-Modem , diverse Schnittstellen, ein kleiner Netzwerk-Switch und über Software gesteuerte Funktionen wie NAT, ein DNS-System, ein DHCP-Server und eine Firewall in einem einzigen Gerät vereint. Eine Fritzbox stellt ein Beispiel für einen solchen Hardware-Router dar.

Allgemeine Hinweise zum Kauf und Betrieb eines solchen Gerätes enthält der Artikel Hardware-Router.

Normale Rechner, ausgestattet mit passender Hardware, können auch mit Ubuntu als Betriebssystem zu einem solchen Multifunktionsgerät gemacht werden. Weitere Informationen sind im Artikel Router/Multifunktionsgerät zu finden.

Ein WLAN Router ist ein Router in der zweiten Bedeutung, welcher als Zusatzfunktion auch noch einen WiFi/WLAN-Zugangspunkt (englisch: Access Point) bereitstellt.

Eine Internetverbindungsfreigabe, bei der in der Regel ein Arbeitsrechner seinen Internetzugang nachgeschalteten Rechnern weiterreicht, kann als (Software-) Router realisiert werden.

Spezielle Hardware

Für den praktischen Einsatz bieten sich insbesondere Embedded-PC-Systeme wie z.B. von Alix oder VIA Epia mit mehreren Netzwerkschnittstellen an. Diese sind für die vorgesehenen Aufgaben meist sparsamer im Energieverbrauch als herkömmliche Desktop- oder Server-Rechner.

Das OpenWrt-Projekt 🇩🇪 bietet für zahlreiche solcher Geräte auf Linux basierende Spezial-Software an.

  • OpenWrt 🇬🇧 - Linux-Distribution (mit closed-Source Komponenten) für viele embedded Geräte (ARM, MIPS, …).

Spezielle Distributionen

Es gibt etliche von einem unixoiden Betriebssystem abgeleiteten Distributionen, die speziell für diesen Anwendungszweck konzipiert wurden, aber auch für allgemeine Aufgaben verwendbar sind und auf normalen Rechnern lauffähig sind.

Beliebte, aber sonst willkürlich herausgegriffene Beispiele basierend auf Linux:

  • Alpine Linux 🇬🇧 – Die unabhängige nicht kommerzielle Distribution legt Wert auf Kompaktheit, Einfachheit und Sicherheit. Kann auch ohne Massenspeicher im Diskless Mode betreiben werden. Für alle Aufgaben ohne Desktop, insbesondere auch für Netzwerk-Komponenten verwendbar. Rezension bei distrowatch.com 🇬🇧

  • ClearOS 🇬🇧 – Kommerzielle Distribution, aber auch als kostenfreie Communitiy Edition erhältlich. Wird eingesetzt in Multifunktionsgeräten wie z.B. als Security Gateway Appliance.

  • IPFire 🇬🇧 – Kommerzielle Open-Source Distribution speziell für Firewalls. Frei verwendbar, sofern man den Download überlebt.

Beliebte, aber sonst willkürlich herausgegriffene Beispiele basierend auf FreeBSD:

  • pfSense 🇬🇧 – Freie, kommerziell genutzte Open Source Distribution für Netzwerk-Komponenten

Weitere Distributionen findet man auf distrowatch.com 🇬🇧 🇩🇪.

Lösungen mit Ubuntu

Arno's IPTABLES firewall script

Dies ist ein seit 2001 über 20 Jahre entwickeltes und gepflegtes Shell-Skript zum Aufbau eines Firewall und NAT/PT auf einem Router zwischen Internet und eigenem Verantwortungsbereich. Es kann über Textdateien in einem eigenen Verzeichnis konfiguriert werden oder im Dialog mit einem eigenen Einrichtungsskript.

Es kann aus den offiziellen Ubuntu-Paketquellen direkt installiert werden:

  • arno-iptables-firewall (universe)

Befehl zum Installieren der Pakete:

sudo apt-get install arno-iptables-firewall 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://arno-iptables-firewall

Alternativ kann es von seiner Projektseite (Arno's IPTABLES firewall script) 🇬🇧 oder seiner Download-Seite 🇬🇧 ⮷ herunter geladen werden.

GRASE Hotspot

Das GRASE-Hotpot-Projekt 🇬🇧 vereinfacht die Einrichtung und Verwaltung eines WLAN-Hotspots auf einem Rechner mit Ubuntu Server als Betriebssystem. Es stellt ein eigenes Software-Repositorium zur Verfügung, aus dem man die für einen WLAN-Hotspot benötigten Programme über die normale Paketverwaltung installieren kann. Diese Programme wären zwar auch über die Ubuntu-Paketquellen zu beziehen, das GRASE-Hotspot-Projekt verbessert aber die Zusammenarbeit der einzelnen Komponenten und vereinheitlicht die Verwaltung.

Die Einrichtung des speziellen Software-Repositorium erfordert einmalig ein unübliches Vorgehen 🇬🇧.

Diese Revision wurde am 15. Juni 2021 10:58 von tuxifreund erstellt.
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