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GNOME-Pie

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

gnome-pie_logo.png GNOME-Pie 🇬🇧 ist ein vielseitiger Anwendungsstarter. Während andere gängige Anwendungsstarter wie das Dash von Unity oder die Aktivitäten-Ansicht der GNOME Shell primär auf die Verwendung mit der Tastatur und die Eingabe von Anwendungsnamen zum schnellen Starten der Anwendungen ausgelegt sind, verfolgt GNOME-Pie einen anderen Ansatz: Es setzt das Fitts'sche Gesetz um.

Beim Aufruf von GNOME-Pie werden vordefinierte Anwendungen oder Funktionen in kreisförmiger Anordnung (dem sog. "pie", deutsch: Kuchen) um den Mauszeiger eingeblendet. Die eingeblendeten Anwendungen (die sog. "slices", deutsch: Kuchenstück) können dann mit der Maus direkt ausgewählt werden, wodurch kein Wechsel der Hand von der Maus zur Tastatur oder ggf. das Bewegen des Mauszeigers zum anderen Ende der Arbeitsfläche nötig werden.

Die Funktion von GNOME-Pie geht allerdings über das bloße Starten vordefinierter Anwendungen hinaus, so kann man über GNOME-Pie beispielsweise auch individuelle Starter oder Ordner aufrufen sowie Audio- oder Videoplayer steuern. Erfolgreich getestet wurde das Programm in Kombination mit Unity und GNOME 3.

gnome-pie-screen.png

Installation

GNOME-Pie ist in den offiziellen Paketquellen enthalten.

  • gnome-pie (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gnome-pie 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://gnome-pie

Benutzung

Öffnen

Das Programm kann über den jeweiligen Anwendungsstarter der Benutzeroberfläche oder über den Befehl gnome-pie im Terminal geöffnet werden [3].

Einstellungen

Nach Aufrufen des Programms öffnet sich das Einstellungsfenster. Hier findet sich bereits eine Reihe vordefinierte Pies, die nach Belieben geändert werden können. Außerdem kann man sich eigene Pies individuell zusammenstellen. Um die einzelnen Pies aufrufen zu können, werden ihnen Tastenkombinationen bzw. zusätzliche Maustasten zugeordnet. Es können zudem folgende Zusatzoptionen für das Aufrufen der Pies ausgewählt werden:

optionen.png

Zusatzoptionen der Tastenzuweisung
Zusatzoption Bedeutung
Turbo-Mode Der Pie schließt sich automatisch, wenn die Tastenkombination losgelassen wird
Verzögerte Aktivierung Der Pie öffnet sich erst nach längerem Gedrückt-Halten der Tastenkombination
Zentriert auf dem Bildschirm öffnen Der Pie wird nicht an der Position des Mauszeigers, sondern auf der Bildschirmmitte geöffnet

Verwendung zusätzlicher Maustasten

GNOME-Pie lässt sich besonders effektiv mithilfe zusätzlicher Maustasten verwenden. An Stelle von Tastenkürzeln kann man bestimmten Pies auch zusätzliche Maustasten zuweisen. So können die Pies auf Wunsch durch Druck auf die Daumentasten oder auf das Mausrad geöffnet werden.

Es bietet sich allerdings an, dabei sowohl die Verzögerte Aktivierung als auch den Turbo-Mode zu verwenden. Die Verzögerte Aktivierung hilft dabei, Konflikte mit bereits vergebenen Funktionen (z.B. der Vor- und Zurücknavigation mit den Daumentasten im Browser) zu vermeiden, da die entsprechende Taste nun etwas länger gedrückt werden muss. Um nun aber zur Aktivierung und erneuten Deaktivierung eines Pies nicht zweimal hintereinander die Maustaste gedrückt halten zu müssen, kann man den Turbo-Mode anwenden, durch den die Aktivierung des Pies nur solange anhält, wie man die Maustaste gedrückt hält.

Diese Revision wurde am 10. Februar 2020 13:21 von DJKUhpisse erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Barrierefreiheit, Installation, GNOME, Desktop, Ubuntu