DVD-Wiedergabe

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Ein Terminal öffnen

  3. mit Root-Rechten arbeiten

  4. Pakete aus dem Quellcode erstellen, optional

Inhaltsverzeichnis
  1. Kommerzielle Programme
  2. Libdvdcss
    1. Installation
  3. Problembehebung
    1. Darstellungsfehler auf AMD-Grafikkarten
    2. Keine Wiedergabe von DVDs
    3. Ruckelige Wiedergabe
    4. Datenschutz erhöhen
  4. Links

Wiki/Icons/dvd.png Viele VideoPlayer sind in der Lage, DVDs abzuspielen. Im Falle kommerzieller Filme verfügen DVDs über einen zwar unwirksamen Kopierschutz (Abschnitt „Filme“), der sich allerdings als wirksamer Abspielschutz herausstellt. Um auch diese DVDs abspielen zu können, gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Kommerzielle Programme, die den benötigten Schlüssel zur DVD-Wiedergabe mitbringen

  2. Die Bibliothek Libdvdcss, die wegen lizenzrechtlicher Unsicherheiten nicht in Ubuntu enthalten ist (Softwarepatente in den USA, Kanada und einigen anderen Ländern)

Kommerzielle Programme

./dvd-logo.png Kommerzielle Programme lösen das Problem, indem die Hersteller einen für die Entschlüsselung zuständigen CSS-Schlüssel von der "DVD Copy Control Association" (CCA) erwerben. Diesen dürfen sie dann an ihre Kunden weiterreichen. Für Linux gibt es zwei kommerzielle Programme:

Hinweis!

Fremdsoftware kann das System gefährden.

Libdvdcss

Die Bibliothek kann entweder über ein in den offiziellen Paketquellen enthaltenes Paket installiert [1] oder selbst erstellt werden.

Installation

Benötigt wird das Paket [1]:

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install libdvd-pkg 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://libdvd-pkg

Anschließend wird im Terminal [2] folgender Befehl mit Root-Rechten ausgeführt [3]:

sudo dpkg-reconfigure libdvd-pkg 

wodurch der Quellcode von libdvdcss2 heruntergeladen, kompiliert, in ein DEB-Paket umgewandelt und zum Schluss installiert wird. Wer das Paket aufheben möchte, um es beispielsweise auf andere Rechner zu übertragen, findet dieses im Ordner /usr/src/libdvd-pkg/. Danach muss der Rechner gegebenenfalls neu gestartet werden.

Problembehebung

./VLC_Hardwarebeschleunigte_Dekodierung.png

Darstellungsfehler auf AMD-Grafikkarten

Bei Ubuntu 16.04 kann es zu Fehlern in der Darstellung von DVDs oder ISO-Images von DVDs kommen. Ursache scheint ein Fehler in der libvdpau bei Verwendung der Treibers "radeon" zu sein.

Umgehen kann man das Darstellungsproblem, indem im entsprechenden Programm die Hardwarebeschleunigung deaktiviert wird. Für VLC geht man dabei wie folgt vor: im Menü "Werkzeuge -> Einstellungen -> Eingang/Codecs" im Dropdown-Menü "Deaktivieren" auswählen.

Keine Wiedergabe von DVDs

Mit dem Programm regionset lässt sich die im Laufwerk eingestellte Region auslesen und gegebenenfalls ändern. Manche Laufwerke haben von Werk aus keine Region eingestellt, dies kann (!) dazu führen, dass sich überhaupt keine verschlüsselten DVDs abspielen lassen; auch hier ist mit regionset eine Region einzustellen. Üblicherweise ist dies für Deutschland die Region 2. Es sollte jedoch beachtet werden, dass die meisten Laufwerke ein Ändern der Region nur insgesamt fünf Mal zulassen.

Ruckelige Wiedergabe

Falls DVD-Programme aufgerufen wurden, bevor libdvdcss richtig installiert war, könnte das Ruckeln an falschen CSS-Schlüsseln liegen. In diesem Fall braucht nur das versteckte Verzeichnis ~/.dvdcss/ gelöscht zu werden.

Datenschutz erhöhen

Für jede geöffnete DVD wird im versteckten Verzeichnis ~/.dvdcss/ ein Unterverzeichnis angelegt, in dem die CSS-Schlüsseln gespeichert werden. Dadurch kann man genau nachvollziehen, welche DVD wann geöffnet wurde.

Falls man dies nicht möchte, soll man das Verzeichnis ~/.dvdcss/ entweder manuell oder automatisch bereinigen.

Man kann ein Automatismus elegant implementieren, indem man in eine vorhandene Verzeichnisstruktur vom Typ tmpfs (z.B. /dev/shm) schreiben lässt. Dies verringert nebenbei die Schreibzugriffe auf das verwendete Speichermedium und verlagert diese in den schnellen verfügbaren Arbeitsspeicher.

Solche Logik kann man z. B. im Skript ~/.bashrc implementieren:

### my part ##
# Uebertragung des VZ ~/.dvdcss ins Memory

# Eine Kopie mit einem Zeitstaempel erstellen, die spaeter entfernt werden kann
[ -d ${HOME}/.dvdcss -a ! -L ${HOME}/.dvdcss ] && mv ${HOME}/.dvdcss ${HOME}/.dvdcss_$(date +%y%m%d-%H%M)

# Ein Ersatzverzeichnis anlegen
[ ! -d /dev/shm/${USER}/.dvdcss ] && mkdir -m 700 -p /dev/shm/${USER}/.dvdcss

# Den Link pruefen und ggf. anlegen
[ ! -L ${HOME}/.dvdcss ] && ln -s /dev/shm/${USER}/.dvdcss ${HOME}/.dvdcss