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Bitmessage

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

./bitmessage.png Bitmessage 🇬🇧 ist ein seit 2012 entwickeltes System zum verschlüsselten Nachrichtenaustausch. Es zeichnet sich gegenüber E-Mail dadurch aus, ohne zentrale Server auszukommen und verwendet als Transportmedium ein geschlossenes Peer-to-Peer-Netzwerk (P2P). Man kann und muss also kein Postfach bei einem E-Mail-Provider eröffnen. Im Gegensatz zu E-Mails werden alle Nachrichten grundsätzlich verschlüsselt und können nicht von Dritten gelesen werden.

Bitmessage basiert auf den Ideen des Protokolls von Bitcoin. Da der Nachrichtentransport ohne zentrale Server abgewickelt wird, erhält faktisch jeder Teilnehmer alle Nachrichten des Systems, aber nur der korrekte Empfänger kann diese entschlüsseln und damit lesen. Da keine Mailheader vorhanden sind, entfallen auch Information über den Transportweg, die selbst bei verschlüsselten E-Mails indirekt Rückschlüsse auf die Kommunikationspartner zulassen. Detaillierte Informationen zu Authentifizierung, Skalierbarkeit und Spam finden sich im Whitepaper 🇬🇧 ⮷ (PDF).

Hinweis:

Es sollte beachtet werden, dass Bitmessage noch ein junges Projekt ist und bisher keinen Sicherheitsaudit durchlaufen hat.

Installation

bmscreen01.png
PyBitmessage

Der unter Linux gebräuchliche Client hört auf den Namen PyBitmessage. Das englischsprachige Programm ist bisher kein Bestandteil der offiziellen Paketquellen.

Manuell

Zunächst müssen folgende Pakete installiert werden, um die Abhängigkeiten aufzulösen [1]:

  • python

  • openssl

  • git

  • python-qt4

  • libssl-dev

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install python openssl git python-qt4 libssl-dev 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://python,openssl,git,python-qt4,libssl-dev

Dann wird in einem Terminalfenster [2] Bitmessage via Git ins Homeverzeichnis heruntergeladen:

git clone https://github.com/Bitmessage/PyBitmessage $HOME/PyBitmessage 

Erscheint eine neue Version, ist dieser Befehl zu wiederholen. Das Programm kann anschließend wie folgt gestartet werden:

python2 ~/PyBitmessage/src/bitmessagemain.py 

Wer möchte, kann sich einen Programmstarter [3] erstellen. Dazu erstellt man die Datei ~/.local/share/applications/pybitmessage.desktop mit folgendem Inhalt (BENUTZERNAME bitte anpassen):

[Desktop Entry]
Type=Application
Name=PyBitmessage
GenericName=Bitmessage secure E-Mail client
Comment=Send encrypted messages
Comment[de]=Verschlüsselte Nachrichten senden und empfangen
Exec=sh -c 'cd /home/BENUTZERNAME/PyBitmessage/src/ && python bitmessagemain.py'
Icon=/home/BENUTZERNAME/PyBitmessage/desktop/icon24.png
Terminal=false
X-MultipleArgs=false
Categories=Application;Network;Email;
StartupNotify=true
Actions=Launch

[Desktop Action Launch]
Name=Launch Bitmessage
Exec=sh -c 'cd /home/BENUTZERNAME/PyBitmessage/src/ && python bitmessagemain.py'
OnlyShowIn=Messaging Menu;Unity;

Bedienung

./bitmessage_logo.png Nach dem Programmstart legt man sich als erstes über "Your Identities" ein oder mehrere Benutzerkonten an. Dabei stehen zwei Verfahren zur Auswahl:

  1. Zufällig (Random number generator)

  2. Kennwort (Passphrase)

Beide Verfahren haben sowohl Vor- als auch Nachteile, die bei der Kontenerstellung genauer erklärt werden. Die weitere Bedienung funktioniert wie bei E-Mails: Nachrichten werden unter Angabe von Absender, Empfänger und Betreff ausgetauscht. Die grundlegenden Funktionen von Bitmessage sind über Registerkarten (Tabs) zu finden:

Titel der Tabelle
Registerkarte Funktion
./pybitmessage_symbol_inbox.png Inbox Im Posteingang finden sich alle eingegangenen Nachrichten
./pybitmessage_symbol_send.png Send Verfassen einer Nachricht
./pybitmessage_symbol_sent.png Sent Gesendete Nachrichten
./pybitmessage_symbol_identities.png Your Identities Hier können beliebig viele Benutzerkonten/Adressen zum Versenden und Empfangen von Nachrichten erstellt werden
./pybitmessage_symbol_subscriptions.png Subscriptions An dieser Stelle abonniert man Rundsprüche. Diese Nachrichten erscheinen automatisch im Posteingang.
./pybitmessage_symbol_addressbook.png Address Book Im Adressbuch können den schwierig zu merkenden Adressen Namen zugewiesen werden
./pybitmessage_symbol_blacklist.png Blacklist Festlegen unerwünschter Adressen
./pybitmessage_symbol_networkstatus.png Network Status Zeigt die Konnektivität zum P2P-Netzwerk

Zum Testen kann eine Nachricht an die Adresse BM-orkCbppXWSqPpAxnz6jnfTZ2djb5pJKDb gesendet werden. Es wird automatisch eine Nachricht an den Absender zurückgeschickt.

Hinweis:

Solange der Sender einer Nachricht Bitmessage betreibt und der Empfänger offline ist, werden neue Zustellversuche unternommen, bis die Nachricht den Empfänger erreicht. Ist der Empfänger länger als 2 Tage offline, werden Nachrichten verzögert (nach 5, 10, 20... Tagen) zugestellt, um das dezentrale Netz nicht zu überlasten (Stand: 05/2014).

Einstellungen

Über den Menüpunkt "Settings" kann u.a. festgelegt werden, ob Bitmessage beim Systemstart automatisch gestartet werden soll. Einstellungen werden im Ordner ~/.config/PyBitmessage/ im Homeverzeichnis gespeichert.

Problembehebung

Bitmessage zeigt seine Funktionstüchtigkeit mit einem Symbol unten rechts im Programmfenster an, das in Ampelfarben erscheint. Wenn dieses Symbol rot ist, besteht keine Verbindung zum Netzwerk. Es ist immer ratsam, den TCP-Port 8444 weiterzuleiten. Das hilft außerdem dem gesamten Bitmessage-Netzwerk.

Diese Revision wurde am 23. April 2019 22:52 von BillMaier erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Qt, P2P, Internet, Netzwerk, Kommunikation, Sicherheit