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Synergy

Archivierte Anleitung

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Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

./synergy_logo.png Mit Synergy 🇬🇧 lassen sich mehrere Rechner, die jeweils ihren eigenen Bildschirm haben, mit einer Maus und einer Tastatur bedienen. So lässt sich z.b. der Laptop bequem mit der ordentlichen Tastatur und Maus des auf dem selben Schreibtisch stehenden Desktop-Rechners bedienen, ohne dass man besondere Hardware kaufen muss. Voraussetzung ist, dass alle Rechner miteinander vernetzt sind.

Um von einem Rechner auf den nächsten zu wechseln, bewegt man die Maus einfach über den Bildschirmrand hinaus, in Richtung des zweiten Rechners und schon bedient man nicht mehr den Rechner, an dem eigentlich Maus und Tastatur angeschlossen sind, sondern den anderen Rechner, zu dem der Bildschirm gehört, auf dem sich der Mauszeiger jetzt befindet.

Versionen

./synergy.jpg Der Quelltext von Synergy ist zwar unter der GNU Public License (GPL v.2) frei verfügbar, aber die Nutzung ist mittlerweile nicht mehr kostenlos. Die Entwickler unterscheiden zwischen einer Basic- und einer Pro-Version, wobei letztere über SSL-Verschlüsselung und direkten E-Mail-Support verfügt.

Hinweis:

Synergy bot bis zur Version 1.4.11 keinerlei Sicherheitsmechanismen, d.h. diese Programmversionen konnten nur in vertrauenswürdigen Umgebungen bzw. Netzwerken verwendet werden. Die in den offiziellen Paketen bereitgestellten Versionen seit 1.4.12 unterstützen hingegen verschiedene Verschlüsselungsstandards. Zum aktuellen Stand siehe Security 🇬🇧 im Synergy-Wiki.

Installation

Es muss nur ein Paket auf jedem Rechner, der über Synergy die Eingabegeräte teilen soll, installiert [1] werden:

  • synergy (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install synergy 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://synergy

Konfiguration

Grafische Benutzeroberflächen

Synergy verfügt über eine grafische Benutzeroberfläche, die nicht nur eine einfache und schnelle Konfiguration erlaubt, sondern auch verschiedene Fehlersuchfunktionen bereitstellt. Aus dieser Oberfläche heraus ist es - falls gewünscht - möglich, eine traditionelle Konfigurationsdatei abzuspeichern und mit dieser weiterzuarbeiten.

Bei der Erstkonfiguration ist es sinnvoll, zunächst "Interaktive Konfiguration" zu wählen und die Einstellungen hierüber zu testen. Im zweiten Schritt lässt sich diese Konfiguration in eine Datei sichern und fortan verwenden, was insbesondere bei wechselnden Netzwerkeinstellungen (Büro, Zuhause) vorteilhaft sein kann.

Konfigurationsdatei

Das händische Erstellen einer Konfigurationsdatei dürfte nur in Ausnahmefällen sinnvoll sein. Die weitere Beschreibung dieser Datei dient mehr dem Verständnis als der Bedienung des Programms.

Der Rechner, an dem sich Tastatur und Maus befinden, wird als Server bezeichnet. Die Konfigurationsdatei auf diesem Rechner ist relevant für beide (ggf. mehrere) Rechner. Synergy wird über die Datei /etc/synergy.conf konfiguriert. Diese ist nach der Installation des Paketes noch nicht vorhanden. Stattdessen gibt es eine Beispielkonfiguration /etc/synergy.conf.example.

# sample synergy configuration file
#
# comments begin with the # character and continue to the end of
# line.  comments may appear anywhere the syntax permits.

section: screens
        # three hosts named:  moe, larry, and curly
        moe:
        larry:
        curly:
end

section: links
        # larry is to the right of moe and curly is above moe
        moe:
                right = larry
                up    = curly

        # moe is to the left of larry and curly is above larry.
        # note that curly is above both moe and larry and moe
        # and larry have a symmetric connection (they're in
        # opposite directions of each other).
        larry:
                left  = moe
                up    = curly

        # larry is below curly.  if you move up from moe and then
        # down, you'll end up on larry.
        curly:
                down  = larry
end

section: aliases
        # curly is also known as shemp
        curly:
                shemp
end

Am einfachsten ist es, die Vorlage mit

sudo cp /etc/synergy.conf.example /etc/synergy.conf 

an die richtige Stelle zu kopieren und diese dann an die vorhandene Installation anzupassen [2]. Um diese Einstellung benutzerspezifisch festzulegen, kann die Datei auch unter ~/.synergy.conf (bei Installation über das Fremdpaket im DEB-Format) abgespeichert werden. Bei der Version aus den offiziellen Paketquellen verwendet man ~/.config/Synergy/Synergy.conf.

Hier ist ein Beispiel für zwei Rechner, die nebeneinander auf dem Schreibtisch stehen:

# Zwei Rechner vorhanden. RechnerEins (Hauptrechner)und RechnerZwei.
# RechnerEins befindet sich links von RechnerZwei

section: screens
        RechnerEins:
        RechnerZwei:
end

section: links
        RechnerEins:
                right = RechnerZwei
        RechnerZwei:
                left = RechnerEins

end

Zunächst handelt es sich bei den Bezeichnungen "RechnerEins" und "RechnerZwei" um frei wählbare Namen. Der Start des Serverdienstes bzw. der Clients vereinfacht sich jedoch, wenn hier bereits die entsprechenden Computernamen verwendet werden.

Benutzung

Zur Benutzung muss Synergy auf dem Server und je eine Version auf den Clients gestartet werden. In der grafischen Benutzeroberfläche ist hierzu lediglich die jeweilige Rolle (Server/Client) auszuwählen und per Start-Knopf zu bestätigen.

Der Start lässt sich auch über die Kommandozeile durchführen, nutzt dann allerdings leicht unterschiedliche Befehle, wie nachfolgend beschrieben.

Synergy Server

Der Synergy Server muss auf dem Rechner, an dem auch die Eingabegeräte installiert sind, geladen werden [3]:

synergys 

Wurde in der Konfigurationsdatei für den entsprechenden "Screen" nicht der Hostname des Servers verwendet, so muss der Server mit

synergys -n SCREEN_NAME 

gestartet werden.

Diese Befehle starten synergys im Hintergrund. Um eventuelle Fehlermeldungen zu sehen, empfiehlt es sich, synergys zunächst in Vordergrund zu starten. Dies geschieht durch zusätzliche Angabe der Option -f.

Synergy Client

Der Client muss nun noch auf dem zweiten Rechner mit der Angabe des Servers gestartet werden:

synergyc <Server> 

Auch hier muss ein abweichender Screen-Name gegebenenfalls mittels der Option -n übergeben werden. Der Server kann auf verschiedene Arten angegeben werden. Die einfachste und sicherste Variante ist die Angabe per IP-Adresse. Unter Ubuntu kann auch Avahi verwendet werden, indem man den Server mit HOSTNAME.local angibt, also zum Beispiel "ubuntu.local". Beispiele:

synergyc 192.168.1.2
synergyc ubuntu.local
synergyc -n RechnerZwei ubuntu.local

Sofort nach dem Starten des Servers und des Clients sollte man mit der Maus zwischen den Rechnern hin- und herwechseln können. Um eventuelle Fehlermeldungen zu sehen, empfiehlt es sich auch hier, die zusätzliche Option -f zu verwenden.

Problembehebung

Es kommt bei einigen Clients zu Problemen beim Erkennen der deutschen Tastaturbelegung. Hier schafft ein einfacher Befehl in der Kommandozeile Abhilfe:

setxkbmap de 

Danach ist auch die deutsche Tastaturbelegung auf dem Client Gerät-benutzbar. Um diese Einstellung beim Starten des Systems herzustellen, kann der Befehl setxkbmap de via Autostart nach der grafischen Anmeldung ausgeführt werden.

Diese Revision wurde am 7. Februar 2020 09:34 von Heinrich_Schwietering erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Qt, Desktop, Netzwerk