ubuntuusers.de

POV-Ray

Archivierte Anleitung

Dieser Artikel wurde archiviert. Das bedeutet, dass er nicht mehr auf Richtigkeit überprüft oder anderweitig gepflegt wird. Der Inhalt wurde für keine aktuell unterstützte Ubuntu-Version getestet. Wenn du Gründe für eine Wiederherstellung siehst, melde dich bitte in der Diskussion zum Artikel. Bis dahin bleibt die Seite für weitere Änderungen gesperrt.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

POV-Ray 🇬🇧 ist ein Raytracing-Programm mit vielen Features. Für die kommende Version 3.7 sind unter anderem die Unterstützung von Multicore-CPUs sowie Möglichkeiten zum Echtzeitraytracing geplant. POV-Ray basiert auf einer an die Programmiersprache C angelehnten Szenen-Beschreibungs-Sprache, die Raytracing-Anwendung wird über die Kommandozeile gesteuert. Es gibt zahlreiche Programme, die mit POV-Ray zusammenarbeiten (z. B. gibt es mit KPovModeler eine grafische Oberfläche zum Modeling). POV-Ray kann auch zum Erstellen von Animationen eingesetzt werden.

Installation

Installiert [1] wird der Raytracer mit dem Paket

  • povray (multiverse)

  • povray-includes (multiverse, optional)

  • povray-examples (multiverse, optional)

  • povray-doc (multiverse, optional)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install povray povray-includes povray-examples povray-doc 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://povray,povray-includes,povray-examples,povray-doc

Wenn man einen grafischen Modeler benutzen möchte, bietet Ubuntu in der Sektion Grafik das Paket

  • kpovmodeler (multiverse, KDE4-Version)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install kpovmodeler 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://kpovmodeler

Beispiel eines mit POV-Ray erzeugten Bildes

doyle_spiral_and_inversion_by_fdecomite_license_cc-by-2.0-en_low.jpg

Doyle Spiral+Inversion, by fdecomite 🇬🇧, Lizenz: cc-by-2.0 (Verringerte Qualität, um Bandbreite einzusparen).

Bedienung

POV-Ray wird über die Kommandozeile[2] bedient. Ein beispielhafter Aufruf:

povray Width=800 Height=600 +V +Iscene.pov +Oscene.png +P +SP4 +Q9 +A0.2 
Parameter: Bedeutung
Width= Breite des zu rendernden Bildes in Pixeln
Height= Höhe des zu rendernden Bildes in Pixeln
+V Wortreiche Ausgabe
+I Dateiname der Szenen-Datei (Endung typischerweise .pov)
+O Zu erzeugende Bilddatei
+P Pause nach Abschluss des Renderns. Das Vorschau-Fenster soll nicht gleich geschlossen werden
+SP Größe der Vorschau-Pixel zu Beginn. (Werden zunächst größere Pixel eingestellt, erhält man schneller einen Eindruck des Gesamtbildes.)
+Q Qualitätsstufe. Je höher die Qualitätsstufe ist, umso mehr wird zur Berechnung des Bildes berücksichtigt (Schatten, Spiegelungen, Lichtbrechung usw.), Stufe 9 bietet vollständiges Raytracing, darüberhinaus kann noch Radiosity zugeschaltet werden
+A Einstellung zum Antialiasing

Experten-Info:

Weitere Parameter und ausführlichere Beschreibungen können der Manpage entnommen werden.

Für die Erstellung einer Szenen-Datei in der Szenen-Beschreibungs-Sprache (siehe folgender Abschnitt) kann ein Texteditor [3] nach Wahl verwendet werden.

Die Szenen-Beschreibungs-Sprache

Die von POV-Ray verwendete Szenen-Beschreibungs-Sprache ist angelehnt an die Programmiersprache C. Durch die Verwendung einer solchen Sprache kann die Szene durch ihren Ersteller exakt beschrieben werden, Möglichkeiten bestehen u. a. zum Erstellen von Schleifen, Kontrollstrukturen, Einlesen von Dateien und Erstellen eigener Funktionen. Beispiel:

 1
 2
 3
 4
 5
 6
 7
 8
 9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
//example.pov
#include "colors.inc"
#include "textures.inc"

camera {
    location <0,0,-7>
    look_at <0,0,0>
}

light_source {
    <7,7,-7> 
    color White
}

#declare viertelkugel = intersection {
    sphere {<0,0,0>,1}
    box {<2,2,2>, <0,0,-2>}
}

#declare i = -1;
#while (i < 4)
    object {viertelkugel translate <1.5,1.5,0> rotate z*i*45 texture{DMFWood6 scale 3}}    
    #declare i = i + 1;
#end

Das Ergebnis sieht so aus:

example.png

Das Lesen der gut gemachten Dokumentation 🇬🇧 ist für das Erstellen eigener Szenen sehr hilfreich.

Hinweis:

POV-Ray verwendet im Gegensatz zu manchen anderen Programmen ein linkshändiges Koordinatensystem.

Mark Shuttleworth, POV-Ray und die ISS

POV-Ray ist vermutlich der erste Raytracer, der ein Bild im Weltraum gerendert hat: Als Mark Shuttleworth zur Internationalen Raumstation geflogen ist, hatte er zwei Laptops mit dabei. Auf einem davon hat er im Orbit mit POV-Ray ein von berühmten Künstlern extra für diesen Zweck erstelltes Bild gerendert. Das Bild "Reach for the stars" kann unter http://www.oyonale.com/iss 🇬🇧 betrachtet werden.

Diese Revision wurde am 24. Juni 2013 17:18 von frustschieber erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Grafik