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Arkose

Archivierte Anleitung

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Mit Arkose 🇬🇧 von Stéphane Graber kann man Programme innerhalb einer Sandbox ausführen. Man kann festlegen, ob eine Anwendung das Netzwerk verwenden darf, wie sie auf das Benutzerverzeichnis zugreifen kann und wie viel Festplattenspeicherplatz sie verwenden kann. Arkose benutzt dabei die gleichen Virtualisierungstechniken des Kernels wie Archiv/LXC. Durch die Verwendung von aufs sind Änderungen am Dateisystem nur in der Sandbox sichtbar.

Eine Alternative zu Arkose, dessen Entwicklung eingestellt wurde, kann das ebenfalls in den offiziellen Paketquellen enthaltene Programm Firejail 🇬🇧 sein.

Installation

Arkose kann bis Ubuntu 12.04 aus den offiziellen Paketquellen installiert werden [1]:

  • arkose (universe)

  • arkose-gui (universe, grafische Oberfläche)

  • arkose-nautilus (universe, Nautilus-Integration)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install arkose arkose-gui arkose-nautilus 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://arkose,arkose-gui,arkose-nautilus

Verwendung

Am einfachsten startet man ein Programm in einer Sandbox, indem man im Dateimanager Nautilus das gewünschte Programm auswählt und im Kontextmenu rechte Maustaste "Open in a sandbox" auswählt.

Arkose_Nautilus.png

Im Dialogfenster wählt man die Schaltfläche "Ausführen", um das Programm in der Sandbox zu starten.

Run_Arkose.png

Anschließend wird man nach dem Benutzerpasswort gefragt, weil zum Erstellen der Sandbox Root-Rechte [2] benötigt werden. Man kann Arkose auch direkt starten und das Eingabefeld selbst ausfüllen.

Einstellungen der Sandbox

Beim Programmstart kann man ein paar Einstellungen vornehmen, die Standardeinstellungen sind aber normalerweise ausreichend.

Run_Arkose_full.png

Einstellungen
Funktion Beschreibung
Network support Soll die Anwendung kein Zugriff auf das Netzwerk haben, kann man das Häkchen entfernen.
Real /home directory Wird dieser Punkt ausgewählt, bleiben die Änderungen, die das Programm im Benutzerverzeichnis macht, beim Programmende erhalten.
Real /tmp directory Wird dieser Punkt ausgewählt, bleiben die Änderungen, die das Programm in /tmp/ macht, beim Programmende erhalten.
Storage type Wird hier tmpfs gewählt, werden die nur für das Programm sichtbaren Änderungen im Hauptspeicher gehalten, anstatt im Verzeichnis ~/.arkose/ auf der Festplatte.
Container size Der maximale Speicherplatz für die Sandbox.

Einschränkungen

  • Über Nautilus ist es nicht möglich Programme zu starten, die z.B. Leerzeichen oder Umlaute im Dateinamen haben; Programme mit Leerzeichen kann man überhaupt nicht starten.

  • Arkose ist dazu geeignet, ein einzelnes Programm in einer Sandbox auszuführen. Durch die Trennung vom restlichen System hat das Programm dann aber auch keinen Zugriff auf laufende Dienste wie D-Bus, das GNOME-Konfigurationssystem GConf, PolicyKit oder PulseAudio und funktioniert dadurch möglicherweise nur eingeschränkt oder gar nicht. Die Auswirkung kann dann sein, dass keine Töne wiedergegeben werden, Einstellungen nicht beachtet werden oder dass das Programm gar nicht erst startet.

Terminal

Um eine Sandbox im Terminal [3] zu starten, muss der Befehl mit Root-Rechten [2] ausgeführt werden:

sudo arkose OPTIONEN 

Optionen
Einstellung Beschreibung
-c, --command Ein Programm ausführen
-h, --home Die Änderungen im Benutzerverzeichnis bleiben erhalten
-n, --network Aktiviert das Netzwerk in der Sandbox
-s, --size Speicherplatz in MB (Standard ist 2 auf ext4 und 50% des RAM auf tmpfs)
-t, --type Speicherart, mögliche Werte sind ext4 (Standard) und tmpfs.
-T, --tmp Die Änderungen in /tmp/ bleiben erhalten.

Diese Revision wurde am 6. Februar 2020 22:12 von Heinrich_Schwietering erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: System, Emulation und Virtualisierung