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Lightning

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

./sunbird-logo.png Lightning ist eine von der Mozilla Foundation entwickelte, plattformunabhängige Erweiterung des E-Mail-Programms Thunderbird. Sie ergänzt Thunderbird um eine Kalenderfunktion sowie die Möglichkeit, Termine und Aufgaben zu verwalten. Lightning und die eigenständige Kalender-Anwendung Mozilla Sunbird beruhen auf einer gemeinsamen Codebasis. Beide waren ursprünglich Teil des Mozilla Calendar Project {en}. Nach der Veröffentlichung der Version 1.0 von Sunbird Anfang 2010 wurde jedoch entschieden, nur noch Lightning aktiv weiterzuentwickeln.

Installation

lightning.png
Lightning

Die Lightning-Version aus den Paketquellen entspricht aufgrund der Versionspolitik von Ubuntu nicht immer dem aktuellen Stand. Wer die jeweils aktuellste Version haben möchte, sollte Lightning manuell installieren.

Wichtig ist insbesondere, dass man exakt die zur jeweiligen Thunderbird-Version passende Lightning-Version auswählt. Das Programm kann aus den Paketquellen installiert werden:

  • xul-ext-lightning (universe)

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install xul-ext-lightning 

sudo aptitude install xul-ext-lightning 

Dieses Paket enthält nur die englische Version von Lightning. Wer zwingend eine deutsche Version benötigt, muss manuell installieren.

Manuelle Installation

Lightning aus den Paketquellen muss vorher deinstalliert werden. Außerdem benötigen ältere Lightning-Versionen das Paket libstdc++5 (siehe unten).

Dann die zur eigenen Version von Thunderbird passende Lightning-Erweiterung {de} {dl} herunterladen.

Hinweis:

Bis zur Lightning-Version 0.9 benötigten Nutzer von 64-Bit Systemen eine angepasste Version, die jeweils im Verzeichnis contrib/linux-x86_64 auf dem Server {en} von Mozilla.org zu finden ist.

Wiki/Icons/Tango/preferences-desktop.png Nach dem Herunterlagen liegt die Erweiterung als XPI-Datei vor. Der genaue Installationsweg hängt dabei von der verwendeten Thunderbird-Version ab, weil der Add-on-Manager ab der Version 5.0 von Thunderbird überarbeitet wurde. Man kann die Erweiterung über einen Dateiauswahl-Dialog im Add-on-Manager installieren, der bei den neueren Versionen über die Schaltfläche mit dem Werkzeugsymbol und den Eintrag "Add-on aus Datei installieren" aufzurufen ist. Bei den älteren Versionen findet sich eine Schaltfläche "Installieren". Alternativ kann man die XPI-Datei auch mit der Maus aus dem Dateimanager in den Add-on-Manager ziehen (siehe auch Firefox/Erweiterungen).

Nach der Installation werden Aktualisierungen von Lightning durch den Add-on-Manager von Thunderbird verwaltet.

Hinweis:

Sollte Lightning trotz installierter deutscher Thunderbird-Sprachpakete in englischer Sprache erscheinen, so muss in den Konfigurationseinstellungen von Thunderbird ("Bearbeiten -> Einstellungen -> Erweitert -> Allgemein -> Konfiguration bearbeiten") nach der Variable general.useragent.locale gesucht und diese auf de (nicht "de-DE"!) umgestellt werden. Nach einem Neustart von Thunderbird sollte nun auch Lightning in Deutsch erscheinen.

Verwendung

Der Lightning-Kalender kann nun innerhalb von Thunderbird wie folgt aufgerufen werden:

  1. Durch den Menüeintrag "Kalender"

  2. Durch das (einen stilisierten Kalender darstellende) Symbol unterhalb des Thunderbird-Suchfelds

  3. Durch die Tastenkombination Strg + + C

  4. Mit der Taste F11 kann im E-Mail-Bereich von Thunderbird eine Lightning-Seitenleiste mit den eingetragenen Terminen eingeblendet werden

Sehr empfehlenswert zur Bedienung sind auch die Häufig gestellten Fragen (FAQ) {de}, die nach Version gegliedert wurden.

Tipps

Import und Export

Es ist möglich, Kalenderdaten im Standardformat iCalendar zu im- und exportieren. Weitere Import- und Exportformate werden ebenfalls unterstützt. Zudem unterstützt Lightning das CalDAV-Kalendersynchronisierungsprotokoll.

Erweiterungsmöglichkeiten für Lightning

Für Lightning existieren einige Add-Ons zur Erweiterung seiner Funktionalität. Darunter befinden sich:

Google Calendar

Um die Synchronisation mit einem bestehenden Google-Konto einzurichten, geht man folgendermaßen vor:

  • "Datei" -> "Neu" -> "Kalender" -> "Im Netzwerk"

  • CalDAV wählen.

  • Unter Adresse https://www.google.com/calendar/dav/[Ihre Google Kalender-ID]/events eingeben. [Ihre Google Kalender-ID] muss durch die Kalender-ID ersetzt werden. Im Falle des Haupt-Kalenders ist das einfach die komplette Googlemail-Adresse. Für weitere Kalender: In Google Calendar unterhalb von "Meine Kalender" den Pfeil nach unten anklicken, der beim Darüberfahren mit der Maus erscheint. Dann "Kalender-Einstellungen" aufrufen. Dort findet man unter "Kalender-Adresse" die Kalender-ID (Schema: langeZeichenfolge@groups.calendar.google.com).

  • Den Dialog mit weiter fortsetzen.

  • Es wird nach Benutzername und Passwort gefragt. Hier als Benutzernamen die komplette Googlemail-Adresse einsetzen (@googlemail.com kann man sich sparen) und als Passwort das dazugehörige Passwort.

Sollte der Kalender inaktiv (ausgegraut) bleiben: siehe unten

Integration in GNOME-Shell

Um den Kalendar der GNOME Shell zu nutzen, werden folgende Pakete benötigt:

  • evolution

  • python-evolution

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install evolution python-evolution 

sudo aptitude install evolution python-evolution 

Des Weiteren wird die Erweiterung Evolution Mirror {en} für Thunderbird benötigt. Anschließend kann nach folgender Anleitung vorgegangen werden (USERNAME jeweils durch den eigenen Benutzernamen ersetzen):

  • Den Thunderbird-Kalender nach /home/USERNAME/.calendar/thunderbirdCalendar.ics exportieren

  • In Thunderbird einen neuen Netzwerkkalender anlegen mit dem Pfad: file:///home/USERNAME/.calendar/thunderbirdCalendar.ics

  • Den alten Thunderbird-Kalender löschen (vorher zur Sicherheit ein Backup machen)

  • Evolution starten und im Kalender unter Datei -> Neu einen neuen lokalen Kalender anlegen. Unter Optionen anpassen folgende Einstellungen vornehmen

    • Dateinamen: /home/USERNAME/.calendar/thunderbirdCalendar.ics

    • Auffrischen: Bei Dateiänderungen

Nun werden alle Termine, die in Thunderbird/Lightning eingetragen werden, automatisch auch in der Gnome-Shell angezeigt.

Damit beim Klick auf Kalendar öffnen im GNOME-Shell Kalendar sich Thunderbird mit Lightning öffnet, statt dem Evolution Kalendar, muss in der Konsole noch folgender Befehl ausgeführt werden:

gsettings set org.gnome.desktop.default-applications.office.calendar exec 'thunderbird' 

GNOME-Panel: Kalenderdaten im Uhren-Applet anzeigen

Kalenderdaten kann man recht einfach im Uhren-Applet des GNOME-Panels anzeigen lassen. Man erstellt dazu einen neuen Kalender, gibt als Ort "Netzwerk", als Format ICS und als Addresse file://~/.evolution/calendar/local/system/calendar.ics an. Wenn bereits ein Lightning-Kalender existiert, kann dieser ins ICS-Format exportiert, umbenannt und in das oben genannte Verzeichnis verschoben werden.

In Ubuntu 11.10 muss die Adresse file://~/.local/share/evolution/calendar/system/calendar.ics lauten. Es reicht auch, einen symbolischen Link mit dem Namen calendar.ics zur Kalenderdatei von Lightning im Ordner ~/.local/share/evolution/calendar/system/calendar.ics anzulegen.

Probleme und Lösungen

libstdc++5

Insbesondere bei der manuellen Installation kann es vorkommen, dass zusätzlich das Paket

benötigt wird. Diese Bibliothek wird zusammen mit gcc3.3 installiert.

Lightning startet nicht bei laufendem Jack-Soundserver

Ein laufender Jack-Server kann den Start von Thunderbird verhindern. In diesem Fall erscheint bei einem Start über eine Konsole folgende Fehlermeldung:

jack_client_new: deprecated
Segmentation fault

Um das Problem zu umgehen, gibt es folgende Lösungsmöglichkeit:

  1. Jack beenden

  2. Thunderbird starten und unter "Bearbeiten -> Einstellungen -> Lightning -> Alarme" die Option "Einen Klang abspielen" deaktivieren

Ständige Passwortabfrage

Beim Ablegen von *.ics-Kalendern auf FTP-Servern mit Passwortabfrage muss bei Thunderbird 3.1.7 mit Lightning 1.0b2 das Passwort in den Kalenderlink eingetragen werden, z.B. ftp://ich:meinftppasswort@meine.domain.de/subdir/mein.ics, da sich der Passwort-Manager das Kennwort trotz Aktivieren der entsprechenden Option nicht merken kann.

Das Passwort des FTP-Servers ist damit in den Eigenschaften des Kalenders im Klartext lesbar, was ein Sicherheitsrisiko darstellt.

Google-Kalender lassen sich nicht aktivieren

Aus welchem Grund auch immer kann es passieren, dass ein über CalDAV eingebundener Google-Kalender (siehe Google Calendar) ausgegraut, also inaktiv angezeigt wird. Wenn der Versuch, den Kalender zu aktivieren, scheitert, kann es ggfs. helfen, gespeicherte Kennwörter für das entsprechende Google-Konto im Thunderbird-Passwortmanager zurückzusetzen:

  1. Kalender noch einmal entfernen

  2. Im Menü: "Bearbeiten -> Einstellungen -> Sicherheit -> Reiter Passwörter"

  3. Button "Gespeicherte Passwörter..."

  4. Alle Kennwörter des Kontos entfernen (beim Abrufen und Versenden von Mails muss dann also auch noch einmal das Kennwort eingegeben werden)

  5. Kalender wieder hinzufügen - nun erscheint auch noch einmal die Passwort-Abfrage.

Google Calendar stattdessen mit Add-On nutzen

Sollte der zuvor beschriebene Weg nicht funktionieren, kann man stattdessen ein Add-On verwenden:

  1. Add-On Provider for Google Calendar {en} installieren

  2. Thunderbird neustarten

  3. Neuen Netzwerk-Kalender hinzufügen

  4. "Format" > "Google Kalender"

  5. die anzugebende Adresse findet man in den Kalendereinstellungen bei Google Kalender {de} unter "Private Adresse" > "XML"

Um dieses Add-On nutzen zu können, ist es notwendig, sich beim eigenen Google-Konto anzumelden und unter dem Menüpunkt "Sicherheit -> Kontoeinstellungen -> App-Passwörter Einstellungen" von Google ein anwendungsspezifisches Passwort generieren zu lassen. Bei der erstmaligen Anmeldung und ersten Erstellung eines Kalenders in Lightning über Provider für Google ist nach Eingabe des Benutzernamens (E-Mail-Adresse) dieses generierte Passwort anzugeben. Danach können alle verfügbaren Google-Kalender in Lightning ohne Eingabe dieses Passworts eingerichtet werden.

Intern

Extern

Diese Revision wurde am 13. Februar 2014 12:13 von aasche erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: PIM, Thunderbird, Büro, Kommunikation, Kalender, Internet