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Proxyserver

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

./proxy_logo.png

Dieser Artikel beschreibt den Zugriff auf ein Netzwerk (z.B. Internet) über einen Proxyserver. Dabei werden hier lediglich die Konfigurationsmöglichkeiten über die Desktop-Umgebungen und über die Konsole aufgezeigt. Das Aufsetzen eines Proxyservers wird hier nicht behandelt, sondern ist im Artikel Serverdienste zu finden.

Einrichtung unter GNOME

Die Verwendung eines HTTP-/FTP-Proxy stellt unter GNOME kein Problem dar. Die Proxyinformationen können unter

  • "System -> Einstellungen -> Netzwerk-Proxy"

./gnome_proxy.png eingetragen werden. Wird diese Konfigurationsmöglichkeit genutzt, so ist eine spezielle Konfiguration folgender Programme wirkungslos (die Liste ist möglicherweise nicht vollständig):

  • Synaptic

  • APT (Konfiguration über /etc/apt/apt.conf)

Eine fehlerhafte oder unvollständige Konfiguration an dieser Stelle kann also die Funktion dieser Programme verhindern, selbst wenn dort der Proxy korrekt konfiguriert ist.

Authentifizierung

Im Unterfenster "Details" können Parameter zur Authentifizierung angegeben werden. Leider werden diese Zusatzinformationen anschließend nicht korrekt genutzt. Beispielsweise verweigert die Paketverwaltung Synaptic dennoch den Zugriff auf die Paketquellen. Dies ist selbst dann der Fall, wenn innerhalb von Synaptic der Proxy explizit nochmals konfiguriert wurde. Weitere Informationen zu dieser Problematik sind in den Bugreports zu finden, die im Abschnitt "Links" aufgeführt sind.

Authentifizierung Workaround

Dieser Workaround ist mindestens ab Ubuntu 10.04 nicht mehr möglich, da hier die Eingabe im notwendigen Format verhindert wird. Um bei früheren Versionen einen Proxy mit Authentifizierung über den Dialog "System -> Einstellungen -> Netzwerk-Proxy" zu konfigurieren, müssen die Daten im vorgesehenen Eingabefeld in diesem Format eingegeben werden:

username:passwort@hostname

Im Unterfenster "Details" muss die Checkbox deaktiviert sein.

Achtung!

Durch diese Konfiguration wird das Passwort direkt in der Umgebungsvariable http_proxy abgelegt und ist dort einsehbar. Dies stellt allerdings zur eigentlich angedachten Konfiguration (mittels Unterfenster "Details") kein zusätzliches Sicherheitsrisiko dar, da bei dieser Konfiguration das Passwort z.B. mit dem Programm gconf-editor einsehbar ist.

Einrichtung unter KDE

./kde_proxy.png

KDE bietet unter

  • "Systemeinstellungen -> Verbindungen -> Proxy"

verschiedene Möglichkeiten, einen Proxy einzustellen. Allerdings muss beachtet werden, dass sich diese Einstellungen nur auf KDE-Programme auswirken. Daher sollte unter KDE auch das "alternative Verfahren" genutzt werden und im hier genannten Dialog die Option "Voreingestellte Umgebungsvariablen für Proxy verwenden" gewählt werden. Direkt hinter dem Optionstitel befindet sich ein Button mit der Aufschrift "Einrichtung...". Hier öffnet sich ein Dialog, in dem nun noch folgende Werte eingetragen werden müssen:

Feld Wert
HTTP http_proxy
HTTPS https_proxy
FTP ftp_proxy

Abschließend muss jetzt auch noch nachfolgendes Verfahren beachtet werden.

Alternatives Verfahren

Der Proxy kann auch unabhängig vom graphischen System eingerichtet werden. Dies bietet den Vorteil, dass diese Einstellungen auch systemweit Gültigkeit haben können, was gerade auf einem Mehrbenutzersystem hilfreich sein kann. Möchte man die Einstellungen bei diesem Verfahren nur für einen bestimmten Benutzer einrichten, so muss im Folgenden die versteckte Datei .profile im Homeverzeichnis des entsprechenden Benutzers bearbeitet werden. Für eine systemweite Konfiguration dagegen ist es die Datei /etc/profile.

Folgende Zeilen müssen am Ende der Datei hinzugefügt werden [1]:

export http_proxy=http://user:password@hostname:port
export https_proxy=http://user:password@hostname:port
export ftp_proxy=http://user:password@hostname:port
export HTTP_PROXY=$http_proxy
export HTTPS_PROXY=$https_proxy
export FTP_PROXY=$ftp_proxy

Die Platzhalter "user", "password", "hostname" und "port" müssen entsprechend gesetzt werden. Der Ausdruck "user:password@" muss weggelassen werden, wenn der Proxy keine Authentifizierung verlangt. Die Einstellungen werden nach einem erneuten Anmelden aktiv.

Gesonderte Konfiguration

Manche Programme berücksichtigen die beschriebenen Einstellungen nicht und benötigen trotz systemweiter Einstellung dennoch eine eigene Konfiguration. Soweit bekannt, werden diese Programme im Folgenden beschrieben.

Firefox / Mozilla

Dieser Browser berücksichtigt bis zur Version 2 nicht die systemweite Einstellung. Erst ab Firefox 3 benutzt Firefox üblicherweise die im System hinterlegten Proxy-Einstellungen. Daher müssen die entsprechenden Parameter im Programm eingetragen werden. Ab Firefox 2.0 findet man die Einstellungen unter

  • "Bearbeiten -> Einstellungen -> Erweitert -> Netzwerk -> Verbindung -> Einstellungen..."

Hier reicht die Angabe der Proxy-Adresse und des Ports. Benutzername und Passwort - falls erforderlich - dürfen hier nicht mit angegeben werden. Firefox stellt die Notwendigkeit dieser Daten beim ersten Zugriff auf den Proxy fest und bietet dann einen Dialog zur Eingabe an.

Will man diese Einstellung für alle Benutzer ändern, so muss man die entsprechenden Einstellungen in der globalen Datei /etc/firefox/pref/firefox.js vornehmen (siehe auch Firefox/Einstellungen Sperren).

pref("network.proxy.http", "hostname");
pref("network.proxy.http_port", port);
pref("network.proxy.type", 1);

Ob die Einstellungen erfolgreich übernommen worden sind, kann man überprüfen, in dem man "about:config" in die Adresszeile des Firefox eingibt.

Chromium

Zumindest unter GNOME und KDE übernimmt Chromium automatisch die systemweiten Einstellungen. Sonderfälle wie Xfce und LXDE sind im Artikel Chromium beschrieben.

Diese Revision wurde am 8. Juni 2011 um 13:49 Uhr von aasche erstellt.
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