PowerTOP
ist ein Tool, welches den Energieverbrauch des Systems analysiert und darauf basierend Tipps zur Optimierung dauerhaft laufender Rechner gibt oder bei mobilen Computern (Laptops, Netbooks) Vorhersagen zu Akkulaufzeit macht.
Ab Ubuntu 11.10 ist eine neue Version in den Paketquellen enthalten, die sich optisch ganz anders präsentiert. Dieser Artikel beschreibt ausschließlich die ältere Version 1.1x.
PowerTOP wird im Terminal mit folgendem Befehl gestartet [2]:
sudo powertop <Optionen>
Der Befehl kann ohne Root-Rechte [3] gestartet werden, allerdings erhält man dann eine reduzierte Ausgabe, also weniger Daten. Im Folgenden wird davon ausgegangen, dass PowerTOP mit Root-Rechten gestartet wurde.
PowerTOP läuft kontinuierlich und muss mit Q oder Strg + C beendet werden.
PowerTOP benötigt nicht zwingend Optionen, kennt aber die folgenden:
| Optionen von PowerTOP | |
| Option | Beschreibung |
-d oder --dump | Einmalige Ausgabe von PowerTOP |
-t X oder --time X | Ausgabe von PowerTOP wird alle X Sekunden aktualisiert, Voreinstellung ist 5 s |
-p oder --pid | Ausgabe der Prozess-IDs |
-h | zeigt eine kurze Hilfe an |
Die Ausgabe von PowerTOP sieht z.B. so aus:
In den obersten Zeilen wird angezeigt, wie lange der Prozessor in welchem Modus war, wobei die Zahl hinter dem "C" den Modus der CPU anzeigt. Je höher die Zahl, desto geringer ist der Stromverbrauch.
Darunter wird ausgegeben, wie oft der Prozessor (aus einem Energiesparmodus) pro Sekunde aufwachen musste, außerdem erhält man eine Schätzung der verbleibenden Batterielaufzeit.
In der Tabelle darunter wird dargestellt, welche Prozesse den Prozessor aus welchem Grund aufwachen lassen. Am Ende der Ausgabe gibt PowerTOP schließlich noch Hinweise, wie man gegebenenfalls Strom sparen könnte. Diese Optionen können direkt per Tastendruck aktiviert werden [3]. Im obigen Beispielfoto lässt sich z.B. die VM-Verwaltung (VM = Virtual Memory, nicht Virtual Machine) so umstellen, dass weniger Schreibzugriffe auf die Festplatte erfolgen.
Alle mit powertop vorgenommenen Einstellungen gehen beim Neustart des Rechners verloren. Wer die Änderungen permanent machen möchte, sollte sich die Vorschläge des Programms notieren und manuell im System verankern, z.B. unter Benutzung von /etc/rc.local.
Kleine Ausnahme:
Das automatische Einbinden (Automount) von CD-/DVD-Medien lässt sich mit dem einmaligen Aufruf von
sudo hal-disable-polling --device /dev/cdrom
permanent deaktivieren. Dieser Befehl reicht aus, um die Überprüfung zu deaktivieren und ein Eintrag in die /etc/rc.local überflüssig. Programme, die sich auf HAL verlassen, finden so aber nicht mehr selbständig ein neues Medium im CD-/DVD-Laufwerk. Um die automatische Überprüfung wieder zu aktivieren, nutzt man entweder
sudo hal-disable-polling --enable-polling --device /dev/cdrom
oder löscht manuell die verantwortliche Datei media-check-disable-* im Ordner /etc/hal/fdi/information/.
Tipps & Tricks, bekannte Fehler
- u.a. ein Hinweis, dass bereits im System verankerte Änderungen unter Umständen erneut vorgeschlagen werden
Granola - Tool zur automatischen Anpassung der Prozessorfrequenz und -spannung, je nach jeweiliger Auslastung der CPU
Powertop 2.0 – Strom sparen unter Linux
- Artikel zur nächsten Generation von PowerTOP, heise Open Source, 06/2011
Diese Revision wurde am 1. November 2011 um 00:45 Uhr
von aasche erstellt.
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