Dieser Artikel erfordert mehr Erfahrung im Umgang mit Linux und ist daher nur für fortgeschrittene Benutzer gedacht.
Das Treiberprojekt Linux Wireless
fasst aktuelle bzw. aktualisierte Treiber für verschiedene WLAN-Chipsätze zusammen. Diese Zusammenfassungen werden regelmäßig aktualisiert - somit sind die enthaltenen WLAN-Treiber u.U. neuer als die in der jeweils aktuellen Ubuntu-Version (oder einer anderen Linux-Distribution) enthaltenen Kernelmodule.
Eine Übersicht der enthaltenen Treiber, der unterstützten Chipsatzvarianten und der möglichen Betriebsmodi sind in dieser Liste
aufgeführt. Durch die Installation werden z.B. Fehler älterer Treiber behoben oder die Hardwareunterstützung verbessert. Insbesondere bei Treiberproblemen oder unzureichender Hardwareunterstützung bietet sich die Installation an.
Da die Treiber nicht speziell auf Ubuntu zugeschnitten sind, müssen einige Vorarbeiten erledigt werden. Um die Treiber kompilieren zu können, werden zuerst das Metapaket build-essential und die passenden "Kernel-Header" benötigt [1]:
build-essential
linux-headers-... (... passend zur eigenen Kernelversion [4])
Installation über Terminal [3]:
sudo apt-get install --reinstall linux-headers-$(uname -r) build-essential
Die aktuellen Treiber können als Archivdatei compat-wireless-2.6.tar.bz2
heruntergeladen werden (oder das Paket mit dem neuesten Datum verwenden). Anschließend mit einem Archivmanager [5] oder über ein Terminal [3] entpacken. Der Dateiname in folgendem Befehl ist entsprechend anzupassen:
tar jxvf compat-wireless-2009*.tar.bz2
Für (ältere) Kernelversionen vor 2.6.27 (Ubuntu 8.04 Hardy Heron) muss das Paket compat-wireless-old.tar.bz2 verwendet werden.
Die nachfolgenden Schritte sind nur erforderlich, wenn eine Kernelversionen vor 2.6.27 (Ubuntu 8.04) verwendet wird. Ab Ubuntu 8.10 kann direkt installiert werden.
Einige Dateien und Installationsscripte müssen zuerst in die richtigen Verzeichnisse kopiert werden. Dazu ist ein Dateimanager mit Root-Rechten [2] erforderlich.
Bei unsachgemäßer Anwendung eines Dateimanagers als Root [2] besteht die Gefahr, das System zu beschädigen!
Aus dem Verzeichnis ~/compat-wireless*/scripts müssen die Dateien athenable, athload, b43enable, b43load in das Verzeichnis /usr/sbin kopiert werden. Alternativ können die Dateien auch per Terminalbefehl [3] kopiert werden. Auch hier ist wieder der Ordnername entsprechend anzupassen:
sudo cp ~/compat-wireless-2*/scripts/ath* ~/compat-wireless-2*/scripts/b43* /usr/sbin
Nun ist das Verzeichnis /usr/lib/compat-wireless zu erstellen. Der entsprechende Terminalbefehl [3] dafür:
sudo mkdir /usr/lib/compat-wireless
Aus dem Verzeichnis ~/compat-wireless*/scripts sind die Dateien load.sh, unload.sh, modlib.sh in dieses Verzeichnis zu kopieren. Der entsprechende Terminalbefehl [3] dafür:
sudo cp ~/compat-wireless-2*/scripts/load.sh ~/compat-wireless-2*/scripts/unload.sh ~/compat-wireless-2*/scripts/modlib.sh /usr/lib/compat-wireless
Nun im Terminal [3] in das Verzeichnis ~/compat-wireless-20* wechseln und die Treiber mit den beiden folgenden Befehlen kompilieren [6] und installieren:
make sudo make install
Eventuell auftretende Warnungen beim Kompilieren können ignoriert werden, aber Fehler dürfen nicht auftreten! Die Installation dauert einen Moment, da verschiedene aktualisierte WLAN-Treiber und Kernelmodule für das ieee80211-Subsystem
enthalten sind. Der Rechner sollte abschließend neu gestartet werden, um die älteren Treibermodule vollständig zu entladen und die neuen Treiber zu aktivieren.
Anschließend kann mit den Wireless-Tools [7] geprüft werden, ob der Treiber funktioniert und eine Schnittstelle initialisiert wurde.
Nach einem Kernelupdate muss das Treiberpaket für den aktuellen Kernel erneut kompiliert werden!
Einige Treiber müssen nach der Installation über die Verwaltung eingeschränkter Treiber wieder aktiviert werden! Dazu muss im Auswahlfenster für den entsprechenden Treiber das Häkchen bei "Aktiviert" gesetzt werden.
Wer auch VirtualBox installiert hat, muß unbedingt dessen Module neu kompilieren und installieren (/etc/init.d/vboxdrv setup).
Die entsprechende Ubuntu-Version ist bei der Verwendung dieser Einstellungen zu beachten. Siehe dazu auch folgenden Forenbeitrag.
Ab Ubuntu 9.04 Jaunty Jackalope erfolgt die Ländereinstellung über das Programm iw, welches zuerst installiert werden muss [1]:
iw
Anschließend kann die Ländereinstellung gesetzt werden:
sudo iw reg set DE
Weitere Informationen: Dokumentation zu iw
und Frequenzen_und_Kanäle.
In Ubuntu 8.10 Intrepid Ibex bzw. ab Kernel 2.6.27 sind die Funkkanäle 12 und 13 durch eine für Europa falsche Voreinstellung deaktiviert. Dieses Problem trifft für alle Treiber zu, die mit dem 802.11-Subsystem des Kernels arbeiten. Prüfen kann man das mit folgendem Terminalbefehl [3]:
iwlist chan
Fehlen Kanal 12 und 13 in der Ausgabe für das 2,4GHz Frequenzband, schafft ein entsprechender Startparameter für das 802.11-Subsystem Abhilfe. Mit einem Editor [8] muss die Datei /etc/modprobe.d/cfg80211 erstellt und folgender Parameter eingetragen werden:
options cfg80211 ieee80211_regdom="EU"
Das läßt sich natürlich auch mit einem Terminal-Befehl [3] sehr rasch erledigen:
echo 'options cfg80211 ieee80211_regdom="EU"' | sudo tee /etc/modprobe.d/cfg80211.conf
Sollte das nicht funktionieren, kann der Parameter auch ohne Anführungszeichen getestet werden:
options cfg80211 ieee80211_regdom=EU
Drei verschiedene Einstellungen sind möglich:
US für USA (Kanäle 1-11)
EU für Europa (Kanäle 1-13)
JP für Japan (Kanäle 1-14)
Nach einem Neustart des Systems stehen nun - unabhängig vom verwendeten Treiber - alle jeweils möglichen Funkkanäle zur Verfügung.
Diese Revision wurde am 14. November 2011 um 13:49 Uhr
von aasche erstellt.
Dieser Seite wurden folgende Begriffe zugeordnet:
Netzwerk, Internet
2004 – 2011 ubuntuusers.de • Einige Rechte vorbehalten