Diese Anwendung hat die Auszeichnung aKademy Award 2010 in der Kategorie Best Application gewonnen. Die Auszeichnung wurde an Aurélien Gâteau überreicht.
Gwenview
ist ein Programm zum Ansehen von Fotos und Videos für KDE, die sich in Verzeichnissen auf der Festplatte oder sonstigen zugreifbaren Medien befinden. Seit Version 2.1 werden JPEGs durch einen speziellen Algorithmus schneller geladen als von den meisten anderen Bildbetrachtern. Von einem 4000x3000 Pixel-Bild, dass auf einem 1280x800 Bildschirm dargestellt wird, wird nur jede zweite Zeile und Spalte gelesen (=2000x1500, also nur ein viertel der Daten) und nur diese dann entsprechend skaliert.
Im Gegensatz zu den sonst bekannten Programmen zur Verwaltung von Bildern (digiKam, F-Spot, usw.) nutzt Gwenview keine interne Datenbank und auch keine eigenen Alben-Verzeichnisse, in die die verwalteten Bilder zuerst hineinkopiert und anschließend mit Schlüsselwörtern katalogisiert werden. Stattdessen wird über einen Datei-Browser auf das vorhandene Dateisystem zugegriffen.
Gwenview eignet sich deshalb besonders gut dafür, das auf der Festplatte vorhandene Bilderarchiv anzusehen und zu verwalten. Über Stapelverarbeitung können beliebig viele Bilder in einem Rutsch bearbeitet werden (drehen, Größe ändern, in Graustufenbilder umwandeln, automatisches Drehen nach EXIF-Informationen, usw.).
Gwenview ist in der Standard-Kubuntu-Installation bereits enthalten. Ansonsten muss folgendes Paket installiert [1] werden:
gwenview
Im Anschluss kann das Programm gwenview gestartet werden [2].
Möchte man Plugins (z.B. Stapelverarbeitung, Erweiterte Diashow, etc.) innerhalb von Gwenview verwenden, muss ggf. zusätzlich das folgende Paket installiert werden:
kipi-plugins
kipi-plugins-doc (optionale Dokumentation)
Nach dem Starten erscheint ein Auswahlwerkzeug, mit dem man auf die vorhandenen Verzeichnisse im Dateisystem (Festplatte, CD-ROM, USB-Sticks-Speicherkarten) zugreifen kann. Über Bookmarks kann man schnell zu häufig benutzten Verzeichnissen springen. Auf der rechten Seite des Fensters werden alle im ausgewählten Verzeichnis vorhandenen Grafikdateien als Vorschaubild angezeigt. Die Größe des Vorschaubildes kann stufenlos variiert werden. Klickt man ein Bild an, erscheint das gewählte Bild links unten im Großformat.
Automatische Anzeige aller Bilder in einem Verzeichnis (Diashow) wird unter "Ansicht -> Diashow starten" aufgerufen. Möchte man dazu Einstellungen vornehmen, lässt sich das im Vollbildmodus mit dem Werkzeugsymbol tun. Zur Verfügung steht
Auswahl der Zeit bis zum nächsten Bild
Reihenfolge (normal oder zufällig)
Wiederholung als Endlosschleife möglich
Dieser Modus "normale Diashow" zeigt auch im Verzeichnis enthaltene Videos gleich mit an. (s. unten)
Unter "Module -> Werkzeuge -> Erweiterte Diashow" können die anzuzeigenden Bilder ausgewählt werden, Übergangseffekte verschiedener Art (Open-GL-Übergänge oder einfachere) hinzugefügt werden, der Dateiname ein- oder ausgeblendet werden, ein Zähler hinzugefügt werden.
Erweiterte Diashow dreht die Bilder NICHT automatisch nach EXIF-Informationen!
Die Bilder müssen daher VORHER erst gedreht werden.
In dieser erweiterten Diashow werden Videos NICHT mit gezeigt.
Moderne Kameras speichern Zusatzinformationen (Zeit, Datum, Auflösung, Belichtungszeit, Blende, usw.) im sogenannten EXIF-Format in der Bilddatei ab. Einige Kameras mit einem entsprechenden Sensor (z.B. die digitalen Spiegelreflexkameras von Canon EOS300D, EOS20D, usw.) speichern dabei auch eine Rotationsinformation ab, sobald ein Foto im Hochformat gemacht wird.
Mit Gwenview lassen sich sehr schnell und komfortabel alle Aufnahmen automatisch richtig drehen. Hierzu markiert man alle gewünschten Bilddateien und wählt im Menü "Module -> Bilder -> Auto-Rotate using EXIF information". Unter Ubuntu 10.04 heißt der Menüpunkt "Automatisch Drehen/Spiegeln".
Im Normalmodus gibt es unter dem Menüpunkt "Bearbeiten" folgenden Möglichkeiten:
Drehen (re/li)
Spiegeln (waagerecht/horizontal)
Größe ändern
Zuschneiden
Rote Augen korrigieren
Weitere Möglichkeiten der Bildbearbeitung aus dem Programm heraus finden sich unter dem Menüpunkt "Module -> Bilder "
Metadaten bearbeiten (EXIF, IPTC, XMP, Beschriftungen)
Automatisches Drehen
Schwarz/Weiß konvertieren
Bild drucken
Bild per Mail versenden
In diesem Menü gibt es noch die Funktionen
Werkzeuge
erweiterte Diashow
Kalender erstellen
Blend bracketed images
OpenGL-Bildbetrachter
Rohbild-Konvertierung
Importieren (SmugMug, PicasaWeb, Facebook, vom Scanner oder Fremdrechner)
Exportieren (SmugMug, Gallerie, Fremdrechner, IPod, PicasaWeb, Flash, Facebook, Flickr, 23, Zoomr, Shwub, Piwigo, HTML)
Stapelverarbeitung (s. unten)
Besonders hilfreich ist die Möglichkeit, viele Bilder auf einmal zu bearbeiten (Größe ändern, Bilder neu einfärben, Umbenennen, Filter anwenden, Rahmen erzeugen, usw.). Die Funktionen zur Stapelverarbeitung findet man im Menü unter "Module --> Stapelverarbeitung".
Im Vollbildmodus können die angezeigten Bilder gedreht werden (re/li). Mit dem Werkzeugsymbol "Vollbildmodus einrichten" werden Einstellungen für eine Diashow vorgenommen, z.B. zeitliche Verzögerung, zufällig oder Endlosschleife. Ferner kann hier die Darstellung der Metadaten den Wünschen angepasst werden.
Gwenview eignet sich hervorragend dazu, eine Sammlung bestehend aus Bildern und Videoclips anzuzeigen. Voraussetzung ist lediglich, dass das folgende Paket installiert [1] ist:
kaffeine
Dadurch greift Gwenview auf Codec-Sammlung von FFmpeg zurück. Möchte man alternativ GStreamer nutzen, muss man folgende Pakete installieren
phonon-backend-gstreamer
gstreamer0.10-ffmpeg
danach aber das Paket phonon-backend-xine entfernen [1]. Sowohl FFmpeg als auch GStreamer kann man mit zusätzlichen Codecs nachrüsten. Damit wird es möglich, noch mehr verschiedene Videoformate abzuspielen. Mehr dazu im Artikel Codecs. Da dies auch im Vollbildmodus funktioniert, eignet es sich für multimediale Präsentationen als Alternative zu OpenImpress oder Powerpoint.
Unter "Einstellungen --> Kurzbefehle festlegen" kann festgelegt werden, mit welcher Taste welche Aktion durchgeführt werden soll. Das ist insbesondre dann von Bedeutung, wenn man das Programm mit einer Fernbedienung/Funkmaus nutzen möchte.
Diese Revision wurde am 11. April 2012 19:54 von ubot erstellt.
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