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ip

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Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Wiki/Icons/terminal.png Mit der Programmsammlung iproute2 🇬🇧 rund um den zentralen Befehl ip lassen sich Netzwerkschnittstellen auf der Kommandozeile abfragen oder konfigurieren. Damit bietet sich diese Sammlung als vollwertiger Ersatz zu klassischen Befehlen wie ifconfig, route und netstat (sämtlich im Paket net-tools) an. Sie ist vollständig IPv6-kompatibel.

Enthalten sind des Weiteren die folgenden Werkzeuge:

Nur mit Root-Rechten zugänglich sind: arpd (userspace arp daemon), rtacct (routing table realms and policy propagation), rtmon (routing table monitor) und tc (traffic control). Dieser Artikel beschränkt sich auf den Befehl ip. Im WLAN-Bereich ist der Befehl iw der Ersatz für das bisherige iwconfig.

Installation

Die Programmsammlung ist unter Ubuntu vorinstalliert. Ansonsten braucht man folgendes Paket [1]:

  • iproute2

Aufruf

Die allgemeine Syntax lautet [1]:

ip OPTIONEN SCHNITTSTELLE 

Da manche der Optionen dem System-Administrator vorbehalten sind, muss man je nach Anwendungsfall den Befehl sudo voranstellen [2].

Die CIDR-Notation ermöglicht im Gegensatz zur Dezimalpunktschreibweise von IPv4 kürzere Ausdrücke. Beispiel: 192.168.0.0/24 entspricht dem bisherigen 192.168.0.0/255.255.255.0. Während man früher wahlweise beide Schreibweisen verwenden konnte, ist nur noch CIDR erlaubt.

Optionen

ip kennt sehr viele Optionen (siehe auch Beispiele), die man bei Bedarf in der Manpage oder in der Dokumentation nachschlagen kann. Zusätzlich gibt es eine komfortable Soforthilfe: man kombiniert die gewünschte Option mit dem Schlüsselwort help. Beispiel:

ip link help 

Nachfolgend eine praktisch orientierte Übersicht, die alte und neue Befehle gegenüberstellt.

Alte und neue Befehle
Traditionell Neu Zweck
ifconfig SCHNITTSTELLE ip addr show SCHNITTSTELLE IP-Adresse anzeigen
ifconfig SCHNITTSTELLE IP-ADRESSE netmask NETMASK broadcast BROADCAST ip addr change IP-ADRESSE/CIDR broadcast BROADCAST dev SCHNITTSTELLE IP-Adresse setzen
ip addr add IP-ADRESSE/CIDR broadcast BROADCAST dev SCHNITTSTELLE IP-Adresse hinzufügen
ifconfig SCHNITTSTELLE:1 IP-ADRESSE/CIDR ip addr add IP-ADRESSE/CIDR dev SCHNITTSTELLE label SCHNITTSTELLE:1 Alias anlegen
- ip addr del IP-ADRESSE/CIDR dev SCHNITTSTELLE IP-Adresse löschen
ifconfig SCHNITTSTELLE up ip link set SCHNITTSTELLE up Schnittstelle aktivieren
ifconfig SCHNITTSTELLE down ip link set SCHNITTSTELLE down Schnittstelle deaktivieren
route, route -6 ip route, ip -6 route Routen (für IPv6) anzeigen
route add default gw IP-ADRESSE ip route add default via IP-ADRESSE dev SCHNITTSTELLE Gateway setzen
arp -a ip neighbour ARP
netstat ss Sockets anzeigen

Die Optionen für ip kann man auch in Kurzschreibweise als Anfangsbuchstaben der Option angeben. Wenn man z.B. für alle Netzwerkschnittstellen des Systems die IP-Adressen ausgeben möchte, benötigt man den Befehl ip addr show. Die Kurzform ip a s liefert das gleiche Ergebnis.

Beispiele

  • Status aller Schnittstellen:

    ip link 

    1: lo: <LOOPBACK,UP,LOWER_UP> mtu 16436 qdisc noqueue state UNKNOWN 
        link/loopback 00:00:00:00:00:00 brd 00:00:00:00:00:00
    2: irda0: <NOARP> mtu 2048 qdisc noop state DOWN qlen 8
        link/irda 00:00:00:00 brd ff:ff:ff:ff
    3: wlan0: <BROADCAST,MULTICAST> mtu 1500 qdisc mq state DOWN qlen 1000
        link/ether 00:05:4e:4f:65:e5 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
    4: eth0: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500 qdisc pfifo_fast state UP qlen 1000
  • Statistik aller Schnittstellen (wie bei ifconfig):

    ip -s link 
  • Statistik der Schnittstelle eth0 anzeigen:

    ip -s link show eth0 

    4: eth0: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500 qdisc pfifo_fast state UP qlen 1000
        link/ether 00:0d:60:b1:16:7f brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
        RX: bytes  packets  errors  dropped overrun mcast   
        2631476274 2634102  0       0       0       0      
        TX: bytes  packets  errors  dropped carrier collsns 
        449098710  2363841  0       0       0       0
  • IP-Adresse der Schnittstelle eth0 anzeigen:

    ip addr show eth0 

    4: eth0: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500 qdisc pfifo_fast state UP qlen 1000
        link/ether 00:0d:60:b1:16:7f brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
        inet 192.168.178.68/24 brd 192.168.178.255 scope global eth0
  • Standard-Gateway der aktiven Schnittstelle (eth0) anzeigen:

    ip route show | grep 'default' 

    default via 192.168.178.1 dev eth0 

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Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: IPv6, System, Shell, Netzwerk