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f3

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:


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Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Das Projekt f3 🇬🇧 erstellt einfache Werkzeuge für die Kommandozeile[1]. Damit testet man Kapazität und Leistung von Flash-Speichern, um zu sehen, ob sie den angegebenen Spezifikationen entsprechen.

F3 steht für „Fight Flash Fraud“ (Kampf dem Flash-Betrug) oder „Fight Fake Flash“.

Installation

Das Paket f3 🇬🇧 ist Bestandteil der offiziellen Paketquellen:

  • f3 (universe)

Befehl zum Installieren der Pakete:

sudo apt-get install f3 

Anwendungen

Im nachfolgenden die übersetzten Handbuchseiten der im Paket enthaltenen Programme.

Experten-Info:

Die Programme verwechseln SI-Präfixe und Binärpräfixe, also GB mit GiB.

f3write

Das Programm f3write füllt das Gerät mit Pseudozufallsdaten. Beim Schreiben auf ein Flash-Laufwerk füllt es das Dateisystem mit Dateien einer Größe von 1 GiB namens N.h2w, wobei die Zahl „N“ hochgezählt wird.

Es kann mit den Optionen gesteuert werden:

--start-at=NUM Startwert für „N“ der Dateinamen. Standardwert ist 1.
--end-at=NUM Letzter Wert „N“ der Dateinamen. Standardwert ist "infinity" (unendlich).

Achtung!

Alle Daten auf dem getesteten Datenträger werden verloren gehen!

f3read

Das Programm f3read liest die von f3write erstellten Dateien und prüft, ob sie den Erwartungen entsprechen.

f3probe

Das Programm f3probe überprüft ein Blockgerät auf gefälschten Flash-Speicher. Bei einer Fälschung klassifiziert es den Typ und ermittelt die ggf. tatsächlich nutzbare Speichergröße.

Hinweis:

In der Handbuchseite von 2016 (für Version 6) wurde diese Anwendung noch als experimentell eingestuft. Seit Version 7 gilt sie als stabil und somit wurde lediglich die Handbuchseite nicht aktualisiert; vgl. Änderungsprotokoll 🇬🇧

Optionen
-b, --block-order=n Erzwingt eine Blockgröße des Laufwerks von 2n Bytes. (n =9 für 512, n = 12 für 4096)
-l,--min-memory Benötigt weniger Speicher, arbeitet aber auch langsamer.
-n, --destructive Stellt nach dem Testen keine Blöcke des Geräts wieder her.
-s, --reset-type=TYPE Zurücksetzen der während der Überprüfung zu verwendenden Methode.
-t, --time-ops Zeiten für Lesen, Schreiben und Zurücksetzen anzeigen.
-?, --help Anzeigen dieser Hilfe.
--usage Anzeigen einer kurzen Gebrauchsanleitung.
-V, --version Anzeigen der Programmversion.

In der Zusammenfassung zum Ende der Ausführung wird das Ergebnis für das geprüfte Speichermedium wie folgt eingestuft:

Klassifizierung Bedeutung
good (gut) Das Gerät ist in Ordnung.
bad (schlecht) Das Gerät ist zumindest teilweise beschädigt und/oder erzeugt schwerwiegende Fehler.
limbo Das Gerät verwirft Daten nach Erreichen einer bestimmten Grenze. Dies ist die häufigste Art von gefälschten Laufwerken.
wraparound (zyklisch) Das Gerät überschreibt Daten nach Erreichen einer bestimmten Grenze. Dies ist eine seltene, wenn überhaupt existierende Art von gefälschten Laufwerken.
chain (Kette) Das Gerät besteht aus einer Abfolge von Wraparound- und Limbo-Bereichen. Dies ist eine seltene, wenn überhaupt existierende Art von gefälschten Laufwerken.

Jede Klassifizierung außer good bedeutet Elektroschrott, lediglich limbo können Wagemutige noch in sehr eingeschränktem Umfang benutzen, siehe f3fix.

Der Entwickler bittet Anwender ein tatsächlich gefundenes Wraparound- und Chain-Laufwerk ihm für seine Sammlung zu überlassen.

f3fix

Das Programm f3fix bearbeitet die Partitionstabelle eines gefälschten Flash-Laufwerks, so dass es nur eine einzige Partition gibt und diese der tatsächlichen Kapazität des Datenträgers entspricht. Dies ist nur beim Fehlerbild limbo sinnvoll.

Hinweis:

In der Handbuchseite von 2016 (für Version 6) wurde diese Anwendung noch als experimentell eingestuft. Seit Version 7 gilt sie als stabil und somit wurde lediglich die Handbuchseite nicht aktualisiert; vgl. Änderungsprotokoll 🇬🇧

Optionen
-a, --first-sec=SEC-NUM Sektor, in dem die Partition beginnt.
-b, --boot Markiere die Partition für den Bootvorgang.
-d, --disk-type=TYPE Festplattentyp der Partitionstabelle.
-f, --fs-type=TYPE Typ des Dateisystems der Partition.
-l, --last-sec=SEC-NUM Sektor, in dem die Partition endet.
-n, --no-boot Partition nicht für den Start markieren.
-k, --list-disk-types Alle unterstützten Festplattentypen auflisten.
-s, --list-fs-types Alle unterstützten Dateisystemtypen auflisten.
-?, --help Zeigt diese Hilfeliste an.
--usage Zeigt eine kurze Nutzungsmeldung an.
-V, --version Zeigt die Programmversion an.

f3brew

Das Programm f3brew hilft Entwicklern, die Funktionsweise gefälschter Laufwerke zu verstehen.

Die Optionen können der Handbuchseite entnommen werden: f3brew 🇬🇧

Beispiele

Im folgenden die übersetzten und ergänzten Beispiele aus der englischen Dokumentation.

Leistungstest

Man verwendet diese beiden Programme f3write und f3read in dieser Reihenfolge:

f3write /media/michel/5EBD-5C80/ 

Dabei ist der Einbindepunkt /media/michel/5EBD-5C80/ nur ein Beispiel und durch den vorliegenden Pfad zu ersetzen.

Während der Ausführung wird der Status angezeigt:

…
Creating file 2.h2w ... 5.80% -- 25.21 MB/s -- 50:58
#                                              ^ Restlaufzeit
#                                ^ aktuelle Geschwindigkeit
#                       ^ verarbeiteter Anteil
#             ^ aktueller Dateiname

Ist der Vorgang beendet, wird eine Zusammenfassung angezeigt.

…
Creating file 27.h2w ... OK!
Free space: 1.46 GB
Average writing speed: 6.47 MB/s
#                      ^ Gesamtgeschwindigkeit

Anschließend ließt man die geschriebenen Testdateien zurück:

f3read /media/michel/5EBD-5C80/ 

Auch während des Vorgang wird ein Status angezeigt und nach Abschluss eine Zusammenfassung:

                  SECTORS      ok/corrupted/changed/overwritten
Validating file 1.h2w ... 2097152/        0/      0/      0
…
Validating file 27.h2w ... 1660264/        0/      0/      0

  Data OK: 26.79 GB (56186216 sectors)
Data LOST: 0.00 Byte (0 sectors)
	       Corrupted: 0.00 Byte (0 sectors)
	Slightly changed: 0.00 Byte (0 sectors)
	     Overwritten: 0.00 Byte (0 sectors)
Average reading speed: 30.76 MB/s

Kapazitätstest

Das Programm f3probe eignet sich als schneller Laufwerkstest auch für große Datenträger, da nur das geschrieben wird, was zum Testen des Laufwerks erforderlich ist. Es funktioniert direkt auf dem (nicht eingebundenen) Blockgerät und muss mit Root-Rechten[2] ausgeführt werden:

sudo f3probe --destructive --time-ops /dev/sdX 

„/dev/sdX“ ist anzupassen.

Achtung!

Dadurch werden alle zuvor gespeicherten Daten auf dem Datenträger zerstört!

Zu Beginn der Ausführung erhält man eine Warnung:

WARNING: Probing normally takes from a few seconds to 15 minutes, but
         it can take longer. Please be patient.

Der Vorgang kann von wenigen Sekunden bis 15 Minuten oder länger dauern. Man möge Geduld bewahren.

Probe finished, recovering blocks... Done

Good news: The device `/dev/sdb' is the real thing

Device geometry:
	         *Usable* size: 28.88 GB (60555264 blocks)
	        Announced size: 28.88 GB (60555264 blocks)
	                Module: 32.00 GB (2^35 Bytes)
	Approximate cache size: 0.00 Byte (0 blocks), need-reset=no
	   Physical block size: 512.00 Byte (2^9 Bytes)

Probe time: 5'20"

Kapazitätskorrektur

Das Programm f3fix erstellt eine Partition, die der tatsächlichen Größe des gefälschten Laufwerks entspricht. Man verwendet die Ausgabe von f3probe zur Bestimmung der benötigten Angaben:

sudo f3fix --last-sec=16477878 /dev/sdb 

Grafische Oberfläche

Mit Fight Flash Fraud (Qt) 🇬🇧 gibt es eine grafische Oberfläche, aber es ist nicht in den Paketquellen und die aktuelle Version benötigt Qt 6 (s. a Links).

Diese Revision wurde am 2. März 2026 14:15 von Ruth-Wies erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Shell