SpaceFM

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Verwenden eines PPAs

  3. Starten von Programmen

  4. Ein Terminal öffnen

  5. Root-Rechte

Inhaltsverzeichnis
  1. Installation
  2. Bedienung
    1. Einstellungen für Root anpassen
    2. Darstellung ändern
      1. Menüs und Leisten bearbeiten
    3. Eingaben in die Pfadleiste
    4. Dateisuche
    5. Netzwerkeinbindung (udevil)
    6. Plugins
      1. Installation von Plugins
      2. Nützliche Plugins (Papierkorb/Netzwerk...
    7. Desktopverwaltung durch SpaceFM (Beispie...
  3. Links

spacefm_cube_blue.png SpaceFM 🇬🇧 ist ein leichter, vielseitig anpassbarer und erweiterungsfähiger Dateimanager. Er ist in C geschrieben und unterstützt GTK+, udev sowie inotify. Er ist intuitiv zu bedienen und kann für komplexe Aufgaben genutzt werden, da Funktionen der Bash integriert werden können.

Neben der Darstellung von Tabs stellt SpaceFM bis zu vier sogenannte Panels zur Verfügung. So werden Felder genannt, die jeweils wie ein eigenes Fenster des Dateimanagers nutzbar sind (inklusive Seiten- und Werkzeugleiste). Sowohl die Darstellung der einzelnen Panels als auch die Einstellungen bei unterschiedlichen Kombinationen können wieder hergestellt werden. Mit Hilfe eines Panelmenüs kann schnell zwischen verschiedenen Darstellungsweisen gewechselt werden (einspaltig – zweispaltig; horizontal – vertikal; Symbolansicht – Detailansicht usw.).

Die meisten Elemente von Menüs oder Werkzeugleisten können konfiguriert oder erweitert werden (Designmodus).

SpaceFM ist ein Fork von PCManFM 0.5.2, nachdem dieser von Grund auf neu entwickelt worden ist (veröffentlicht ab Versionsnummer 0.9.x). Die beiden Projekte werden unabhängig voneinander weiterentwickelt. Während PCManFM auf Effizienz und Geschwindigkeit setzt, bietet SpaceFM ein Maximum an Flexibilität und Erweiterungsfähigkeit.

Installation

Das Programm ist in den offiziellen Paketquellen enthalten. Folgendes Paket muss installiert [1] werden:

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install spacefm 

sudo aptitude install spacefm 

Damit wird die GTK2-Version installiert. Daneben steht noch das Paket spacefm-gtk3 mit Unterstützung von GTK3 zur Verfügung.

Bedienung

Bei Ubuntu-Varianten mit einem Anwendungsmenü kann man das Programm über den Eintrag "Zubehör -> SpaceFM" starten [3]. Anderenfalls benutzt man den Befehl spacefm.

Standardoperationen mit der Maus („Drag & Drop“) und gewohnte Tastaturkürzel (z.B. Strg + C = kopieren) werden wie in anderen grafischen Dateimanagern unterstützt. Auch Drag & Drop in die Seitenleiste hinein funktioniert. Drag & Drop bei gedrückter Strg -Taste kopiert eine Datei. Ein Ziehen mit der Maus bei gedrückten Strg + -Tasten legt im Zielverzeichnis einen Link an. Im "Umbenennen"-Dialog (Rechtsklick oder F2 ) kann (gleichzeitig) auch kopiert, verschoben oder verlinkt werden.

Wenn im Verzeichnis ~/Templates/ oder ~/.templates/ Vorlagedateien hinterlegt sind, kann auf "Rechtsklick -> Neu -> Datei -> Vorlage" eine Vorlage ausgewählt werden, auf deren Grundlage eine neue Datei erstellt wird.

Einstellungen für Root anpassen

Um den vollen Funktionsumfang nutzen zu können, müssen unter "Ansicht -> Einstellungen -> Erweitert" die Einstellungen für den Terminalemulator, Kommandozeileneditor, grafischen Editor und die passenden Befehle für die Arbeit im Terminal (/usr/bin/sudo) bzw. auf der grafischen Oberfläche eingetragen sein (/usr/bin/gksu). Erst danach können Root-Fenster und Root-Terminal aufgerufen werden. Dies ist auch Voraussetzung für die systemweite Installation von Plugins.

Darstellung ändern

Über das Menü "Ansicht", mittels der (in der Menüzeile einblendbaren) Panelleiste oder über die Tastaturkürzel Strg + 1 bis Strg + 4 lassen sich vier verschiedene Ansichten aufrufen. Änderungen, die innerhalb eines Panels oder bei einer bestimmten Kombination von Panels vorgenommen werden, werden für den nächsten Aufruf gespeichert. Innerhalb jedes Panels können neue Tabs geöffnet werden. Die folgenden Ansichten stellen Beispiele dar:

spacefm_1panel_seitenleiste.png
Panel, Seitenleiste (Pane): Tree

spacefm_2panel_medien_bookm.png
Seitenleiste: Devices, Bookmarks, Tree

spacefm_2panel_horizontal.png
Zwei Panels übereinander

spacefm_4panel_menu_coloms.png
Vier Panels

spacefm_1panel_seitenleiste_lubu.png
Ein Panel, Theme Lubuntu

spacefm_2panel_detailansicht_lubu.png
Zwei Panels, Lubuntu

Weitere Ansichten finden sich auf der Seite des Entwicklers.

Über einen sogenannten Designmodus können die meisten Elemente in ihrem Aussehen und in ihrer Funktion angepasst werden. Der Designmodus ermöglicht das Ändern von Name, Tastaturkürzel und Symbol einzelner Menüpunkte, das Anzeigen von Hilfetexten für einen Menüpunkt und das Hinzufügen von selbst erstellten Befehlen zu den meisten Menüs.

spacefm_design_mode.png
Menüs im Designmodus

Der Designmodus öffnet sich automatisch bei Rechtsklick auf einen beliebigen Menüpunkt. Falls ein Untermenü ausgeklappt ist, muss es vorher durch Linksklick geschlossen werden. Neu eingefügte Menüpunkte werden oberhalb des ausgewählten vorhandenen Menüpunktes eingefügt. Im Lesezeichenmenü funktioniert der Designmodus nicht.

Zum Bearbeiten einer Werkzeugleiste ist das Werkzeugsymbol ganz links in der Leiste anzuklicken, danach können die einzelnen Einträge wieder per Rechtsklick rechte Maustaste bearbeitet werden. Die Bezeichnung "Werkzeugleiste links/rechts" beziehen sich auf die linke und rechte Seite derselben (Haupt-)Symbolleiste.

Eingaben in die Pfadleiste

Die Navigation kann per Maus über Klicken auf Ordnersymbole und Schaltflächen erfolgen, aber auch über eine Tastatureingabe in der Pfadleiste. Dabei kann die Eingabe durch Tab ⇆ wie im Terminal vervollständigt werden. Solange die eingegebene Buchstabenfolge verschieden ergänzt werden kann, erscheint unter der Pfadleiste ein Auswahlmenü.

Die Pfadleiste kann aber auch genutzt werden, um Terminalbefehle auszuführen. Für unterschiedliche Optionen werden verschiedene Zeichen vorangestellt:

Präfix
$ Resultat des Befehls wird ausgegeben
& Befehl wird ausgeführt (ohne weitere Ausgabe)
+ Befehl in Terminalfenster ausführen
! Als root ausführen

Die Option ! (= root) ist mit den anderen kombinierbar. So wird z.B. durch folgenden Befehl ein Terminal gestartet, um ein markiertes Laufwerk (als root) auszuhängen.

+! umount %v

Auch Netzwerkeinbindungen können über die Eingabe in die Pfadleiste aufgerufen werden, siehe dazu den Abschnitt udevil.

spacefm_dateisuche.png
Dateisuche

Dateisuche

SpaceFM bringt eine grafische Oberfläche zur Dateisuche mit, die sich über das Menü "Datei -> Suche" aufrufen lässt. Die Suche startet im aktuellen Verzeichnis und kann rekursiv oder auf einen Ordner beschränkt durchgeführt werden. Daneben kann nach Dateiinhalten gesucht oder nach Dateigröße oder -zeitstempel gefiltert werden.

Netzwerkeinbindung (udevil)

Laufwerke werden in der Standardinstallation von SpaceFM per devmon-Skript gemountet. Um Netzwerke einzubinden, kann das für SpaceFM entwickelte Programm udevil 🇬🇧 installiert werden.

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install udevil 

sudo aptitude install udevil 

udevil ist ein Kommandozeilenprogramm, das Geräte ohne Passwort ein- und aushängen kann und die Geräteinformationen anzeigt. Außerdem können damit ISO-Dateien und Netzwerkverbindungen eingehängt werden (nfs://, smb://, ftp://, ssh://, dav:// und tmpfs/ramfs-Dateisysteme).

In der Voreinstellung dürfen nur lokale Ordner und Dateien sowie ISOs eingehängt werden. Um das Einhängen von Netzwerken zu erlauben, muss in der Datei /etc/udevil/udevil.conf die Freigabe eingetragen werden:

allowed_types = $KNOWN_FILESYSTEMS, file, cifs, nfs, curlftpfs, sshfs, davfs

Je nach Nutzung müssen curlftpfs oder ftpfs (für ftp://), cifs-utils oder in Ubuntu 12.04 smbfs (für smb://), sshfs (für ssh://), und/oder davfs2 (für http://) nachinstalliert werden. Die Befehlssyntax entspricht mount oder udisks mit einem vorangestellten udevil. Beispiele:

udevil mount ssh://user@sys.domain 
udevil mount ftp://user:pass@sys.domain/share  

Nähere Angaben und weitere Beispiele sind der Hilfe von udevil 🇬🇧 zu entnehmen.

Plugins

Installation von Plugins

Auf der Projektseite werden Plugins für unterschiedliche Funktionen bereitgestellt. Diese können entweder (mit Root-Rechten) systemweit installiert werden ("Plugins -> Installieren") oder sie werden (ohne Root-Rechte) nur importiert und eingefügt ("Plugins -> Importieren"). Plugins können lokal ("Datei") oder direkt aus dem Netz installiert werden ("URL").

Beim Importieren wird das Plugin zunächst in einen Zwischenspeicher geladen und kann dann über den Designmodus (Rechtsklick auf das Menü/Zahnradsymbol bei Leisten) an der gewünschten Stelle eingefügt werden.

Selbst angelegte Menüpunkte oder in Perl geschriebene Skripte können im Designmodus exportiert und als Plugin an anderer Stelle im Menü oder in anderen Installationen als Plugins installiert/genutzt werden.

Über die Syntax für Abfrage-Dialoge gibt das Benutzerhandbuch 🇬🇧 Auskunft.

Nützliche Plugins (Papierkorb/Netzwerkeinbindung)

Andere grafische Dateimanager verfügen über eine Papierkorbfunktion nach den Spezifikationen von freedesktop.org 🇬🇧. Ein entsprechendes Plugin ist das Corbeille-SpaceFM trash plugin 🇬🇧.

Zum Mounten von Laufwerken bietet das Plugin Keith's Mount SMB/FTP/SSHFS/WebDAV Share GUI 🇬🇧 ein grafisches Frontend für die Funktionen von udevil.

Desktopverwaltung durch SpaceFM (Beispiel Lubuntu)

In einer Lubuntu-Sitzung kann SpaceFM die Desktopverwaltung von PCManFM auf folgende Weise übernehmen:

cp /etc/xdg/lxsession/Lubuntu/autostart ~/.config/lxsession/Lubuntu/autostart 

In der Kopie im Homeverzeichnis müssen nun folgende Zeilen auskommentiert/hinzugefügt werden:

...
#@pcmanfm --desktop --profile lubuntu ## pcmanfm deaktivieren
@spacefm --desktop                    ## spacefm in den Autostart aufnehmen
...

Danach ab- und wieder anmelden.