Metadaten

Inhaltsverzeichnis
  1. Bilder
    1. Exif
    2. IPTC
    3. XMP
    4. Bildverwaltungen
  2. Musik
  3. Videos
  4. Metadaten entfernen
  5. Links

./exifotocopy_logo.png Wer findet es nicht praktisch, wenn ein MP3-Player auch anzeigt, was er gerade abspielt? Oder wenn Fotos direkt den Aufnahmeort enthalten? Der Webdienst Panoramio {de} ist ein Beispiel, was man mit solchen Ortsinformationen – im positiven Sinn – machen kann.

Metadaten, auch Tags (Markierungen) genannt, dienen grundsätzlich der Katalogisierung. Gleichzeitig erleichtern diese den täglichen Umgang mit digitalen Medien. Während ein Dateiname nur begrenzt Informationen zur Verfügung stellen kann, werden Metadaten fast immer in die jeweilige Datei eingebettet. Damit lassen sich diese Daten bequem mit der Datei weitergeben.

Dieser Artikel soll einen kurzen Überblick geben, welche Programmen welche Metadaten in Bilder und Musikstücke schreiben können. Während der Bereich Musik durch zahlreiche Programme abgedeckt ist, gibt es bei Fotos noch viele Lücken. Das wird besonders deutlich, wenn es um grafische Programme für die unterschiedlichen Formate geht.

Bilder

Obwohl mit ExifTool ein sehr mächtiges Werkzeug vorliegt, das alle erdenklichen Metadaten lesen und (fast immer auch) schreiben kann, fehlt unter Linux eine grafische Oberfläche für dieses Programm. Zunächst sollte man sich aber darüber im Klaren sein, welche Metadaten eigentlich geändert werden sollen. Derzeit existieren drei Standards:

Die jeweiligen Informationen werden in einzelnen Feldern untergebracht. Eine Liste möglicher Feldnamen der unterschiedlichen Formate ist z.B. hier zu finden: Image metadata library {en}. Da alle Formate sehr viele unterschiedliche, zum Teil aber auch inhaltlich identische (oder bei Exif zusätzlich noch herstellerspezifische) Felder enthalten, unterstützen Programme wie Bildverwaltungen in der Regel nur eine begrenzte Auswahl der möglichen Standards und Felder (siehe auch PhotoTags {en}). Der Königsweg ist daher die Verwendung der MGW Tags von ExifTool.

Exif

Obwohl es normalerweise wenig sinnvoll ist, die von der Digitalkamera automatisch eingebetteten Informationen zu ändern, tritt in der Praxis beispielsweise häufig das Problem auf, dass Datum und Uhrzeit der Kamera nicht korrekt eingestellt waren. Somit erhalten Bilder einen falschen internen Zeitstempel und werden in manchen Bildverwaltungen falsch einsortiert. Auch Programme wie AmoK Exif Sorter zum Sortieren und Umbenennen von Bildern benötigen korrekte Zeit- und Datumsangaben. Darüber kann es aus Datenschutzgründen interessant sein, die Exif-Informationen teilweise oder ganz zu löschen.

Das Exif-Format enthält genau ein Feld, in dem sich ein nichttechnischer Frei-Text zum Bild unterbringen lässt: das sogenannte Kommentarfeld. Das reicht gerade im professionellen Bereich nicht aus.

Experten-Info:

Auch das Bildformat JPG enthält ein – vollkommen unabhängiges – Kommentarfeld.

Geodaten

Obwohl es einige Kameras gibt, die Geodaten mittels eingebautem GPS-Chip direkt ermitteln und schreiben können, ist diese Funktion bei Digitalkameras im Gegensatz zu Smartphones nicht weit verbreitet. Grundsätzlich werden diese Informationen ebenfalls im Exif-Header untergebracht. Es gibt eine Reihe von Artikeln bzw. Programmen, die beim Thema GPS weiterhelfen: FoxtrotGPS sei hier als ein Vertreter genannt.

Weitere Programme sind im Artikel Metadaten/Geokodierung zu finden, der auch Hinweise zur Nutzung von Geodaten enthält.

IPTC

Eigentlich IPTC/IIM, hier auf IPTC verkürzt. Bewährter Standard im professionellen Publishing, wird mittel- bis langfristig von XMP abgelöst werden. Besonders praktisch sind die Stichwörter (keywords), mit denen sich Bildmotive auch in sehr großen Sammlungen schnell lokalisieren lassen – vorausgesetzt, man macht sich die Mühe der Verschlagwortung.

Eine Bildbewertung kann über das "Urgency" Feld vorgenommen werden, es spezifiziert die redaktionelle Dringlichkeit des Inhalts (1 = höchste Dringlichkeit, 5 = normale und 8 = niedrigste).

XMP

Von Adobe entwickelt und unter einer freien Lizenz veröffentlicht. Ein Vorteil ist die Medienunabhängigkeit (Dateiformate: JPEG, GIF, PNG, TIFF, WAV, MP3, AVI, MPEG, MOV, AI, PSD, PDF, PS, EPS und HTML). Darüber hinaus können Metadaten nicht nur eingebettet, sondern auch in einer zusätzlichen Datei (sidecar) abgespeichert werden. Das ist z.B. bei RAW-Dateien wichtig bzw. dann notwendig, wenn Metadaten nicht eingebettet werden können.

Darüber hinaus bietet XMP die Möglichkeit, Bildbewertungen (0 = neutral, 1-5 = je höher die Zahl, desto besser die Wertung) programmübergreifend abzuspeichern.

Bildverwaltungen

Hier geht es um JPG-Dateien. Diese sind weit verbreitet, obwohl es sich nicht um das ideale Dateiformat für Bilder handelt (keine verlustfreie Kompression, und außerdem gibt es moderne Verfahren wie etwa JPEG2000). Neben Exif- können sowohl IPTC- als auch XMP-Daten eingebettet werden. PNG-Dateien können zwar Metadaten enthalten, unterstützten aber keins der oben genannten Formate.

Da die Unterstützung von Metadaten z.T. auch versionsabhängig ist, beziehen sich die Angaben in folgender Tabelle (wenn nicht extra erwähnt) auf die jeweils aktuelle Programmversion:

Unterstützung von Metadaten
Exif IPTC XMP
digiKam Lesen und Schreiben von Datum, Zeit und Kommentarfeld Lesen und Schreiben ab Version 0.10 bzw. 1.0 (welche Felder tatsächlich berücksichtigt werden, ist unklar)
F-Spot Lesen und Schreiben von Datum, Zeit und Kommentarfeld nur lesen Stichwort (Subject)
gThumb Lesen und Schreiben von Datum und Zeit lesen der Felder "Caption" (Kommentar), "LocationName" (Ort) und "xxx" (Datumswerte) (schreiben ab Version 2.12) ab Version 2.12
Mapivi Lesen und Schreiben von Datum, Zeit und GPS-Position; Kopieren und Einfügen Lesen und Schreiben aller IPTC-Felder; Kopieren und Einfügen Lesen und Löschen aller Felder und Schreiben von Titel und Keywords (Stichwörter)
Shotwell Lesen und Schreiben von Datum und Zeit Keywords (nach Export; ab Version 0.8) Subjects (nach Export; ab Version 0.8)
Gwenview nur Lesen

Weitere Bildverwaltungen (alphabetisch):

Geeqie

Geeqie ersetzt den Bildbetrachter GQview. Neu – im Gegensatz zum Vorgänger – ist das Lesen und Schreiben von XMP- und IPTC-Daten. Insbesondere die Unterstützung von XMP macht das Programm interessant. Die Variante geeqie-gps (nur bis Ubuntu 11.10) beinhaltet eine integrierte Kartenansicht, um GPS-Daten darzustellen.

jBrout

jBrout {en} ist ein Foto-Manager mit Unterstützung von Exif- und IPTC-Daten (nur für JPG-Dateien; lesen und schreiben). Zur Installation unter Ubuntu steht eine Fremdquelle {en} zur Verfügung.

Hinweis!

Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.

JPhotoTagger

JPhotoTagger {en} kann dank Java plattformübergreifend eingesetzt werden. Metadaten werden allerdings grundsätzlich nicht im Bild, sondern als gleichnamige "XMP sidecar"-Datei gespeichert. Daneben verwendet das Programm eine eigene interne Metadaten-Datenbank. Das ausführliche deutsche Handbuch {de} (auch als PDF verfügbar) hilft beim Umgang mit dem Programm weiter.

Mapivi

Mapivi {en} bietet eine JPG-Bearbeitung ("workflow") für ambitionierte Amateurfotografen. Vorhandene Ordnerstrukturen und externe Datenträger werden berücksichtigt. Exif und IPTC können gelesen und geschrieben werden. Das Programm bietet umfangreiche Suchmöglichkeiten, im Bildbestand kann über Verzeichnisse, Stichworte, Orte oder über die Aufnahmezeit navigiert werden. Das Programm ist in den offiziellen Paketquellen enthalten und kann über das Paket mapivi installiert werden.

Oqapy

Oqapy ist ein junges Projekt, das auf Python und Qt basiert. Die Funktionen zum Bearbeiten der Metadaten verwenden Exiv2, wodurch die Metadatenformate Exif und IPTC gelesen und IPTC auch geschrieben werden kann (XMP wird nicht unterstützt). Zur Installation kann das "Personal Packages Archiv" (PPA) des Entwicklers genutzt werden.

Phatch Image Inspector

Der Phatch Image Inspector ist Bestandteil von Phatch (in den offiziellen Paketquellen enthalten) und kann Exif- und IPTC-Daten anzeigen und ändern. Via Kontextmenü (rechte Maustaste) lassen sich auch mehrere Bilder gleichzeitig ändern.

Photini

Photini ist ein Programm, mit dem die Metadaten von digitalen Bildern grafisch bearbeitet werden können. Die enthaltenen Funktionen decken die wichtigsten Metadaten-Felder ab: Titel, Beschreibung, Schlagworte, Inhaber der Verwertungsrechte und Fotograf. Darüber hinaus können auch Geodaten bearbeitet werden.

XnViewMP

Wer den Metadateneditor von IrfanView {en} kennt, dem wird der in XnViewMP enthaltene sehr vertraut vorkommen. Neben der Anzeige der Exif-Daten können IPTC- und XMP-Daten komfortabel bearbeitet werden. Leider ist nicht ersichtlich, welche dieser beiden Möglichkeiten für welche Datenfelder nun tatsächlich genutzt wird (beide gleichzeitig?).

Musik

Das Schreiben, Ändern oder Löschen der Metadaten von Musiktiteln ist prinzipiell kein Problem, denn es gibt Programme wie beispielsweise EasyTAG, Kid3 oder QtTag. Eine Programmübersicht ist im Artikel Multimedia zu finden. Neben klassischen Informationen wie Interpret, Komponist, Titel, Album und Genre können in MP3-Dateien auch Titelbilder ("cover") oder Texte (Lyrics) eingebettet werden (siehe auch Überprüfung MP3-Sammlung).

Gerade im Zusammenhang mit echten Abspielgeräten gibt es immer aber wieder Probleme mit verschiedenen Version von ID3v2 bei MP3-Dateien. Die aktuelle Version des informellen Standards ID3 ist ID3v2.4, der von die meisten Programme unter Linux verwendet wird. Für eine größtmögliche Kompatibilität mit unterschiedlichen Abspielgeräten und -programmen empfiehlt es sich (wenn möglich), das ältere Format ID3v2.3 auszuwählen (welches beispielsweise von iTunes verwendet wird).

Videos

Auch Videos können Metadaten enthalten. Leider ist hier die Situation noch dramatischer als bei Bildern, da nicht mal ein bzw. kein gemeinsamer Standard existiert. Interessierte seien an dieser Stelle auf das Format Matroska und das Programm MediaInfo verwiesen. Zu anderen Container-Formaten liegen bislang keine Informationen vor.

Metadaten entfernen

Manchmal kann es aus Datenschutzgründen erforderlich sein, Metadaten aus zur Veröffentlichung (im Internet) vorgesehenen Dateien wieder zu entfernen. Ein eindrucksvolles Beispiel für eine missbräuchliche Nutzung zeigt das Programm creepy. Das Metadata Anonymisation Toolkit (MAT) bietet ein komfortables grafisches Werkzeug zum schnellen Löschen in mehreren Dateien.

Weiterhin können fast alle der in diesem Artikel genannten Programme Metadaten auch wieder entfernen. Das bereits eingangs erwähnte Kommandozeilenwerkzeug ExifTool sticht insofern hervor, dass sich damit nicht nur Metadaten aus Bildern, sondern auch aus PDF-Dateien entfernen lassen. Speziell bei PDF-Dateien leistet auch pdftk gute Dienste. Ein allgemeines Werkzeug zur Analyse bzw. Kontrolle auf Metadaten im weiteren Sinn ist extract.