Festplattenbelegung

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Ein Terminal öffnen

Inhaltsverzeichnis
  1. Programme
  2. Links

./festplattenbelegung.png Die Analyse des belegten Speicherplatzes einer Festplatte kann sehr wichtig sein. So kann man schnell herausfinden, ob bestimmte Benutzer durch riesige Datenmengen die Festplatte füllen oder warum einer Festplatte immer wieder der Platz ausgeht (beispielsweise weil eine Logdatei eines falsch konfigurierten Serverdienstes riesige Ausmaße annimmt). In der Windows-Welt kennt man dazu Programme wie TreeSize, SequoiaView oder WinDirStat. Unter Linux gibt es sehr gute und leistungsfähige Alternativen.

Programme

Disk Usage Analyzer

./baobab.png

Der Disk Usage Analyzer 🇬🇧 (Baobab – unter Unity "Festplattenbelegung analysieren") ist ein grafisches Programm für den GNOME-Desktop zur Analyse der Belegung von Partitionen auf lokalen oder entfernten Datenträgern. Die Anwendung ist in der Lage, angegebene Verzeichnisse oder ganze Dateisysteme zu scannen, um eine graphische Baumansicht zu erstellen, inklusive der Anzeige des Platzverbrauches der Datei bzw. des Verzeichnisses. Das Programm besitzt zudem die Möglichkeit, nach Dateien zu suchen und Änderungen am Homeverzeichnis oder in jedem eingebundenem Laufwerk in die Analyse aufzunehmen.

Installation

Disk Usage Analyzer ist bei Ubuntu und Ubuntu MATE in der Standardinstallation enthalten, es kann bei Bedarf über das folgende Paket nachinstalliert werden [1]:

  • baobab

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install baobab 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://baobab

Man findet das Programm bei Ubuntu-Varianten mit einem Anwendungsmenü unter "Zubehör -> Festplattenbelegung analysieren" oder bei Ubuntu MATE unter "Systemwerkzeuge -> MATE-Fesplattenbelegungsanalyse".

Kommandozeilen-Start

Mit baobab /home/BENUTZERNAME/ im Terminal oder als "Benutzerdefinierte Aktion" im Thunar kann direkt das Homeverzeichnis überprüft werden.

Filelight

./filelight.png

Filelight 🇬🇧 zeigt die Festplattenbelegung unter KDE in einer innovativen Art und Weise an. Ausgehend von / (Wurzel des Dateisystems) wird jedes Verzeichnis aus dem Verzeichnisbaum als Fläche dargestellt. Je größer die Fläche, desto größer ist der Inhalt des Verzeichnisses. Baobab hat diese Ansicht übernommen.

Installation

Das Programm lässt sich über die Paketquellen von Ubuntu installieren. Folgendes Paket wird benötigt [1]:

  • filelight (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install filelight 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://filelight

Danach kann man es in KDE unter "Dienstprogramme -> Filelight" finden.

Konqueror-Integration

Ist Filelight installiert, so erhält man in Konqueror über den Menüpunkt "Ansicht -> Anzeigemodus -> kreisförmige Darstellung" das von Filelight erzeugte Kreisdiagramm direkt im Dateibereich von Konqueror angezeigt.

Graphical Disk Map

./gdmap.png

Graphical Disk Map 🇬🇧 (GdMap) ist ein GTK+-Programm, das alle Dateien eines bestimmten Verzeichnisses oder einer ganzen Partition in Form von verschiedenfarbigen Kästchen darstellt. Je größer die Datei, desto größer das Kästchen. Somit eignet sich das Programm gut zum Aufräumen von Datenträgern.

Mit GdMap kann man die Ordner und Dateien zwar anzeigen lassen, jedoch nicht öffnen. Es ist rein zum Betrachten der Dateigrößen geschaffen. Man kann die durch ein Suffix gekennzeichneten Dateitypen einzeln einfärben und das Einfärben der Verzeichnisebenen einschränken.

Installation

GdMap lässt sich über die Paketquellen von Ubuntu installieren. Folgendes Paket wird benötigt [1]:

  • gdmap (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gdmap 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://gdmap

Man findet es bei Ubuntu-Varianten mit einem Anwendungsmenü unter "Zubehör -> Plattenspeicher anzeigen" finden.

K4DirStat

./k4dirstat.png K4DirStat 🇬🇧 ist ebenfalls ein Programm, das alle Dateien eines bestimmten Verzeichnisses oder einer ganzen Partition in Form von verschiedenfarbigen Kästchen darstellt. Je größer die Datei, desto größer das Kästchen. Somit eignet sich das Programm gut zum Aufräumen von Datenträgern. Das Programm kombiniert die Ansicht von Baobab mit der von GdMap. Es bindet sich gut in die KDE-Desktopumgebung ein. Anschließend kann man K4DirStat über "Dienstprogramme -> K4DirStat Verzeichnisstatistik" starten.

Der Vorteil an K4DirStat ist, dass man Dateien bei Bedarf direkt aus dem Programm heraus löschen bzw. bearbeiten kann. So kann man einen Platzfresser schnell ausmachen und gleich beseitigen.

QDirStat 🇬🇧 ist eine Portierung auf eine aktuelle Qt-Version, jedoch ohne KDE-Abhängigkeit, die vor allem für Lubuntu und Xubuntu geeignet ist. Für die Installation gibt es auch ein PPA.

K4DirStat ist seit Ubuntu 12.04 in den offiziellen Paketquellen enthalten. Folgendes Paket muss installiert werden:

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install k4dirstat 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://k4dirstat

./jdiskreport_logo.png

JDiskReport

Wer eine desktop- und plattformübergreifende Alternative sucht, wird beim englischsprachigen JDiskReport 🇬🇧 fündig. Grafisch werden nur einfache Balken- und Kreisdiagramme geboten. Allerdings gibt es nette Kleinigkeiten wie eine Größenverteilung einzelner Dateien, eine Gruppierung nach Alter oder die Angabe eines benutzerdefinierten Befehls. Sämtliche Auswertungen können auch gedruckt werden.

Einzige Voraussetzung ist ein installiertes Java. Das Programm braucht nur heruntergeladen 🇬🇧 ⮷ und entpackt zu werden. Der Programmstart erfolgt über die Datei jdiskreport-VERSION.jar.

Soll JDiskReport in das Paketmanagement integriert werden, existiert ein PPA:

PPA

Adresszeile zum Hinzufügen des PPAs:

  • ppa:msassmann/jdiskreport

Hinweis!

Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.


Ein PPA unterstützt nicht zwangsläufig alle Ubuntu-Versionen. Weitere Informationen sind der Wiki/Vorlagen/PPA/ppa.png PPA-Beschreibung des Eigentümers/Teams msassmann zu entnehmen.

Damit Pakete aus dem PPA genutzt werden können, müssen die Paketquellen neu eingelesen werden.

Nach dem Aktualisieren der Paketquellen kann JDiskReport über folgendes Paket installiert werden [1]:

  • jdiskreport (ppa)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install jdiskreport 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://jdiskreport

Java Web Start

Statt der Installation auf dem eigenen Rechner kann man auch Java Web Start für JDiskReport verwenden: jdiskreport.jnlp ⮷. Dann arbeitet man automatisch immer mit der neuesten Version.

Wiki/Icons/terminal.png

Terminal

Steht z.B. auf einem Server keine grafische Oberfläche zur Verfügung, so kann man sich auch über das Terminal helfen. Hierfür stehen die beiden Befehle:

zur Verfügung. Sie sind fester Teil jeder Linux-Distribution.

Beispiel: Der folgende Befehl zeigt die Größen der Unterverzeichnisse des aktuellen Pfads aufsteigend sortiert dar:

du -shx ./* | sort -h 

40K	./abc.pdf
2,0M	./def.odt
5,2M	./Diverses
329M	./Raspberry
18G	./Filme
78G	./Serien

agedu

agedu kann als Alternative zu du anzeigen, wann welche Dateien zum letzten Mal verwendet wurden. Dies ermöglicht es, Dateien zu finden, die viel Platz verbrauchen und länger nicht mehr verwendet wurden.

Discus

Discus versucht, die Ergebnisse von df übersichtlicher auszugeben. So erscheint die Ausgabe farbig, man sieht Balkendiagramme usw.

Das Programm lässt sich über die Paketquellen von Ubuntu installieren. Folgendes Paket wird benötigt [1]:

  • discus (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install discus 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://discus

Nach der Installation kann man Discus im Terminal [2] über folgenden Befehl starten:

discus 
Mount           Total         Used         Free       Prcnt      Graph
/                7.81 GB      3.61 GB      4.20 GB    46.2%   [*****-----]
/sys                0 GB         0 GB         0 GB     0.0%   [----------]
/boot            0.19 GB      0.06 GB      0.13 GB    33.0%   [***-------]
+media/data    269.98 GB    124.10 GB    145.88 GB    46.0%   [*****-----]
/home          465.75 GB     10.49 GB    455.25 GB     2.3%   [----------]

NCurses Disk Usage

NCurses Disk Usage 🇬🇧 (ncdu) basiert – wie der Name bereits vermuten lässt – auf der Bibliothek ncurses und stellt auf der Kommandozeile eine interaktive Übersicht über den Speicherplatz-Verbrauch eines Ordners bereit. Das Programm kann also als übersichtlichere Alternative zu du betrachtet werden.

Ncdu lässt sich über die offiziellen Paketquellen von Ubuntu installieren. Folgendes Paket wird benötigt [1]:

  • ncdu (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install ncdu 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://ncdu

Nach der Installation kann man ncdu im Terminal [2] durch Eingabe des folgenden Befehls starten:

ncdu 
ncdu 1.3 ~ Use the arrow keys to navigate, press ? for help
--- /usr/src/linux-git -----------------------------------------
  394.2MB [##########] /.git
  169.7MB [####      ] /drivers
   77.1MB [#         ] /arch
 Total disk usage: 737.5MB  Apparent size: 737.5MB  Items: 29671