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Fernwartung

Oft ist ein Rechner, der gewartet werden soll, nicht in unmittelbarer Nähe, sodass es (zeit-) aufwendig oder vielleicht sogar unmöglich ist, diesen aufzusuchen, um beispielsweise Programme zu aktualisieren. Hierfür eignet sich Fernwartungssoftware gut, Updates oder andere Fehlerbehebungen können wie der Name schon sagt aus der Ferne - ergo vom eigenen Rechner aus über ein lokales Netzwerk oder das Internet - durchgeführt werden. Dies spart Zeit und die Verwaltung kann vom eigenen Arbeitsplatz mit den gewohnten Arbeitsbedingungen aus geschehen. Im Folgenden soll ein Überblick über verschiedene Möglichkeiten der Fernwartung gegeben werden.

VNC - ein virtueller Bildschirm

VNC bietet die Möglichkeit den entfernten Bildschirm anzuzeigen und zu steuern. Hierbei existieren zwei verschiedene Bedienkonzepte: einmal wird ein neuer virtueller Bildschirm erzeugt, der Benutzer am zu wartenden PC kann ganz normal weiterarbeiten; bei der anderen Möglichkeit wird der gleiche Bildschirm angezeigt, was hilfreich für die Anwenderunterstützung ist (Absprache empfohlen, da Maus und Tastatur weiterhin funktionieren!). Eine ausführliche Beschreibung und Hinweise zur Benutzung finden sich im Wikiartikel VNC.

SSH - Shellzugriff

SSH ist durchaus anders, als VNC, da man hierbei nicht den Bildschirm des entfernten Rechner sieht, sondern lediglich eine Konsole am dortigen Rechner hat. Man hat jedoch die gleichen Möglichkeiten, als säße man am dortigen Rechner und hätte eine Shell geöffnet. Hiermit lassen sich beispielsweise einfach Updates durchführen oder grundlegende Änderungen am System vornehmen. Eine ausführliche Beschreibung und Hinweise zur Benutzung finden sich im Wikiartikel SSH. Will man sich für die Anwendungsunterstützung einen Bildschirm teilen, eignet sich beispielsweise Screen.

RDP - Verwaltung von Windows-PCs

Eine SSH-Verbindung zu einem Windows-Rechner aufzubauen, funktioniert erst seit Windows 10 (ab Versionsstand 1803) oder Server 2019, wenn dort der OpenSSH-Server als optionales Feature hinzugefügt wurde. Zu Verwaltungs- und Wartungszecken sollte aber das RDP-Protokoll bevorzugt werden, welches auch verwendet werden kann, um von einem Windows-Rechner eine Verbindung zu einem anderen aufzubauen. Verbindet man sich per RDP mit einem Windows-Rechner kann man die Steuerung über diesen übernehmen. Um RDP-Verbindungen von einem Linux-Rechner aus aufzubauen, ist ein separates Programm nötig. Bei den meisten Linux-Distributionen ist ein solches nicht vorinstalliert. Eine Übersicht, welche Programme dieses Protokoll unterstützen, findet man unter RDP.

Andere

Außer diesen Protokollen, um Rechner auf verschieden Art aus der Ferne zu warten, gibt es noch einige andere Programme mit nützlichen Funktionen. Diese leiten die Fernwartung beispielsweise über einige Server, sodass auch ohne Portweiterleitung am Router (oder öffentliche IP-Adresse) eine Verbindung von einem Netzwerk in ein anderes aufgebaut werden kann. Im Folgenden sollen die beiden (für die nicht-kommerzielle Nutzung) kostenfreien Programme Teamviewer und AnyDesk kurz vorgestellt werden.

Teamviewer

Teamviewer bietet in der für den nicht-kommerziellen Gebrauch kostenlosen Version einige nützliche Funktionen: so gibt es eine Chat-Möglichkeit, um mit der Person am zu wartenden Rechner etwas abzustimmen. Auch kann man seine häufig zu wartenden Computer mit dem eigenen Teamviewer-Konto verknüpfen, den ständigen, unbeaufsichtigten Zugriff erlauben und sich so lediglich per Klick und eigens definiertem Passwort anmelden.

AnyDesk

AnyDesk bietet ebenso wie Teamviewer die Möglichkeit Verbindungen zu Rechnern in entfernten Netzwerken aufzubauen. Es hat jedoch deutlich weniger Funktionen.

Unendliche Möglichkeiten

Selbstverständlich gibt es noch deutlich mehr Möglichkeiten zur Fernwartung. Diese finden jedoch nicht alle in diesem Artikel Platz.

Diese Revision wurde am 4. März 2020 01:35 von noisefloor erstellt.
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