Archiv/Upgrade auf Intrepid

Archivierte Anleitung

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Anmerkung: Die Unterstützung von Ubuntu 8.10 Intrepid Ibex endete am 30.4.2010

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Bearbeiten von Paketquellen

  3. Ein Terminal öffnen

  4. Einen Editor öffnen

Inhaltsverzeichnis
  1. Grundsätzliches
  2. Vorbereitung
    1. Auf Regressionen prüfen
    2. Backup
    3. Software überprüfen
    4. Optional: Intrepid-CD oder -DVD einbinde...
  3. Upgrade mit Ubuntu (GNOME oder Xfce)
  4. Upgrade mit Kubuntu (KDE)
  5. Aktualisierung über die Konsole
    1. Per Update-Manager
  6. Problembehebung
    1. Allgemein
    2. Grafischer Login geht nicht (1)
    3. Grafischer Login geht nicht (2)
  7. Nach dem Neustart
  8. Links

Dieser Artikel beschreibt, wie man sein Ubuntu-System auf die Version 8.10 Intrepid Ibex aktualisiert. Diese Version bietet im Vergleich zur Vorgänger Version 8.04 Hardy Heron einen neuen Kernel, bessere Unterstützung für die Nutzung von WLAN mit freien Treibern sowie natürlich jede Menge Aktualisierungen. Eine Zusammenfassung der Neuerungen kann man hier finden.

Grundsätzliches

Ein Upgrade ist nur von einer Version auf die nächste möglich. Es ist nicht möglich, eine oder mehrere Versionen zu überspringen, indem man beispielsweise von Ubuntu 7.04 unter Auslassung von 7.10 und 8.04 direkt auf 8.10 aktualisiert. Eine Ausnahme stellt das Upgrade von einer LTS zur nächsten LTS Version dar. So ist es möglich von Ubuntu 6.06 LTS direkt auf Ubuntu 8.04 LTS zu aktualisieren. Das Vorgehen für eine solche Aktualisierung wird hier beschrieben.

Es gibt zwei Möglichkeiten das Upgrade vorzunehmen:

Wenn ein System sehr stark von der Standardinstallation abweicht, sind Probleme beim Upgrade möglich. Hinweise dazu finden sich unter Upgrade. Besonders Anwender von NVidia- und ATI-Grafiktreibern sollten sich anhand dieser Seite vergewissern, dass ihre Treiber korrekt installiert sind.

Vorbereitung

Auf Regressionen prüfen

Manche Dinge könnten in der neuen Version nicht mehr oder zumindest schlechter funktionieren als in Hardy. Eine Liste der bekannten Probleme findet sich unter Release Notes 🇬🇧 .

Backup

Vor einem Upgrade sollte eine Datensicherung vorgenommen werden, falls etwas schief laufen sollte. Dazu eignet sich

Software überprüfen

Das Upgradeprogramm kümmert sich selbständig um die Entfernung von Software, die aus inoffiziellen Quellen stammt und die beim Upgrade Probleme bereiten könnte. Es weiß aber nichts von Software, die ganz ohne die Paketverwaltung installiert wurde.

Wer Programme ohne die Paketverwaltung oder Checkinstall installiert hat, sollte diese jetzt entfernen. Wer nicht weiß, worum es gerade geht, ist nicht betroffen.

Wer Treiber nachinstalliert hat, sollte sich bewusst sein, dass diese in bestimmten Fällen nach dem Upgrade nicht mehr funktionieren. Das betrifft insbesondere auch fehlerhaft installierte Grafiktreiber. Mehr dazu auf der allgemeinen Seite zu Upgrade.

Optional: Intrepid-CD oder -DVD einbinden

Wer die neuen Pakete nicht herunterladen will, kann eine Intrepid-Alternate-CD oder die DVD verwenden. Nach Einlegen der CD erfolgt eine Abfrage, ob die CD eingebunden und der Paketmanager gestartet werden soll. Man wählt hier den Start des Paketmanagers, schließt diesen aber sogleich wieder. Dann ist man bereit für das folgende Upgrade.

Falls nach dem Einlegen der CD nichts geschieht, kann man sie auch manuell zu den Paketquellen hinzufügen [2] oder im Terminal [3] den folgenden Befehl ausführen:

sudo sh /cdrom/cdromupgrade 

Upgrade mit Ubuntu (GNOME oder Xfce)

Ein Upgrade auf Intrepid Ibex lässt sich wie folgt durchführen.

softwarequellen.png Zuerst muss in den Software-Paketquellen unter dem Punkt

im Reiter "Aktualisierungen" überprüft werden ob auch nicht "LTS" Ubuntu-Versionen vom Upgrade beachtet werden. Hier muss die Einstellung "Turnusmäßige Freigaben" ausgewählt werden, da es sich bei Hardy um eine LTS-Version handelt die standardmäßig nur auf die nächste LTS-Version aktualisiert werden kann.

Nun startet man den Update-Manager über

oder Alternativ aus einem Terminal [3] mit dem Befehl

sudo update-manager -c 

aktualisierungsverwaltung.png Ein Klick auf "Aktualisieren" startet das Upgrade. Zunächst werden die Release-Notes angezeigt, die Hinweise auf wichtige Änderungen enthalten. Weiter geht es mit "Upgrade".

Das System wird nun untersucht. Manche Pakete sind mit der neuen Ubuntu-Version nicht mehr kompatibel (das betrifft Pakete, die aus fremden Quellen installiert wurden und Pakete, die durch andere ersetzt wurden oder inzwischen überflüssig sind). Diese Änderungen kann man sich detailliert auflisten lassen. Wessen System aber nur offizielle Hardy-Pakete enthält, der muss diese Liste nicht studieren.

Nach Schließen aller geöffneten Anwendungen geht es weiter mit "Start Upgrade".

Nun folgt das eigentliche Upgrade. Dieser Vorgang darf nicht mehr unterbrochen werden.

Manche Programme werden von Intrepid nicht mehr benötigt. Sie sind in Ubuntu noch vorhanden, werden aber nicht mehr offiziell unterstützt. Diese Pakete befinden sich künftig in der Universe-Sektion. Wenn diese Sektion nicht aktiv ist, werden die Pakete jetzt zum Entfernen vorgeschlagen. Da Intrepid ohne diese Pakete voll funktionsfähig ist, kann man unbesorgt auf "Weiter" und dann auf "Remove" klicken.

Nach Beendigung dieses Schrittes muss das System noch neu gestartet werden. Das eigentliche Upgrade ist damit abgeschlossen.

Falls nun einige Programme fehlen, die unter der alten Ubuntu-Version beispielsweise mit Automatix installiert wurden, müssen diese neu installiert werden. Dabei sollte man immer schauen, ob die Pakete inzwischen auch in das offizielle Ubuntu eingeflossen sind.

Upgrade mit Kubuntu (KDE)

Achtung!

Es erfolgt ein Update auf KDE 4.1 und KDE 3.5 wird bis auf einige noch nicht portierte Programme entfernt. Insbesondere wird es nur noch den neuen Desktop geben. Wer noch nicht auf KDE 4 updaten will, soll bitte auf das Update auf Intrepid verzichten.

Hinweis:

Die Konfigurationsdateien der KDE 4 unter Hardy Heron werden in Intrepid nicht übernommen. Es werden ausschließlich die Konfigurationsdateien von KDE 3.5 übernommen. Wer die Konfigurationsdateien aus KDE 4 übernehmen will, muss dazu entweder einzelne Konfigurationen aus ~/.kde4 nach ~/.kde oder das gesamte Verzeichnis kopieren.

Der gesamte Upgrade-Vorgang wird im Programm Adept durchgeführt. Dieses kann über "K-Menu -> System -> Adept Manager - Manage Packages" geöffnet werden. Nach einer Passworteingabe lädt die Oberfläche.

Zur Vorbereitung sollte sichergestellt werden, dass ein vollständiges Kubuntu-System installiert ist. Dazu installiert man die Pakete

Nun sollte man das System auf den aktuellen Stand bringen. Dazu über "Aktualisierungen holen" die Paketquellen aktualisieren und über "Vollständige Aktualisierung" und danach "Änderungen anwenden" die Aktualisierung durchführen.

Wegen der Umstellung auf KDE 4 muss das Upgrade vom Nutzer selbst angestoßen werden und wird im Adept Manager nicht standardmäßig angeboten. Dazu beendet man Adept und startet ihn neu über Alt + F2 und dem Befehl

kdesudo 'adept_manager --dist-upgrade' 

Nun wird in der Werkzeugleiste der Knopf "Versions-Aktualisierung" angezeigt. Durch einen Klick auf diesen wird der Upgrade-Wizard gestartet.

Hier klickt man zunächst auf den Knopf "Weiter". Es werden nun die Release Informationen angezeigt. Nach einem weiteren Klick auf "Weiter" wird das Upgrade-Tool heruntergeladen. Nun kann der eigentliche Prozess über "Abschließen" gestartet werden. Dabei wird der Adept Manager beendet und das Distributions Upgrade gestartet.

Dieses aktualisiert voll automatisch die Paketquellen und deaktiviert Fremdquellen, welche man nach dem Upgrade manuell wieder aktivieren muss. Es wird analysiert welche Pakete aktualisiert, entfernt oder zusätzlich installiert werden. Bevor diese Änderungen durchgeführt werden, muss man in einem Dialog, in dem die Änderungen aufgeführt sind, auf "Start Upgrade" klicken.

Nun werden die einzelnen Pakete heruntergeladen und installiert. Zum Abschluss des Upgrades fordert das Programm dazu auf den Computer neu zu starten.

Aktualisierung über die Konsole

Von Debian ist man gewohnt die sources.list so zu ändern, dass die nächste Debian-Version genutzt wird, und dann ein apt-get dist-upgradedurchzuführen, die sollte man unter Ubuntu nicht machen. Ubuntu arbeitet mit dem Update-Manager. Diesen sollte man auch beim Upgrade eines Server benutzen.

Per Update-Manager

Hinweis:

Im Laufe des Upgrades ist es wahrscheinlich, dass die Netzwerkverbindung zumindest kurzzeitig unterbrochen wird. Führt man daher ein Upgrade auf einem Server durch, zu dem man nur via SSH Zugang hat, so wird man die Kontrolle über das Update verlieren, da die SSH Sitzung unterbrochen wird. Führt man also ein Upgrade auf einem entfernten Rechner durch, so sollte man das Upgrade innerhalb von Screen starten. So besteht die Möglichkeit die Verbindung wieder aufzunehmen und so wieder das Upgrade zu steuern.

Vor dem Upgrade auf eine neue Version muss man sicherstellen, dass das System auf dem neusten Stand ist:

sudo apt-get update                        # aktualisiert die Paketquellen
sudo apt-get dist-upgrade                  # aktualisieren der Pakete 

Danach installiert [1] man das Programm:

Nun muss die Datei /etc/update-manager/release-upgrades mit einem Editor mit Root-Rechten [4] bearbeitet werden. In dieser Datei wird definiert, ob der Update-Manager nur LTS-Versionen von Ubuntu beachten soll oder alle Versionen. Ubuntu "Intrepid Ibex" ist keine LTS-Version, daher muss die Datei wie folgt

[DEFAULT]
# default prompting behavior, valid options:
#  never  - never prompt for a new distribution version
#  normal - prompt if a new version of the distribution is available
#  lts    - prompt only if a LTS version of the distribution is available
Prompt=normal

geändert werden. Danach kann das Upgrade über

sudo do-release-upgrade  

ausgeführt werden. Ab jetzt muss man nur noch den Anweisungen auf dem Bildschirm folgen. Vorsicht ist angesagt, wenn Meldungen kommen, die die Konfigurationen der einzelnen Systeme ändern. Man sollte jede Konfiguration prüfen und entweder die neue Version akzeptieren oder die eigene Version der Konfigurationsdatei behalten. Man informiert sich am besten vorher, welche Änderungen an den Serverpaketen bei dem Distributions-Ugrade durchgeführt wurden.

Problembehebung

Allgemein

Unter Upgrade gibt es allgemeine Hinweise zur Problembehebung.

Grafischer Login geht nicht (1)

Bei Leuten, die das Strom sparen Tutorial hier aus dem Wiki eingerichtet haben/hatten, kann es passieren, dass sie sich nach dem Upgrade auf Intrepid nicht mehr grafisch einloggen können, sondern nur noch auf der Konsole über Strg + Alt + F1 . Abhilfe schafft, die Datei /etc/X11/gdm/PostLogin/Default auf der Konsole [3] zu löschen.

sudo rm /etc/X11/gdm/PostLogin/Default 

Das dort aufgerufene Skript greift auf ein Programm des fglrx-Treibers zu, der in diesem Falle beim Upgrade deinstalliert wurde.

Grafischer Login geht nicht (2)

Bei dem Update wird evtl. ein Kernel-Update vorgenommen. Es kann vorkommen, dass der installierte Original-Treiber nvidia dann nicht mehr funktioniert, beim Booten bleibt der PC bei dem (k)ubuntu-Bootscreen stehen. Ob das Problem am Treiber liegt, kann man leicht am X-Server-Log unter /var/log/Xorg.0.log erkennen; der X-Server meldet Probleme mit dem Treiber. Abhilfe schafft zunächst einen anderen Treiber auszuwählen und dann später den Treiber wieder zu installieren.

den Treiber z.B. durch nv oder vga zu ersetzen.

Sollte dies funktionieren, ausloggen bzw. den XServer beenden und mit der Textkonsole den Anmeldungsmanager (gdm, kdm, etc.) neu starten:

/etc/init.d/kdm restart
exit 

Mit dem ersten Befehl wird kdm neugestartet, mit dem zweiten die Textkonsole geschlossen.

Nach dem Neustart

Startet man Intrepid zu ersten Mal, so kann es sein, dass das System nach dem Einloggen meldet, dass eingeschränkte ("restricted") Module verwendet werden und bietet an, diese auf Wunsch zu deaktivieren. Weitere Information hierzu erhält man im Wiki Artikel restricted-manager.