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Android Studio

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

android.png Android 🇬🇧 ist ein von Google bereitgestelltes freies Betriebssystem für Mobilgeräte wie bspw. Smartphones und Netbooks. Entwickelt wird es von der Open Handset Alliance 🇬🇧. Anwendungen werden vornehmlich in Java programmiert. Eine (teilweise) Programmierung in C ist ebenfalls möglich, jedoch kann man keine selbständigen Programme (Apps) damit schreiben, sondern nur einzelne Unterprogramme, die dann von einem Java-Programm gestartet werden (siehe Android NDK).

As-1.png
Android Studio - Start

Mittels des Android Studios kann man – bei entsprechenden Programmierkenntnissen – schnell eigene Apps für Android entwickeln und auf dem eigenen Rechner testen. Google beansprucht keinerlei Rechte an der Software, die man entwickelt hat. Insbesondere steht es einem frei, die eigenen Programme unter die GPL, eine andere OpenSource-Lizenz oder eine proprietäre Lizenz zu stellen.

Android Studio basiert auf IntelliJ IDEA 🇬🇧 und ersetzt seit 2014 das von Google angebotene und auf Eclipse basierende "ADT Bundle". Letzteres wird nicht mehr offiziell unterstützt. Eine Migrationsanleitung 🇬🇧 unterstützt beim Umstieg auf Android Studio.

Voraussetzungen

Android Studio benötigt Java 8 oder höher. Die Installation wird im Artikel Java/Installation beschrieben. Die Verwendung von Android Studio mit OpenJDK 13 wurde erfolgreich unter Eoan getestet. Hierbei ist zu beachten das auch die erweiterten Pakete zum Programme entwickeln erforderlich sind.

Seitens des Betreibers des PPA wird jedoch Oracle Java 8 JDK empfohlen, besonders dann, wenn Probleme auftreten.

Folgende Pakete sind für Android Studio erforderlich:

  • libcanberra-gtk-module (universe)

  • android-sdk

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install libcanberra-gtk-module android-sdk 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://libcanberra-gtk-module,android-sdk

Installation

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Android Studio zu installieren. Aufgezeigt ist hier einmal die Installation über eine PPA und über ein Snap Paket.

Installation über PPA

Bei der Nutzung der nachfolgenden Quelle wird Open-JDK-8 als Abhängigkeit mit installiert.

Adresszeile zum Hinzufügen des PPAs:

  • ppa:maarten-fonville/android-studio

Hinweis!

Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.


Ein PPA unterstützt nicht zwangsläufig alle Ubuntu-Versionen. Weitere Informationen sind der Wiki/Vorlagen/PPA/ppa.png PPA-Beschreibung des Eigentümers/Teams maarten-fonville zu entnehmen.

Damit Pakete aus dem PPA genutzt werden können, müssen die Paketquellen neu eingelesen werden.

Nach dem Aktualisieren der Paketquellen kann das folgende Paket installiert werden:

  • android-studio

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install android-studio 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://android-studio

Wurde Android Studio über PPA installiert, ist es unter "Anwendungen anzeigen → Android Studio" zu finden.

Android Studio kann ebenfalls in der Konsole mit folgendem Befehl gestartet werden.

/opt/android-studio/bin/studio.sh 

Android Studio wird nach dem ersten Start weitere Programmdateien (ca:580MB) nachinstallieren.

Installation über Snap ab 18.04

Für Ubuntu Versionen ab 18.04 steht standardmäßig ein snap-Paket für Android Studio zur Verfügung.

Dieses kann über folgende Befehlszeile installiert werden:

snap install android-studio --classic 

Wurde Android Studio über ein Snap Paket installiert, ist es unter "Anwendungen anzeigen → Android Studio" zu finden.

Benutzung

androidstudio_new.jpeg
Android Studio - Neues Projekt

Beim ersten Start prüft Android Studio ob ein Update vorhanden ist, diese Aktualisierungen ggf. durchführen. Für entsprechende Zugriffsrechte, um diese Updates durchzuführen, muss gesorgt werden, alternativ kann Android Studio auch als root ausgeführt werden sudo /opt/android-studio/bin/studio.sh. Ein Dialog hilft bei der Erstellung eines neuen Projekts. Wie beim ADT Bundle muss ggf. die gewünschte Android-Zielplattform heruntergeladen werden, bevor ein Projekt ausgeführt werden kann. Sofern bereits ein virtuelles Gerät zur Simulation erstellt wurde, kann das Projekt über das Menü "Run → Run" gestartet und getestet werden.

Für weitere Informationen sei auf die Anleitung der Android-Entwicklerseite 🇬🇧 verwiesen.

Das Paket kann alternativ auch von der Herstellerseite 🇬🇧 ⮷ heruntergeladen und in ein beliebiges Verzeichnis entpackt [1] werden.

Hinweis!

Fremdsoftware kann das System gefährden.

Konfiguration

android-sdk-manager.jpg android-avd-manager.png
SDK Manager AVD Manager

Android SDK Manager

Über den Android SDK Manager können verschiedene Android-Versionen als Zielplattform nachinstalliert werden. Durch Klick auf das entsprechende Symbol in der Werkzeugleiste öffnet sich ein Dialog, über den die gewünschte Version, Beispiele und weitere Hilfswerkzeuge installiert werden können.

Android Virtual Device Manager

Bevor man ein erstelltes Projekt testen kann, muss ein virtuelles Androidgerät installiert werden. Dies geschieht über den "Android Virtual Device Manager", welcher über das entsprechende Symbol in der Werkzeugleiste aufgerufen werden kann.

Nach dem Start des Managers klickt man auf "New", trägt einen beliebigen Gerätenamen ein und wählt unter "Target" die gewünschte Android-Plattform, die man vorher installiert hat. Zusätzlich können der verfügbare Speicherplatz ("SD Card") und der gewünschte Bildschirm ("Skin") gewählt werden, zusätzlich können verschiedene (virtuelle) Hardwarekomponenten de- oder aktiviert werden. Hat man alle Einstellungen ausgewählt, linke Maustaste auf "Ok", und man kann die erstellte Plattform durch linke Maustaste auf "Start" testen. Achtung: Das Starten kann einige Minuten in Anspruch nehmen!

Android Debugging Bridge über Netzwerk

Android Studio zeigt neben virtuellen Geräten auch physikalische Android Geräte an um Anwendungen darauf auszuführen, zu testen und zu debuggen. Voraussetzung hierfür ist, das der Entwicklermodus sowie das USB Debugging auf dem jeweiligen Geräten aktiv ist. Geräte, welche über USB angeschlossen wurden, werden automatisch angezeigt.

Problematisch wird dies natürlich, wenn Android Studio in einer Virtuellen Maschine betrieben wird da dort das Gerät nicht "angesteckt" werden kann und auch die Funktion, ein USB Gerät an die virtuelle Maschine weiterzureichen, je nach verwendeter Virtualisierung nur bedingt funktioniert.

Die Android Debugging Bridge (adb) bietet hierfür die Möglichkeit die Verbindung über TCP/IP aufzubauen, das Handy muss sich hierfür im selben WLAN wie die Entwickler-VM befinden.

1) Vorbereitung: ADB Demon auf dem Handy in den tcp Modus schalten Hierzu muss das Handy an eine physikalische Maschine angeschlossens werden

adb kill-server → stoppen des Servers adb devices → startet den Server und sollte das Gerät anzeigen adb tcpip 5555 → schaltet den ADB Demon auf den Handy auf den TCPIP Modus

2) Connect von der Entwickler VM

Die IP Addresse des Handy lässt sich, abhängig von der Android Version, in ein Einstellungen unter den Telefon Status Informationen anzeigen.

Der Verbindungsaufbau von der Entwickler VM erfolgt über folgenden Befehlt adb connect 192.168.nnn.mmm:pppp (IP Addresse und Port müssen auf die Geräte IP und den oben eingestellten Port angepasst werden) z.B. adb connect 192.168.123.456:5555

Über den Befehl adb devices wird nun das physikalische Handy auch in der Entwickler VM angezeigt und kann von Android Studio wie ein physikalisch angeschlossenes Gerät verwendet werden.

Ebenso, wie physikalische Android Geräte, lassen sich auf diesem Weg auch virtuelle Android Geräte welche auf Emulatoren laufen verbinden. Da Emulatoren innerhalb von virtuellen Maschinen generell problematisch sind, kann der Emulator auf dem Host parallel zur Entwickler-VM laufen, die Verbindung kann über den gleichen adb connect befehl hergestellt werden.

Android NDK

Das Android NDK ist hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Mittels des NDKs können Teile einer Android-Anwendung in C programmiert werden. Verwendung findet es in erster Linie für Anwendungen, die sehr prozessorabhängig sind. Zusätzlich bietet sich diese Variante an, falls man eine umfangreiche C-Anwendung auf Android portieren möchte. Das Paket selbst, Installationsanleitung und Verwendung sind auf der Herstellerseite 🇬🇧 zu finden.

Diese Revision wurde am 28. März 2020 21:44 von Heinrich_Schwietering erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Java, Programmierung, Android