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NdisWrapper

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Bei NdisWrapper handelt es sich um ein Werkzeug, welches die Windowstreiber für WLAN-Karten nutzt, um diese unter Linux zum Laufen zu bringen. Bei einigen Chipsätzen kann man auf der Homepage des Herstellers spezielle Chipsatz-Treiber bekommen. Diese sind den mitgelieferten Windows-Treibern vorzuziehen. Ndiswrapper benötigt eine Treiberdatei mit der Endung .inf.

Vorbereitung

Bevor man mit der Installation von NdisWrapper beginnt, sollte man sich unbedingt die Anleitung zur WLAN-Installation durchlesen! Grundsätzlich sollte fast jede WLAN-Karte mit NdisWrapper lauffähig sein. Ist die eigene Karte hier nicht aufgeführt, sollte man es trotzdem zumindest probieren.

Bei den meisten Karten in dieser Liste ist auch der verwendete Chipsatz und eine Downloadquelle für den Treiber angegeben. Sollte dies nicht der Fall sein, kann man es immer noch mit den beiliegenden Windows-Treibern versuchen. Die entsprechenden Treiber müssen zunächst auf die Festplatte kopiert und evtl. entpackt werden. Bei Dateien von einer Treiber-CD müssen noch die Schreibrechte [6] für alle Benutzer gesetzt werden. Ansonsten kann ndiswrapper diese nicht in das System einbinden.

Wenn die Treiberpakete als exe-Datei vorliegen, müssen diese über ein Windowssystem, mit Hilfe eines der Programme [1]

  • cabextract (universe, [1])

  • unshield (universe, [1])

oder mit Hilfe von Wine entpackt werden.

Wurde das Windows-Archiv mit wine entpackt, sind die Dateien in dem verborgenen Ordner $HOME/.wine/drive_c/Programme/Name_des_Treibers zu finden.

Zunächst müssen folgende Pakete installiert [1] werden:

  • ndiswrapper-utils - Bis Dapper

  • ndiswrapper-utils-1.9 - Ab Feisty

  • ndisgtk (bis Gutsy in universe [2] – ab Hardy in main)

Ist am betroffenen PC keine Internetverbindung zum Herunterladen der ndiswrapper-Pakete vorhanden, können die Pakete von der Ubuntu Installations-CD verwendet werden. Die deb-Installationspakete befinden sich im Verzeichnis /pool/main/n und müssen nur nacheinander doppelt angeklickt werden. Siehe auch Paketinstallation DEB.

Installation des Treibers

Hinweis:

Seit ubuntu 8.10 irritiert eine Fehlermeldung bei der Installation eines Treibers mit ndisgtk. "Es kann nicht geprüft werden ob die Hardware vorhanden ist ...". Die Netzwerkkonfiguration kann ebenfalls nicht gestartet werden "Could not find a network configuration tool.". Dafür gibt es einen Patch. Der Paketbetreuer ist bereits informiert. Die Fehlermeldung kann ansonsten ignoriert werden.

Nach der Installation der Pakete klickt man unter "System -> Systemverwaltung/Administration -> Windows WLAN Treiber" auf "Neuen Treiber installieren". Nach der Auswahl der entsprechenden inf-Datei des Windowstreibers sollte der Treiber in der Liste auftauchen und darunter auch "Hardware verfügbar: Ja" stehen. Hat es nicht geklappt, kann es mitunter helfen ndisgkt manuell als Root per

sudo ndisgtk 

zu starten.

Hinweis:

ndisgtk findet den Windows-Treiber nicht wenn sich im Pfad Ordnernamen mit Leerzeichen befinden.

Installation des Treibers (Im Terminal)

Manchmal funktioniert der Weg über ndisgtk nicht. Man kann aber ohne weiteres auf das Terminal [3] ausweichen:

sudo ndiswrapper -i /pfadZumWindowstreiber/filename.inf 

Also den Pfad zur Windows .inf Datei angeben. Bei einem DWL-650 sieht das z.B. so aus:

sudo ndiswrapper -i /home/user/Drivers/WinXP/GPLUS.inf 

Man sollte jetzt mal einen Blick in /etc/ndiswrapper/ werfen. Dort sollte nun ein neuer Ordner erscheinen, der den Namen der Karte trägt und einige Binaries enthält.

Mit folgendem Befehl lässt man sich den Status des Treibers anzeigen.

ndiswrapper -l 

Die Ausgabe sollte etwa so aussehen:

gplus   driver present, hardware present

Jetzt kann man das Modul ndiswrapper laden [5].

sudo modprobe ndiswrapper 

Die Karte sollte jetzt funktionieren und kann benutzt werden.

Damit das Modul beim Systemstart oder beim Hinzufügen der Hardware automatisch geladen wird, gibt man

sudo ndiswrapper -ma 

ein, was Aliase für die entsprechenden PCI- und USB-IDs anlegt.

Zur Kontrolle:

cat /etc/modprobe.d/ndiswrapper 

Hinweis:

Bei manchen Chips lädt das System einen (vermeintlich funktionierenden) Treiber (Modul) aus dem Kernel, der aber nicht richtig läuft und den ndiswrapper stört (z.B. prism54 bei einem Chip mit primsGT/ISL3886). Das störende Modul (z.B. prims54 oder islsm, siehe "lsmod") muss dann auf die Blacklist gesetzt werden, damit es beim Booten nicht geladen wird.

Deinstallation eines Treibers

Installiert man über Ndiswrapper einen neuen Treiber, ist es eventuell vonnöten den alten zu deinstallieren. Zuerst findet man mittels

sudo ndiswrapper -l 

den Namen des installierten Treibers heraus. Das Entfernen des Treibers geschieht schließlich mit

sudo ndiswrapper -r namedestreibers 

Fehlerhafte Treiber, unvollständige Installationen oder leere Installationsverzeichnisse unter /etc/ndiswrapper müssen ggf. manuell gelöscht werden:

sudo rm -r /etc/ndiswrapper/*
sudo rm -r /etc/modprobe.d/ndiswrapper 

Konfiguration der Karte

Wenn der Treiber erfolgreich geladen wurde, kann an dieser Stelle auf der Übersichtsseite mit der Konfiguration fortgefahren werden.

Optional: Ndiswrapper aus den Quellen kompilieren

Wenn es mit der in den Paketquellen verfügbaren Version nicht geht (oder zum Beispiel die Verbindung in unregelmäßigen Abständen zusammenbricht), kann es helfen, das Ndiswrapper-Paket aus den Original-Quellen zu installieren.

Vorbereitung

Damit das Unterfangen gelingt, benötigt man die folgenden Pakete [1]:

  • linux-headers-$(uname -r)

  • build-essential

NdisWrapper installieren

Zunächst wird die aktuelle Version bei Sourceforge {en} heruntergeladen.

Nachdem man in das Verzeichnis gewechselt ist, in dem das heruntergeladen Archiv ist, entpackt man es mit

tar -xzf ndiswrapper-1.53.tar.gz 

und wechselt mittels

cd ndiswrapper-1.53 

in das Verzeichnis der entpackten Dateien.

Achtung!

Zuerst sollte man deb-Pakete von Ndiswrapper, die eventuell schon installiert sind, deinstallieren!

Hinweis:

Die Standard-Methode sudo checkinstall statt sudo make install funktioniert hier leider nicht.

sudo make uninstall
make
sudo make install 

Achtung!

Nach einem Kernel-Update muss ndiswrapper neu installiert werden.


Diese Revision wurde am 10. November 2009 um 10:20 Uhr von elektronenblitz63 erstellt.
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