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Update

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Ein Betriebssystem besteht aus einer großen Zahl einzelner Programme und stellt durch das komplexe Zusammenspiel dieser eine Schnittstelle zwischen dem Anwender und der Hardware her. Bei einer Linux-Distribution wie Ubuntu kommt zum eigentlichen Betriebssystem (dem Kernel) noch eine ganze Reihe von Anwendungsprogrammen hinzu. Durch die beinahe unendlichen Kombinationsmöglichkeiten dieser verschiedenen Programme ist es sehr schwierig, das System optimal aufeinander abzustimmen und Fehler auszuschließen.

Um einem lückenlosen und fehlerfreien System möglichst nahe zu kommen, durchläuft jede Art von moderner Software mehrere Entwicklungsschritte und verschiedene Teststufen. Nähere Angaben dazu kann man diesem Artikel in Ikhaya entnehmen. Werden nach der Veröffentlichung der Software Fehler entdeckt, so werden diese im Idealfall schnellstmöglich behoben und eine neue Version der Software angeboten. Manchmal werden mehrere Fehler mit einen einzigen Update korrigiert, damit die Versionsnummern nicht zu unübersichtlich werden.

Hinweis:

Der Wechsel einer Ubuntu-Version wird nicht als Update, sondern als Upgrade bezeichnet.

Update-Politik

Die Politik der Ubuntu-Entwickler ist, nach der Veröffentlichung einer neuen Ubuntu-Version die Anwendungsprogramme möglichst unangetastet zu lassen und keine neuen Versionen einzelner Komponenten zu integrieren, da auf diese Weise die Stabilität beeinträchtigt werden könnte. Da eine neue Ubuntu-Version alle 6 Monate erscheint und diese in der Regel sehr aktuelle Pakete enthält, ist eine regelmäßige Aktualisierung auf neue Programmversionen zwischen zwei Veröffentlichungen von stabilen Versionen der Distribution meist unnötig.

Dies gilt jedoch nicht für so genannte Updates, also Aktualisierungen von Software, für den Fall, dass Fehler gefunden werden, die entweder die Funktionalität der Software einschränken und/oder ein Sicherheitsrisiko für einen potentiellen Angriff (Exploit) darstellen.

Paketquellen-3.png

Aktualisierungen

Die Paketquellen zur Aktualisierung von Ubuntu werden in mehrere Bereiche eingeteilt, wobei die ersten beiden sehr wichtig sind. Vorangestellt wird immer der Codename der Ubuntu-Version (man kann diesen mit dem Befehl lsb_release -c herausfinden), also z.B. lucid für Ubuntu 10.04 Lucid Lynx:

  • ...-security

  • ...-updates

  • ...-proposed

  • ...-backports

In den Bereich security fallen alle Sicherheitsupdates, im Bereich updates sind alle weiteren Änderungen zu finden, die nicht sicherheitsrelevanter Natur sind. Genaue Beschreibungen der einzelnen Bereiche, auch zu proposed und backports, sind im Artikel Paketquellen zu finden.

Achtung!

Pakete aus den proposed-Quellen haben auf Produktiv-Systemen nichts zu suchen. Pakete aus "proposed" können fehlerhaft sein und das komplette System unbrauchbar machen!

Bei einem neu installierten Ubuntu sind security und updates immer schon aktiviert, man muss hier also normalerweise nichts verändern. Wie diese Updates eingespielt werden, wird im Artikel Automatische Updates erklärt.

Wer Paketquellen und Aktualisierungen manuell bearbeiten möchte, findet im Artikel sources.list die notwendigen Informationen zur Bearbeitung der Datei /etc/apt/sources.list. Allerdings lassen sich mit dieser Datei die Zeiträume bzw. die Häufigkeit der Suche nach Updates nicht konfigurieren.

security

Dies ist die wichtigste Update-Quelle, vor allem, wenn der Rechner mit dem Internet verbunden ist. Wenn es sicherheitsrelevante Updates von Paketen gibt, so werden diese neuen Pakete hier zur Verfügung gestellt.

updates

Dieser Bereich enthält Updates von Paketen, wie etwa neuere Sprachpakete oder Fehlerbereinigungen, die keine sicherheitsrelevanten Änderungen enthalten.

Eine neue Ubuntu-Version enthält z.B. auch immer die neueste stabile GNOME-Desktopumgebung. Allerdings gibt es von GNOME regelmäßige Updates. Diese bringen zwar keine neuen Funktionen, beheben jedoch Fehler und enthalten meist auch aktualisierte Sprachpakete. Die GNOME-Updates für Ubuntu erscheinen in der Regel wenige Tage nach der offiziellen Veröffentlichung und werden im Rahmen der normalen Updates eingespielt. Die Größe des Updates kann dabei insgesamt an 100 MB heran reichen. Da es sich jedoch hauptsächlich um Fehlerkorrekturen handelt, sollte man diese Updates auf jeden Fall einspielen.

Update-Benachrichtigung

Jeder Administrator (z.B. der bei der Installation angelegte Benutzer) wird täglich benachrichtigt, falls Sicherheits-Updates anstehen. Informationen dazu findet man unter Automatische Updates. Das Verhalten dieser Benachrichtigung lässt sich teilweise an die Bedürfnisse des Benutzers anpassen.

Benachrichtigung kurz nach dem Einloggen erhalten

Dieses Feature ist besonders für Notebook-User von Interesse.

Dazu vorab eine kurze Beschreibung des Standardverhaltens. Normalerweise läuft der Vorgang zur Update-Prüfung (und Benachrichtigung) so ab:

  1. Nach dem Einschalten des PCs bzw. dem Verbinden des Laptops mit dem Ladegerät wird 5 Minuten gewartet, dann läuft der tägliche anacron-job in /etc/cron.daily an. Diese Verzögerung ist in der Datei /etc/anacrontab konfiguriert. Zu den Skripten gehört u.a. auch /etc/cron.daily/apt.

  2. Dieses Skript enthält eine zufällige Zeitverzögerung von bis zu 30 Minuten. Argument dafür: Wenn viele Server, welche Tag und Nacht durchlaufen, ohne diese Verzögerung arbeiten würden, fragen alle Rechner gleichzeitig nach Updates und können den Ubuntu-Server überlasten.

Um gleich (d.h. ca. 5 Minuten) nach dem Einschalten des PC's oder Einstecken des Ladekabels in den Laptop über die anstehenden Updates benachrichtigt zu werden, ändert man die Konfigurationsdatei /etc/apt/apt.conf.d/10periodic in einem Editor mit Root-Rechten [5]. Man muss folgende Zeile einfügen:

APT::Periodic::RandomSleep "0";

Hinweis:

Der Wert "0" sorgt dafür, dass 0 Sekunden gewartet wird. Andere Werte sind auch möglich, z.B. "900" für eine Verzögerung von bis zu 15 Minuten.

Benachrichtigungen bei allen Updates

Soll nicht nur bei Sicherheits-Updates eine Benachrichtigung erfolgen, sondern generell bei Verfügbarkeit jeglicher Updates, muss die Datei /etc/apt/apt.conf.d/50unattended-upgrades editiert werden.

Dazu müssen die Kommentarzeichen // in folgender Zeile entfernt werden:

Die Zeile vorher:

//	"Ubuntu lucid-updates";

Die Zeile nachher:

	"Ubuntu lucid-updates";

Seit Maverick sieht die Zeile so aus:

//      "${distro_id} ${distro_codename}-updates";

Nach der Bearbeitung muss sie so aussehen:

        "${distro_id} ${distro_codename}-updates";

Die Benachrichtigung selbst

Seit Jaunty hat sich das Verhalten des update-notifiers geändert. Das Icon im Benachrichtigungsfeld des GNOME-Panels erscheint nicht mehr, nur in der Fensterliste läuft minimiert das Aktualisierungsprogramm. Um das alte Verhalten wiederherzustellen, benutzt man den Konfigurationseditor und ändert zwei Schlüsselwerte:

gconftool-2 --type bool --set /apps/update-notifier/auto_launch false
gconftool-2 --type int --set /apps/update-notifier/regular_auto_launch_interval 0

Bekannte Bugs

Bei einer Lucid-Installation mit der "Alternate-CD" und Konfiguration eines echten root-Accounts wird man bei der Installation mit dem "Debian-Installer" überhaupt nicht über Updates benachrichtigt. Dies ist ein Fehler in der "Alternate-CD". Ein Workaround wird in diesem Kommentar von Fehlerbericht 356152 auf Launchpad beschrieben.

  • Ubuntu Paketsuche {en} - nach vorhandenen Programmen und Versionen suchen (nur für offiziell unterstützte Ubuntu-Versionen)

  • UbuntuUpdates.org {en} - kann bei der Suche nach neueren Programmversionen nützlich sein

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Dieser Seite wurden folgende Begriffe zugeordnet: Einsteiger, Paketverwaltung, Aktualisierung, update-notifier, Benachrichtigung

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