Der Unity-3D-Desktop als Compiz-Plugin wird zum ersten Mal mit Natty Narwhal eingesetzt. Diese Variante ist noch in der Entwicklung und die nachfolgend beschriebenen Funktionen und Einstellungen können fehlerhaft sein oder auch nicht (mehr) funktionieren!
Insbesondere können sich die Bezeichnungen im Zuge von Anpassungen/Übersetzungen ändern. Der Unity-3D-Desktop verlangt auf dem Rechner ein funktionierendes Compiz (ausreichende 3D Beschleunigung).
Die Daten für jeden Benutzer findet man in seinem Homeverzeichnis in der Datei
~/.config/dconf/user
Diese Datei wird beim Anlegen des Benutzers erstellt und kann bei Problemen gelöscht werden; sie wird beim nächsten Anmelden neu erstellt. Dabei werden für das Unity-Startmenü die Standard-Einstellungen wieder hergestellt und gleichzeitig auch alle auf dem Desktop abgelegten Starter integriert.
Die Einstellungen für Unity können im Terminal [1] sowohl abgefragt als auch eingestellt werden. Alternativ können in einem Grafischen User Interface, dem Unity-eigenen Konfigurations-Editor, alle Einstellungen abgefragt sowie einige (jedoch nicht alle) eingestellt werden.
Um mit dem GUI arbeiten zu können, muss das Paket:
dconf-tools (universe)
installiert sein.
Der Konfigurations-Editor dconf-editor kann über ein Terminal [1] mit
dconf-editor
oder über die Kommandozeile ( Alt + F2) aufgerufen werden. Alternativ kann man auch einen Starter zum Aufrufen erstellen.
Es muss immer ein normales Benutzer-Terminal eingesetzt werden, es darf also kein Systemadministrator-Terminal bzw. in der Kommandozeile kein sudo benutzt werden, da sonst die Abfragen/Einstellungen nur für Root und nicht für den normalen Benutzer-Desktop gelten!
Zur Zeit werden sowohl die im Menü-Editor als auch aus dem Terminal heraus vorgenommenen Einstellungen nur in die Unity-3D Version übernommen!
Über den „normalen“ GDM Konfigurationseditor werden auch unter Unity die Einstellungen für den Desktop und andere Interna geregelt. Analog zu diesem „normalen“ Konfigurationseditor können auch unter Unity diverse interne Einstellungen vorgenommen/eingestellt werden.
Nach dem Aufrufen muss man sich durch die Menüpunkte durchklicken und seine Einstellungen setzen. Typische Unity-Einstellungen sind zum Beispiel:
"com"
"canonical"
"indicator"
"datetime" -> Einstellungen
"desktop"
"unity"
"devices" = Anzeigemodus externer Laufwerke -> Einstellungen
"launcher" = Liste der optionalen Anwendungen im Startmenü
"panel" = Liste der Anwendungen, die ein eigenes Systray-Icon setzen dürfen
Mit letzterer Funktion "-> desktop -> unity -> panel" ("white-list") kann man diejenigen Anwendungen bestimmen, die sich im Panel zeigen lassen dürfen. Man sollte dabei Vorsicht walten lassen, insbesondere bei der Benutzung der Option "all": Nicht alle Anwendungen sind sauber programmiert; diese Einstellung kann daher zu Problemen führen.
Die Anzeige im Uhrenapplet kann man über das "DropDown"
"Zeit- & Datumseinstellung"
direkt konfigurieren.
Man ruft den dconf-editor auf und navigiert zum Punkt
"com -> canonical -> indicator -> datetime"
und bearbeitet die Optionen in den Feldern:
"custom-time-format"
"time-format"
Die relevanten Einträge für das erste Feld findet man im Terminal [1] mit
man date
Diese Einträge kann man durch „Leerzeichen“ bzw. andere gewünschte Zeichen innerhalb der Auflistung ergänzen.
Anschließend muss das zweite Feld durch Anklicken auf "custom" gesetzt werden. Erfolgt keine oder eine fehlerhafte Anzeige, so muss der erste Schritt überprüft/korrigiert werden.
Man bearbeitet die Daten über das Terminal [1] und gibt dort, erst einmal um eine Übersicht zu erhalten ein:
gsettings list-recursively | grep 'datetime'
Nun kann man die mit man date in Erfahrung gebrachten Werte einsetzen - z.B. gibt man in ein Terminal [1] ein:
gsettings set com.canonical.indicator.datetime custom-time-format '%A, %d. %B %Y - %R'
gsettings set com.canonical.indicator.datetime time-format 'custom'
Man kann die Anzeige der im Rechner vorhandenen Laufwerke (Partitionen) sowie der externen Laufwerke im Startmenü unter
"desktop -> unity -> devices"
einstellen.
Hierbei kann man durch Anklicken des momentan eingestellten Wertes (Standard = "OnlyMounted") auch die anderen Werte sich anzeigen lassen und aussuchen
"Never"
"OnlyMounted"
"Always"
Bei der Einstellung "Always" (immer) werden auch die nicht eingebundenen Laufwerke im Starter aufgelistet.
Bei der Einstellung "OnlyMounted" werden externe Laufwerke mit dem Einstecken im Startmenü aufgelistet und in der Regel öffnet sich dann je Partition ein Nautilusfenster. Sobald diese Laufwerke wieder ausgeworfen werden, werden diese auch aus der Auflistung im Startmenü entfernt
Es werden die obigen Einstellungen ("OnlyMounted" als Defaultwert) nun im Compiz CCSM ausgewählt und bestimmt. Will man zusätzlich weitere, nicht eingebundene Laufwerke (Partitionen) im Startmenü dauerhaft angezeigt bekommen, so kann man in der Zeile "favorites" diese Laufwerke / Partitionen direkt mit deren UUID eintragen, siehe folgendes Beispiel eines Eintrages:
['2ee1070b-b33f-414b-90e4-1ef3298ec526','bb9194aa-5d88-49d3-9ef6-42696e95d676']
bzw. durch Setzen der Option
"Im Starter behalten"
diesen Eintrag bei einem angezeigten Laufwerk aktivieren. Dann werden diese ausgewählten Laufwerke unabhängig von ihrem Zustand im Startmenü angezeigt. Löscht man im Starter die Bindung durch entfernen des Häkchens wieder, so wird das relevante Laufwerk aus der Favoritenliste gelöscht und aus dem Startmenü entfernt.
Nachfolgend wird die Abfrage bzw. Eingabe über ein Benutzer-Terminal [1] beschrieben.
Der Basisbefehl lautet immer:
gsettings BEFEHL
Es ergibt sich ohne weitere Befehle und Optionen folgendes Ergebnis:
Usage: gsettings COMMAND [ARGS...]
sowie nachfolgende Liste zu den vorhandenen Befehlen (COMMAND):
| Befehle und Erläuterungen zu "gsettings" | ||
| BEFEHL | Erläuterung Original | Übersetzung |
| help | Show this information | Zeigt diese Information |
| list-schemas | List installed schemas | Zeigt vorhandene Funktionen |
| list-relocatable-schemas | List relocatable schemas | Zeigt ausgelagerte Funktionen |
| list-keys | List keys in a schema | Optionen zu der Funktion |
| list-children | List children of a schema | Zeigt Erweiterungen zu der Funktion |
| list-recursively | List keys and values, recursively | Zeigt Optionen und Einstellungen |
| range | Queries the range of a key | Fragt die möglichen Einstellungen ab |
| get | Get the value of a key | Hole den Wert einer Option |
| set | Set the value of a key | Setze den Wert einer Option |
| reset | Reset the value of a key | Setzt eine Option auf den Standardwert |
| writable | Check if the key is writable | Prüfe ob die Option veränderbar ist |
| monitor | Watch for changes | Überwache (lfd.) Veränderungen |
Der Aufbau zur Abfrage bzw. Setzen von Werten im Unity-Desktop setzt sich immer aus den Komponenten
gsettings BEFEHL FUNKTION [OPTION] [WERT]
zusammen, wobei
gsettings
immer der Basisbefehl ist und
BEFEHL
immer bestimmt, was mit der aus obiger Liste aufgeführten
FUNKTION
erfolgen soll. Die
OPTION
ergänzt den Befehl bzw. schränkt diesen ein. Mit dem
WERT
wird das Detail bestimmt, das je nach Funktion/Option unterschiedlichen Charakter annehmen kann (String, Zahl, Boolean). Das wird am Besten an dem folgenden Beispiel sichtbar:
Um die vorhandenen Funktionen abzufragen, gibt man in einem Terminal [1] ein:
gsettings list-schemas
| Befehle und Ausgaben bei "gsettings" | |
| BEFEHL | FUNKTION (Ausgabe, nicht vollständig) |
| list-schemas | com.canonical.Unity.Devices |
| com.canonical.Unity.Launcher | |
| com.canonical.Unity.Panel | |
| com.canonical.indicator.datetime | |
| com.canonical.indicators.sounds | |
Ausgehend von dieser, hier stark gekürzten Liste, kann man nun weitergehende Abfragen starten.
Nachfolgend wird am Beispiel der Anzeige der Festplatten im Startmenü (siehe auch das Beispiel im Konfigurations-Editor) die Vorgehensweise erläutert:
Abgefragt werden die vorhandenen Optionen mit:
gsettings list-keys com.canonical.Unity.Devices
devices-option
Ausgehend von dieser Ausgabe kann man nun die zulässigen Werte abfragen:
gsettings range com.canonical.Unity.Devices devices-option
'Never' 'OnlyMounted' 'Always'
Nun fragt man den eingestellten Wert ab mit:
gsettings get com.canonical.Unity.Devices devices-option
'OnlyMounted'
Will man diesen ändern, so setzt man jetzt einen zulässigen Wert aus obiger Ausgabe ein. Dabei ist darauf zu achten, dass der Wert beim Schreiben, wie in der Ausgabe vorgegeben, (soweit zutreffend) in " einfasst wird und dass die Trennkommas, die Hochkommas, die Leerzeichen sowie die eckigen Klammern übernommen werden!
gsettings set com.canonical.Unity.Devices devices-option 'Never'
Und kontrolliert die erfolgreiche Umstellung mit:
gsettings get com.canonical.Unity.Devices devices-option
'Never'
Unity
Übersichtsartikel
Unity/Unity Startmenü - Bedienung Unity und Anwendungen
Unity/Unity Desktop - Desktop-Menü und Applets bedienen
Unity/Unity Arbeitsbereich - Anpassungen an Verhalten, Aussehen und Tuning
Compiz Informationen zum Composite- und Fenstermanager
CCSM - der CompizConfig Einstellungs-Manager
Diese Revision wurde am 27. April 2012 16:37 von falkotux erstellt.
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