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Metapakete

Metapakete

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Software wird bei Ubuntu in vielen kleinen Pakethäppchen installiert. Oft möchte man aber ein ganzes Menü haben und nicht jede Zutat einzeln anfordern. Das ist ein Grund für die Existenz von Metapaketen.

Metapakete enthalten selbst keine Software, sondern definieren nur Abhängigkeiten von anderen Paketen. Installiert man das Metapaket, werden automatisch alle direkten und indirekten Abhängigkeiten installiert. Da Metapakete selber keinerlei Daten enthalten, können sie gefahrlos deinstalliert werden.

Beispiele sind die Pakete

  • ubuntu-desktop - Verweist auf alles, was bei der Installation von Ubuntu für die komplette GNOME-Desktopumgebung installiert wird

  • kubuntu-desktop - Siehe oben, nur gilt dies für KDE

  • xubuntu-desktop - Siehe oben, nur gilt dies für Xfce

  • edubuntu-desktop - Verweist auf alles, was bei der Installation von Edubuntu, also die komplette GNOME-Desktopumgebung und diverse Lernprogramme, installiert wird.

  • build-essential - Enthält die wichtigsten Pakete zum Kompilieren

und

Es gibt noch einen weiteren Einsatzzweck von Metapaketen. Der zentrale Bestandteil von Ubuntu, der Linux-Kernel, soll zwar stets in der neuesten Version installiert sein, aber es wäre riskant, die alte Version immer gleich automatisch zu deinstallieren. Sollte der neue Kernel aus irgendeinem Grund nicht richtig funktionieren, so wäre das System vollkommen unbenutzbar.

Deshalb wird bei einer neuen Kernelversion nicht einfach die Versionsnummer des Kernelpaketes geändert, sondern ein ganz neues Paket erstellt. Durch die Metapakete wie

  • linux bzw. linux-image-386 usw...

wird sichergestellt, dass man stets den neuesten Kernel wie z.B. linux-image-2.6.24-16-generic erhält, während der alte linux-image-2.6.24-14-generic installiert bleibt.

Man sollte Kernel immer über diese Metapakete installieren. Das gilt besonders auch für "Kernelzubehör" wie die linux-restricted-modules oder die linux-headers-Version. Installiert man nämlich beispielsweise die linux-restricted-modules ausdrücklich in einer bestimmten Version, wird eine neue Version nicht automatisch installiert. Nach einem Kernelupdate fehlen dann u.U. wichtige Treiber für Netzwerk oder Grafik.

  • linux-restricted-modules-generic bzw. linux-restricted-modules-386 usw...

  • linux-headers-generic bzw. linux-headers-386

  • usw...

Um Platz zu sparen, kann man gelegentlich über die Paketverwaltung alte Versionen deinstallieren, wenn man sicher ist, dass man sie nicht mehr benötigt.

Kernel, Header und Module: Welche Version?

Die Metapakete

  • linux-image-generic

  • linux-headers-generic

  • linux-restricted-modules-generic

sind für alle x86 Prozessoren (also Pentium3, Pentium4, Core2, AMD Prozessoren etc) geeignet, auf denen Ubuntu eingesetzt wird. Für Server, virtuellen Maschinen und ähnliches gibt es speziell angepasste Metapakete.

Will man ein zum Kernel passendes Paket der Header oder Restricted-Modules installieren, so muss man die passende Version wählen. Normalerweise ist die Standardversion -generic bzw. bis Dapper Drake -386 richtig. Wer für Dapper gezielt einen anderen Kernel installiert hat oder eine andere Architektur einsetzt, wählt die entsprechende Variante. Also -686, -k7 usw. Es existieren aus Gründen der Gewohnheit auch noch Kernel-Metapakete mit der Endung -smp, die ursprünglich dazu gedacht waren, spezielle Kernel für DualCore- und Mehrprozessorsysteme bereitzustellen.

Hinweis:

Die Ubuntu-Kernel werden seit Dapper Drake zum größten Teil sowieso mit SMP-Unterstützung kompiliert, so dass die Installation von Extrapaketen auf solchen Systemen nicht notwendig ist.

Wer man sich unsicher ist, welche Version man hat, öffnet ein Terminal [1] und gibt dort

uname -r 

ein (siehe Shell/uname).

Als Ausgabe erscheint dann so etwas wie

2.6.24-16-generic

Die letzte Angabe generic gibt dann die Architektur an.

Architekturen

Ubuntu kann man auf verschiedenen "Computerarchitekturen" installieren. Je nach installierter Architektur und Ubuntu Version stehen unterschiedliche Kerneltypen zur Verfügung.

i386

i386
Kerneltyp Beschreibung
generic Ab Ubuntu Edgy Eft der Standardkernel. Dieser unterstützt SMP und ist für alle Prozessorarten geeignet.
386 Läuft auf allen Rechnern ab 486.

AMD64 / EMT64

Für Athlon64 und Pentium4 mit 64bit-Unterstützung. Normalerweise sollte man wegen des besseren Softwareangebots die i386-Variante vorziehen. Nur bei sehr wenigen Programmen bietet 64bit Vorteile (siehe 64bit-Architektur)

Hier gibt es effekiv gesehen nur noch den generic-Kernel. Alle anderen Kernelpakete, die noch von Dapper bekannt sind (siehe unten) veraltet und verweisen nur auf diesen neuen Kernel.

Server

Server
Kerneltyp Beschreibung
server Wie generic jedoch mit speziellen Optimierungen für Systeme mit mehr als zwei CPU, läuft aber nicht auf Via-Epia-686-Boards! Dieser Kernel wird automatisch bei der Server-Installation installiert.
server-bigiron Wie server, extra optimiert für mind. 8(?) Prozessoren.

Metapakete selber erstellen

Das Erstellen von eigenen Metapaketen wird in dem folgenden Artikel beschrieben:


Diese Revision wurde am 8. Januar 2010 um 00:11 Uhr von march erstellt.
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