Metapakete

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Ein Terminal öffnen

Hinweis:

Die parallele Installation mehrerer Desktopumgebungen aus den Metapaketen kann zu ungewünschten Nebeneffekten führen. Einstellungen des Themas, Schriftbildes, Panels, der Icons usw. können andere Desktopumgebungen negativ beeinflussen. Für das reine Ausprobieren einer alternativen Desktopumgebung empfiehlt sich deshalb die Nutzung eines Live-Systems per CD/DVD/USB-Stick oder die testweise Installation in einer virtuellen Maschine.

Inhaltsverzeichnis
  1. Beispiele
  2. Sonderfall Kernel
  3. Metapakete selber erstellen
  4. Links

Wiki/Icons/package.png Software wird bei Ubuntu in vielen kleinen „Häppchen“ installiert. Oft möchte man aber ein ganzes Menü haben und nicht jede Zutat einzeln anfordern. Das ist ein Grund für die Existenz von Metapaketen.

Ein Metapaket verhält sich praktisch wie ein Programmbündel: enthalten ist keine eigene Software, sondern nur definierte Abhängigkeiten von anderen Paketen. Installiert man das Metapaket, werden automatisch alle direkten und indirekten Abhängigkeiten installiert. Der Haken an der Sache ist die Deinstallation. Da Metapakete selber keinerlei Daten enthalten, können sie gefahrlos entfernt werden. Die enthaltenen Programme müssen dagegen manuell deinstalliert werden.

Abhilfe schafft der folgenden Befehl:

sudo apt-get autoremove --purge METAPAKET  

Damit werden alle Programme, Bibliotheken etc. entfernt, die über das Metapaket namens METAPAKET installiert wurden.

Beispiele

Sonderfall Kernel

Es gibt noch einen weiteren Einsatzzweck von Metapaketen. Der zentrale Bestandteil von Ubuntu, der Linux-Kernel, soll zwar stets in der neuesten Version installiert sein, aber es wäre riskant, die alte Version immer gleich automatisch zu deinstallieren. Sollte der neue Kernel aus irgendeinem Grund nicht richtig funktionieren, so wäre das System vollkommen unbenutzbar.

Deshalb wird bei einer neuen Kernelversion nicht einfach die Versionsnummer des Kernelpaketes geändert, sondern ein ganz neues Paket erstellt. Durch die Metapakete wie

wird sichergestellt, dass man stets den neuesten Kernel wie z.B. linux-image-4.4.0-57-generic erhält, während der alte linux-image-4.4.0-51-generic installiert bleibt.

Man sollte Kernel immer über diese Metapakete installieren. Das gilt besonders auch für "Kernelzubehör" wie die linux-headers-Version. Installiert man nämlich beispielsweise die linux-headers ausdrücklich in einer bestimmten Version, wird eine neue Version nicht automatisch nachinstalliert. Nach einem Kernelupdate fehlen dann u.U. wichtige Treiber für Netzwerk oder Grafikkarte.

Um Platz zu sparen, kann man gelegentlich über die Paketverwaltung alte Versionen deinstallieren, wenn man sicher ist, dass man sie nicht mehr benötigt.

Kernel, Header und Module: Welche Version?

Die Metapakete

sind für alle x86 Prozessoren (Intel Core i, Core 2, Pentium, AMD Prozessoren etc.) geeignet, auf denen Ubuntu eingesetzt wird. Für virtuellen Maschinen und Low-Latency Prozessoren gibt es weitere speziell angepasste Metapakete.

Will man ein für den gerade verwendeten Kernel passendes Paket der Header installieren, so muss man eine exakt zum Kernel passende Version wählen. Am einfachsten geschieht dies über folgende Befehle:

Metapakete selber erstellen

Das Erstellen von eigenen Metapaketen wird in einem eigenen Artikel beschrieben: