genisoimage

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Ein Terminal öffnen

Inhaltsverzeichnis
  1. Installation
  2. Bedienung
    1. Optionen
    2. Weitere Dokumentation
    3. Beispiele
  3. xorrisofs
  4. Grafische Benutzeroberflächen

Wiki/Icons/terminal.png genisoimage ist ein Kommandozeilenprogramm, das sich zum Erstellen von ISO-Abbildern (ISO-Images) nach ISO 9660 eignet. Es ist ein Teil von cdrkit, das außerdem noch die Programme wodim und icedax enthält.

Cdrkit wiederum ist eine Abspaltung der bis 2007 in Ubuntu enthaltenen cdrtools, das die Programme cdrecord, mkisofs und cdda2wav zur Verfügung stellt. Um die Kompatibilität mit anderen Programmen sicher zu stellen, existieren unter Ubuntu Verknüpfungen auf die ursprünglichen Programme:

genisoimage wird nicht mehr weiterentwickelt und es werden auch keine Fehler mehr beseitigt. Bei Problemen kann man auf xorrisofs aus dem Paket xorriso ausweichen. Es versteht viele der Optionen von genisoimage und kann es in den Anwendungsfällen ersetzen, die nicht die Optionen -hfs oder -udf benötigen. Ubuntu baut damit seine Installations-ISOs.

Installation

Normalerweise ist genisoimage in der Standardinstallation von Ubuntu enthalten. Falls nicht, so muss man das Paket

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install genisoimage 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://genisoimage

installieren [1].

Bedienung

Um genisoimage zu nutzen, öffnet man eine Terminal [2] und ruft das Programm mit den gewünschten Optionen auf. Die allgemeine Syntax lautet:

genisoimage [OPTIONEN] DATEIEN 

Optionen

genisoimage kennt eine Vielzahl von Optionen. Im folgenden werden die Optionen vorgestellt, welche (grundlegend) zum Erstellen von ISO-Dateien nützlich sind:

Optionen
Option Beschreibung
-o <Datei> Legt Datei Ausgabedatei fest. Fehlt diese Angabe, schreibt genisoimage auf die Standardausgabe.
-l Im ISO 9660 Filesystem lange Dateinamen mit bis zu 31 Zeichen nutzen. Standardmäßig werden nur Dateinamen der Form 8.3 verwendet. (Rock Ridge erlaubt auch ohne -l bis zu 255 Zeichen, Joliet 64 und HFS 31 Zeichen.)
-D Verhindert das automatische Verkürzen von Adresspfaden im ISO, die mehr als 6 Verzeichnisnamen enthalten oder mehr als 255 Zeichen haben.
-J Erstellt die ISO-Datei mit zusätzlichem Joliet-Dateisystem. Dieses Dateisystem wird von MS-Windows Rechnern bevorzugt.
-hfs Erstellt die ISO-Datei mit zusätzlichem HFS-Dateisystem. Dieses Dateisystem wird von Apple-Rechnern bevorzugt. (Diese Option wird von xorrisofs nicht unterstützt.)
-copyright Legt die Copyright-informationen für eine CD fest. Es ist Platz für 37 Zeichen.
-R Erstellt die ISO-Datei mit Rock Ridge Zusatzinformationen. Diese Informationen werden von Rechnern mit Linux oder anderen Unix-artigen Systemen bevorzugt.
-r Ähnlich der Option -R, allerdings mit geänderten Dateirechten. Dateien und Verzeichnisse, die auf der Festplatte x-Rechte haben, bekommen r-xr-xr-x. Andere bekommen r--r--r--. Das heißt jeder kann die Dateien lesen und normalerweise auch in den Verzeichnissen navigieren. Das ist sinnvoll für Veröffentlichungen. Es ist nicht sinnvoll für Datensicherungen, weil dann die originalen Rechte nicht mitgesichert werden.
-x <Verzeichnis> Schließt das Verzeichnis Verzeichnis vom ISO-Image aus. Es können bis zu 1000 Verzeichnisse ausgeschlossen werden.
-graft-points Schaltet die Erkennung von kombinierten Zieladressen und Quelladressen in den Dateinamen an. Dann gilt das erste "="-Zeichen als Trenner, vor dem die Zieladresse für die Datei im ISO endet und hinter dem die Adresse der Datei auf der Festplatte beginnt. Siehe Beispiel weiter unten. Ohne -graft-points werden die angegebenen Verzeichnisse im Root-Verzeichnis des ISOs ausgepackt und einzeln angegebene Dateien anderen Typs unter ihrem eigenen Namen ins Root-Verzeichnis gesetzt.

Weitere Dokumentation

Für mehr Informationen hält genisoimage eine sehr ausführliche Manpage bereit.

man genisoimage                 #ruft die Manpage auf
genisoimage --help              #führt alle Optionen auf 

Beispiele

xorrisofs

In allen obigen Beispielen kann man einfach genisoimage durch xorrisofs ersetzen.

Das Kommando xorrisofs startet den mkisofs/genisoimage-Emulationsmodus des Programms

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install xorriso 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://xorriso

Die Dokumentation der Optionen bekommt man mit:

man xorrisofs                   # ruft die Manpage auf
xorrisofs -help 2>&1 | less     # führt kurz alle Optionen auf 

Grafische Benutzeroberflächen

Manche Brennprogramme bieten die Möglichkeit, ISO-Dateien mit Hilfe einer grafischen Programmoberfläche (GUI) zu erstellen.